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Soziale Spaltung in Deutschland

Erstellt von Monta, 08.05.2006, 10:10 Uhr · 25 Antworten · 1.670 Aufrufe

  1. #1
    Monta
    Avatar von Monta

    Soziale Spaltung in Deutschland

    "Die Trennung zwischen Reich und Arm in der deutschen Gesellschaft verschärft sich. Doch die dauerarbeitslose Schicht der "Überflüssigen" ist orientierungslos und ohne Selbstbewusstsein....

    ...20 Prozent der Weltbevölkerung ist unterernährt; das oberste eine Prozent verfügt über ebenso viel Einkommen wie die unteren 57 Prozent. Der Besitz der drei reichsten Menschen übertrifft das Bruttosozialprodukt der 48 ärmsten Länder. Der frühere CDU-Generalsekretär Heiner Geißler nannte diesen Zustand unlängst einen Exzess. Und der Exzess wird weitergehen. Seriöse Prognosen gehen davon aus, dass zur Mitte des 21. Jahrhunderts die Hälfte der großstädtischen Bevölkerung dieser Welt in Slums leben dürfte.

    Auch das durchaus noch reiche Deutschland ist in diesem Prozess keine Oase einer sozial befriedete Gesellschaft geblieben. Etliche hunderttausend Bundesbürger drängen Tag für Tag in die Suppenküchen der Wohlfahrtsverbände. Über ein Zehntel der Deutschen lebt in ständiger Armut. Die oberen zwei Prozent der bundesrepublikanischen Haushalte verfügen über 30 Prozent des Gesamtvermögens; die unteren 50 Prozent müssen sich mit knapp fünf Prozent begnügen. Und die ökonomischen Eliten haben sich mehr und mehr von ihrer gesellschaftlichen Verantwortung verabschiedet. Zum Ende der Adenauergesellschaft betrug der Anteil der Gewinnsteuern am steuerlichen Gesamtaufkommen noch mehr als ein Drittel; derzeit sind es kaum mehr 15 Prozent..."

    Ganzer Artikel in "Spiegl Online":
    http://www.spiegel.de/politik/debatt...414888,00.html

    Gruß
    Monta

  2.  
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  3. #2
    Sioux
    Avatar von Sioux

    Re: Soziale Spaltung in Deutschland

    Heiner Geissler ist einer der ganz wenigen, die das in D offen anprangern. Ein Mann, den ich sehr schaetze.

    Die Meinung in dem Artikel teile ich zu 100 %. Daher kommen die Probleme in D. Andere Ursachen sind dagegen absolut nachrangig.

    Entsolidarisierung, Verweigerung von Verantwortung gegenueber den Schwachen der Gesellschaft, das ist das Problem.

    Sioux

  4. #3
    Paddy
    Avatar von Paddy

    Re: Soziale Spaltung in Deutschland

    Dazu passt auch:

    Sonntag, 7. Mai 2006
    Ernüchternde Studie
    Sinkender Wohlstand

    Trotz verbesserter Wirtschaftsaussichten fällt Deutschland nach einer Untersuchung im weltweiten Wohlstandsvergleich weiter zurück. Einer im Auftrag der Tageszeitung "Die Welt" erstellten Studie der Deutsche Bank Research zufolge könnte Spanien bereits im Jahr 2008 beim Pro-Kopf-Einkommen an Deutschland vorbeiziehen; Italien könnte 2014 folgen.

    Im Jahr 2020 wären nur noch Griechenland und Portugal bei der Wertschöpfung pro Kopf schwächer, schreibt die Zeitung in ihrer Montagausgabe. Derzeit liegt die Bundesrepublik beim Pro-Kopf-Einkommen innerhalb der 15 alten EU-Länder noch auf dem elften Rang.

    Den relativen Abstieg Deutschlands führen die Experten zum einen auf Sondereffekte wie die Wiedervereinigung zurück. "Vor allem aber hat es Deutschland über lange Jahre versäumt, sich Gedanken über die eigene Zukunft zu machen und eine konsequente Wachstumsstrategie zu verfolgen. Andere Staaten sind da viel weiter", sagte Stefan Bergheim, Ökonom bei Deutsche Bank Research und einer der Autoren der langfristigen Wachstumsstudie.

