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Wut und Trauer !!

Erstellt von Airport, 11.09.2002, 20:36 Uhr · 73 Antworten · 2.859 Aufrufe

  1. #21
    Iffi
    Avatar von Iffi

    Re: Wut und Trauer !!

    @Farang,
    passt schon, was du sagst, aber ist einfach im falschen Moment, am falschen Ort und im falschen Thread.

    Ansonsten könnte ich mit dir wahrscheinlich eine "vernünftige" Diskussion über dieses Thema führen.

    Aber, mir ist das schon früher aufgefallen, wo du eine Lanze für den Islam brechen wolltest, Zur-Hilfe-Nahme vom glorreichen Osama.

    Bist du eigentlich nur blöd????????

  2.  
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  3. #22
    Farang
    Avatar von Farang

    Re: Wut und Trauer !!

    Original erstellt von Mang-gon-Jai:
    @Farang

    Ich verstehe die Trauer der Amerikaner aber ich verstehe nicht wie man den Tod an einem anderen Platz der Erde einfach so ignorieren kann.
    Das verstehe ich auch nicht. Deine Einstellung verstehe ich allerdings noch viel weniger!
    Man kann Menschenleben nicht miteinander aufrechnen, nicht in Amerika und auch nicht in anderen Ländern.

    Ich kann nur hoffen, dass du durch ungeschickten Gebrauch von Worten etwas vermittelt hast, was du so eigentlich nicht meinst.


    Gruß

    Mang-gon Jai
    Was ich meine ist das es obwohl mir das wohl hier keiner glauben mag es auch für mich schlimm ist was am 11 September passiert ist, und trauern tue ich wohl auch wie jeder Mensch und ich finde es auch gut das an dem heutigen tag getrauert wird nur, wir müßen uns auch im klaren sein das im Nahen osten viele Menschen einen sinnlosen Tod lassen mußten und immer noch müßen welches unter anderem auch durch die Amerikaner verursacht wurde/wird, Palestina , Irak usw , dann noch die toten auf Israelischer Seite , ich finde man sollte auch um diese alle Trauern. Denn auch sie starben einen sinnenlos tod durch terroristisch Politische Machtspiele.
    Aber das scheint der Westen irgendwie zu ignorieren obwohl auch der Westen schuld daran trägt das da unten solche Sachen passieren.
    A



    Letzte Änderung: Farang am 12.09.02, 03:45

  4. #23
    Farang
    Avatar von Farang

    Re: Wut und Trauer !!

    Original erstellt von Dauwing:

    Die USA wird ohne Lösung des Palestinakonfliktes keine Gläubwürdigkeit bei den arabischen Verbündeten erhalten,
    und die Lage in Saudi Arabien sollte nicht destabilisiert werden.


    Darum kann ich abschließend nur hoffen, das sich der Wahnsinn auf allen Seiten nicht wiederholt, sondern das die Vernunft wieder zurückkehrt.
    Ich fürchte das da unten nichts mehr zu Retten ist meiner Meinung nach. Die einzigen vernünftigen ersten Schritte wären wohl das die Palestinenser ihren Staat bekommen die arabische liga Israel als staat anerkennt, aber was dann?
    Dann ist noch das Problem der Präsenz der Amerikanischen truppen das Problem, und sobald die USA die Truppen aus Israel abziehen würde (ist nur ein Beispiel) wird Rache genommen und von allen Seiten auf Israel eingedroschen.

    Wenn jetzt der Bush auch noch wahr macht den irak anzugreifen dann ganz gute Nacht.

  5. #24
    Avatar von Jinjok

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    Re: Wut und Trauer !!

    Hallo Airport
    Das Leid ist bei denen, die nicht umgekommen sind. Bei den Kindern, Frauen und Maenner der unschuldig von fanatischen Moslems getoeteten. Leiden muessen auch die vermeintlich Unbeteiligten in aller Welt. Die, die sich nun am 1. Jahrestag bange fragen muessen, wann die Wahnsinnigen das naechtse Mal zuschlagen werden und welche Unschuldigen dann die Opfer sein werden. Diese Verbrecher sitzen in irgendeinem sicheren Versteck und lachen sich eins ins Faeustchen, wie die westliche Welt vor ihren kranken Taten fuerchtet. Ich bin letztes Jahr nur wenige Stunden nach den Anschlaegen nach Thailand gefogen. Das war Ausnahmezustand.
    Jinjok

  6. #25
    Avatar von Jinjok

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    Re: Wut und Trauer !!

