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Beistand für den Todeskandidaten

Erstellt von wedelich, 12.03.2007, 06:40 Uhr · 99 Antworten · 5.366 Aufrufe

  1. #41
    Monta
    Avatar von Monta

    Re: Beistand für den Todeskandidaten

    Zitat Zitat von Tramaico",p="463747
    Am Ende hat kein Land das Recht das Justizsystem eines anderen autonomen Landes in Frage zu stellen...
    Aber sicher besteht dieses Recht, immer.
    Und so manches Mal auch die Pflicht.

  2.  
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  3. #42
    Avatar von Mr_Luk

    Registriert seit
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    3.114

    Re: Beistand für den Todeskandidaten

    Zitat Zitat von Monta",p="463753
    Zitat Zitat von Tramaico",p="463747
    Am Ende hat kein Land das Recht das Justizsystem eines anderen autonomen Landes in Frage zu stellen...
    Aber sicher besteht dieses Recht, immer.
    Und so manches Mal auch die Pflicht.
    Das denke ich auch, - übrigens wird das auch getan und findet allgemeine Unterstützung (im Ursprungsland und auf internationalen Ebene). Ich sage nur Irak, Nordkorea, China... um nur einige wenige zu nennen.

  4. #43
    woody
    Avatar von woody

    Re: Beistand für den Todeskandidaten

    Zitat Zitat von Nokhu",p="463614

    Und meine Sicht der Dinge ist :

    Wird ein Täter von einer Gruppe oder Einzelperson für seine Tat bestraft, heisst es Rache.
    Wird dieser von der Gesellschaft (im Namen des Volkes) bestraft, heisst es Strafe.

    Also 2 Worte für den gleichen Vorgang. Muss man dem deutschen [s:4f17dacf77]Woody[/s:4f17dacf77]Holz-Michel auch erstmal erklären.
    Bei wem Aufklaerungsbedarf besteht ist inzwischen wohl geklaert ;-D , oder?

    Ansonsten bin ich gern noch mal bereit. Sei sicher ich werde dann Worte finden, die auch du auf Anhieb verstehst.

  5. #44
    Kali
    Avatar von Kali

    Re: Beistand für den Todeskandidaten

    Warum so kompliziert

    Wenn jemand Mist gebaut hat, kriegt er was auf Nuss - ob nun real von einem Einzelnen uder einer kleinen Gruppe, oder aber im übertragenen Sinne vom Staat

  6. #45
    Tramaico
    Avatar von Tramaico

    Re: Beistand für den Todeskandidaten

    Ah, interessante Aussagen.

    Worauf beruht denn dieses vermeindliche Recht oder gar die Pflicht?

    Auf rein eigenen Wert- und Moralvorstellunge, eigenen kulturellen Aspekten, religioesen Grundlagen und wer definiert denn nun eigentlich was Recht und Unrecht ist.

    Haben reiche und/starke Laender mehr recht als arme und schwaechere?

    Rein realistisch gesehen basiert doch letztendlich Recht haben rein auf Basis der Staerke und Ueberlegenheit. Somit tuen sich dann auch Staatenbunden oder auch Menschengruppen zusammen und definieren durch diese Staerke "Recht".

    Gehen wir einmal davon aus dass es keine hoehere ueberirdische Macht gibt sondern nur Menschen mit entsprechender Fehlbarkeit. Was ist es denn nun dann was Recht und Richtigkeit dann ganz klar und unzweifelhaft festlegt. Intelligenz, Humanitaet oder nur die eigene duenne subjektive Einstellung mit seiner Meinung grundsaetzlich richtig zu liegen?

    Herr Busch sieht sich zum Beispiel als der "Gute" aber Osama Bin Laden sicherlich auch. Westliche Rechtsprechung ist besser als Sharia sagt die eine, nein voellig falsch sagt die andere Seite.

    Ich lasse mich gerne ueberzeugen von der einen oder anderen Seite aber es muessen schon nachvollziehbare Argumente sein und keine reine Pauschalitaet.

    Okay, eine These zur Diskussion: "Die USA hatben recht weil es eine Atommacht ist". Nein nicht, wenn sie diese Macht missbrauchen. Dann haben natuerlich die anderen die Pflicht dagegen anzugehen. Wie mit Pappschildern auf der Strasse oder mit militaerischem Druck?

    Hm, wenn ich persoenlich die Wahl haette zwischen Gesetzbuch oder .357 Magnum oder Genfer Konfession oder Atombombe, dann wuerde ich mich persoenlich in beiden fuer letztes entscheiden.

