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Beistand für den Todeskandidaten

Erstellt von wedelich, 12.03.2007, 06:40 Uhr · 99 Antworten · 5.366 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von wedelich

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    Beistand für den Todeskandidaten

    Großenbrode/Bangkok / sh:z - Als das Todesurteil gegen Gordon Koschwitz gefällt wurde, reagierte Peter Harry Carstensen "mit tiefer Sorge" und appellierte an die thailändischen Behörden, nach rechtsstaatlichen Grundsätzen zu verfahren. Das Urteil sei mit seinen Wertvorstellungen "absolut unvereinbar". Mehr sagte der Ministerpräsident nicht - ein Thema auf oberster politischer Bühne wurde der Fall nicht.

    Unsichtbar blieb bislang das Engagement von Jürgen Koppelin. Dass der FDP-Landeschef und bekennende Thailand-Fan sich seit anderthalb Jahren für Koschwitz einsetzt, wussten nur wenige. "Wir müssen die Todesstrafe abwenden, indem das Revisionsverfahren beschleunigt wird. Ich bin von seiner Unschuld überzeugt", sagte der 61-jährige Politiker aus Bad Bramstedt gegenüber Schleswig-Holstein am Sonntag. "Die Prozessakten sprechen eindeutig für Koschwitz, das hat mir mittlerweile auch die Deutsche Botschaft in Thailand signalisiert." Der Ostholsteiner könne den Mord nicht begangen haben.

    Mehrfach hat der Bundestagsabgeordnete Koschwitz im Gefängnis besucht, zuletzt im November. Koppelin, Hauptberichterstatter im Haushaltsausschuss für das Auswärtige Amt, beschreibt die Lage in Thailand nach dem Militärputsch als "sehr kompliziert". Es gebe derzeit keine verlässlichen Ansprechpartner. "Die, die wir heute treffen, werden morgen nicht mehr da sein."

    Der haushaltspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion will seine Initiative für den einzigen zum Tode verurteilten Schleswig-Holsteiner nicht an die große Glocke hängen, "um das Ergebnis nicht zu gefährden".

    Sigrid Koschwitz (66), die Mutter des Häftlings, reagiert erleichtert auf das Engagement. "Endlich kümmert sich ein Politiker konkret um den Fall", sagt die Physiotherapeutin aus Großenbrode in Ostholstein. "Ich würde mir wünschen, dass auch die Bundesregierung endlich öffentlich Position bezieht."

    Jeder weitere Monat, in dem die Berufung gegen das dramatische Urteil im Nebel des thailändischen Rechtssystems verschwindet, nagt an den Nerven. Die Bedingungen, unter denen ihr Sohn im Gefängnis "Bangkwang" untergebracht ist, sind erbärmlich. Mit acht Männern teilt er sich eine kleine, düstere Zelle. Duschen und Betten gibt es nicht, rund um die Uhr brennt Neonlicht, ein Loch im Boden dient als Toilette. Koschwitz trägt drei Kilogramm schwere Fesseln, die ihm um die Knöchel geschweißt wurden.

    Zudem sind die Haftbedingungen nach dem Putsch weiter verschärft worden. Anders als noch vor einem Jahr dürfen die Gefangenen keinen Sport mehr treiben. Für Koschwitz, der selbst in Ketten Fußball gespielt und sich mit Hanteltraining in Form gehalten hatte, eine große Einschränkung. Wenigstens geistig dürfe ihr Sohn sich fithalten, berichtet Sigrid Koschwitz. "Er liest sehr viel und lernt Thailändisch."

    Der Ostholsteiner bestreitet vehement, vor fast zweieinhalb Jahren den Mord begangen zu haben. Gegenüber dieser Zeitung sagte er, der Prozess gegen ihn sei eine Farce gewesen, eine abgemachte Sache: "Es gibt keine Beweise gegen mich. Ich könnte die Sache widerlegen, wi-der-leee-gen! - verstehen Sie?"

    Wie der Todeskandidat an diesem Montag seinen 36. Geburtstag verbringen wird, weiß nicht einmal seine Mutter. Sigrid Koschwitz will sich heute in Großenbrode mit Freunden treffen, eine Kerze anzünden und für Gordon beten.