    @DisainaM
    In der Nation steht jeden Tag die Lebensgeschichtes einer der Thais, die im WTC umgekommen sind. An denen kann man erkennen, wie grund- und sinnlos hier unschuldige und unbeteiligte Menschen einem religioesen Fanatismus geopfert wurden.
    Jinjok

  7. #26
    Avatar von Kheldour

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    Re: Wut und Trauer !!

    Hi Leute,

    auf die Gefahr hin, dass man mich jetzt auch steinigt...

    Ich glaube zu verstehen, was Farang sagen will. Klar, daß auch er, wie wir alle, um die Opfer des WTC vom 11.9.01 trauert! Aber wir sollten dabei nicht außer Acht lassen, daß tagtäglich Menschen aller Nationalitäten ihr Leben durch Terrorakte oder Militäreinsätze verlieren, um die dann, außer einer kurzen Nachrichtenmeldung, nicht getrauert wird.

    Ich denke, daß wir einige "scheinheilige" ( ) Volksgruppen haben, die unter dem Deckmantel der religiösen, oder auch weltpolitischen Freiheit einfach andere Menschen fast schon in terrorähnlicher Weise umbringen.

    Ich mag Amerika, habe einige Freunde dort. Was ich nicht mag ist die Überheblichkeit und Arroganz in diesem Land; und die Einstellung sich in alles und jeden Konflikt auf dieser Welt einmischen zu müssen. Meistens wird dort nämlich aussenpolitisch mehr Schaden angerichtet, als geholfen...... :schuettel:

    Nichts desto trotz verurteile ich jegliche (!) Art von Terrorismus und dessen Sympatisanten.

    So, und bevor ich mich da weiter reinsteigere höre ich jetzt auf!

    CU


    Letzte Änderung: Kheldour am 12.09.02, 08:55

  8. #27
    Avatar von DisainaM

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    Re: Wut und Trauer !!

    @ Farang,

    Dann ist noch das Problem der Präsenz der Amerikanischen truppen das Problem, und sobald die USA die Truppen aus Israel abziehen würde (ist nur ein Beispiel) wird Rache genommen und von allen Seiten auf Israel eingedroschen.
    Die Entstehung des Staates Palestina ist bereits soweit angedacht worden, das man in dem Staat Palestina auf einige Jahre moslemische (türkische) UN Truppen postieren würde, wogegen in Israel christliche UN Truppen ihren Dienst machen würden, aber unter der jetzigen israelischen Regierung ist nicht damit zu rechnen, da man keine UN auf dem Hals haben will, wenn man mal wieder kurz in den Libanon einmarschieren will.
    Es liegt nicht in der Mentalität von vielen Israelis, sich das eigene Exsistenzrecht von arabischen Nachbarn auf Vertragsebene zuzusichern.

    Man will durch den amerikanischen Freund weiterhin, dank der Militärhilfe, sich die neueste Technologie verschaffen.
    Leider spielt es dabei auch eine verhängnisvolle Rolle, das einige amerikanische Waffenschmieden von erzkonservativen jüdischen Familien geführt werden, die ihre Macht und Einfluss auf die momentane US Politik ausführen.
    Solange das der Fall ist, wird die USA Israel nicht zu einer Kompromissbereitschaft bringen, und wir steuern weiter in den 'Clash of Civilisation' (Krieg der Kulturen).



    Letzte Änderung: Dauwing am 12.09.02, 10:08

  9. #28
    Avatar von Azrael

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    Re: Wut und Trauer !!

    @Farang

    Du glaubst doch wohl nicht ernsthaft dass im WTC nicht auch Moslems ums Leben gekommen sind. Insofern ist dein Statement von wegen 2 Klassen Mensch total daneben. Und so wie du es eingangs formuliert hast brauchst du dich nicht wundern wenn dir viel Wind ins Gesicht bläst. Prinzipiell hast du ja nicht unrecht, nur hätte man das auch durchaus etwas taktvoller und damit auch verständlicher formulieren können.

