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Streubomben - die vernichtenden Folgen des Vietnamkrieges in

Erstellt von Pustebacke, 19.02.2008, 08:15 Uhr · 20 Antworten · 1.822 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Pustebacke

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    Streubomben - die vernichtenden Folgen des Vietnamkrieges in

    Laos gilt als das meist bombardierte Land der Erde. Denn während des Vietnamkrieges wurden auf das eigentlich neutrale Laos mehr Bomben abgeworfen als auf ganz Europa und Japan zusammen während des 2. Weltkriegs. Davon sind etwas 30 Prozent nicht explodiert. Hier sind vor allem die amerikanischen Streubomben zu nennen, die über 40 Millionen tödliche Bomblets (auch Bombies = Kinder der Mutterbombe genannt) zurückgelassen haben. Jede dieser apfelgroßen Minibomben ist auch nach über 30 Jahren noch immer eine große Gefahr – vor allem für Bauern auf dem Feld und spielende Kinder.

    Während unserer diesjährigen Reise in das südostasiatische Land konnten wir ein Bombenräumkomando begleiten und bei seiner gefährlichen Arbeit beobachten.

    Nur 5 bis 30 cm unter der Erdoberfläche liegen die Bombies als Blindgänger, die geortet, vorsichtig freigelegt und dann einzeln gesprengt werden müssen. Denn mit Streubomben verseuchte Flächen sind wie Minenfelder zu behandeln, da man von aussen nicht bestimmen kann welcher Sprengmechanismus in den vorgefundenen Bombies steckt. Schon das Bewegen des Sprengkörpers kann also die Explosion auslösen.

    Und die (leider traurige) Bilanz der gefährlichen Arbeit:


    Nach sieben Jahren konnten erst 1,5 Promille der Blindgänger gefunden und entschärft werden, bei diesem Tempo müsste man in Laos noch bis zu 1.000 Jahre mit der „tödlichen Ernte“ leben.

    Unexplodierte Kampfmittel (UXO genannt), verursachen nahezu täglich schlimme Unglücke mit Toten oder Verletzten. So wurde uns berichtet, dass vor wenigen Wochen durch eine Bombe sechs Personen - darunter zwei Kinder - getötet wurden, weil sie einen gefundenen Sprengkörper selbst entschärfen wollten, um ihn als Metallschrott zu verkaufen.

    Hier darf das vergessene Land, hier dürfen die Menschen in Laos nicht allein gelassen werden. Darauf wollen wir die Medien und damit die Öffentlichkeit und die Politik aufmerksam machen.

    Aktuell behandelt der deutsche Dokumentarfilmer Thomas Junker in seiner neue Reihe „Aus Asiens Sonne ins russische Eis“ auch dieses brisante Thema ( www.mdr.de/asienreise ).

    Vom 18.02. bis 23.02.2008 läuft im MDR-Fernsehen seine Dokumentarreihe. Auf dem Weg von Thailand nach China reist er von Süd nach Nord durch Laos und insbesondere im dritten Teil (am 20.02. um 19.50 Uhr, Wdh. am 21.02. um 11.20 Uhr) ist dann auch die Gegend zu sehen, wo unser Verein seit zehn Jahren besonders aktiv ist.

    Zur gleichen Zeit – vom 18.02. bis 22.02. - findet in Wellington eine internationale Staatenkonferenz zum Verbot von Streubomben statt. Fast 100 Staaten beraten darüber, wie man noch bis Ende 2008 einen völkerrechtlich bindenden Vertrag hierzu abschließen kann ( http://www.handicap-international.de...wellington_sta... ).

    Vor Ort in Laos fehlt es selbst nach 30 Jahren häufig an genügend Informationen und Aufklärungsmaterial zu den Gefahren der tödlichen Überreste dieser Flächenwaffe.

    Wir wollen uns mit einem Projekt an einer Informationskampagne - vor allem für Kinder – beteiligen und die Arbeit der Bombenräumer damit aktiv unterstützen.


    Spendenkonten - GLFS e.V.

    Raiffeisenbank Much-Ruppichteroth
    BLZ: 370 695 24, Konto-Nr. 502 251 015

    Kreissparkasse Köln
    BLZ: 370 502 99, Konto-Nr. 021 001 402

    German-Lao Friendship Society – GLFS e.V.
    (Deutsch-Laotische Freundschaftsgesellschaft)
    Schönblick 10
    53809 Ruppichteroth

    Tel.: 02295/902318
    FAX: 02295/902319

    eMail: info@german-lao-friendship.orgDiese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie es sehen können
    Web: www.german-lao-friendship.org

    Quelle: openPR



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  3. #2
    Avatar von MenM

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    Re: Streubomben - die vernichtenden Folgen des Vietnamkriege

    Nur weil es bei mir so ruberkommt als wuerde/wird Laos mit der aufraumung allein gelassen kann ich nur sage das das so nicht stimmt.
    Verschiedene laender helfen schon seit jahren bei der ausbildung von minenraumer IN Laos (worunter auch Belgien)

    Auch z.b. Handicap International is seit jahren involviert.
    http://www.handicap-international.org.uk/page_188.php

    Jede initiative ist naturlich SUPER wenns ums helfen geht, nur die weise wie geworben wird ist nicht immer eindeutig.

    So das muesste ich mal loswerden. Sorry

  4. #3
    Avatar von DisainaM

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    Re: Streubomben - die vernichtenden Folgen des Vietnamkriege

    Streubomben, oder auch Cluster Bomben genannt,
    symbolisieren die Weltanschauung der westlichen Welt,
    zur modernen Kriegsführung.

