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Ein moralisches Angebot

Erstellt von Ralf_aus_Do, 18.01.2005, 19:37 Uhr · 2 Antworten · 990 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Ralf_aus_Do

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    Ein moralisches Angebot

    Wie in Amerika ein Streit um Spenden zugunsten der Flutopfer entstand

    PHOENIX. 17. Januar
    Ein heftiger Schlagabtausch zwischen dem Schauspieler George Clooney und dem Talkmaster des Fernsehsenders Fox, Bill O'Reilly, mündete am Wochenende in einen ungewöhnlichen Schulterschluß zugunsten der Opfer des Tsunarni in Südostasien. Bei einer großen Fernsehgala von der Art, wie sie im deutschen Fernsehen bereits mehrfach gelaufen ist, warben beide um Spenden für die betroffenen Regionen. Zuvor hatten sie sich bitter bekämpft.
    Nachdem Clooney für die Gala des Senders NBC Kollegen wie Brad Pitt, Renee Matt Damon,Nicolas Cage, Uma Thurman, Grant und Leonardo rekrutiert und öffentlich zu Spenden für die aufgerufen hatte, hatte der Talkmaster Clooneys Bemühungen öffentlich in Zweifel gezogen. O'Reilly, der sich in seiner Sendung O'Reilly Factor" gern haltlos über das Amerika empört, unterstellte, daß die durch Clooney & Co. gesammelten Spenden nicht in vollem Umfang den Flutopfern in Südostasien zugute kämen. ,,Wir werden beobachten, ob das Geld die Opfer erreicht", sagte er, wenn nicht, gibt es Ärger." Daraufhin veröffentlichte Clooney einen offenen Brief an O'Reilly, in dem er dem Talkmaster verlogene Selbstgerechtigkeit vorwarf.. Ich verdiene nicht so viel Geld wie Sie (was leicht nachzuprüfen ist), aber mich fasziniert, daß Sie den Begriff ,Prominente' benutzen, als seien Sie selbst keiner. Sie lassen sich schminken, treten in Talkshows auf, geben Presseinterviews und machen Buch-Touren. Und, um Sie zu zitieren: Mit Einfluß kommt Verantwortung. Viele Leute haben ihre Spenden-Versprechen zurückgenommen, weil Sie behaupten, unsere Gala sei unsauber. Viel Geld, das vielen Leuten in Not hätte helfen sollen
    kommt nun nicht an, weil Sie es auf eine Kontroverse abgesehen hatten. Und durch Kontroversen sind Sie zum Prominenten geworden." Clooney machte O'Reilly ein moralisches Angebot: ,,Okay, Mr. Journalist". schrieb er, ,.steigen Sie ein. Ich buche die Talente für die Gala, und Sie sind nun eingeladen, teilzunehmen und die Dinge aus nächster Nähe zu beobachten."
    O’Reilley möge seinen Worten Taten folgen lassen, das sei die Gelegenheit, im Fernsehen eine beträchtliche Menge Geld für den guten Zweck zusammenzutragen, wo er sonst mit seinem betrachtlicben Mundwerk zu Gange sei.
    O’ Reilley hatte Clooney bereits vor 3 Jahren wegen einer Gala zugunsten der Opfer des 11. September2001 angegriffen. Zuletzt hatte er das Publikum des „Daily Show“-Moderators Jon Stewart als „bekiffte Nichtsnutze" beschimpft, was Stewart kühl mit einer Statistik konterte, die sein Publikum als gebildeter und politisch informierter als jenes von O'Reilly auswies.
    Auf Clooneys Brief erwiderte O'Reilly in seiner Sendung, er werde das Angebot abwägen. Offenbar fand der Talkmaster Gefallen an der Organisation. Am Samstag jedenfalls trat O'Reillv tatsächlich bei der zweistundigen Fernsehgala, die von NBC und den Schwesterkanalen USA, Trio, Bravo, Sci-Fi Channel, MSNBC und CNBC gleichzeitig ausgestrahlt wurde, mit einer kurzen Botschaft auf ,,Wenn Sie heute geben. haben die Bedürftigen morgen."
    George Clooney trat bei der Gala nicht selbst auf, es wurde nur gezeigt, wie er mit anderen Stars Telefonanrufe williger Spender entgegennahm. Völlig ungehört verklangen O'Reillvs Vorwürfe indes bei NBC nicht. Die Organisatoren der Gala.bei der
    auch Bill C'linton und George Busch Senior
    auftiaten, hatten eigens Marty Evans, die Vorsitzende des amerikanischen Roten Kreuzes eingeladen. Sie erklärte, daß 94 Prozent der gesammelten Gelder direkt den Menschen in den Katastrophengebieten zugute kämen, die restlichen sechs Prozent würden für Logistik und Verwaltung verwandt. NBC zählt derzeit die eingegangenen
    Spenden noch.

    NlNA REHFELD

    aus der FAZ von heute

  2.  
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  3. #2
    Avatar von x-pat

    Registriert seit
    06.11.2003
    Beiträge
    7.208

    Re: Ein moralisches Angebot

    Ich habe diesen Dialog (zufällig) kurz im US Fernsehen verfolgt, und die Tatsache das der republikanische Fanatiker O'Reilly noch nicht vom Sender gefeuert ist und mit Verleumdungsklagen überzogen wird wundert mich schon...

    Seine Antwort an Clooney war übrigens: "If you say that I am making more money than you, I think you need a new agent, and maybe a new calculator."

    X-Pat

  4. #3
    Tel
    Avatar von Tel

    Re: Ein moralisches Angebot

    Zitat Zitat von x-pat",p="208268
    Ich habe diesen Dialog (zufällig) kurz im US Fernsehen verfolgt, und die Tatsache das der republikanische Fanatiker O'Reilly noch nicht vom Sender gefeuert ist und mit Verleumdungsklagen überzogen wird wundert mich schon...
    Welchem Sender? FOX? der war nicht schlecht...

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