    Im Grunde hast du Recht, die Amis (die Nation an sich, die Regierung) ist selbst schuld, hat sie doch jahrelang ein Menschenverachtendes Regime (Taliban) mitaufgebaut und sich einen Scheissdreck um die Menschen in diesem Land geschert. Gesetz der Ausgleichung, alles was man aussendet bekommt man auf irgendeine Art zurück. Nur dafür können die Menschen nichts die um´s Leben gekommen sind. Es erwischt mal wieder unschuldige, und das ist es was eigentlich zum kotzen ist.

    Und jetzt noch abschließend zwei Fragen an dich:

    Glaubst du im Ernst es berührt die Menschen hier nicht, wenn ein Selbstmordattentäter einen Bus mit Schulkindern in die Luft sprengt?

    Glaubst du im Ernst es berührt die Menschen hier nicht, wenn ein 13jähriger Palästinenser von israelischen Soldaten erschossen wird?

    Denk mal drüber nach...

    Gruss
    Alex


  10. #29
    Avatar von DisainaM

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    Re: Wut und Trauer !!

    @ Jinjok,

    genau deshalb sollte unser Mitgefühl auch bei allen unschuldigen Opfern von Gewaltaktionen sein, egal ob es nun Deutsche in Djcherba, oder Menschen aller Nationalitäten im WTC.

    Für mich persönlich ist es auch egal, ob die Menschen Opfer von terroristischen Fanatikern, oder von Staatsterrorismus werden.
    (da gibts für mich auch kein Unterschied, ob nun die Kinder eines Terroristen mit Autobomben getötet werden, oder Kinder eines Generals / Kinder sind immer unschuldig an den Taten ihrer Eltern)

    Leider ist es eine gewisse Einseitigkeit, wo wir im Westen uns halt damit abfinden müssen, was in Palestina passiert.
    Auf der anderen Seite ist der Lebensweg eines arabischen Multimillionärs, der auf all seinen Luxus aus Gründen seines Glaubens verzichtet, und sich mit dem Ziel eines moslemischen Gottesstaates vom amerikanischen CIA zum Töten in Afgahnistan ausbilden ließ,
    eine fatale Legende, die man da erschaffen hat.


  11. #30
    roy
    Avatar von roy

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    Re: Wut und Trauer !!

    zum einigen in der Tendenz antiisraelischen und antiamerikanischen
    Äußerungen passt, was Henryk M.Broder http://henryk-broder.de/index.php geschrieben hat und was ich euch nicht vorenthalten kann (auch wenns eigentlich zu lang ist, aber wat mut det mut):
    Die Einleitung:
    Selber schuld!
    Der Artikel:
    Warum wir die Amerikaner hassen

    Selber schuld!
    Ein Volk, ein Kanzler, eine Trauer? Nicht unbedingt. Während in New York und Washington die Toten noch nicht geborgen sind und die Weisen von Kabul darüber beraten, ob sie Osama bin Laden an die USA ausliefern sollen, steht für einen Teil der deutschen Öffentlichkeit der Schuldige für den Massenmord fest: Es sind die USA, die durch ihre Arroganz, Außen- und Umweltpolitik, durch ihr Verhalten in Vietnam, Chile und im Nahen Osten das Desaster auf sich gezogen haben. "Selber schuld!" schallt es den Toten und den Überlebenden der Katastrophe entgegen, "es ist zwar schrecklich, was euch passiert ist, aber nicht unverdient." - Mag sein, dass nur eine Minderheit der Bevölkerung so denkt, aber da sie zur Zeit von der offiziellen Politik nicht vertreten wird, artikuliert sie sich umso deutlicher. Auf meinen Beitrag bei spiegel online "Warum wir die Amerikaner hassen" kamen rund 8oo Leser-Reaktionen, ein Rekord auch bei kontroversen Geschichten. Etwa die Hälfte der Leser war mit dem Beitrag einverstanden, die andere Hälfte protestierte heftig und insistierte, dass nicht der Anschlag auf das World Trade Center und das Pentagon, sondern die erwartete Reaktion der USA die wirkliche Gefahr für den Frieden bedeuten würde. Was in diesen Briefen zum Ausdruck kommt, ist ein authentisches Ressentiment, das auch von 5.ooo Toten nicht gedämpft wird. Ob man es "Antiamerikanismus" nennt oder einfach "Mangel an Mitgefühl", spielt keine Rolle. Es ist ein Vorgeschmack auf die Stimmung, die sich im Land ausbreiten wird, wenn die Bundesrepublik in den Konflikt hineingezogen wird.

