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Diskussion in TH: Prostitution legalisieren oder nicht

Erstellt von Jinjok, 16.10.2003, 18:31 Uhr · 76 Antworten · 5.442 Aufrufe

  1. #41
    Avatar von Jinjok

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    Re: Diskussion in TH: Prostitution legalisieren oder nicht

    Diskussion nun auch über Prostitution

    veröffentlich am 30. September 2003

    Die Thailands Gesellschaft muß der Frage der Entkriminalisierung der Prostitution ins Auge sehen anstatt dasProblemweiter unter den Teppich zu kehren

    Diskussionen über Tabu-Themen wie die Legalisierung der Prostitution, Legalisierung von Abtreibung oder der Umgang der Gesellschaft mit 5ex unter Teenagern wurde ruiniert von unsinniger Doppelmoral verpackt in unglaublicher Prüderie. Trotzdem ist das immer noch eine erfrischende Unterbrechung der unproduktiven öffentlichen Ausführungen der Vergangenheit, als Justice Minister Pongthep Thepkanchana versuchte Vorurteile gegen die Entkriminalisierung der Prostituierten in der Öffentlichkeit zu schüren. Aber die konservative Lobby ist bereits in ihr bekanntes Schema verfallen, indem sie immer dann darauf verweisen, daß von einem solchen Schritt die öffentliche Moral, das gute Image des Landes und das Selbstwertgefühl der Frauen irreparabele Schäden nehmen könnte.

    Liberalere Gruppen arbeiten mehr auf realistische Lösungen der mit der Prostitution verbundenen Probleme hin, weil sie glauben, daß Entkriminalisierung effektivere Politik gegen den 5exhandel ermöglicht mit dem Ziel, die Ausbeutung von Frauen und Kindern zu eliminieren. Als Gesellschaft verharrt Thailand in einem tiefen Nicht-wahr-haben-wollen des Prostitutionsproblems. Wir weigern uns die grundlegende und offensichtliche Tatsache anzuerkennen, das Prostitution ist ein fester Bestandteil des 5exuellen Lebens eines großen Teils der Bevölkerung ist, insbesondere der Männer. Prostitution als ein Geschäft bietet gewöhnlich ernsthafte Leistungen - Dienstanbieter bieten sofortige 5exuelle Betätigung an zahlende Kunden. Solange die Geschäfte zwischen unabhängigen Erwachsenen gemacht werden, hat die Gesellschaft eigentlich kein Mitspracherecht in Dingen die größtenteils als private Angelegenheitheit zwischen Individuen gelten.

    Das Thai-Rechtssystem erkannte Prostitution immer als legalen Handel an, in dem es Gesetze zu seiner Regulierung erließ. Ein Gestetz von 1909 beispielhaft, welches Geschlechtskrankheiten forderte bereits die Registrierung der .......e und 5exworker und eine obligatorische regelmäßige Gesundheitsuntersuchungen. 1960 wurde die Prostitution dann erstmals verboten. Prostituierte riskieren seither eine Freiheitsstrafe von maximal 3 Monaten oder und eine Geldstrafe von maximal 1.000 THB. Damit wurde Prostitution Bestandteil der Unterwelt und steht in enger Verbindung zum organisierten Verbechen, was zu systematischeren und schlimmeren Formen der Ausbeutung von Frauen und Kindern führte.

    Der verbotenen 5exhandel aber wuchs (trotz oder gerade wegen seines Verbotes - Anmerkung Jinjok) sich so weit aus, daß Thailand als die Welthauptstadt der .......e Beachtung fand. Begünstigt wurde das zum größten Teil durch wuchernde Korruption unter den Gesetzeshütern, die gegen Bezahlung bei allen möglichen Formen der Prostitution ein Auge zudrücken.

