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Chipskartoffeln nach Thailand

Erstellt von Peter-Horst, 10.09.2003, 08:03 Uhr · 6 Antworten · 1.522 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Peter-Horst

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    Chipskartoffeln nach Thailand

    Chipskartoffeln nach Thailand

    Neue Kunden aus Fernost bei Friedrich Fangmeier
    DÜVERSBRUCH/HEEDE (ej) · Noch knabbern die Thailänder wenig Chips. 180 Gramm sind es pro Kopf und Jahr - die Deutschen verzehren fast zwei Kilo. Doch der fernöstliche Markt hat Zukunft. Und die Chipskartoffel-Experten der Firma Friedrich Fangmeier ist am Ball.

    Erst im vergangenen Jahr hat Thailand seine Grenzen für den Kartoffel-Import geöffnet. Gestern waren zwei Vertreter des thailändischen Snack-Herstellers "Berli Jucker" in Düversbruch, wo die in Heede ansässige Firma Fangmeier ein Kartoffellager mit Labor hat.

    Direktor Pattaphong und der Leiter der Agrarabteilung, Sunchai, nahmen Proben von Kartoffeln unter die Lupe und dokumentierten den Untersuchungsprozess im Labor per Videocamera.

    An Chipskartoffeln werden besondere Anforderungen gestellt: Sie dürfen fast keine Schadstellen haben, da diese in den fertigen Chips unschön sichtbar werden. Auch müssen Stärkegehalt und die Farbe nach dem Frittieren stimmen.

    Die Firma Friedrich Fangmeier hat viel Erfahrung. 180 000 Tonnen Chipskartoffeln setzt sie pro Jahr um.

    Die Erdfrüchte werden von Vertragslandwirten im Raum Düversbruch, Diepholz, Wetscher Bruch und Hameln - aber auch im Ausland angebaut.

    Düversbruch ist Hauptumschlagsplatz. Von den großen Lagerhallen aus - Kapazität: 14 000 Tonnen - werden die Kartoffeln zu deutschen und ausländischen Chips-Herstellern geliefert. Hauptabnehmer in Deutschland sind Chio und Funny-Frisch. Der Inhalt etwa jeder dritten Tüte dieser Hersteller kommt von Fangmeier.

    Dessen Vertragslandwirte bauen die Sorten "Lady Rosetta", "Saturna" und "Lady Claire" an - teils Frühkartoffeln, teils Lagerware, so dass Fangmeier das ganze Jahr über liefern kann.

    Nach Thailand werden zunächst voraussichtlich tausend Tonnen gehen. Die 40 speziellen Container werden über Bremerhaven verschifft. Etwa drei Wochen sind die Kartoffeln unterwegs. Für Thailand müssen sie gewaschen sein, da das Land beim Import Erdanhaftungen nicht zulässt. Das schaffte Probleme, denn die Eigenschaften der Kartoffeln dürfen sich während der Reise nicht verändern. Doch die Fangmeier-Experten haben sich ein neues Konservierungsverfahren einfallen lassen. Wie das funktioniert? "Betriebsgeheimnis", lächeln Bert Gausepohl und Marten Albers. Bei der ersten Teil-Lieferung nach Thailand hat es auf jeden Fall geklappt.

    [10.09.2003]

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  2.  
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  3. #2
    Avatar von Samuianer

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    Re: Chipskartoffeln nach Thailand

    Na da werden sich die Erdapfelanbauer in Thailand freuen, kriegen sie einen Konkurrenten aus Potatoland der wahrscheinlich die Ladenpreise, z.Zt. um 30 Baht, purzeln laesst...

    Aber wie heisst es so schoen:Konkurrenz belebt das Geschaeft!

    Ich habe nur so das klammheimlich eGefuehl das die Phrase nicht mehr so ganz stimmt.



    Gruss
    Samuianer

  4. #3
    Avatar von Jinjok

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    Re: Chipskartoffeln nach Thailand

    Wenn sich eine Firma in Thailand den Import von Kartoffeln aus Europa ans Bein bindet, gibt es in Thailand entweder nicht die benötigte Qualität oder Menge Kartoffeln. Preislich wird es für den Chipsmaker keinesfalls günstiger sein Man Farang vom Farang zu kaufen. Das hat also nichts mit Konkurrenz zu tun.

