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6000 Hmong heimlich deportiert

Erstellt von Jinjok, 12.07.2005, 17:50 Uhr · 29 Antworten · 1.526 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Jinjok

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    6000 Hmong heimlich deportiert

    Nach Thailand kam im letzten Jahr eine Gruppe von ca. 6000 Hilltribes vom Stamm der Hmong. Sie kamen aus der Volkrepublik Laos. Zu Zeiten des Vietnamkrieges ließen sich die Hmong von der CIA für Spitzeldienste gegen die Laoten und Vietnamesen bezahlen. Das setzt die Mitglieder dieses Stammes nun den Repressalien der Behörden aus, weswegen sie zu Tausenden nach Thailand flüchteten. Der Regierung in Vientiane ist es schon lange ein Dorn im Auge, daß sich die etnische Minderheit in Thailand vor ihrem Zugriff in Sicherheit bringen konnte.

    Da Shinawatra sich die Wirtschaftbeziehungen zum kommunistischen Regime im Norden nicht störten lassen will, hat Thailand auf Drängen von Laos die Deportation genehmigt. Seit Montag steht es in Thailand unter Strafe (Gefängnis, Geld) auf seinem Grund Hmongs aus der Volkrepublik Laos zu beherbergen. Die Flüchtlinge werden zu Fuß zur Grenze nach Norden getrieben. Aktivisten riefen das UNHCR an um die eingeleitete Deportation zu stoppen, doch Thailand hält am Status der illegalen Einwanderer für die Hmong fest und bestreitet, das es sich bei ihnen um Flüchtlinge handele. Bisher soll ein Säugling auf dem Fußmarsch durch Provinz Petchabun zur laotischen Grenze getorben sein.

    BBC World

  2.  
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  3. #2
    Avatar von Jinjok

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    Re: 6000 Hmong heimlich deportiert

    Nachdemm BBC World auf ihrer Webseite das Problem der von der Deportation bedrohten Minderheit in Thailand weltöffentlich gemacht hatte, liest man nun auch in thailändischen Medien etwas darüber. In der Nation sogar etwas Kritisches. Allerdings sehen die Details hier etwas anders aus, so hat Thailand die Deportation nicht auf Betreiben der Volksrepublik Laos befohlenen, sondern dieses entgegen deren erklärten Willen und Bereitschaft, die vermeintlichen CIA-Kollaborateuere und deren Kinder wieder ins Land zu lassen, aus eigenem Antrieb initiiert. Laos beschuldigt die Hmong auch, Terrorakte und Unruhe von Thailand aus gestartet zu haben.

    Da die Hmong faktisch staatenlos sind, kann die VR Laos ihnen die Einreise verweigern, was jetzt auch geschieht. Die Hmong leben auf der Straße nahe der Grenze in der Provinz Petchabun. Nach Angaben des Staatsministers Chidchai Vanasatidya aus Bangkok wurden die Hmong mit dem Versprechen von einer nicht näher genannten multinationalen Organisation nach Thailand gelockt, weil sie und ihre hier geborenen Kinder die thailändische Staatsbürgerschaft erhalten könnten. Dass das milde gesagt eine Fehlinformation war erkennt jeder, der um rechtlose Situation der zahlreichen etnischen Minderheiten in Thailand weiß.

    Die Behörden haben nach starker Kritik von der Nationalen Menschrechtskommission unter Leitung von Menschenrechtskommissar Khunying Ambhorn Meesuk begonnen, den Flüchtlingen einige humanitäre Unterstützung zu geben. Meesuk sagte in einem Interview, egal welchen Status diese Menschen haben, sie müssen auf jeden Fall wie Menschen behandelt werden. Die Behörden vertrieben die Flüchtlinge letzte Woche aus ihrem Auffanglager in Phetchabuns Ban Huay Nam Khao im Khao Kho Bezirk. Ein Säugling starb an Durchfall, da auf dem Fußmarsch keine ärtzliche Versorgung gegeben wurde.

    In Bangkok fand ein Syposium unter Titel "Schutz von Flüchtlingen in Thailand" statt. Auf diesem forderte der Rechtsprofessor der Chulalongkorn Universität Vitit Muntarbhorn, Thailand müsse internationales Recht beachten und Flüchtlingen wie Menschen behandeln und nicht wie Verbrecher. Insbesondere die extreme Einschränkung der Bewegungsfreiheit durch das Einsperren in Lagern, das Verweigern von Bildung und das Verbot des Geldverdienens nehme den Menschen ihre Würde, sagte Jack Dunford, Vorsitzender einer Flüchtlingsorganisation.

    http://www.nationmultimedia.com/2005..._18038925.html

  4. #3
    woody
    Avatar von woody

    Re: 6000 Hmong heimlich deportiert

    Ist euch eigentlich bekannt, dass die Hmong während des Krieges CIA-Söldner waren, die gegen Laoten und Vietnamesen kämpften.
    Ein Grossteil von ihnen wurde seit Kriegsende in die USA verbracht.
    Warum sollte also Thailand und nicht die USA für den verbliebenen Rest dieser Armee aufkommen.