    1996 änderte die Gesetzgebung die Richtung und versuchte vor allem die nachfrage nach Prostitution von Minderjährigen unter 18 Jahren zu vermindern. Die Gesetze ermöglichten harte Strafen für Menschen, die 5ex mit minderjährigen Prostituierten haben, während die Prostituierten selbst nur maximal 1.000 THB als Gelsstrafe zu befürchten haben. Die jetzt wiedermal in Gang gekommen Debatte über die Entkriminalisierung der Prostitution scheint einen guten Start bekommen zu haben. Verläßliche, landesweite Statistiken wurden veröffentlicht mit der Gesamtzahl von ca. 100.000 Prostituierten auf geschlüsselt auf 70.000 Frauen 18 jahre und älter, 4.000 Männer 18 Jahre und älter und 26.000 Kindern unter 18 Jahren.

    Die konservative Lobby mag angesichts dieser Zahlen immer noch in der Lage sein, zu versuchen die öffentliche Meinung mit ihrem alten Argument zu blenden, alles gute und schöne in der Thai Gesellschaft beschützen zu wollen. Aber mehr und mehr Menschen werden solche verbissenen Argumente ablehnen und auf ihre persönliche Freiheit und ihr Recht auf Privatsphäre verweisen. Der Staat hat kein Recht, moralische Urteile darüber zu fällen, was zwischen zwei erwachsenen Menschen verhandelt wird, ob dabei Geld den Besitzer wechselt oder nicht. Entkriminalisierung wird nicht zu einer Zunahme des 5exhandels führen, weil die jüngeren Generationen entspannter mit 5ex umgehen (Jugendliche haben heute 5ex untereinander und müssen nicht mehr zu Prostituierten gehen wie ihre Väter früher, bevor sie verheiratet waren - Anmerkung Jinjok)

    Aber die potentiellen Vorteile für die Gesellschaft sind zahlreich. Korruption im Bereich der Prostitution dürfte weitesgehend abnahmen und die Polizei hätte große Recourssen freigesetzt um mit anderen Problemen fertig zu werden. 5exarbeiter wären besser geschützt und Jugendliche und Kinder bliebe 5exuelle Ausbeute erspart. Es wird Zeit, daß die Gesellschaft eine dauernde und realistische Lösung der Probleme erarbeitet, die mit dem ältesten Gewerbe der Welt einhergehen, welches dennoch fortbestehen wird, ungeachtet der scheinheiligen moralischen Empörung der konservativen Lobby, die die Probleme lieber unter den Teppich kehrt als sich ihnen zu stellen

    The Nation: EDITORIAL: Debate at last on prostitution
    http://www.nationmultimedia.com/page...9-30&usrsess=1

    überstzt von Jinjok

  2.  
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  3. #42
    Avatar von DisainaM

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    Re: Diskussion in TH: Prostitution legalisieren oder nicht

    Der gedankliche Ansatz in der NATION ist IMO zu kurz gesprungen.

    Moral
    Vergessen wir nicht, das es unter der Thaksin Regierung war, das der Aufklärungsunterricht aus den Schulen verbannt werden sollte.
    Das nun eine Registrierung von Prostituierten nicht auch gleich zu einer Stigmatisierung führt, kann man sich von der Hand abzählen.

    Korruption bei der Polizei
    Dieses Problem ist sehr vielschichtig.
    Zum einen steht da die Unterbezahlung der Polizisten.
    Zum anderen steht da die Tradition, (insbesondere auf dem Land) das man sich eine Positionerkaufen muß.
    Die Folge, der neue Amtsinhaber ist nicht nur seinen Geldgebern verpflichtet, die ihm den Kauf ermöglicht haben.
    Hinzu kommt die Tradition, das wenn jemand etwas von einem Amtsinhaber will, man ihm erstmal Respekt durch ein Geldgeschenk erweisen muß.
    Diese Tradition gilt im asiatischen Bewußtsein als gut.
    Wer hier den Begriff Korruption anbringt, setzt ein westlich negativ geprägtes Wort auf eine andere Tradition auf.
    Im übrigen ist aus dieser Tradition auch entstanden,
    das etwas, was man umsonst bekommt, nichts wert sein kann.
    Hier liegt ein langer Weg vor Thaksin, wenn er die 'Militarisierung' der Polizei erreichen will.