    Der obere sticht den unteren, wurde mir frueher immer von meinem frueheren Arbeitgeber gesagt. Auch im Fall der Definition von Recht und Unrecht?

    Ich bin verwirrt. Wer hilft mir?

    Viele Gruesse,
    Richard

  7. #46
    Avatar von Conrad

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    8.819

    Re: Beistand für den Todeskandidaten

    Zitat Zitat von Tramaico",p="463747
    Botschaften unterstuetzen im Regelfall ihre Staatsbuerger dadurch, dass sie als Koordinationsstelle agieren und z. B. Angehoerige im Heimatland unterrichten, Rechtshilfe vermitteln (wenn der Beschuldigte diese bezahlen kann) und eben auch seelische Unterstuetzung z. B. fuer Inhaftierte geben. Sie greifen nicht in auslaendische Strafverfahren ein, da Angeklagte natuerlich dem Justizsystem des Landes unterliegen, in welchem die Straftat begangen wurde.

    Am Ende hat kein Land das Recht das Justizsystem eines anderen autonomen Landes in Frage zu stellen und ihm eigene Massstaebe aufzudruecken. Was bleibt ist letztendlich bestenfalls Fuersprache und "Bitte um Milde" basierend auf guten diplomatischen Beziehungen zwischen den Laendern.

    Wer inhaftiert ist und zum Beispiel nicht in der Lage ist eine Kaution oder einen Rechtsanwalt zu bezahlen kann nicht erwarten, dass der Steuerzahler im Heimatland dafuer aufkommt, rein auf Basis einen entsprechenden Pass zu haben.

    No, Papa Staat is not watching over us, wozu sollte er auch, denn letztendlich sind wir ja volljaehrig, geschaeftsfaehig und rechtsmuendig und somit fuer unser Tuen und Handeln selbst verantwortlich.

    Den deutschen Bundesadler zum blauroten fliegenden Retter stilisieren zu wollen ist nur ein Wunschtraum, der durch die Realitaet dann zum platzen gebracht wird, wenn das Exkrement auf den Ventilator trifft.

    Nichtdestotrotz wurde im letzten Jahr unter der Schirmherrschaft der Herren Dr. Bruemmer (deutscher Botschafter in Thailand) und Herrn Heckhausen (Praesident der deutsch-thailaendischen Handelskammer) eine Stiftung ins Leben gerufen, die die Aufgabe hat, UNVERSCHULDET in Not geratene Bundesbuerger Hilfestellung zu leisten. Somit nicht Staatshilfe sondern rein basierend auf einer privaten Initiative.

    Viele Gruesse,
    Richard
    Das wäre ja wirklich traurig, wenn das alles so ist, wie du es beschreibst ! Es wurden doch sogar schon Geiseln aus ausländischer Geiselhaft vom deutschen Staat freigekauft, hast du das nicht mitbekommen ? Und selbstverständlich kann ich als in Not geratener deutscher Bürger erwarten, daß mir in so einem Fall geholfen wird, bzw. das Geld von der Botschaft erstmal vorgestreckt wird und ich es dann wieder zurückzahlen muß. Das ist eigentlich gängige Praxis u. wird so seit Jahren praktiziert.

    Vor 2 oder 3 Jahren wurde ein Ehepaar im Jemen als Geiseln genommen und freigekauft.

    http://www.faz.net/s/RubCD175863466D...~Scontent.html

    Denn es fällt auf, daß die Bundesregierung in jüngster Zeit stillschweigend immer wieder Lösegeld in Millionenhöhe gezahlt hat, um Deutsche in fernen Ländern freizubekommen. Ein Beispiel war die spektakuläre Entführung der Familie Wallert, die islamistische Terroristen im Jahr 2000 auf die südphilippinische Insel Jolo verschleppten. Diese Zeitung brachte im Oktober 2000 in Erfahrung, daß die deutsche Regierung für die Freilassung einer Geisel, der psychisch stark angeschlagenen Renate Wallert, eine Million Dollar bezahlt hatte. Für die übrigen zwanzig Geiseln, die aus fünf anderen Ländern stammten, zahlte Libyen ebenfalls je eine Million Dollar.

    Selbstverständlich hat der deutsche Staat eine Fürsorgepflicht für seine Bürger, selbst wenn diese verschuldet in Not geraten. Denn man fragt sich doch schon, wie man auf die Idee kommen kann, ausgerechnet im Jemen Urlaub zu machen.... oder im Irak.

