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Der provozierende Emporkömmling

Erstellt von Thaibär, 21.05.2010, 14:51 Uhr · 38 Antworten · 3.627 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Thaibär

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    Der provozierende Emporkömmling

    Ein interessanter Artikel im Tages Anzeiger:
    Meine Frage dazu: falls der Viereckschädel tatsächlich montenegrischer Staatsbürger ist, können ihm die Thai-Behörden doch die thailändische Staatsbürgerschaft aberkennen, da ja Doppelbürgerschaft in Thailand nicht legal ist??

    Hier der Artikel:

    Der provozierende Emporkömmling

    Für viele Menschen, die in Bangkok auf der Strasse waren, ist Thaksin ein Idol – wie auf dem nachgemachten Filmplakat. «Er war der erste Politiker, der uns etwas versprochen und es auch eingelöst hat», sagt ein Anhänger der Rothemden und meint damit eine billige Krankenversicherung und Mikrokredite, die der gelernte Polizei-Oberstleutnant in den unterentwickelten Provinzen des Landes verteilte.

    Auf diese Weise erschloss sich der mit Telekommunikationsgeschäften zum Milliardär gewordene Thaksin eine traditionell vernachlässigte Wählerschicht: die arme Landbevölkerung. Kritiker sagen, er habe sich ihre Stimmen regelrecht erkauft. Viele von ihnen fühlen sich nun um ihre Mitsprache betrogen, weil die derzeitige Regierung durch Überläufer im Parlament und einen fragwürdigen Gerichtsbeschluss ins Amt gekommen ist, aber keine Wahlen gewonnen hat.

    Der heute 60-jährige Thaksin hingegen war der erste Premier Thailands, der eine zweite Amtszeit erhielt. Und das, obwohl seine demokratische Reputation nicht lupenrein war und er sich schamlos bereichert haben soll. Menschenrechtsgruppen prangerten zudem die unter ihm üblichen aussergerichtlichen Erschiessungen von Drogendealern an. Dies waren aber nicht die Gründe dafür, dass das Militär 2006 einschritt und den Premier aus dem Amt putschte. Mit seiner Popularität galt Thaksin Kritikern als ein Herausforderer des in Thailand verehrten Königs; die Eliten in Bangkok fühlten sich vom Emporkömmling und seiner populistischen Politik provoziert.

    Geld für die Demonstranten

    Thaksin lebt seither im Exil. Aber nicht in der EU, wie er gerne vorgebe, betont der deutsche Botschafter in Bangkok, Hanns Schumacher. Während der Proteste zog er aus dem Exil offenbar die Strippen, hielt zu den Anführern der Rothemden regelmässig Kontakt, rief in Video- und Telefonbotschaften die Demonstranten zum Durchhalten auf. Ein Beobachter berichtet davon, wie die Landbevölkerung zu Beginn der Demonstrationen regelrecht mit Geld in die Hauptstadt gelockt worden sei und auch dort noch bezahlt wurde – angeblich mit dem Geld Thaksins.

    Am Mittwoch, nachdem die Armee die Protestzone gestürmt hatte, sagte der Ex-Premier einer Nachrichtenagentur am Telefon, Thailand müsse aufpassen, dass die frustrierten Demonstranten sich nicht auf einen Guerillakampf verlegen würden. Für die Regierung in Bangkok muss dies wie eine Drohung geklungen haben. Noch während der Proteste habe die politische Führung um Abhisit im Hintergrund Gespräche mit Mittelsmännern Thaksins führen lassen, sagt ein in die Treffen eingeweihter Experte.

    Demnach habe der ExPremier die Forderung aufgestellt, nach Thailand zurückkommen und sich politisch wieder betätigen zu dürfen. Zudem habe er den Teil seines Vermögens zurückverlangt, den ein Gericht jüngst konfisziert habe. Darauf liess sich die Regierung nicht ein – sie fürchtet eine triumphale Rückkehr eines Mannes, der das politische Thailand gespalten hat.

    Exil auf dem Balkan

    Die kleine Balkanrepublik Montenegro hat jüngst für eine grosse Überraschung gesorgt. Nach langem Schweigen bestätigte die dortige Polizei, dass der frühere thailändische Premierminister Thaksin Shinawatra Staatsbürger von Montenegro sei. Wann und unter welchen Umständen der Milliardär den montenegrinischen Pass erhielt, wollen die Behörden nicht bekanntgeben.