    Prostitution
    Wir weigern uns die grundlegende und offensichtliche Tatsache anzuerkennen, das Prostitution ist ein fester Bestandteil des 5exuellen Lebens eines großen Teils der Bevölkerung ist, insbesondere der Männer.
    Das ist richtig, und ein sehr wesentlicher Punkt.
    Gerade in der traditionellen Thaigesellschaft kommt der Service von Thais für Thais (TRT anders rum) eine sehr wichtige Bedeutung zu. (siehe voriges Posting)
    Deshalb kann es der Thaksin-Regierung nur darum gehen, den Bereich Thais für Ausländer soweit einzuschränken, bis das internationale Image sich ändert.
    Das sich jedoch der asiatische Thailandtourismus ebenfalls auf diesen Sektor stark bezieht, geht es letzten Endes nur um das Darstellungsproblem in den internationalen Medien.
    Dem wird man gerecht durch 2 Massnahmen, man behandelt das Thema in den Medien während des Gipfels,
    man kontrolliert die ausländischen Pressevertreter, und wird zukünftig einen enormen Druck auf NGOs in Thailand ausüben,
    deren Tätigkeit das thailändische Image beschädigt.

  4. #43
    Avatar von Jinjok

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    Re: Diskussion in TH: Prostitution legalisieren oder nicht

    Wenn Korruption ein westlicher Begriff für asiatische Ehrerweisung ist, dann betreibt Shinawtara mit seinem "War on Corruption" eine verwestlcihung der Gesellschaft, mal ganz salopp ausgedrück. Aber das ist der Weg auf dem es langgeht, wie auch immer man diesen Weg für die Ablage klassifizieren möchte.

    Auf lange Sicht wird sich die Thai-Thai-Prostitution sicher dadurch vermindern, weil die ein großer teil der männliche Jugend nicht mehr auf Prostituierte zurückgreifen muß um voreheliche Erfahrungen zu machen. Diese Entwicklung ist unumkehrbar und sher weit fortgeschritten.

    Einen weiteren Gedanken möchte ich noch anbringen. Thai-Thai ist wohl nur zu einem gewissen prozentsatz die Realität bei der Zielgruppe Thaimänner. Hier dürften die Geschäftsbeziehung im Millieu auch vielfach Thai-Vietnam, Thai-Lao, Thai-Khmer, Thai-Burma etcpp verlaufen.

    Hier kommt wieder der Gedanke der Entkriminalisierung dazu. die einheimischen prostituierten könnten per Gesetz aus der Schattenwelt des organisierten Verbrechens herausgehoben werden und hätten "nur" noch mit ihrem sozialen Status als Dienstleisterin auseinanderzusetzen haben.

    Aber die illegalen Einwandererinnen, die werden auch später noch den Zuhältern, Menschenhändlern und korrupten Polizisten erpreßbar ausgeliefert sein. Dieses Problem läßt sich durch die Legalisierung der Prostitution nicht lösen.
    Jinjok

  5. #44
    Avatar von DisainaM

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    Re: Diskussion in TH: Prostitution legalisieren oder nicht

    Korruption
    Der Begriff "War on Corruption", wurde von Thaksin eingeführt,
    als er während seines Drogenfeldzuges ein Signal in die eigenen Reihen setzen wollte, das er Polizisten im Drogenhandel nicht mehr dulden will.
    Ansonsten sind die Gedanken an eine Reform des Polizeiaparates im Keim stecken geblieben, da es einfach an den finanziellen Möglichkeiten fehlt, die Gehälter auf ein notwendiges Niveau anzuheben.
    Übrig bleibt eine PR-Schlacht, und ev. das Imageprojekt einer Polizei-kadettenanstalt, um eine neue Elitetruppe auszubilden.

