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Wir sind alle gleich - lol

Erstellt von DisainaM, 30.12.2006, 18:20 Uhr · 55 Antworten · 5.859 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von DisainaM

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    Wir sind alle gleich - lol

    Der 13. Zivilsenat des Oberlandesgerichts (OLG) Stuttgart hat in einem Urteil vom 21.12.2006 entschieden, dass Qualität und Quantität des Besucherverkehrs von Mitmietern als Mangel im Rahmen eines gewerblichen Mietverhältnisses bewertet werden können (13 U 51/2006 – Revision zugelassen).

    Die Beklagte hat von der Klägerin Büroräume angemietet. Diese hatte dafür geworben, dass sie Büroräume mit exklusivem Ambiente in außergewöhnlicher Lage anzubieten habe. Der Mietzins lag über dem Höchstsatz des örtlichen Mietspiegels für Gewerbeobjekte. Andere Mieter sind eine Versicherungsgruppe, eine Steuerberater- und Wirtschaftsprüferkanzlei und eine Arztpraxis. Der Zugang zum Gebäude war nur mit einer Codekarte oder durch Anmeldung über die Sprechanlage möglich.

    Später hat die Agentur für Arbeit mehrere Etagen des Hauses für die Betreuung von Langzeitarbeitslosen und arbeitsfähigen Sozialhilfeempfängern („Hartz IV -Abteilung“) sowie für eine Suchtberatungsstelle und eine Schuldnerberatung angemietet. Dort verkehren täglich bis zu 500 Besucher; die Zugangskontrollanlage kann diesen Besucherverkehr nicht mehr bewältigen. Die Eingangstür steht deshalb zu den Öffnungszeiten der Agentur für Arbeit offen.

    Zum Schutz ihrer eigenen Mitarbeiter hat die Agentur für Arbeit einen Sicherheitsdienst beauftragt, der auf den Fluren innerhalb der angemieteten Stockwerke patroulliert.

    [highlight=yellow:2cb88ccaa0]Der Mieter macht eine Mietminderung von 50 % geltend, da die Anzahl und das Verhalten der „Hartz IV- Behörde“ Besucher negative Auswirkungen auf das Mietobjekt habe.[/highlight:2cb88ccaa0] Die fehlende Zugangskontrolle führe dazu, dass unangemeldete Besucher der Behörde auch vor den Büros und Praxen erschienen und sich auch in der Tiefgarage aufhalten.

    Nach Auffassung des Senats ist eine Mietminderung von 15% angemessen. Die Mietsache sei mängelbehaftet. Der Betrieb einer Zugangskontrollanlage sei vertraglich geschuldet. Die Außerbetriebnahme sei von den Mietern auch nicht akzeptiert worden. Eine vergleichbare Sicherheitslage sei auch nicht durch eine an der Drehtüre postierte Person geschaffen worden.

    Der Vermieter schulde hier die Vermietung der übrigen Flächen an solche Mitmieter, deren Besucherverkehr in quantitativer Hinsicht einem Bürobetrieb entspreche und durch eine Zugangskontrollanlage in Verbindung mit der Türsprechanlage bewältigt werden könne.

    [highlight=yellow:2cb88ccaa0]Auch in qualitativer Hinsicht müsse der Besucherverkehr zumindest den durchschnittlichen Anforderungen gerecht werden.[/highlight:2cb88ccaa0] Der 13. Zivilsenat des Oberlandesgerichts Stuttgart führt aus: „Zwar verkennt der Senat nicht, dass ein erheblicher Teil der Besucher dem Durchschnitt der Bevölkerung entspricht. Es können aber auch nicht die Augen davor verschlossen werden, dass sich unter den Besuchern des Hartz- IV-Abteilung, der Suchtberatungsstelle und der Schuldnerberatung ein überdurchschnittlicher Anteil von [highlight=yellow:2cb88ccaa0]sozial auffällig gewordenen Personen befindet[/highlight:2cb88ccaa0] .“
    Fragt sich, wie lange man sich das noch leisten kann, wenn sozial auffällige Personen nicht gekennzeichnet werden.
    Unterschreitet ein Mieter mit seinem Umgang einen qualitativen durchschnittlichen Besucherverkehr,
    sinkt der Wert der Immobilie.