    Zitat Zitat von Tramaico",p="463747
    Am Ende hat kein Land das Recht das Justizsystem eines anderen autonomen Landes in Frage zu stellen und ihm eigene Massstaebe aufzudruecken. Was bleibt ist letztendlich bestenfalls Fuersprache und "Bitte um Milde" basierend auf guten diplomatischen Beziehungen zwischen den Laendern.
    Und das kann ja wohl nicht dein Ernst sein, oder ? Das hieße ja, das wir uns mit jedem Mord- und Totschlagssystem auf dieser Welt widerspruchslos abzufinden haben !

  8. #47
    Tramaico
    Avatar von Tramaico

    Re: Beistand für den Todeskandidaten

    1. Die Botschaften "strecken" nur dann vor, wenn sie tatsaechlich eine Zahlungsgarantie haben. So dass sichergestellt wird, dass eine Sache nicht zu Lasten des Steuerzahlers geht. "Mit Western Union kann man Geld innerhalb von 24 Stunden in jedem Winkel der Welt haben. Haben Sie keine Verwandten".

    2. Die Bundesrepublik hat freigekauft. Okay, aber aus welcher Quelle stammt das Geld/die Gelder? "Wir verhandeln nicht mit Terroristen", ein Spruch, den ein jeder sicherlich nicht zum ersten Mal gehoert hat. Oeffentliches Interesse geht immer ueber privates Interesse. Politik ist ein schmutziges Geschaeft und manchmal bedarf es "Bauernopfer" fuer herrere Ziele.

    3. Widerspruch. Was heisst dies konkret:
    1. "Wir verurteilen dies auf das schaerfste!!"?
    2. Wirtschaftliche Sanktionen?
    3. Militaerische Sanktionen?

    Politische Interessen, sagen wir Staatsinteressen, dominieren ueber rein humanitaere Aspekte, oder nicht? Welchen Anteil im Staatsaushalt nimmt zum Beispiel das Segment "Entwicklungshilfe" oder existiert gar ein Budget fuer "in Not geratenen Staatsbuerger."

    Hat der Staat eigentlich das Recht ueber oeffentliche Gelder frei zu verfuegen, indem er es nicht im Interesse der breiten Oeffentlichkeit investiert sondern in Einzelschicksale?

    Humanitaet und Fuersorge fuer den Buerger muss immer an erster Stelle stehen? Wo sind die Grenzen? 10.000 Euro, 100.000 Euro, 1 Million Euro, 10 Millionen Euro... oder noch nicht einmal 10 Euro aus der Staatskasse? Was ist das Wohlsein oder das Leben eines einzigen Staatsbuergers wert?

    Letztes Jahr war ich bei der Botschaft in Bangkok im Gebaeude 3, wo auch "deutsche Problemfaelle" behandelt werden. Ein deutscher, vielleicht 60 Jahre, schmutzig und auch leicht wirr wirkend war im Gespraech mit dem Botschaftsangestellten und berichtete von fuenf gebrochenen Rippen und dass er die Nacht bei der Touristenpolizei verbracht haette. Er war anscheinend voellig abgebrannt und es sollte wohl Geld aus Deutschland kommen.

    Nach einigem Wortwechsel zog der Botschaftsangestellte in seiner Verzweiflung schliesslich die Geldboerse und gab dem Mann 300 Baht mit den Worten "Das bekomme ich aber wieder". Der Empfangene anscheinend uebergluecklich nun doch finanziell ein wenig fluessig zu sein, drehte sich in seiner Freude um und rannte schurstrags gegen die Glastuer.

    Nein, der Botschaftsangestellte wusste, dass er kein Geld fuer die Sache aus der Staatskasse nehmen konnte und somit basierte dann sein humanitaerer Zug auf rein persoenlicher Grundlage.

    Happy End? Nicht ganz das, was man gerne hoeren moechte? Nur eine ganz kleine Geschichte aus der realen Welt.

    Der Staat "wacht" ueber uns? Ist dies tatsaechlich seine Aufgabe? Eine Mutter, die fuer ihre vielleicht "ungeratenen" Goeren ihr letztes Hemd hergibt? Wohl kaum.