    Die ganz alltägliche Situation, wie sie selbst jedem deutschen Expat auffällt, sieht so aus :
    Eine Gruppe von Polizisten kommt kurz vor Feierabend in eine Bar,
    und verlangt bedient zu werden.
    Der Barbesitzer kommt dem nach.
    Später kommt eine zweite Gruppe von Polizisten, und verlangt ein Bußgeld, weil der Barbesitzer den Ladenschluß nicht eingehalten hat.

    http://www.pattayablatt.com/067/Nachrichten.shtml#hd11
    "Obwohl es schon 3 Uhr morgens war, war die Bar gut gefüllt und zu den zahlreichen Gästen gehörten auch viele Polizeibeamte. Der Besitzer erhielt seine Warnung und der Bezirkschef fuhr zufrieden nachhause."


    Kinderprostitution
    Der Kampf gegen Kinderprostitution stellt sich in der Praxis wie folgt dar; meistens thailändische Männer wollen Frauen unter 18.
    1996 änderte die Gesetzgebung die Richtung und versuchte vor allem die nachfrage nach Prostitution von Minderjährigen unter 18 Jahren zu vermindern.
    [highlight=yellow:8e264403ba]Nachfrage[/highlight:8e264403ba]
    Familien mit großen finanziellen Problemen müssen die Schulden von Privatkrediten (ZINSEN) zurück zahlen.
    Wenn sich eine Thailänderin im Kampf gegen Kinderprostitution angagiert, wie z.B. Pavena Hongsakula, die Präsidentin der Pavena Hongsakula Stiftung;
    kommt am Ende dabei raus, das sie sich gleich selber um die finanzielle Versorgung der Kinder kümmern soll.
    http://www.pattayablatt.com/current/...hten.shtml#hd6
    "Pavena erklärte: „Diese Kinder müssen durch die Schuld ihrer Eltern leiden. Beide Elternteile hatten erhebliche und unlösbare Probleme und leben getrennt."

    Der Vater der Mädchen bat Pavena, sich um seine Töchter zu kümmern und die Kosten des Schulbesuchs zu übernehmen, da er nur ein einfacher Bauarbeiter ist und nicht genug Geld verdient, um seine Kinder zu betreuen."

    Dahinter stehen meist die Geschichten von gescheiterten Exsistenzen, die durch Privatkredite finanziert waren, und durch Hochwasser, Fehlentscheidung oder sonstiges nun von der Kreditmafia gezwungen werden, ihre Kinder zur Schuldtilgung einzusetzen.

    Hier könnte langfristig nur ein System von Exsistenzgründungsdarlehen helfen, die weniger Bürokratisch wie die wenigen internationalen Programme sind,
    und damit die Privatkredithaien mit ihren Wucherzinsen den Hahn abdrehen.
    Das Angagement der thailändischen Banken auf diesem Sektor wurde bekanntermassen durch den IWF abgedreht,
    das die 1997 die Auflage gemacht hatten, die Banken sollen keine ungesicherten Kredite mehr vergeben.
    Damit wurden die mittellosen Exsistenzgründer wieder in die Arme der Kredithaie getrieben.

    Prostitution
    Auf lange Sicht wird sich die Thai-Thai-Prostitution sicher dadurch vermindern, weil die ein großer teil der männliche Jugend nicht mehr auf Prostituierte zurückgreifen muß um voreheliche Erfahrungen zu machen. Diese Entwicklung ist unumkehrbar und sher weit fortgeschritten.
    Die voreheliche Erfahrung ist jedoch nur eine, kleine Komponente bei den Motiven, warum Thais überwiegend auf diesen Servicebereich zurückgreifen.
    Ein anderer, wie die Folgen der "arangierten Ehe" war bereits angesprochen.
    Wer meint, die thailändische Jugend würde sich davon lossagen können, müßte sagen, die thailändische Jugend trennt sich vom System des Kastendenkens.
    Es mag Ausnahmen geben,aber die Mehrheit verhält sich ihrer Kultur konform, so auch meine Erfahrung mit thailändischen Studenten in Deutschland.