    Autor: Frank Höfer

  2.  
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  3. #2
    Avatar von Tschaang-Frank

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    Re: Beistand für den Todeskandidaten

    Gordon Koschwitz

    Sorry, da ist was an mir vorbeigegangen - was ist da passiert, gibt es irgendwo mehr Infos zu der Geschichte?

  4. #3
    big_cloud
    Avatar von big_cloud

    Re: Beistand für den Todeskandidaten

    guckst Du hier

    der
    Lothar aus Lembeck

  5. #4
    Avatar von Tschaang-Frank

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    Re: Beistand für den Todeskandidaten

    Ah Ja - Danke
    Jetzt daemmert es mir wieder, war schon laenger her

  6. #5
    Gilalei
    Avatar von Gilalei

    Re: Beistand für den Todeskandidaten

    [quote="wedelich",p="461214"]

    .......................Der Ostholsteiner bestreitet vehement, vor fast zweieinhalb Jahren den Mord begangen zu haben. Gegenüber dieser Zeitung sagte er, der Prozess gegen ihn sei eine Farce gewesen, eine abgemachte Sache: "Es gibt keine Beweise gegen mich. Ich könnte die Sache widerlegen, wi-der-leee-gen! - verstehen Sie?"....................


    TextIch könnte die Sache widerlegen, wi-der-leee-gen!
    Ich masse mit nicht an, hier zu beurteilen, ob Herr Koschwitz schuldig oder nicht schuldig ist; wenn er es aber widerlegen kann; ja warum um alles in der Welt MACHT er es denn nicht?

    Walter

  7. #6
    Avatar von wedelich

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    Re: Beistand für den Todeskandidaten

    Hallo Gilalei,

    zur Sachlage im Fall Gordon Koschwitz moechte und kann ich mich nicht aeussern. Das Rechtssystem in Thailand entspricht keiner Logik und Vernuft oder ist in der Ausfuehrung wie wir es von anderen Laendern kennen.

    Ich habe in einem anderen Fall recherchiert. Da hatte eine Thai bei der Polizei einen Farang beschuldigt und eine Falschaussage gemacht, wie sich jetzt auch herausstellte. Sie war mit vier Landsleuten die als Zeugen aussagten bei der Polizei angetreten. Anklaegerin und Zeugen waren noch nie in Deutschland und konnten logischerweise diese Aussagen bzw. Beschuldigungen nicht beweisen.

    Der Farang wurde aufgrund der Ausage von der Thaifrau bei seiner Ausreise am Flughafen verhaftet und in Handschellen abgefuehrt. Er wurde einige Wochen in Untersuchungshaft gesteckt und spaeter ins Gefaengnis ueberfuehrt.

    Es war mehrere Wochen nicht moeglich die geforderte Kaution von 100.000 Baht an die entsprechende Stelle zu entrichten. Der eingeschaltete Rechtsanwalt sowie die Freunde wurden mit fadenscheinigen Gruenden immer wieder abgewiesen. Es wuerde sogar das Besuchsrecht verschaerft. Das bedeutete nur noch einmal die Woche durfte eine Betreuungsperson oder der Rechtsanwalt kommen. Manchmal wurde auch fuer den woechentlichen Besuch keine Besuchererlaubnis erteilt. Nach vielen Wochen gelang es dann mit Vitamin B, dass die 100.000 Baht Kaution bezahlt werden durften und der beschuldigte Farang das Gefaengnis verlassen konnte.

    Obwohl die entlastenden Dokumente und Beweise aus Deutschland dem Gericht nun vorliegen wurde die erste Gerichtsverhandlung letzter Woche auf unbestimmte Zeit vertagt. Der Beschuldigte kann und darf Thailand nicht verlassen obwohl die entlastenden Dokumente und Beweise dem Gericht vorliegen. Es ensteht der Eindruck, dass die Wahrheit so lange wie moeglich unter Verschluss bleibt, warum auch immer . . .

