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Das zerstörte Paradies, Di. 11.01.05, 20:40 ARTE

Erstellt von Rene, 09.01.2005, 14:08 Uhr · 0 Antworten · 1.261 Aufrufe

  1. #1
    Rene
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    Das zerstörte Paradies, Di. 11.01.05, 20:40 ARTE

    Jochen und Stefanie von Seckendorff waren am Vortag des Seebebens im thailändischen Kao Lak angekommen. Sie wollten sich den Traum vom paradiesischen Urlaub erfüllen. Wir hatten einen Schutzengel, sagen sie heute, wir haben überlebt. Aber all die anderen, warum hatten die keinen Schutzengel. Jochen von Seckendorff ist Banker in Deutschland. Er erzählt von der unglaublichen Hilfsbereitschaft der Thais, die selbst betroffen, dennoch den Ausländern selbstlos halfen.

    Aus Thailand kamen vor Silvester auch die Geschichten, die sich nur als Wunder begreifen lassen. Da ist der schwedische Junge Hannes, der zweieinhalb Jahre alt ist. Ein amerikanisches Ehepaar fand ihn am Strand und brachte ihn ins Hospital. Durch die Veröffentlichung seines Bildes im Internet konnte sein verletzter Vater in Phuket gefunden werden.

    Da ist die Mutter aus Australien. Sie gerät mit beiden Söhnen in die Flutwelle, hat beide Kinder an der Hand und versucht beide mit sich zu retten. Als ihr die Kräfte schwinden, muss sie sich entscheiden einen von beiden los zu lassen. Sie lässt den Älteren (7 Jahre) los, weil sie glaubt, der könne sich eher aus eigener Kraft retten. Sie kann sich und den jüngeren Sohn in Sicherheit bringen, glaubt, dass der ältere ertrunken ist. Doch drei Stunden später wird er gefunden. Er lebt.

    Die schwedische Familie Svard wird beim Baden von der Welle überrascht. Die Mutter versucht alle zu warnen, rennt direkt auf Welle zu, statt sich selbst in Sicherheit zu bringen. Alle werden von Welle erfasst, überleben und können ihr Glück bis heute kaum fassen, nachdem sie inzwischen alle wieder zurück in Schweden sind.

    Doch diese Geschichten wiegen das unermessliche Leid in Südostasien nicht auf. Noch immer werden die Zahlen der Todesopfer täglich nach oben korrigiert. Die Menschen, die sie gesehen haben, werden sie nicht los. So wie Nicole Benndorf. Mit ihrem Freund war sie bei Freunden in Sri Lanka. Nach der ersten Welle meldet sie sich bei ihrem Vater, der zu Hause mit Sorge die Nachrichten verfolgt hat. Als er hört, dass eine zweite Flutwelle auf die Küsten Südindiens und Sri Lankas zurollt, ruft er seine Tochter auf dem Handy an. Warnt sie. Sie und andere klettern auf einen Hügel. Warum sind die vielen anderen Menschen nicht gewarnt worden, fragt Nicole Benndorf. Sie organisiert in Deutschland seit Tagen Hilfe für das zerstörte Dorf in Sri Lanka, in dem sie gewesen ist. Sie weint, wenn sie an die Menschen denkt, die sich dort nach den Jahren des Bürgerkrieges gerade eine eigene bescheidene Existenz aufgebaut hatten und die nun alles verloren haben.

    Dann gibt es Helfer wie Detlef Dodenhoff, der Arzt ist. Gerade ist er aus Thailand zurückgekehrt. Er gehört zum Kriseninterventionsteam des Arbeiter Samariter Bundes in München. Mit vier Kollegen bildete er die schnelle medizinische Eingreiftruppe des deutschen Auswärtigen Amtes. Hautnah erlebt er den Wettlauf mit der Zeit, den Kampf gegen drohende Infektionskrankheiten. Dodenhoff ist wieder da. Viele internationale Helfer sind gerade in Colombo und fahren in die verwüsteten Regionen.

    In Südindien sind es die Unberührbaren, die seit Tagen in den betroffenen Regionen, die Leichen bergen und bestatten müssen. Die unterste Kaste der indischen Gesellschaft, die sonst nur Latrinen reinigen darf, muss nun in die Gebiete, in denen akute Seuchengefahr besteht, um die "Aufräumarbeit" für den Rest der Gesellschaft zu erledigen. In Indonesien läuft die internationale Hilfe sehr schleppend an. Schließlich ist Aceh aus Sicht der Regierung eine Unruheprovinz und militärisches Sperrgebiet. Die internationalen Hilfsorganisationen werden nur sehr restriktiv in die Regionen gelassen, in denen es die meisten Verwüstungen durch den Tsunami gab. Auch der Osten Sri Lankas ist sehr schwer zugänglich und für die Konvois der Helfer kaum erreichbar. Noch immer kommt an vielen Orten die erste Hilfe aus der Luft.

    Die Reportage beleuchtet die Chronik der Ereignisse verknüpft mit den Schicksalen von Überlebenden, verwaisten Kindern, Menschen, die in Indonesien, Sri Lanka und Südindien alles verloren haben und Helfern, die jetzt vor Ort versuchen das Leid zu mildern. Alle traf die Flutwelle unvorbereitet - ohne Vorwarnung.

    Das zerstörte Paradies - Katastrophen, D 2004 Dienstag, 11.01.2005
    Beginn: 20.40 Uhr Ende: 21.15 Uhr Länge: 35 Min.

  2.  
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