  2.  
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  3. #2
    FD53
    Avatar von FD53

    Re: Wir sind alle gleich - lol

    Warum tust Du so naiv ? Das Oberlandesgericht hat nur amtlich bestätigt, was es seit über 5 Jahren sowieso gibt: Scoring. Also die soziale Bewertung von Personen. Gemeint ist dabei insbesondere deren Finanzkraft. Aber in das Scoring fließen viel mehr Faktoren ein. Dazu gehört z.B. die Wohngegend des Betreffenden. Falsche Einträge bei der Schufa sind gegen die gesammelten Angaben für das Scoring ein Lacher. Eigentlich ist das alles illegal, aber wo klein Kläger ist ... . Und beweisen kannst Du eh nichst, weil die Betreiber der Datenbanken da eh niemanden rein schauen lassen. Und das Ganze funktioniert längst international.
    Wer miese Scoring-Werte hat, der bekommt wohl künftig nicht mal mehr einen Job. Gegenwärtig werden ihm nur diverse Verträge verweigert. Wer gute Werte hat, der bekommt dagegen zusätzlich Zucker in den Allerwertesten geblasen. Und der zahlt für teure Dinge weit weniger Geld, als die Anderen.
    *
    Ein Nachbargebäude ist ein sehr neues komfortables Mietshaus. Wegen viel Leerstand hat der Verwalter dort im April 2005 einen vorbestraften Harz IV-Empfänger als Mieter aufgenommen. Schlagartig haben alle Mieter dort die Kaltmiete um satte 17% gekürtzt. Der Verwalter hat nicht einmal aufgemuckt. Nur das echte Problem ist: die Anwesenheit dieses vorbestraften Harz IV-Empfängers kann das Scoring vom ganzen Wohngebiet versauen. Also muß der hier unbedingt wieder weg ... .
    *
    Das Alles sind aber nur endlich amtlich bestätigte Bausteine der längst existenten 20:80 Gesellschaft. Wie es mal weitergeht, kann sich jeder der möchte ab dem 16.01.2007 um 20.30 Uhr auf ZDF in dem ZDF-Dreiteiler "2030-Aufstand der Alten" anschauen. Wer dazu genaueres wissen möchte, dem empfehle ich das Buch "Das Methusalem-Komplott" von Frank Schirrmacher aus dem Karl Blessing Verlag.

  4. #3
    Kali
    Avatar von Kali

    Re: Wir sind alle gleich - lol

    Meine Hausbank verweigerte mir noch vor Weihnachten einen Kleinkredit, weil ich ja ´Nittaya-Member´ wäre

    Gebt mir mal einen Rat: Soll ich nun das Forum oder die Bank wechseln

  5. #4
    FD53
    Avatar von FD53

    Re: Wir sind alle gleich - lol

    Es wird so manchen Mitbürger das Witzemachen hinsichtlich dem Scoring noch sehr gründlich vergehen.

  6. #5
    guenny
    Avatar von guenny

    Re: Wir sind alle gleich - lol

    Zitat Zitat von FD53",p="431015
    Es wird so manchen Mitbürger das Witzemachen hinsichtlich dem Scoring noch sehr gründlich vergehen.
    Dann wollen wir mal hoffen, dass die Minuspunkte für Ossi-Bewohner nicht allzuviel wiegen.

  7. #6
    FD53
    Avatar von FD53

    Re: Wir sind alle gleich - lol

    Zitat Zitat von guenny",p="431019
    Zitat Zitat von FD53",p="431015
    Es wird so manchen Mitbürger das Witzemachen hinsichtlich dem Scoring noch sehr gründlich vergehen.
    Dann wollen wir mal hoffen, dass die Minuspunkte für Ossi-Bewohner nicht allzuviel wiegen.
    Es gibt auch im Osten Wohngebiete mit einem sehr guten Scoring Wert.
    Hier mal Auszugsweise zusammengeschnitte Infos aus einigen Artikel der "Süddeutschen" (Artikel aus dem Bereich Wirtschaft)
    Im Konsumentenscoring spielen persönliche Angaben eine Rolle wie das Alter, Zahl der Umzüge, Zahl der Kinder, die Bankverbindung, aber auch Angaben über das Wohnumfeld, die so genannten Geodaten. Dazu zählen nicht nur Bebauungsformen der jeweiligen Umgebung, sondern auch die gefahrenen Automarken, die Kaufkraft oder das Zahlungsverhalten in einer bestimmten Gegend.