  5. #4
    Monta
    Avatar von Monta

    Re: 6000 Hmong heimlich deportiert

    @ woody

    woody schreibet:
    "Warum sollte also Thailand und nicht die USA für den verbliebenen Rest dieser Armee aufkommen?"

    Erst einmal, weil es Menschen sind. Und Kinder, die sicher keine Armee sind.

    Ob diese Menschen Söldner oder Terroristen waren oder sind, kann man nur im Einzelfall festtellen. Ansonsten wäre es Sippenhaft.

    Gruß
    Monta

  6. #5
    Avatar von Mr_Luk

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    Re: 6000 Hmong heimlich deportiert

    @Monta,

    woody meinte:
    "Warum sollte also Thailand und nicht die USA für den verbliebenen Rest dieser Armee aufkommen?"
    Monta hat daraufhin geantwortet:
    Erst einmal, weil es Menschen sind. Und Kinder, die sicher keine Armee sind.
    Seltsame Argumentation, sollten die USA etwa nicht für sie aufkommen weil es Menschen mit ihren Kindern sind? Vorher war es schliesslich ihre Armee, auch wenn es jetzt keine mehr ist!

    Das Problem jetzt so zu betrachten als wäre es jetzt ein rein thailändisches, ist absolut nicht korrekt, angesichts der Vergangenheit und der Entstehungsgeschichte dieser Problematik! Die sollte man zumindest kennen, bevor man auch nur einen einzigen Satz zu dem Thema verliert!

    Zitat: Air America warf jetzt hauptsächlich Reis ab, und die Hmong wurden zu einem Volk von Flüchtlingen dessen einzige Bestimmung es war für die Amerikaner zu kämpfen und zu sterben. Wollte ein Dorf Reis haben, musste es Krieger stellen. Wenn es versuchte, sich diesem Kreislauf zu entziehen, wurde es bei den Pathet Lao denunziert oder gleich als Feind behandelt. Als dennoch nicht mehr genug Söldner rekrutiert werden konnten, begann Vang Pao unter anderen Bergstämmen zu werben. 1971 auf dem Höhepunkt der Kämpfe machten sie etwa 40% seiner Truppen aus, und viele der Überlebenden Hmong waren Kindersoldaten. Bereits 1968 hatte ein CIA-Berater einem Journalisten gegenüber eingeräumt: "Vor kurzem musterten wir 300 neue Rekruten. 30% von ihnen war 14 Jahre alt oder jünger, zehn waren sogar gerade zehn Jahre alt. Weitere 30% waren zwischen 15 und 16. Die übrigen 40% waren 45 oder älter. Wo waren die fehlenden Jahrgänge? Ich will es Ihnen sagen: Sie waren alle tot."

    Quelle

    PS: Beim Weiterlesen (das sich wirklich lohnt), bitte nicht durch die Einleitung stören lassen, der dokumentarische Teil kommt erst später im Text!

  7. #6
    Avatar von funfun

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    Re: 6000 Hmong heimlich deportiert

    Zitat Zitat von woody",p="260049
    Ist euch eigentlich bekannt, dass die Hmong während des Krieges CIA-Söldner waren, die gegen Laoten und Vietnamesen kämpften.
    Ein Grossteil von ihnen wurde seit Kriegsende in die USA verbracht.
    Warum sollte also Thailand und nicht die USA für den verbliebenen Rest dieser Armee aufkommen.
    Der Vietnamkriegist seit mehr als 30 Jahren zuende falls dir das entgangensein sollte.
    Warum muss man nach 30 Jahren Frauen und Kinder für etwas strafen was im Krieg passiert ist.
    Ist dir eigentlich bekannt woody das es sich bei den Hmong um Menschen handelt, das was du da geschrieben hast ist einfach unmenschlich und verabscheuungswürdig.

  8. #7
    woody
    Avatar von woody

    Re: 6000 Hmong heimlich deportiert

    Zitat Zitat von funfun",p="260141
    ........Ist dir eigentlich bekannt woody das es sich bei den Hmong um Menschen handelt, das was du da geschrieben hast ist einfach unmenschlich und verabscheuungswürdig.
    Mir ist bekannt, dass es Menschen sind, die Hilfe brauchen, aber mit ist im Gegensatz zu dir auch bekannt, wer ihnen die Hilfe schuldet und verweigert.

  9. #8
    Avatar von Mr_Luk

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    Re: 6000 Hmong heimlich deportiert

    @funfun,

    Original von funfun an woody gerichtet:
    Der Vietnamkriegist seit mehr als 30 Jahren zuende falls dir das entgangensein sollte.
    Erst informieren dann reden!
    Mit dem Vietnamkrieg war der Krieg der Hmong noch lange nicht zuende.

