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Beistand für den Todeskandidaten

Erstellt von wedelich, 12.03.2007, 06:40 Uhr · 99 Antworten · 5.361 Aufrufe

  1. #21
    Avatar von Mr_Luk

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    Re: Beistand für den Todeskandidaten

    Ich bin ja auch alles andere als der "Rübe ab, oder an die Wand stellen Typ", ich stimme sogar, ohne jetzt in's Detail gehen zu wollen auch mit x-pat's ethischen Vorstellungen und Prinzipien überein. Aber irgendwie scheinen mir solche Prinzipien auf die dritte Welt bezogen, (und Thailand ist in dieser Frage mit Sicherheit noch dritte Welt), irgendwo zwischen Wunschdenken und Realitätsferne in der Luft zu hängen. Es ist nämlich nicht zu erwarten, dass sich diese Zustände in absehbarer Zukunft grossartig ändern. Und bis dahin "empfehle" ich einfach nur weiterhin, es bei dem recht einfachen Grundprinzip "nie und nimmer in's Gefängnis kommen!" zu halten...

    Die "Logik" der extremen Abschreckung durch inhumane Gefängnisse, funktioniert ja tatsächlich nur für einen Teil der Kriminalität. Ein Teil der Gefangenen dürften ja z.B. absolut Verzweifelte Genossen sein, die nichts mehr zu verlieren hatten. Ich finde die Zustände in Thailands Gefängnissen gar nicht toll, richtig oder irgendwie vertretbar. Aussserdem bekommt, bzw. hat der gemeine Justitzirrtum in Thailand auch noch eine ganz andere Dimension!

    Nebenbei bemerkt glaube ich aber dass die Argumentationen der Mitwirkenden hier ein wenig aneinander vorbei schiessen:

    Eine katastrophaler "Vollzug" kann sehr wohl auf einer gewissen Logik beruhen, - wobei Logik nicht unbedingt gleichbedeutend mit dem was man unter RICHTIGER Logik versteht, sein muss. Wenn andere meinen "es ist eben so" ist das auch nicht unbedingt gleichbedeutend mit "das ist GUT so". Wenn ich meine Horrorgeschichten aus Afrika und Brasilien zum Vergleich stelle, bedeutet das auch nur dass es tatsächlich viel Schlimmeres gibt. Es bedeutet aber nicht unbedingt, dass die Um- und Zustände in Thaiand "gar nicht so schlimm" sind. Und ein Vergleich mit anderen Drittweltländern gegenüber Thailand, muss auch erlaubt sein... @ x-pat

    Eine Aussage kann etwas suggerieren, muss es aber nicht! Ich meine, es muss doch auch möglich sein, einmal schlicht nachzufragen wie etwas gemeint war. Vorausgesetzt, das interessiert überhaupt Jemanden. Aber nicht einfach eine beliebige Annahme aus einer anderen Aussage in ein weiteres suggestives Argument rhetorisch verpacken. Man kann auch Standpunkte klar machen, OHNE unbedingt die Aussage von Jemand anderem als suggestiven Umkehrschluss zu benutzen. Das scheint aber hier wirklich eine ziemlich verbreitete Tendenz zu sein.

  2.  
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  3. #22
    Avatar von alhash

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    Re: Beistand für den Todeskandidaten

    [quote="Gilalei",p="463084"]
    Zitat Zitat von x-pat",p="463065
    [/color]

    Aber lassen wir das, Du bist ja vom Daniel gelobt worden und das ist mehr wert als jede noch so hohe Auszeichnung.
    @Walter,
    daß war kein Lob meinerseits, sondern nur meine bescheidene Meinung.

    Gruß
    AlHash

  4. #23
    Avatar von Nokhu

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    Re: Beistand für den Todeskandidaten

    Zitat Zitat von x-pat",p="463065
    Ich glaube, dass Rache im Justizsystem nichts zu suchen hat.
    :???:

    Möchte den einen oder anderen Experten bitten, mir den Unterschied zwischen Strafe und Rache zu erklären.
    Aber bitte ernsthaft, und mit einfachen Worten die ich verstehen kann.

  5. #24
    Gilalei
    Avatar von Gilalei

    Re: Beistand für den Todeskandidaten

    @daniel, können wir uns auf ein Lob einigen, das in Deine bescheidene Meinung eingebunden wurde.

    Walter

  6. #25
    Avatar von wedelich

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    Re: Beistand für den Todeskandidaten

    Nun mal eine positive Nachricht . . .

    19. März 2007, Neue Zürcher Zeitung

    Niederländischer Sträfling dank Königin begnadigt
    Abkommen mit Thailand - vau. Amsterdam, Mitte März

    Der 39-jährige Amsterdamer Machiel Kuijt ist vor kurzem in seiner Heimat eingetroffen, nachdem er wegen Drogenschmuggels fast zehn Jahre in einer Gefängniszelle in Thailand verbracht hatte. Er ist der erste Niederländer, der von einem bilateralen Abkommen profitiert. Seit Frühjahr 2005 besteht die Möglichkeit, einen Teil der verhängten Gefängnisstrafe in den Niederlanden abzusitzen. Voraussetzung dafür ist, dass der Verurteilte mindestens acht Jahre seiner Strafe in Thailand verbüsst hat. Erst nach dieser Zeit kann bei den zuständigen Behörden in Thailand ein entsprechendes Gesuch eingereicht werden.