    Gefährlich hohes Einkommen
    Häufig wird ein Kriterium erst im Zusammenhang mit anderen Daten relevant: Es macht einen Unterschied, ob eine Einzelperson oder ein Ehepaar zwei Kinder zu versorgen hat.

    Auch können sich prinzipiell vorteilhafte Kriterien wie ein überdurchschnittliches Einkommen im Zusammenspiel mit anderen Daten als nachteilig erweisen. Beispielsweise hat sich herausgestellt, dass ab einem Gehalt von rund 100.000 Euro die Ausfallwahrscheinlichkeit steigen kann. Die Kunden übernehmen sich dann leichter, sagt Manfred Puckhaber, Analytiker bei der Unternehmensberatung Experian-Scorex.

    Die relevanten Kriterien werden anschließend gewichtet und anhand bestimmter Regeln zum Score-Wert aggregiert. Anhand dieses Scores wird ein Kunde einer bestimmten Gruppe zugeordnet. Bei Banken können das Risikoklassen für einen möglichen Zahlungsausfall sein, bei Versicherungen die Schadensquotenklassen und bei Handelsunternehmen die Produktneigungen oder auch die möglichen Verhaltensvarianten im Mahnverfahren.

    Die Art und Zahl der benötigten Daten hängt vom Scoring-Ziel ab. Im Kreditgeschäft haben sich etwa Daten zum Wohnumfeld als wenig hilfreich erwiesen. Hier zählen eher die Dauer der Bankverbindung, die Zahl der Arbeitgeberwechsel und die Angaben in der Schufa-Auskunft. Im Marketing, wo häufig weniger Daten vorhanden sind, spielen hingegen die leicht erhältlichen Geodaten eine größere Rolle.

    Da erntet an der einen Stelle noch ungläubiges Gelächter, was andernorts längst Realität ist. Beispiel: die gut sortierte Warteschleife in einem Call-Center.
    Wer glaubt, dass sich eine lange Wartezeit allein am Anrufer-Aufkommen bemisst, irrt. Sie kann auch schlicht auf eine unvorteilhafte Telefonnummer zurückzuführen sein. Denn ob ein Anrufer in der Warteschlange vorn oder hinten lande, entscheide etwa bei einigen großen Handelsgesellschaften längst der Computer, bestätigt Stefan Neumann, der bei der Firma Avaya-Tenovis für die Call-Center-Technologie zuständig ist.
    Kunden, die über die Nummer identifiziert werden könnten und die in der Unternehmensdatenbank als "gut" klassifiziert seien, kämen schneller dran. "Gut" könnten sie sein, weil sie beispielsweise dem Unternehmen entsprechend hohe Umsätze einbrächten.

  8. #7
    FD53
    Avatar von FD53

    Re: Wir sind alle gleich - lol

    Hier noch etwas dazu:
    http://www.bmelv.de/cln_045/nn_75231...df/scoring.pdf

  9. #8
    Avatar von DisainaM

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    26.853

    Re: Wir sind alle gleich - lol

    Dann wäre es nur folgerichtig,
    wenn man alle, die eine Membershipcard vom Präkariat (unserer Unterschicht ) haben,
    diese Personen für alle anderen Gesellschaftsmitglieder sichtbar gemacht werden,
    - etwa durch einen Stern.

    Wie soll man sonst erkennen, ob der Nachbar nun die falschen Freunde hat, und nun zunehmend Präkarianer das Wohnviertel unterwandern.
    Schließlich will man ja den Immobilienwert erhalten.

  10. #9
    FD53
    Avatar von FD53

    Re: Wir sind alle gleich - lol

    Die Antwort findet man schon lange in anderen Ländern: Wohnghettos für Reiche und Superreiche. Mit Wachposten davor, eigenem Sicherheitsdienst - und Masse der Bevölkerung kommt da garnicht mehr rein. Touris meistens auch nicht. In Thailand gibt es das auch längst ... . Deutschland braucht für alle Sachen halt ein bisschen länger, aber die weiteren Personalkürzungen bei der staatlichen Polizei führen in gewissen Kreisen längst zu bestimmten Diskussionen. Privat finanzierte Verträge über Streifenfahrten privater (bewaffneter) Wachfirmen in Nobelwohngebieten sind ja längst üblich ... .

  11. #10
    Monta
    Avatar von Monta

    Re: Wir sind alle gleich - lol

    @DisainaM schreibt:
    "...etwa durch einen Stern."

    Vielleicht in der Farbe gelb?

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