    Zitat: 1979 brach der Widerstand der Bergvölker, vor allem der Hmong gegen die Regierung der Volksrepublik Laos und gegen die im Land stationierten vietnamesischen Truppen, zusammen (vgl. Krieg Nr. 183). Dennoch führten etwa 20 verschiedene Widerstandsgruppen von unzugänglichen Gebieten innerhalb Laos oder von ihren thailändischen Rückzugsgebieten aus weiterhin einzelne Anschläge und Guerillaaktionen durch. Seit 1981 gab es Bemühungen, den Widerstand zu vereinen. Die United Lao National Liberation Front (ULNLF) schloß verschiedene Guerillabewegungen zusammen. Ihr militärisches Rückgrat stellten zum größten Teil die im Hochland lebenden Hmong. Diese Gruppierung spaltete sich aber schon Mitte 1985 in ELOL und LUF auf.

    Im Januar 1990 eskalierte der Konflikt durch massive Angriffe der laotisch-vietnamesischen Streitkräfte zum Krieg. Teile der Guerilla wurden zum Rückzug in die thailändischen Grenzregionen gezwungen, später gab es auch wieder kleine Guerillaeinheiten in Laos, die aber meist unabhängig voneinander agierten.

    Quelle hier ->

    PS:@funfun,

    Diejenigen die über die politischen Hintergründe und die Entstehungsgeschichte dieser Problematik aufmerksam und informieren wollen, als "unmenschlich und verabscheuungswürdig" darzustellen, - halte ich für eine ziemlich grobe Verwechslung!
    .

  10. #9
    Monta
    Avatar von Monta

    Re: 6000 Hmong heimlich deportiert

    @ Mr_Luk

    den betroffenen Menschen wird es kaum nützen, wenn darüber gestritten wird, wer für eine Hilfe zuständig ist, sondern daß geholfen wird.

    Da sie sich nun mal in TH aufhalten, ist erst einmal TH gefragt, e r s t e humanitäre Hilfe zu leisten und nicht das Problem einfach entsorgen.

    Politische Hintergründe und Entstehungsgeschichten sind da erst einmal sekundär und können später geklärt werden.

    Gruß
    Monta

  11. #10
    Avatar von Mr_Luk

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    Re: 6000 Hmong heimlich deportiert

    @Monta,

    Zitat Zitat von Monta",p="260254
    @ Mr_Luk

    den betroffenen Menschen wird es kaum nützen, wenn darüber gestritten wird, wer für eine Hilfe zuständig ist, sondern daß geholfen wird.
    Angefangen damit dass es den Leuten auch nichts nützt, wenn der fliegende Reporter Jinjok seinen Artikel hier ablädt, ohne wietere Hintergründe mitzuliefern und scheinbar auch nicht an einer Diskussion interessiert ist. Ihm geht es wohl nur, wie üblich, um die ´zweifelhafte Politik´ Thailands in dieser Angelegenheit, - oder habe ich da etwas überlesen?

    Zitat Zitat von Monta",p="260254
    Da sie sich nun mal in TH aufhalten, ist erst einmal TH gefragt, e r s t e humanitäre Hilfe zu leisten und nicht das Problem einfach entsorgen.
    Über Humanitäre Hilfe an dieser Stelle zu reden bzw. sie zu erwähnen, hilft den Leuten übrigens genausowenig weiter!

    Das hat auch überhaupt nichts mit e r s t e r humnitärer Hilfe zu tun, diese Problematik ist tatsächlich 30 Jahre alt! Diese Leute werden jetzt nur endgültig abgeschoben, weil: 1. die USA sie im Stich gelassen haben und 2. Weil diese Leute deshalb nicht aufgehört haben den Guerilliakrieg weiterzuführen um wenigstens eine Chance zu haben, wieder in ihre ´Heimat´ zurückkehren zu können - auch wenn dies ein Irrglaube war!

    Fakt ist: Die USA hat über die ganzen Jahrzehnte eine Vielzahl der Hmong aus den Flüchtingslagern ausgeflogen und sie in USA oder in der Karibik eingebürgert. Aber bei weitem nicht alle!!!

    Im August vergangen Jahres gab es bereits einen Zwischenfall durch einen grossen Flüchtingsstrom von Hmongs nach Thailand, die auch alle nach USA evakuiert und eingebürgert werden wollten. Clickst du hier

    Dieser Artikel, vom gleichen Nachrichtenmagazin wie der aus dem Eingangsthread, dürfte (den Interessenten) weitere Informationen und eventuell Aufklärung über die Ursachen und wahren Hintergründe dieser Problematik liefern. Dort kann man unter Anderem auch lesen dass die "fortlaufende aber schleppende" Einbürgerungsarbeit der USA sogar durch die Folgen des 11. September in´s Stocken geraten ist!

    Ausschnitt: For years they seemed to have been forgotten by successive US administrations. But finally, last year, almost the whole camp was granted leave to resettle in the US permanently.

    Mehr dazu hier

    Politische Hintergründe und Entstehungsgeschichten sind da erst einmal sekundär und können später geklärt werden.
    Witzbold, etwa nachdem alle Diskussionsteilnehmer gemeinsam humanitäre Hilfe als Freiwillige geleistet haben? Wieso also später?

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