    Gleiches Thema ausländische Konkurrenz - neuer Aspekt: Dafür gibt es ein neues Gesetz gegen die verhaßten westlichen EinkaufsCenter auf der grünen Wiese, deren Eigentümer ja in Europa sitzen. Künftig dürfen sie nur noch in 15 km Entfernung vom Stadtkern gebaut werden. Das mag in Bangkok niemanden kratzen, aber in Ayutthaya, Lop Buri oder Chainat wird man solche Dinger in der Pampas nicht bauen können.
    Jinjok

  5. #4
    Avatar von Samuianer

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    Re: Chipskartoffeln nach Thailand

    Zitat Zitat von Jinjok
    a.)... nicht die benötigte Qualität oder Menge Kartoffeln. Preislich wird es für den Chipsmaker keinesfalls günstiger sein Man Farang vom Farang zu kaufen. Das hat also nichts mit Konkurrenz zu tun.

    b.)Das mag in Bangkok niemanden kratzen, aber in Ayutthaya, Lop Buri oder Chainat wird man solche Dinger in der Pampas nicht bauen können.
    Jinjok
    Zu a.)
    Nun ja dann sag mir mal was Radieschen aus Florida, Steakfleisch aus Argentinien, Schaf und Hammel aus Neuseeland, Erdbeeren aus Kenia etc. auf deutschen Verkaufstresen machen?

    :"Kartoffeln" ..Sicher kann der europaeisch gut subventionierte Agrarmarkt die Dinger kostenguenstiger nach Thailand transportieren als die Kartoffeln in T. produziert weren koennen.
    Was die Qualitaet anbetrifft-bin ich der Meinung das die hier erhaeltlichen Kartoffeln (Chiang Mai) SUPER Qualitaet sind, nur eben mit 30 Baht pro Kilo recht teuer sind.

    b.)
    Well, du meinst doch nicht das sich davon Gruppen wie Carrefour, Tesco oder Big C beeindrucken lassen?
    Da wird noch ´n Funpark mit zu gebaut und dann bleiben die Kunden auch nicht aus.
    Ausserdem muss ich sagen das ich erstaunt bin wieviele Produkte, Thai-Produkte, ja sogar "Doi Kham" Produkte in diesen Laeden zu finden sind.

    Von Sauberkeit, Qualitaet, VAT-Rechnungen etc. ganz zu schweigen.
    Davon das bei diesen Unternehmen jedes Kilo auch TATSAECHLICH 1000 Gramm hat ebenfalls.

    Das haette auch jeder Thai auf die Beine stellen koennen.
    Ich kaufe fast taeglich seit Jahren in allen moeglichen Geschaeften ein-auch auf den Maerkten-seit dem Tesco eroeffnet hat, hat sich mein Leben geaendert-grundlegend!

    Keinen Ratten-Maeusedreckgeruch mehr in der Nase, keine von irgendwelchen Nagern angefressene Ware, keine laengst ueber das Verfallsdatum hinaus angebotene Ware, keine angetauten Tieffrierprodukte, keine ranzige Butter, keine Kaeferchen mehr in den Mehltueten...keine glitschigen, von mit schwarzer, stinkender Bruehe gefuellten Graeben unterbrochenen Trattoirs in den finsteren und engen Markthallen...naja ich will kein Horroszenario hier zur Schau stellen-ich lebe gerne hier und habe gelernt mich auf so manches einzustellen-nur das was Tesco und all die anderen liefern das kann auch jeder "Local"...warum nicht?


    Ohne irgendjemanden an das Bein pin.... zu wollen..so ist es nun mal.



    Gruss
    Samuianer

  6. #5
    Avatar von Jinjok

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    Re: Chipskartoffeln nach Thailand

    zu a:
    entweder gibt es diese Produkte aus Deutschland nicht in dieser Qualität oder zumindestens nicht zur selben Zeit. Glaube nicht daß Erdbeeren aus Kenia oder Radies aus Florida im Juni in unseren Supermärkten ein Thema wären.