    Dass der frühere Marktschreier Kuijt bereits wenige Stunden nach seiner Ankunft auf dem Amsterdamer Flughafen Schiphol freikam, ist auf die unterschiedlichen Strafmasse für Drogendelikte in den beiden Ländern zurückzuführen. In den Niederlanden werden bei Drogenhandel im internationalen Vergleich relativ milde Strafen ausgesprochen. Kuijt hätte für das gleiche Delikt in den Niederlanden maximal für zwölf Jahre hinter Gitter gesetzt werden können. Zudem kommen Gefangene bei guter Führung in der Regel bereits nach dem Verbüssen von zwei Dritteln der Strafe auf freien Fuss.

    Der zwischen beiden Ländern vereinbarte Vertrag geht auf verschiedene diplomatische Initiativen und im Besonderen auf den Staatsbesuch von Königin Beatrix Anfang 2004 zurück. Die Monarchin war damals von verschiedenen Angehörigen in Thailand inhaftierter Niederländer gebeten worden, beim König von Thailand ein gutes Wort einzulegen. Kuijt war im Frühjahr 1997 zusammen mit einem italienischen Freund in Thailand festgenommen worden. Er wurde der Mittäterschaft beschuldigt, nachdem die Behörde bei seiner ehemaligen thailändischen Freundin und deren Bruder 500 Gramm Heroin entdeckt hatte. Im März 2002 wurde er in erster Instanz freigesprochen, musste aber das von der Staatsanwaltschaft eingeleitete Berufungsverfahren in seiner Zelle abwarten. Im November 2003 wurde er durch ein Berufungsgericht zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt, ein Urteil, das im März 2006 durch das höchste Gericht in Thailand bestätigt wurde. Bereits während des Staatsbesuches von Königin Beatrix im Januar 2004 begnadigte König Bhumibol zwei andere verurteilte Niederländer. Im letzten Sommer zeigte er sich erneut von seiner barmherzigen Seite, als er die Strafe von zwei zum Tode verurteilten Niederländern chinesischer Herkunft in lebenslange Haft umwandelte.

    - Neue Zürcher Zeitung AG -

  7. #26
    Avatar von songthaeo

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    Re: Beistand für den Todeskandidaten

    Na dann schnell ein Schreiben an Frau Merkel.Oder bestehen solche Abkommen schon?
    Der Haeftling hat davon vielleicht mehr, als von 70 THB Sozialhilfe im Gefaengnis,die ihm pro Tag von der Botschaft zur Hafterleichterung gezahlt werden koennen.

  8. #27
    Avatar von garni1

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    Re: Beistand für den Todeskandidaten

    Solch ein Abkommen mit D besteht schon lange. Allerdings kann es auf Gordon K. nicht angewand werden. Erst wenn eine Strafe endgültig ist, also ohne Revision, beginnt die Zeit von 4 oder 8 Jahren zu laufen. Auch Begnadigungen sind während dieser Zeit nicht möglich. Ich besuche ihn Anfang Mai.
    Gruß Matthias

  9. #28
    woody
    Avatar von woody

    Re: Beistand für den Todeskandidaten

    Zitat Zitat von Nokhu",p="463136
    Zitat Zitat von x-pat",p="463065
    Ich glaube, dass Rache im Justizsystem nichts zu suchen hat.
    :???:

    Möchte den einen oder anderen Experten bitten, mir den Unterschied zwischen Strafe und Rache zu erklären.
    Aber bitte ernsthaft, und mit einfachen Worten die ich verstehen kann.
    Nokhu, fuer dich ganz einfach.

    "Aug um Aug, Zahn um Zahn" ist Rache

    "Strafe ist die Sanktion von unrechtem Verhalten und soll in der christlichen, buddhistischen oder humanistischen(menschlichen) Gesellschaft mit Suehne verbunden sein"

    P.S. Du hast wohl oft in der Schule gefehlt?

  10. #29
    Avatar von wedelich

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    56

    Re: Beistand für den Todeskandidaten

    Danke woody,
    das hast du super erklaert. Ich muss wohl in der Schule auch einiges verschlafen haben. :-)

    Gruss Klaus

  11. #30
    Avatar von Jetset

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    Re: Beistand für den Todeskandidaten

    Also ich kenne hier persoehnlich jemanden der durch, naja...sagen wir...Dummheit, 3 Jahre in Chiang Mai gesessen hat. Nach seinen aussagen hat sich weder das Auswertige Amt noch die Botschaft um ihn bemueht. Trotz merfacher schreiben seinerseits. Ein einziger besuch kurz vor seiner Freilassung...das wars wohl.
    Das wirft auch nicht grad n tolles Bild auf Deutschland.

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