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    "Warum wir die Amerikaner Hassen"
    Warum wir die Amerikaner hassen
    Bundespräsident Johannes Rau hat sich am vergangenen Wochenende zur Lage in der Welt im allgemeinen und in Deutschland im besonderen geäußert. Dabei hat er u.a. gesagt, zur Vorbeugung des Terrorismus solle mehr für die Entwicklungshilfe getan werden, und die von Terror bedrohte Zivilisation müsse mit "zivilen Mitteln" verteidigt werden.

    Rau hat es, wie immer, gut gemeint. Sein Vorschlag, Terrorismus durch Entwicklungshilfe zu bekämpfen, ist freilich nicht ganz neu. Man hat etwas ähnliches in Brandenburg versucht, mit Jugendzentren für Rechtsradikale, und damit nicht viel Erfolg gehabt. Die Zahl der Sozialarbeiter ist gestiegen, die der Recht5extremisten auch. Man sollte auch bedenken, dass einige der mutmaßlichen Terroristen aus einer Gegend kommen, in der es an allem mangelt, nur nicht an Geld, und deren größtes Problem die Verteilung des Reichtums, nicht die Verwaltung der Armut, ist. Und was Raus Forderung angeht, die bedrohte Zivilisation mit zivilen Mitteln zu verteidigen, wollen wir, bevor der Bundespräsident Osama bin Laden zu einem therapeutischen Gespräch nach Berlin einlädt, ein kleines Gedankenexperiment wagen, von dem wir hoffen, dass der liebe Gott, der letzten Dienstag wieder mal abwesend war, es in der Realität nie zulassen wird.

    Eine gekaperte Passagiermaschine, sagen wir eine Boeing 737, stürzt auf den Potsdamer Platz. Zwei Hochhäuser werden vollkommen pulverisiert, die Zahl der Toten geht in die Hunderte. Es gibt kein Bekennerschreiben, aber alle Spuren deuten auf eine tschetschenische Terrorgruppe, die sich an der Bundesrepublik für die Unterstützung der Sowjetunion rächen will. Oder auf ein kurdisches Kommando, das vergeblich den Abbruch der Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei verlangt hatte. Oder eine Aktion der IRA, die den Krieg gegen England auf das europäische Festland tragen wollte.

    Und dann stellen wir uns vor, wie lange es dauern würde, bis die ersten Stellungnahmen vorliegen, in denen gefordert wird, gegen die Urheber des Terrors mit aller Härte vorzugehen. Wie die Bundesrepublik reagieren würde, wenn ihr ausländische Politiker und Kommentatoren raten würden, auf Rache und Vergeltung zu verzichten und statt dessen nach einer "politischen Lösung" zu suchen, Verhandlungen inklusive. Wer sich noch erinnern kann, wie die Bundesrepublik 1977 auf die Entführung und Ermordung von Hanns-Martin Schleyer reagierte, wird nicht lange nach einer Antwort suchen müssen.

    Nur wenn in den USA vier Passagierflieger zur selben Zeit entführt und einige Tausend Menschen umgebracht werden, liegen die Dinge anders. Denn es trifft Amerikaner und keine Unschuldigen. Der Staub über der Katastrophenstelle hatte sich noch nicht gelegt, da waren deutsche Humanisten und Relativisten zur Stelle und redeten alle denselben Text: Man dürfe keine Rache und keine Vergeltung üben, Gewalt nicht mit Gegengewalt beantworten, um die Spirale der Gewalt nicht weiter zu drehen. Vor allem aber solle man die Terroristen nicht zu weiteren Taten provozieren, denn dann... Gnade uns Gott!