    Der Gedanke,
    Einen weiteren Gedanken möchte ich noch anbringen. Thai-Thai ist wohl nur zu einem gewissen prozentsatz die Realität bei der Zielgruppe Thaimänner.
    steht im Wiederspruch zur Feststellung der NATION, die ja sagt,

    Wir weigern uns die grundlegende und offensichtliche [highlight=yellow:8e264403ba]Tatsache anzuerkennen[/highlight:8e264403ba], das Prostitution ist [highlight=yellow:8e264403ba]ein fester Bestandteil[/highlight:8e264403ba] des 5exuellen Lebens [highlight=yellow:8e264403ba]eines großen Teils der Bevölkerung ist[/highlight:8e264403ba], insbesondere der Männer.
    deshalb kann man den Großteil der männlichen Bevölkerung nicht gleich dem Milieu zuordnen.

  6. #45
    Avatar von Jinjok

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    Re: Diskussion in TH: Prostitution legalisieren oder nicht

    Durch die Illegalität der Prostitution befindet sich das Gewerbe in der Hand des organisierten Verbechens. Damit ist aber nicht gesagt, daß die Kunden ebenso der Unterwelt angehören. das interpretierst Du falsch.

    Ob die arrangierten Hochzeiten heute und in näherer Zukunft noch den Stellenwert und die Verbeitung haben werden wie noch vor 10 oder 20 Jahren kann ich nicht sagen, wage es aber stark zu bezweifeln. Auch hier wird die freiere Erziehung (oder besser Nicht-Erziehung) der heutigen Jugend ihren Beitrag leisten. Der Bedarf an Prostitution wird natürlich nie verschwinden.

    Was willst Du mit Deiner Nachfrage über die Kinder sagen? Hat Thailand mit dem Gesetz von 1996 keinen ernsthaften Beitrag zur Verminderung der Kinderprostitution geleistet? Die Ursachen für die Überschuldung sehe ich aber anders als Du.

    Die Weltbank hat genau richtig gehandelt. Die Ursache für die überschuldeten Familien ist IMO nicht, daß die Leute keine Kredite bei den Banken kriegen, sondern weil Leuten Krediten gegeben werden, die unter keinen Umständen kreditwürdig sind. Die Kredite die Shinwatra den Bauern werden im April fällig. Jetzut schon sind die Tageszeitungen voll mit Anzeigen von Kredithaien, die die Ablösung dieser Kredite anbieten. Shinawatra treibt die leute mit seiner unverantwortlichen Kreditpolitik geradezu in die Hände der Kredithaie.

    Warum bekommen denn die Kredithaie gerade in einer Situation goldene Zeiten, wo doch die Regierung alle Banken darauf eingeschworen hat, für jede noch so lächerliche Sicherheit (Suppenküche) einen Kredit für Mobiltelefone, Luxuspickups oder Homecinemas zu gewähren. Jeder weiß daß das nie zurückgezahlt werden kann. Zur zeit gibt es Kredit für Jederthai. Aber das ist das Thema des Theads über Shinawatra Erfolge bei der Grassroot-Ökonomie.

    Es ist bekannt, daß ein immer größer werdender Teil der Prostituierten für den Markt der Thaimänner aus dem umliegenden Ausland kommen. Dieser Fakt wiederspricht in keiner Weise der Erkenntnis, daß die Prostitution für einen Teil der Bevölkerung (den konsumierenden Männern) zum Leben dazu gehört.
    Jinjok

  7. #46
    Avatar von Jinjok

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    Re: Diskussion in TH: Prostitution legalisieren oder nicht

    Der nächste Artikel ist starker Tobak. Fast jeder Absatz enthält Fremdworte, die nachzuschlagen waren. Aber der Inhalt hat es erst richtig in sich. Die erste Stellungnahme einer Thailänderin in dieser neuaufgeflammten Diskussion, dedie ich lese. Neben unverkennbaren Tendenzen zur Ideologie haben mich aber viele Argumente stark zum Nachdenken angeregt, nicht nur weil ichs übersetzt habe.