    Das gleiche Prinzip wie bei den Kartoffelchips. Wobei nicht alle Sorten von Kartoffeln sich gleichermaßen gut zu Chips verarbeiten lassen. Das war mit Qualität gemeint. Der mit den subventionierten Billigkartoffeln aus Deutschland war aber gut, das muß ich die lassen. Du denkst sicher an den preisgünstigen Transport per Schiff.

    zu b:
    Ob ich meine, daß sich die Konzerne beeindrucken lassen ist nicht maßgeblich. Die Konzerne rechnenen knallhart alles durch. Und wenn die potentiellen Kunden eben erst 15 km fahren müssen um eine Fanta, ein Kilo Reis und eine Flasche Nam Pla zu kaufen, werden sich das einige (nicht alle) dieser Potientiellen überlegen und ihr täglichen Verbrauch vor Ort kaufen und nicht am Highway. Das ist genau das was der Gesetzgeber will. Wenn es noch mehr Märkte auf der grünen Wiese gibt ist es auch nicht schlecht, aber die Omma wird auch inne Stadt noch Ihr Päckchen Nescafe kaufen können ohne mit dem Bus an die Peripherie fahren zu müssen.

    Die Thais verfügen leider (noch) nicht über muiltinationale Konzerne, die so viel Kapital haben um ladesweite Groß-Ketten aufbauen zu können, mit denen sie dann riesige Posten billig eingekaufter Waren vertreiben können. Allein das ist das Erfolgsrezept der Superstores. Mit Massenrabatt billig eingekauft und mit eigener Logistik in alle Märkte verteilt. Dazu kommt noch bei einem Großsortiment immer genügend Produkte nahe dem Einkaufswert als Lockangebote verkaufen zu können. Kleine Ketten können weder diese Riesenrabbatte bekommen, weil sie mit weniger Märkten nur kleinere Mengen abnehmen. Auch können sie bei kleinerer Produktpalette so viele Lockangebote finanzieren. Und groß angefangen hat selten einer.
    Jinjok

  7. #6
    Chak
    Avatar von Chak

    Re: Chipskartoffeln nach Thailand

    Zu Chipskartoffeln weiß ich zu wenig, als dass ich mich dazu äußern könnte ob deutsche Kartoffeln nun in Thailand konkurrenzfähig sind und deshalb forthin exportitert werden. Ich tendiere aber eher zu Jinjoks Meinung, dass die Kartoffeln exportiert werden, weil man eben für Chips bestimmte Sorten benötigt. Indiz für die Richtigkeit dieser These ist, dass ansonsten schon vorher exportiert worden wäre.

    Zu den Supercentern stimme ich aber dem Samuianer zu. Jetzt fangen auch die Thais an mit den unsinnigen Beschränkungen von Supermärkten. Unsinnig deshalb, weil wenn es nicht einem Bedarf der Kunden entspräche dort einzukaufen, dann gäbe es sie gar nicht.
    Wen will denn die Thailändische Regierung damit schützen? Kleine Läden die viel zu teuer sind.

    Die Supercenter sind übrigens nicht vollständig in ausländischer Hand:
    Big C Jahres Report 2002
    Geant International B.V. 35,99 %

    Lotus :
    Tesco hält offensichtlich 99 % an der Betreibergesellschaft, aber nur 50 % an der Grundbesitzgesellschaft.

  8. #7
    Avatar von Samuianer

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    Re: Chipskartoffeln nach Thailand

    Zitat Zitat von Jinjok
    Die Thais verfügen leider (noch) nicht über muiltinationale Konzerne, die so viel Kapital haben um ladesweite Groß-Ketten aufbauen zu können, mit denen sie dann riesige Posten billig eingekaufter Waren vertreiben können.
    Jinjok


    Erkundige dich mal wer hinter CP-Chaloern Pokpand steht....das waere nur ein Unternehmen was multinational ist und seine "billigen´ Schweine und Huehner billigst von Farmern zu Knebelpreisen herstellen laesst. Ganz nebenbei erinnere ich noch an den Ministerpraesidenten und CEO der Shinawat Corp. Dann waere da noch die Dusit-Gruppe, Boonrawd...

    Zum leidlichen Thema Export von Massen-Agrarprodukten aus hochindustrialisierten Laendern: z.B. Tomaten (u.a.) aus Italien die superhoch-subventioniert werden, haben in Ghana (nicht nur dort) Heere von Bauern brotlos gemacht. Weltweit sind es 300 Milliarden die in die Agrarwirtschaft der "hochentwickelten Industrielaender" gesteckt wird.

    Das hilft keinem wirklich, das erhoeht einerseits in den Erzeugerlaendern die Steuern und den V.K. andererseits werden immer mehr sogenannte drittwelt Laender von der Welthunger-Entwicklungshilfe abhaengig-das ist doch Hyper-Paradox...




    Samuianer

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