    Sehen wir doch einmal so. Eigentlich ist der Staat doch lediglich ein bezahlter Dienstleister, fuer dessen Dienst, JEDEN Dienst, bezahlt werden muss. Steuern hier, Gebuehren da, fuer Pass, fuer Beglaubigungen, fuer dies und das wird bare Muenze faellig.

    No money - no honey!

    Andere Geschichte. Vor einiger Zeit ein Telefongespraech:

    "Guten Tag, ich bin Herr.... und sitze im thailaendischen Gefaengnis, weil ich meine Aufenthaltserlaubnis ueberzogen habe".
    "In welchem der drei Gefaengnisse denn?".
    "Das weiss ich nicht".
    "Haben Sie die Botschaft kontaktiert?".
    "Die machen nix".
    "Okay, mal sehen was ich tun kann".

    Nachfragen bei der Botschafts anfangs vergebens und dann auf einmal eine Rueckmeldung.

    "Der Fall ist uns bekannt und wird von uns betreut. Hat gegen das thailaendische Aufenthaltsgesetz verstossen und hat keinen mueden Baht in der Tasche. Die Mutter in Deutschland verweigert finanziell einzuspringen. Wir koennen nichts weiteres machen als seelsorgerisch taetig zu sein".

    Kein Geld fuer eine Kaution, kein Geld fuer einen Anwalt.

    Fazit: Die landesspezifische Rechtssprechung kommt in Anwendung. Irgendwann Verhandlung, gestellter Pflichtanwalt und vermutlich letztendlich Abschiebung, weil man den "Gast" nicht laenger durchfuettern will oder eben auch Verurteilung zu einer Geldstrafe, die falls sie nicht gezahlt werden kann, mit Gefaengnisstrafe abgegolten werden kann bzw. werden muss. Tagessatz. Vielleicht 200 Baht. Also bei 100.000 Baht Strafmass kann dies dann 500 Tage Kerker bedeuten.

    Unmenschlich und ausserhalb jegliches Verhaeltnisses. Okay, aber die Kernfrage bleibt: "Wer zahlt?" Anhang "speziell im Fall eines verurteilten Straftaeters".

    Vielleicht am Sontag ein Motto fuer die Klingelbeutelsammlung. Geben Sie fuer einen deutschen Staatsbuerger im unhumanen Knast im fernen Thailand, der dort gegen das Aufenthaltsgesetz verstossen hat und deswegen verurteilt wurde.

    Ein humaner Zug und eine gute Tat im christlichen Sinne. Zweifellos, aber vermutlich hat die Kirche andere Prioritaeten. Ein neuer Altar ist mal wieder faellig und das Kirchendach ist sowieso auch undicht.

    Letztendlich muss jeder Prioritaeten setzen. Auch der Staat.

    Humanitaet, Fuersorge fuer den Buerger, Gerechtigkeit etc. moralisch voellig einwandfrei und sogar Pflicht des Staatses dementsprechend Priorisierung einzuraeumen.

    Politik. Ein schmutziges Geschaeft. Human-Politik? Eigentlich ein Paradoxum. Willkommen in der realen Welt.

    Viele Gruesse,
    Richard

  9. #48
    Avatar von songthaeo

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    Beiträge
    1.965

    Re: Beistand für den Todeskandidaten

    Ich weiss gar nicht warum sich viele ereifern, zu argumentieren.
    Es gibt ein Rechts- und Konsularhilfegesetz der Bundesrepublik.
    Es gibt einen Abgeordneten in Deutschland und es gibt sogar ein Member,die dem Beschuldigten(verurteilten) zur Seite stehen.Und die Presse auch.Mein Gewissen ist beruhigt.

  10. #49
    Sioux
    Avatar von Sioux

    Re: Beistand für den Todeskandidaten

    Zitat Zitat von Lamai",p="463769
    Es gibt ja ein Voelkerrecht, allgemein anerkannte Menschenrechte, internationale Vertraege und die UNO.
    Kein Staat hat das Recht gegen elementare Voelkerrechte zu verstossen. Und die Behandlung in thailaendischen Gefaengnissen hat mit humanen Grundsaetzen nur sehr entfernt zu tun.

    Deshalb ist es ein schlechter Witz zu sagen, da darf man sich nicht einmischen.

    Sioux

  11. #50
    Chak3
    Avatar von Chak3

    Re: Beistand für den Todeskandidaten

    Sioux, du hast mir die Worte aus dem Munde genommen.


    Wenn man Tramaico so hört könnte man meinen, hier äußere sich ein Sprecher der thailändischen Militärregierung.

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