    [hr:3527dd8830]

    Legale Prostitution - der größte Test der Thai-Gesellschaft

    veröffentlicht am 14. Oktober 2003

    Statt das illegale Gewerbe zu legalisieren zu wollen, sollten die Thais mehr über Rehabilitierung und Menschenwürde nachdenken

    Vieles wurde über das Problem derProstitution mit der Polzei-Korruption gesagt. Langsam scheint es sich herauszustellen, daß die hintergedanklichen Motive der Regierung zur Legalisierung der Prostution eigentlich darauf abzielen, die ökonomischen Vorteile der Unterwelt auszuspannen. Die Ankündigung des Justizministers ein Forum über das Thema Prostitution abzuhalten hat eine ganze Reihe von Reaktionen in der Gesellschaft hevorgerufen, darunter Interessengruppen und Einzelpersonen mit unterschiedlichen Ideen.

    Die Thai-Gesellschaft und die Frauenbewegung wurden wieder einmal bombardiert mit der (Ir)Rationalitätvon ökonomischem Neid, sozialer Ignoranz und patriarischen Rahmendenken über die Legalisierung der Prostitution. Femministische Ideologie und gesellschaftliche Gewissen wurden daher wieder und wieder auf den Prüfstand gestellt. Grundsätzlich ist das Thema Legalisierung der Prostitution zweischneidig. Dennoch tendieren die meisten Leute dazu, sissentlich über den Unterschied der zwei Seiten hinwegzusehen.

    Man muß sich völlig von der Gier nach Geld losreißen um zu erkennen, daß Prostitution, auch legalisiert, niemals ein legales Geschäft sein kann, weil es immer mit Verbrechen wie Korruption, 5exuelle Massenausbeutung und Menschenhandel verbunden sein wird. Die implizierten Schlußfolgerungen wie etwa "Privatnagelegenheit zwischen Individuen", persönliche Freiheit", "Recht auf Privatssphäre" und "Zuistimmung von zwei Erwachsenen" sind nichts andreres als die Formierung einer Illusion angetrieben von Mangel an sozialen Bewußtsein über 5exuelle Sklaverei.


    Dominiert von partriarischen Gesellschaftstrukturen versagen Männer und auch Frauen beim Verständnis, daß Prostitution nichts anderes ist als Flesh Trade und die darin Beteiligten einem hohen Risiko an Gewalt in Form von körperlichen Schäden, Gesundheitsgefahren und mentaler Traumata ausgesetzt sind. Es geht dabei um dieVerletzung der Menschenrechte der Frauen. Bei Prostitution geht es nicht darum, daß Frauen sich des rechts erfreuen selbst über ihren Körper zu bestimmen, ganz im Gegenteil ist es ein Ausdruck von männlicher Kontrolle über die weibliche 5exualität. Es ist die Miete eines fremden Körpers zum Zweck des Geschlechtsverkehrs, Mißbrauch und Manifestierung ungezügelten männlichem Geschlechtstriebes.

    Es geht dabei um Beziehungen zwischen den Geschlechtern, Rassen, Nationalitäten, Altersgruppen und sozialen Schichten. Auf keinen Fall handelt es sich dabei um den Konsens von zwei Erwachsenen, wenn der eine der Verkäufer und der andere der Käufer ist, insbesondere wenn die kaufende Partei gesellschaftlich als das bessere Geschlecht positioniert ist. Es ist nötig den ganzen Lebensweg prostituierter Frauen in Betracht ziehen, von der Vergangenheit zur gegenwart und dem was noch in der Zukunft liegt. Nichts hat da einen Zusammenhang mit Konsens oder gar freiwillig wenn Frauen in die Prostitution gehen. Man muß den Zusammenhang sehen und die tiefere Meinung solcher Worte betrachten

    Prostitution demonstriert, daß unter dem patriacharischen Kapitalismus der Marktwert selbst für so private Aspekte der menschlichen Existenz ermittelt werden kann. Das gängige Argument ist, daß die Prostitution das älteste Gewerbe der Welt wäre,daher niemals ausgerottet werden könne, sie einmal legal in Thailand war und daher wieder legalisiert werden könne um eine effektivere Politik zur Verhinderung der Ausbeutung der Frauen zu schaffen. Diese Sichtweise ignoriert einfach die unhumanen und ausbeuterischen Aspekte der prostitution an sich. Ebensoweinig wie sie die Wurzeln des Übels, die schmutzige Polizeimacht, angeht und auch nicht auf die Gleichberechtigung der Geschlechter und der respektierung der Menschenrechte der Frauen hinarbeitet!