    Theoretisch kann sich Thaksin nun im Schengen-Raum frei bewegen, weil die EU Ende Dezember den Visumzwang für die Montenegriner aufgehoben hat. Doch der wohl berühmteste und vermutlich reichste Justizflüchtling Asiens ist in vielen EU-Ländern unerwünscht. Deshalb pendelt er vor allem zwischen Dubai, wo seine Familie lebt, und Montenegro.

    Hoffnung auf Investitionen

    Zuletzt hielt er sich vor einem Monat in der Adria-Republik auf. Gegenüber Journalisten sagte Thaksin, seine Anhänger in Bangkok würden nur für Demokratie und Gerechtigkeit kämpfen. Die Erklärung brachte die Regierung Montenegros unerwartet in Verlegenheit. Hinter den Kulissen wurden die Montenegriner von westlichen Diplomaten aufgefordert, Thaksin jede politische Aktivität zu untersagen. Thaksin pflegte von Montenegro aus Kontakte zu seinen Sympathisanten und verschickte Videobotschaften. Aussenminister Milan Rocen erklärte, seine Regierung habe Thaksin klargemacht, dass er sich in Montenegro politisch nicht betätigen dürfe.

    In seiner alten Heimat Thailand ist Thaksin wegen Korruption und Amtsmissbrauch zu Haft verurteilt. Die Regierung Montenegros sieht darin kein Problem. Thaksin habe die Staatsbürgerschaft vor dem Urteil erhalten, heisst es. Finanzminister Igor Luksic, der als Nachfolger des langjährigen und umstrittenen Regierungschefs Milo Djukanovic gesehen wird, hofft, dass Thaksin seine Versprechen wahrmacht und an der Küste investiert. Dort will er die Insel Sveti Nikola von der Hafenstadt Budva kaufen. In der Hauptstadt Podgorica möchte Thaksin die First Financial Bank übernehmen.

    Mit offenen Armen empfangen

    Dass Thaksin in Montenegro mit offenen Armen empfangen wird, hat mit den düsteren Wirtschaftsaussichten zu tun: Russische Investoren, die in den letzten Jahren in Montenegro grosse Investitionen ankündigten, ziehen sich aus Geldmangel zurück. Nun lockt das Balkanland reiche Asiaten und Araber. In den 90er-Jahren galt Montenegro als Drehscheibe für den Zigarettenschmuggel und bot auch italienischen Mafiapaten Unterschlupf. Zusammen mit einheimischen Politikern sollen sie damals jährlich bis zu 700 Millionen Dollar durch den illegalen Tabakhandel verdient haben.

    Die Opposition beschuldigt die Regierung, sie verwandle das Land in ein Refugium für Justizflüchtlinge und Räuber aus aller Welt. Als jüngstes Beispiel dafür wird die Einbürgerung von Thaksin Shinawatra erwähnt.
    (Tagesanzeiger.ch/Newsnetz)

    Erstellt: 21.05.2010, 10:53 Uhr

  2.  
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  3. #2
    Avatar von kcwknarf

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    Re: Der provozierende Emporkömmling

    Zitat Zitat von Thaibär",p="861110
    Meine Frage dazu: falls der Viereckschädel tatsächlich montenegrischer Staatsbürger ist, können ihm die Thai-Behörden doch die thailändische Staatsbürgerschaft aberkennen, da ja Doppelbürgerschaft in Thailand nicht legal ist??
    Nein, ein Thai bleibt immer ein Thai.
    Es kann allerdings sein, dass das in Montenegro verboten ist und er deshalb zum Schein seine Thai-Staatsbürgerschaft abgeben müsste, wie es ja auch viele in Deutschland machen.
    Praktisch behält er sie aber trotzdem.

    Aber warum sollte er sie nutzen? In Thaland würden ihn ja gerne über 30% erschießen. Wäre also lebensgefährlich für ihn. Dass er zurückkommen will glauben ja nur, die an dieser komischen Thaksinphobie leiden. Ein gefährlicher Virus.

    In anderen Ländern hingegen kann er doch richtig gute Geschäfte machen und ein zweiter Bill Gates werden.

  4. #3
    Avatar von Thaibär

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    Re: Der provozierende Emporkömmling

    Mir wäre allerdings lieber er würde sich bald als Gärtner betätigen in dem er von Unten Radiesschen züchtet.....

