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Die unsichtbare Hand ...

Erstellt von Pustebacke, 18.02.2008, 17:10 Uhr · 3 Antworten · 843 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Pustebacke

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    Die unsichtbare Hand ...

    Es war ein kluger Schachzug der Militärs, die Regierungsbildung nicht zu verhindern. Hatte dadurch doch die PPP, die anderen Koalitionsparteien und vor allen Dingen der Premierminister ein allzu trauriges Bild von Vetternwirtschaft, Belohnungsposten und historischen Lügen verbreiten können, die viele Demokraten, die gegen die Militärdiktatur aufgetreten sind, auf den Boden der korrumptiven Tatsachen zurück geholt hat.
    Aber leider gibt es derzeit in Thailand nur die Wahl zwischen Belzebub und dem Teufel. Und im Hintergrund geht der Machtkampf weiter. Bei seinem ersten Auftritt in einer Talkshow des staatlichen Fernsehens in Channel 11, beklagte sich daher der Premierminister Samak Sundaravej über eine „unsichtbare Hand“ die versuchen würde, die PPP zu vernichten.

    Die nebelhaften Andeutungen machte Samak in der zukünftig wöchentlich ausgestrahlten Fensehshow „Talk Samak Style“ was andeuten soll, dass Samak kein Blatt vor den Mund nimmt und normalerweise drauflos poltert. Was auch einen gewissen Unterhaltungswert haben kann. In der ersten Sendung nun stellte er fest, dass eine „unsichtbare Hand“ Menschen geschickt hätte, um falsche Beweise und Aussagen zu erpressen, um die Wahlkommission dazu zu bringen, die PPP aufzulösen.

    “Ich werde sie fragen: Warum tut ihr das und wer hat Euch das befohlen? Wollt Ihr die Partei vernichten? Ich werde diese Leute erwischen. Und wenn ich das jetzt nicht sagen würde, würden sie weitermachen“. Sagte er wutentbrannt. Aber im letzten Satz steckt vielleicht die Wahrheit. Durch seine Drohung werden vielleicht Zeugen beeinflusst, doch nicht gegen die PPP auszusagen.

    Aber wieder einmal ist die Wahrheit im Nebel der Behauptungen schwer zu erkennen. Nach der Show erzählte Samak Reportern, dass er aus der Provinz Nachrichten erhalten hätte, dass immer noch Druck auf die Bevölkerung ausgeübt würde, obwohl die neue Regierung schon gebildet sei. Er bezog sich dabei auf einen Fall von Wahlbetrug, in dem gegen einen PPP Kandidaten ermittelt wird.

    “Sie haben sich einer Verfehlung schuldig gemacht. Aussagen zu erpressen ist illegal.“ Sagte er. Aber er verweigerte die Auskunft darüber, ob die Menschen von den Militärs erpresst worden seien.

    Während der Sendung griff Samak auch wieder einmal die Medien an, die er beschuldigte, der Regierung nur schlechte Publicity verschafft zu haben, und damit einen geheimen Plan verfolgten. Er kritisierte zum Beispiel, dass die Medien über Gehaltserhöhungen der Regierungsoffiziellen berichtet hatten. „Wäre einer der Herren von der Presse gestorben, wenn er nicht darüber berichtet hätte?“

    Das ist natürlich ein gefundenes Fressen für oppositionelle Kreise, die derzeit reichlich Munition erhalten, um Aussagen des Premierministers in der Luft zu zerreißen. Und auch innerhalb der PPP gärt es, weil Samak immer stärker seine alte rechte Gesinnung zum Vorschein kommen lässt, die die intellektuellen und jungen Wähler, welche zugunsten einer starken Regierung als Gegenpol zu den Militärs die PPP gewählt hatten, nun ihre Wahl bereuen und bei der nächsten Wahl den Demokraten in die Arme getrieben werden.

    Inzwischen werden in immer mehr Internetforen die Aussagen Samak`s in Zusammenhang mit der Verleugnung des Massakers vom 6. Okt. 1976 Diskussionen mit dem Tenor geführt: „Stoppt nicht bei Samak, er ist nicht der einzige, der die Geschichte umschreibt.“ Eine interessante Aussage lautet: „Bleibt nicht bei Samak stehen, geht zu den wichtigen Leuten. Wer nur Samak angreift, aber nicht die wichtigeren Leute nennt, hilft nur den Zeitungen selbstgefällig zu berichten, aber sie belügen dabei sich und die Gesellschaft.“

    Also auch hier der Hinweis auf eine „Unsichtbare Hand“?

    Quelle: [s:866bc3400d]Flybike, Bangkok[/s:866bc3400d]

  2.  
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  3. #2
    Avatar von DisainaM

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    Re: Die unsichtbare Hand ...

    Samak wirkt in seinen öffentlichen Auftritten etwas angeschlagen,
    als hätte er gerade einen Anschlag überlebt, und sich dadurch von allem und jeden verfolgt fühlt.

    Da sich mit Paranoia nicht gut regieren lässt,
    kann man ihm nur Rückkehr zur Souveränität wünschen.

  4. #3
    Avatar von Dieter1

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    Re: Die unsichtbare Hand ...

    Ich sehe darin nichts anderes, als die Ankuendigung, die Pressefreiheit in den naechsten Wochen abzuschaffen.

  5. #4
    Avatar von Claude

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    Re: Die unsichtbare Hand ...

    Der Mann hat kein Unrechtsbewusstsein für den massiven Wahlbetrug, weil er damit groß geworden ist. Daher macht ihn die Strafverfolgung so wütend. Man kann nur hoffen, dass dieser gefährliche Rechtsaussen bald abgelöst wird - da ist ja Thaksin erträglicher.

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