    Wenn man die 5exuelle Verletzlichkeit der Frauen und ihre Verletzlichkeit für 5exuelle Konditionierung und ökonomische Diskriminierung anspricht, dann wird feministisches Denken und soziales Engagement als konservative Lobby gebrandmarkt. Aus feministischer Sicht ist die Legalisierung der Prostitution ökonomisch Reibach oder einfach geldwäscherisch. Darüber hinaus ist das Problem der Prostitution in diversen ökonomischen, politischen Aspekten, sozio-kulturellen Werten und 5exualität verwurzelt, welche allesamt eng verbunden mit der patriachichen Sozialstruktur verbunden sind.

    Deshalb können die sogenannten mher liberalen Gruppen auch nicht verstehen, daß Prostitution ein Musterbeispiel der ökonomischen Vereinfachung von Geschlechterthemen ist. Die mehr liberalen Gruppen sehen nur die Möglichkeit der staatlichen Besteuerung der Prostitution während sie ihre Augen vor der Verbeigung und Degradierung zum 5exobjet der Frauen für die 5exuellen Wünsche und häufigen Partnerwechsel von Männern verschliessen.

    Man muß akzeptieren, daß prostituierte Frauen benutzt, mißbracht und ihre Menschenwürde in der einen oder anderen Form vergewaltigt wird. Ihre Rolle enthebt die Männer der Verantwortung für ihr eigenes 5exualverhalten. Sie werden unter männliche Hegemonie verführt und gezwungen, sind mißinformiert und so in dieProstitution getrieben. Sie sind keine Kriminellen, wohl aber die, die sie in diesen gefährlichen Kreislauf zwingen. Es ist daher außer Frage, daß prostituierte Frauen als legale Prostituierte stigmatisiert, registriert und kategoriesiert werden sollen oder unter boshaften Bezeichnung von "Angestellten" von .......en oder andere dubioser Namen.

    Die Anstrengungen aller die sich darum Gedanken machen solte lieber darauf fokussiert werden, wie die Prostitution zu bekämpft, die Gleichberechtigung der Geschlechter erreicht, die Menschenrechte der Frauen geschützt und die prostituierten unterstüstzt werden können. Am besten um den Frauen eine Weg aus der Prostitution zu ermöglichen, ihnen eine würdevolle and zukunftssichere Arbeit zu geben aber definitiv nicht um den Weg in die entgegensetzten Richtung zu erleichtern.

    Diese Empfehlungen sind wirklich nicht dazu gedacht, das Problem unter den Teppich zu fegen.

    Virada Somswasdi

    Special thanks to The Nation

    Virada Somswasdi ist vom Zentrum für Frauenstudien, der Fakultät für Sozialwissenschaften an der Universität Chiang Mai

    The Nation: Legal prostitution: Thai society’s big test
    http://www.nationmultimedia.com/page...0-14&usrsess=1

    übersetzt vom Jinjok

  8. #47
    Avatar von DisainaM

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    Re: Diskussion in TH: Prostitution legalisieren oder nicht

    Es ist daher außer Frage, daß prostituierte Frauen als legale Prostituierte stigmatisiert, registriert und kategoriesiert werden sollen oder unter boshaften Bezeichnung von "Angestellten" von .......en oder andere dubioser Namen.
    Die Stigmatisierung ist tatsächlich ein Problem in Thailand.