  5. #4
    Avatar von Yogi

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    Re: Der provozierende Emporkömmling

    Zitat Zitat von Thaibär",p="861130
    Mir wäre allerdings lieber er würde sich bald als Gärtner betätigen in dem er von Unten Radiesschen züchtet.....
    Mal unter uns Baeren, wenn mann dir die Knarre in die Hand drueckt, haettest du die chuspe abzudruecken

  6. #5
    antibes
    Avatar von antibes

    Re: Der provozierende Emporkömmling

    Lauter Problembären

    Was macht ihr denn wenn das Feindbild Thaksin in der Bedeutungslosigkeit versinkt? Forenpause?

    Oder eine Hatz auf Thais die ihm nachweislich einmal die Hand gegeben haben? ;-D

  7. #6
    Avatar von Samuianer

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    Re: Der provozierende Emporkömmling

    Als montenegrinischer Staatbuerger ist er auf alle Faelle in aller feinster Gesellschaft - das war KEIN kluger Zug, aber so typisch fuer diesen Mann, der allmaehlich seine eigenen Luegen glaubt und halt falsch fuer richtig halten muss!

    Jeder normale Mensch haette damit Koordinationsschwierigkeiten!

    Mal gucken jetztgeht es nicht nur den Handlanger fuer die Rotjoeppchen Aktionen an den Kragen sondern auch seinem illustren Verein von Geldgebern... ach' haett' ich jezt fast wieder vergessen ist ja Alles nur erfunden umdie Konspiration gegen ihn aufrecht zu erhalten und ihn samt seiner Familie und Freunden fetig zu machen....


    ...wo der Mann "soooo gut war.."

  8. #7
    Avatar von Yogi

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    Re: Der provozierende Emporkömmling

    Zitat Zitat von antibes",p="861307
    Lauter Problembären

    Was macht ihr denn wenn das Feindbild Thaksin in der Bedeutungslosigkeit versinkt? Forenpause?

    Oder eine Hatz auf Thais die ihm nachweislich einmal die Hand gegeben haben? ;-D
    Das ist doch Quatsch, Antibes.
    Ich halte nur die Thaksin Hysterie fuer uebrzogen.
    Da soll er sogar schon fuer ein ,manipuliertes, Video der Queen verantwortlich sein.
    Ich denke, dass Th. wohl heute schon genuegend rechtsstaatliche Mittel hat um den Herrn bei Rueckkehr zur verantwortung zu ziehen.
    Hatte heute Morgen etwas festeren Stuhlgang, mach ich auch nicht Abhisit fuer verantortlich. ;-D

  9. #8
    Avatar von Joerg_N

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    Re: Der provozierende Emporkömmling

    Der eine ist ein Emporkömmling und die anderen ruhen sich schon seit 100 Jahren auf ihren Lobeeren aus

  10. #9
    Avatar von DisainaM

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    Re: Der provozierende Emporkömmling

    wenn sich der ehemalige Thronfolger für die Politik der Roten stark machte, und deshalb in der Folgezeit entmachtet wurde,
    geht die Dimension schon weit über einen Thaksin, und sein angebliches Geld hinaus.

    Wenn tausende Demonstranten entsetzt waren, als sie von ihren Anführern zur Aufgabe aufgefordert wurden, und lieber einen direkten Tod in der weiteren Konfrontation mit dem Militär riskieren wollten, als friedlich abzuziehen,
    wirkt das Argument, alles nur bezahlte Demonstranten, geradezu lächerlich.

    Während der ZDF Korrespondent alles einem Thaksin zuschieben will,
    sieht Hetkaemper von der ARD eher den Punkt,
    hier sind Menschen, die sich für ihre Überzeugung auch mit einem Sprengsatz hochjagen würden,
    sie wollten für den späteren Kampf schon einen Märthyrerweg beschreiten.

    Nun wird im Norden die Zeit der Polarisierung beginnen, wer nicht für Rot ist, der könnte gefährlich leben.
    Der übergelaufende Militärvertreter, der durch einen Kopfschuss exekutiert wurde, wird auf alle Fälle Kultstatus der der Protestbewegung bekommen.

  11. #10
    antibes
    Avatar von antibes

    Re: Der provozierende Emporkömmling

    Zitat Zitat von DisainaM",p="861340
    wenn sich der ehemalige Thronfolger für die Politik der Roten stark machte, und deshalb in der Folgezeit entmachtet wurde,
    geht die Dimension schon weit über einen Thaksin, und sein angebliches Geld hinaus.
    Das wollen hier anscheinend einige Member nicht kapieren. Zumal die Frau Mama der Thronfolges nicht wesentlich zur Lösung des Problems beigetragen hat.

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