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Wenn Arbeit arm macht

Erstellt von Monta, 16.01.2007, 13:05 Uhr · 191 Antworten · 14.817 Aufrufe

  1. #101
    Avatar von wingman

    Registriert seit
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    Re: Wenn Arbeit arm macht

    Hallo miphoo,
    mein Vater war mehrere jahrzehnte mitglied der spd bis er sich mit ihrer gangart nicht mehr identifizieren konnte.
    die spd hat mit sozialdemokratie nichts mehr gemeinsam.
    schaue ich nach frankreich, so sehe ich starke gewerkschaften und starke arbeitnehmer die unsere volksvertreter so sie den dort an der regierung gewesen wären schon lange in die wüste gejagt hätten.

  2.  
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  3. #102
    Avatar von x-pat

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    Re: Wenn Arbeit arm macht

    @Wingman,

    Es ist ein Märchen, dass Minijobs, 1-Euro-Jobs, oder Leiharbeiter Arbeitsplätze vernichten. Bei Minijobs hat der Gesetzgeber sehr klare zeitliche und monetäre Limitierungen vorgegeben, damit genau dies nicht passiert. Bei 1-Euro-Jobs steht der Aspekt der Gemeinnützigkeit im Vordergrund. AlgII Empfänger mit 1-Euro Jobs werden typischerweise in Bereichen eingesetzt, wo ein chronischer Mangel an Arbeitskräften herrscht (Pflegebereich o.ä.). Leiharbeiter sind für die einleihende Firma recht teuer und werden nur in Situationen eingesetzt, wo starke konjunkturelle/saisonale Fluktuation herrscht. Der deutsche Arbeitsmarkt ist einer der am stärksten regulierten der Welt. Die o.g. Institutionen existieren um die Situation zu entschärfen und ein Minimum Flexibilität herzustellen.

    Nun kommen wir zu den wirklichen Arbeitsplatzkillern. Dies sind zum Beispiel Praktikantenstellen und Lehrstellen, die für den Arbeitgeber sehr billig sind, und deren Arbeitszeit oft voll in die Produktion eingeht. Hier findet tatsächlich eine Ausnutzung der Gesetzeslage seitens der Arbeitgeber statt. Der Arbeitsplatzkiller Nummer Eins sind jedoch die ausufernden Steuern und Lohnnebenkosten in der EU, die wie ein Betonklotz am Bein des wirtschaftlichen Fortschrits hängen. Dies ist -mit Verlaub- kein Deutschland-spezifisches Problem. Der Faktor Arbeit wird vom Staat überproportional belastet und dies leider schon seit langer Zeit, und zwar ganz einfach weil es einer der verlässlichsten und am einfachsten zu kontrollierenden Einnahmequellen ist. In den letzten 10 Jahren, die in DE von wirtschaftlicher Stagnation gekennzeichnet waren, ist die Schraube daher sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer angezogen worden.

    Nun zurück zum Hauptthema: "Wenn Arbeit arm macht." Die freie Marktwirtschaft bringt Dynamiken in den Arbeitsmarkt, die einzelne Spieler gelegentlich in Aufwärts- oder Abwärtsspiralen drängen. Aufgabe der sozialen Marktwirtschaft ist es diese Dynamiken zu regulieren um Exzesse zu verhindern. Eines der bewährtesten Mittel zu diesem Zweck ist der gesetzliche Mindestlohn, von dem die Mehrheit der marktwirtschaftlich orientierten Nationen heute Gebrauch macht. Ein gesetzlicher Mindestlohn ist mit minimalem bürokratischen Aufwand realisierbar. Es ist mir unverständlich warum Deutschland es bisher versäumt hat, einen gesetzlichen Mindestlohn einzuführen. Die Tatsache das manche Tarifverträge mit 6,00 Euro/Stunde um 25% unter dem gesetzlich definierten Existenzminimum liegen ist eine Absurdität und darüber hinaus ein politischer Skandal.