    Klaus Wedelich

  8. #7
    Avatar von Tschaang-Frank

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    Re: Beistand für den Todeskandidaten

    Ich muss ehrlich sagen, dass macht mir schon laenger ein bissel "Angst"
    Nicht das man (ich) irgendwo anecken will in TH, aber Fakt ist ( wenn auch nicht alltaeglich!!! ) das man ganz schnell von der Strasse sein kann!
    Ich habe im laufe der Jahre auch schon von Faellen gehoert wo "Thai" einfach etwas "in dem Raum" stellt ( Anzeige) und als Farang hat man kaum eine Chance dagegen anzukommen ( ausser man hat das passende Kleingeld auf dem Konto.
    Kommt sicher nicht oft vor - aber die Gefahr besteht und son paar Monate Knast da drueben sind bestimmt nicht witzig

  9. #8
    Avatar von Tschaang-Frank

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    Re: Beistand für den Todeskandidaten

    Jetzt wo ich den Beitrag geschrieben habe komm ich gerade ins gruebbeln

    Ist es nicht so das wir hier immer diese "Extremfaelle" an Land ziehen und diskuttieren ???

    Wieviel Millionen Touris hat TH jedes Jahr !?

    Wieviele 100tausende (Millionen?) Expats leben drueben !?

    Wie oft kommen den solche Faelle wie dieser hier vor - oder ueberhaupt durch nen "Anschiss" von nem Thai in den Knast zu wandern ??????

    Halunken gibt es ueberall ( auch in D ) - die Chance das einem so etwas passiert ist wohl doch recht gering!!

    Natuerlich bleibt immernoch die Tatsache, das das TH Rechtssystem nem Farang nicht unbedingt wohlgesonnen ist

  10. #9
    Gilalei
    Avatar von Gilalei

    Re: Beistand für den Todeskandidaten

    Zitat Zitat von wedelich",p="461421
    Hallo Gilalei,

    zur Sachlage im Fall Gordon Koschwitz moechte und kann ich mich nicht aeussern. Das Rechtssystem in Thailand entspricht keiner Logik und Vernuft oder ist in der Ausfuehrung wie wir es von anderen Laendern kennen.........................
    Nun Klaus, genau dieses "Äußern zur Sachlage" findet in Deinem Eingangspost sehr wohl statt auch wenn Du primär andere Personen zitierst oder sprechen lässt.

    Zu dem Rechtssystem hier in Thailand möchte ich mich nicht unbedingt äußern; nur soviel. Ich lebe nunmehr seit mehr als 4 Jahren hier und habe noch nie Problem mit der Polizei oder der Justiz gehabt; gleiches gilt für unsere zugegebenerweise nicht sehr zahlreichen Farangbekannten. Allerdings schwebt mir in meiner Erinnerung noch vor, dass dieser Herr Koschwitz so etwas ähnliches wie ein Informant der Polizei gewesen sein soll. Und dabei kann es natürlich vorkommen, dass man jemanden auf die Füsse tritt, bei dem man es tunlichst unterlassen sollte. Das ist aber nicht thailandspezifische; das passiert auch in angeblich zivilisierten Staaten wie Deutschland oder den USA (ich könnte hier das Beispiel aus München Gauweiler/Süßmeier anführen; ein Paradebeispiel dafür, wie sich ein Mann an der richtigen Stelle an einem anderen rächt). Sicherlich gilt hier ein anderes Justizsystem, in dem ,u.a., der Beschuldigte seine Unschuld beweisen muss, nur hier von einem System zu schreiben, das jeder Logik und Vernunft widerspricht halte ich für weit übertrieben. Hier ist Thailand und hier gilt die thailändische Variation von "Logik und Vernunft", die uns Farang weitestgehend verschlossen bleibt, dennoch aber nicht unbedingt schlechter sein muss als die der anderen "zivilisierten" Staaten.

    Walter

  11. #10
    Avatar von songthaeo

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    Re: Beistand für den Todeskandidaten

    na hier wird ja gut Stimmung gemacht.Es scheint gerade so, als ob es keine Gesetze in Thailand gibt .

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