    Udo Steinbach vom Orient-Institut war im Presseclub der ARD recht zuversichtlich, dass durch mögliche weitere Terrorakte nur "amerikanische und israelische Ziele" in der Bundesrepublik bedroht wären, keine "deutschen Ziele". Im ZDF-neunzehnZehn rief er das "Ende der Solidarität mit den USA" aus, als ob es einer solchen Erklärung noch bedurft hätte. Ein Pfarrer in Berlin empfahl als Gegenmaßnahme "Durchatmen" denn "wir wissen, welche Heilkraft das Atmen haben kann." Gregor Gysi wurde live auf dem Winterfeldtmarkt interviewt und sprach sich dafür auf, "die Ursachen von Terrorismus" zu behandeln und "den Frieden attraktiv zu machen, damit die Menschen ihr Leben lieben." Die Sängerin Lisa Fitz erzählte in der NDR-Talkshow, wie schlecht ihr Sohn als Deutscher in den USA behandelt wurde - sicher ein guter Grund, nicht nur das WTC dem Erdboden gleichzumachen, sondern auch noch den Rest von Amerika. So besonnen, so zurückhaltend und so kompetent in Sachen Terrorismus-Bekämpfung hatte man noch nie so viele Deutsche auf einmal erlebt. Sie alle einte die Überzeugung, dass Hass ein schlechter Ratgeber sei. Es sei denn, das Objekt des gemeinen Gefühls sind die Amerikaner selber. Amerikaner dürfen gehasst werden. Denn sie sind Imperialisten, mischen sich überall ein, zwingen ihre Lebensweise der ganzen Welt auf. Oder sie sind Isolationisten, die sich daheim verkriechen, ihre Verantwortung als Weltmacht nicht wahrnehmen und dabei die Luft verpesten. Es gibt viele Gründe, die Amerikaner zu hassen, man kann sie sich aussuchen oder wie aus einem Lego-Kasten zusammen stellen. Der Antiamerikanismus hat den Antikommunismus und den Antisemitismus als kollektives Ressentiment ersetzt. Aber er funktioniert anders. Antisemiten und Antikommunisten waren immer auf Distanz zu den Objekten ihrer Unlust bedacht. Heute ist die Situation komplizierter. Ein großer Teil der 68er und ihrer Kinder, die alle mit Coca Cola und Nike aufgewachsen sind und Madonna und Britney Spears lieben, regt sich gleichzeitig über den "amerikanischen Kulturimperialismus" auf. Das Lieblingsspielzeug der Brandenburger Skins ist der Baseballschläger. Der Kulturkampf zwischen der deutschen Bratwurst und dem amerikanischen Hamburger wurde längst zugunsten des Burger entschieden.

    Warum also hassen so viele Deutsche die Amerikaner? Und warum gehört dieser Hass Warum längst zum guten Ton auf allen Parties, wie Salsa und Prosecco? Weil sie ihnen so viel verdanken.

    Erstens haben die Amis die Deutschen vom Nationalsozialismus befreit, zweitens haben sie den Morgenthau-Plan nicht umgesetzt, drittens haben sie den Marshall-Plan durchgeführt, viertens haben sie Care-Pakete geschickt und fünftens haben sie Berlin zur Zeit der Blockade versorgt. Zusammengenommen bedeutet das alles eine gewaltige Demütigung. Denn die Amis haben keine Kultur, sie sind Barbaren und dennoch haben sie einem Kulturvolk in der Mitte Europas wieder auf die Beine geholfen. Dass die Amis die Israelis unterstützen, mit denen die Deutschen ebenfalls noch eine historische Rechnung offen haben, macht die Sache nur noch schlimmer. Und so wie der Grüne Ströbele im Golfkrieg den Israelis ein Recht auf Notwehr absprach ("selber schuld!"), so verweigern viele Deutsche den Amis das Recht, weitere Anschläge mit militärischen Mitteln zu verhindern, und geben sich mit schwammigen Lippenbekenntnissen gegen "jeden Terror, egal vom wem und gegen wen" zufrieden.

    Ja, wir haben aus der Geschichte gelernt. Jetzt können wir nur noch hoffen, dass kein Flieger auf den Potsdamer Platz fällt. Denn wir können auch anders.

    Henryk M. Broder, Berlin, 19.9.2001

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    Hervorhebungen sind von mir, roy


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