    Cheers, X-Pat

  4. #103
    olisch
    Avatar von olisch

    Re: Wenn Arbeit arm macht

    Zitat Zitat von x-pat",p="440350
    Eines der bewährtesten Mittel zu diesem Zweck ist der gesetzliche Mindestlohn, von dem die Mehrheit der marktwirtschaftlich orientierten Nationen heute Gebrauch macht.
    nur 'mal für mich zum Verständnis:

    würdest Du auch Mindestpreise für Brot, Fleisch, Fernseher, Telefon oder Autos fordern? (ja, ich weiß, man es kann nicht zwingend mitwinander vergleichen, dennoch sollten prinzipiell die gleichen Marktbedingungen herschen, nämlich das Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen)

    Gruß

  5. #104
    Avatar von x-pat

    Registriert seit
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    7.208

    Re: Wenn Arbeit arm macht

    würdest Du auch Mindestpreise für Brot, Fleisch, Fernseher, Telefon oder Autos fordern?

    Nein, natürlich nicht! Die Idee des Ordoliberalismus (das Modell nach dem die deutsche Wirtschaft strukturiert ist), dass die Regulation der Märkte mit minimalen Mitteln erfolgt um den statuierten Ordnungsrahmen aufrechtzuerhalten. Damit werden z.B. Monopole, Wucherzinsen, Ausbeutung, etc. verhindert.

    Cheers, X-Pat

  6. #105
    Paddy
    Avatar von Paddy

    Re: Wenn Arbeit arm macht

    [quote="olisch",p="440371"]
    Zitat Zitat von x-pat",p="440350
    würdest Du auch Mindestpreise für Brot, Fleisch, Fernseher, Telefon oder Autos fordern? (ja, ich weiß, man es kann nicht zwingend mitwinander vergleichen, dennoch sollten prinzipiell die gleichen Marktbedingungen herschen, nämlich das Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen)
    Nee, aber Höchstpreise für Grundnahrungsmittel wären nicht schlecht. Notfalls subventioniert.

  7. #106
    Sioux
    Avatar von Sioux

    Re: Wenn Arbeit arm macht

    Zitat Zitat von Paddy",p="440556
    Nee, aber Höchstpreise für Grundnahrungsmittel wären nicht schlecht. Notfalls subventioniert.
    Nahrungsmittel sind in Deutschland subventioniert. Einmal durch Subventition der Bauern aber auch, und das wird oft uebersehen, durch die 7 % Mehrwertsteuer.

    Im Uebrigen gibt kaum eine Nation prozentual vom Einkommen so wenig fuer Nahrungsmittel aus wie die Deutschen.

    Sioux

  8. #107
    Paddy
    Avatar von Paddy

    Re: Wenn Arbeit arm macht

    Zitat Zitat von Sioux",p="440563
    Nahrungsmittel sind in Deutschland subventioniert. Einmal durch Subventition der Bauern aber auch, und das wird oft uebersehen, durch die 7 % Mehrwertsteuer.
    Nur Brötchen kann sich jemand, den Arbeit arm gemacht hat,
    nicht mehr erlauben. Da kommen diese Subventionen nur noch den Besserverdienenden zu Gute.

  9. #108
    Avatar von tira

    Registriert seit
    16.08.2002
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    17.260

    Re: Wenn Arbeit arm macht

    Zitat Zitat von Paddy",p="440568
    Nur Brötchen kann sich jemand, den Arbeit arm gemacht hat,
    nicht mehr erlauben....
    jo paddy,

    wobei ihr jedoch in der hansestadt im unterschied zu ländlichen regionen
    eine gut ausgebaute/funktionierende tafel habt d.h es gibt zumeist was zu kauen

    gruss

  10. #109
    Monta
    Avatar von Monta

    Re: Wenn Arbeit arm macht

    tira,

    das könnte man jetzt aber als Zynismus falsch verstehen.
    Vielleicht war es aber auch welcher.

  11. #110
    Paddy
    Avatar von Paddy

    Re: Wenn Arbeit arm macht

    Zitat Zitat von tira",p="440574
    Zitat Zitat von Paddy",p="440568
    Nur Brötchen kann sich jemand, den Arbeit arm gemacht hat,
    nicht mehr erlauben....
    jo paddy,

    wobei ihr jedoch in der hansestadt im unterschied zu ländlichen regionen
    eine gut ausgebaute/funktionierende tafel habt d.h es gibt zumeist was zu kauen

    gruss
    Wenn's man so wäre. Wollte ich mal in Anspruch nehmen, aber die nächste Ausgabestelle war nur per HVV zu erreichen. Fahrtkosten 5,20 Euro.

    Dann kann ich auch gleich nebenan einkaufen gehen.

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