    Demnach wird zuerst mit Clusterbomben die feindlichen Flughäfen und Luftabwehr vernichtet, um so die Lufthoheit zu erlangen, danach

    werden Clusterbomben zur Vernichtung der Bodentruppen verwendet, um der eigenen Bodeninvasion den Weg zu bereiten,

    zum Schluss werden sie nur noch gezielt in Gegenden eingesetzt, wo man sogenannte island of resistance auslöschen muss.

    Bei dieser letzten Phase, der Vernichtung von Wiederstandsnestern, ist man gezwungen, die menschlichen Schutzschilde, derer sich die Feinde bedienen,
    gleich mit zu vernichten.
    Dies geschiet allein aus der Überzeugung, dass der Einsatz von Bodentruppen in diesen Fällen zu verlustreich wäre,
    weshalb man bewußt einen hohen Kollateralschaden, sprich Tötung von Unschuldigen, in Kauf nimmt.

    Von daher sind Clusterbomben ein wichtiger Bestandteil ebenfalls in der Strategie des präventiven Erstschlages.

    So mußten die USA im Irakkrieg eine Gruppe von 15 Terroristen ausschalten, die sich in einem Stammesgebiet von 1.000 Menschen versteckt hatten.
    Durch Clusterbomben wurde das gesamte Tal neutralisiert,
    15 Terroristen und 1.000 Menschen als Kollateralschaden.
    Auf diesem Weg wurde das Leben von mindestens 10 der eigenen Soldaten gespart.

    Daher sind die Lager der Befürworter und Gegner zum Thema Streubomben sehr geteilt.

    (etwas anders sieht es bei Streuminen aus, insbesondere bei den spielzeugähnlichen Kleinminen)

  5. #4
    Avatar von Dieter1

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    Re: Streubomben - die vernichtenden Folgen des Vietnamkriege

    Zitat Zitat von DisainaM",p="566203
    Demnach wird zuerst mit Clusterbomben die feindlichen Flughäfen und Luftabwehr vernichtet, um so die Lufthoheit zu erlangen....
    Das ist meines Wissens nicht richtig, Punktziele werden mit Praezisionswaffen angegriffen.

    Gegen feindliche Truppenansammlungen verwendet man Clusterbomben, wie Du geschrieben hast.

  6. #5
    Avatar von DisainaM

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    Re: Streubomben - die vernichtenden Folgen des Vietnamkriege

    meinte damit die gesamten Start und Landebahnen

  7. #6
    Avatar von MenM

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    Re: Streubomben - die vernichtenden Folgen des Vietnamkriege

    DM
    Die clusterbomben die der Pusti andeutet sind Anti-personnel, also z.b. kleine schmetterling aehnliche boembchen die nur zerstreut gegen bodentruppen eingesetzt werden oder um ganze gebieten un- oder schwer zugaenglich zu machen. gerade diese sind sehr schwer und sehr arbeits- und zeit-intensiv auf zu raumen.
    Weiter gibts in Laos vor allem Unexploded Ordnance,UXO genannt, worunter auch "normale" flugzeugbomben die nicht explodie8rt sind beim aufschlag (impact) oder durch den zeitzuender. Es gibt naemlich verschiedene typen von zuender.
    Rundum flaghafen findet man nach kriegsende viele anti-personnel minen. Auch minenfelder sind in LAOS eine grosse gefahr vorallem wegen fehlende karten von minenfelder.

    usw usf

  8. #7
    Mandybär
    Avatar von Mandybär

    Re: Streubomben - die vernichtenden Folgen des Vietnamkriege

    vor allem hat man länger was davon

    bei uns in Salzburg ist vor ca. 4 Jahren aus heiterem
    Himmel eine alte Fliegerbombe aus dem 2.Weltkrieg
    mitten unter einem Kinderspielplatz plötzlich detoniert.

    War ein Wunder, daß gerade keine Kinder dort gespielt haben.

    Grüße
    Mandybär

  9. #8
    Avatar von Samuianer

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    Re: Streubomben - die vernichtenden Folgen des Vietnamkriege

    Yep, ".... happens" hat der "alte Haudegen" immer gesagt!

    Habe in einem Bericht von National Geographic gesehen das Mensch in Laos aus der Not auch eine Tugend macht - GEFAEHRLICH! - aus alten Marinegeschossen oder auch groesseren Fliegerbomben werden Holzkohlekocher und andere Utensilien fuer den taeglchen Bedarf hergestellt.

    U.A. wurde ein Haus gezeigt das auf riesigen leeren Huelsen irgendwelcher Geschosse stand!


    @mandy: ich (kein Experte!) tippe auf Saeurezuender der durch Korrosion losgegangen ist...auch in Europa duerfte noch so einiges im Boden herumliegen.

  10. #9
    Avatar von Dieter1

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    Re: Streubomben - die vernichtenden Folgen des Vietnamkriege

    Die Situation in Kambodscha ist fast noch schlimmer, dort sind es die Landminen nach 30 Jahren Krieg und Buergerkrieg.

  11. #10
    Avatar von wingman

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    Re: Streubomben - die vernichtenden Folgen des Vietnamkriege

    in einem bericht zeigten sie in laos ein haus da war ein altes verottetes MG vor der tür. sogar noch ein gurt mit munition im schloss.
    sie sagten das es schrottsammler sind die des öfteren zu schaden kommen.
    die kinder sind aber eher immer die leid tragenden.

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