    Die Anstrengungen aller die sich darum Gedanken machen solte lieber darauf fokussiert werden, wie die Prostitution zu bekämpft, die Gleichberechtigung der Geschlechter erreicht, die Menschenrechte der Frauen geschützt und die prostituierten unterstüstzt werden können.
    Gerade in Thailand geht es am Thema vorbei, Prostitution zu einem Frauenthema zu machen.
    In keinem anderen Land der Welt arbeiten soviele männliche umoperierte Katoeys in der Prostitution, wie in Thailand.
    Diese Männer opfern ihre 'bessere Stellung' als Mann,
    um ein Leben als weibliche Prostituierte zu führen.
    Sie wollen eben nicht ein hartes Leben als Arbeiter führen,
    sondern lieber einen Job in der Bar.
    Die Zahl der Geschlechtsumwandlungen ist in Thailand derartig explodiert in den letzten 10 Jahren, das es zu keinem Zeitpunkt Mangel oder Nachschubprobleme an männlichen Prostituierten geben wird.

  9. #48
    Avatar von Jinjok

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    Re: Diskussion in TH: Prostitution legalisieren oder nicht

    Ob das Thema Prostitution als Frauen-Thema am Thema vorbei geht weiß ich nicht. Rechtlich gesehen ist eine Frau eine Frau, ob natürlichen Ursprungs oder nicht. Der Paß sagt Frau. Das sind dann die Trans5exuellen. Warum sollen sie nicht von Frauenfragen profitieren?

    Anders ist es mit den Katoeys. Die sind rein technisch und rechtlich Männer und auch nicht umoperiert. Daher nehme ich an, du meinst die Tras5exuellen. Also ich sehe da keinen Konflikt. Sie fallen doch IMO mit unter die Zielgruppe von Frauenrechtlerinnen.
    Jinjok

  10. #49
    Avatar von tira

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    Re: Diskussion in TH: Prostitution legalisieren oder nicht

    hallo jinjok,

    schätze den aufwand den du unternimmst diese infos hier ins forum zu stellen. legalisation oder nicht m.e. wird hier in thailand in intelektuellen-kreisen etwas thematisiert was die breite schicht der bevölkerung wohl betrifft, womit diese aber anscheinend kein problem hat.

    eine legalisation, würde diese auch nicht entkriminalisieren bzw. von polizeimacht unabhängig machen. was ist mit der vielzahl von illegalen, die wie du angeführt hast:´Es ist bekannt, daß ein immer größer werdender Teil der Prostituierten für den Markt der Thaimänner aus dem umliegenden Ausland kommen.´die würden ihrere arbeit auch weiterhin illegal verrichten.

    ich denke in o.a. auszug wird anerkannt, dass es sich um das älteste gewerbe der welt handelt, das sich in einer von männern bestimmten welt in der historie so entwickelt hat. ´flesh trade´ handel, da bestimmt laut den ökonomischen gegebenheiten angebot und nachfrage den preis. ob der ´preis´ nun gerechtfertigt ist oder nicht spielt in diesem zusammenhang eine untergeordnete rolle.

    und sollte eine legalisierung mal wirklich kommen, hätten die mädels dann eben eine stand-/bzw. walkinggebühr an die gesetzeshüter zu entrichen, in bar oder unbar das dann auch nicht mehr die frage.

    gruss

  11. #50
    Avatar von DisainaM

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    Re: Diskussion in TH: Prostitution legalisieren oder nicht

    Nach einer Le-gali-sierung sollte aber der Ausstiegsgedanke dominieren.
    Falsch wäre es, wenn nach einer beruflichen Anerkennung,
    arbeitslose Frauen zur Arbeitsaufnahme in einer Bar von Amtswegen gezwungen werden würden.
    In Deutschland müssen sich Arbeitslose nun ja gefallen lassen,
    auch Berufe unter ihrer Qualifikation anzunehmen.
    Lehenen sie Verschläge des Arbeitsamtes ab, kann ihnen die Unterstützung gestrichen werden.

    Jinjok schrieb :

    Anders ist es mit den Katoeys. Die sind rein technisch und rechtlich Männer und auch nicht umoperiert.
    Katoeys können operiert sein, oder auch nicht, es ist eine thailändische Wortschöpfung für das 3. Geschlecht, unabhängig des aktuellen Verwandlungsstatus.

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