    Zudem verschlechtere eine verfehlte Bildungspolitik die langfristigen Wachstumsaussichten erheblich. "Der wichtigste Antriebsmotor für das Pro-Kopf-Einkommen sind nicht etwa Investitionen oder die demographische Entwicklung, sondern das Humankapital eines Landes", sagte Bergheim weiter.

    http://www.n-tv.de/664992.html

    Heiner Geissler, vom Saulus zum Paulus geworden, macht heute das öffentliche Feigenblatt der CDU. Früher war Norbert Blüm dafür zuständig.

    Ändern wird das humanistische Gesülze aber nichts, denn es hat mit den CDU-Absichten in der Realität nicht das Geringste zu tun; damals wie heute.

  5. #4
    Avatar von Lille

    Registriert seit
    22.04.2004
    Beiträge
    3.481

    Re: Soziale Spaltung in Deutschland

    da hilft auch kein schoenreden von wegen aermel hochkrempeln, das nutzt nichts wenn man dabei auf der stelle tritt bzw. immer mehr abgaben und steuern aufgeladen bekommt. das hat mit schwarzsehen nichts zu tun das ist realitaet ausser natuerlich fuer die oberen prozente so ab der zahl 60.

    mfg lille

  6. #5
    Sioux
    Avatar von Sioux

    Re: Soziale Spaltung in Deutschland

    Zitat Zitat von Paddy",p="343408
    Heiner Geissler, vom Saulus zum Paulus geworden, macht heute das öffentliche Feigenblatt der CDU. Früher war Norbert Blüm dafür zuständig.
    Die CDU hat mit Geissler heute nur sehr wenig am Hut, und umgekehrt.

    Ausserdem ist das kein Gesuelze. Sondern anprangern der realen Verhaeltnisse.

    Bluem und Geissler waren im uebrigen schon immer in der falschen Partei.

    Sioux

  7. #6
    Paddy
    Avatar von Paddy

    Re: Soziale Spaltung in Deutschland

    Zitat Zitat von Sioux",p="343411
    Zitat Zitat von Paddy",p="343408
    Heiner Geissler, vom Saulus zum Paulus geworden, macht heute das öffentliche Feigenblatt der CDU. Früher war Norbert Blüm dafür zuständig.
    Die CDU hat mit Geissler heute nur sehr wenig am Hut, und umgekehrt.

    Ausserdem ist das kein Gesuelze. Sondern anprangern der realen Verhaeltnisse.

    Bluem und Geissler waren im uebrigen schon immer in der falschen Partei.

    Sioux
    In Ämtern die Leute belügen und wenn's unverbindlich wird, den Sozialen raushängen lassen?

    Nein, beide dienen der CDU als Bauernfänger, um überzeugte Christen bei der Stange zu halten. That's all. - Reine Feigenblattfunktion.

    Oder waren beide früher dumm und sind erst nach Pensionierung weise geworden? - Kann mir niemand erzählen.

  8. #7
    guenny
    Avatar von guenny

    Re: Soziale Spaltung in Deutschland

    Früher hielt ich Geißler und den Herz-Jesu-Marxisten für falsche Heuchler, die die Alibifunktion für die CDU in Sachen soziales Gewissen und Sprachrohr der Ärmeren Schichten darstellten, genauso wie Töpfer als den Alibigrünen der Schwarzen. Während sich bei der verhuschten Dauerwelle aus dem Osten bisher meine schlimmsten Befürchtungen zu bestätigen scheinen, habe ich mich bei den dreien getäuscht. Gebe ich heute offen zu, die meinen was sie sagen und sie sagen was sie meinen.
    Von diesen unbequemen Mahnern, die den aktiven, aalglatten Karrieristen in der Politik die Meinung geigen, haben wir leider viel zu wenig. Dazu zähle ich auch den Bischof Kamphausen und noch wenige andere. Es ist schon manchmal verwunderlich, dass die alle aus der scheinbar "falschen" Fraktion kommen, ich frage mich ob das tatsächlich so ist, oder nur so wahrgenommen wird (von mir).
    Von der Sache ist es wohl so, das können wir ja schon länger beobachten, der Trend setzt sich ungebrochen fort.
    Günny

  9. #8
    Monta
    Avatar von Monta

    Re: Soziale Spaltung in Deutschland

    In dem Zusammenhang habe ich einen Artikel im Stern, Ausgabe 16 vom 12.4.06 gelesen (online leider nicht ohne Zahlung lesbar):

    Zitat:

    "Steuersparen war gestern. Viel lohnender sind die ganz legalen Beitragstricks. Millionen Beschäftigte jobben auf eigene Rechnung und zahlen nicht mehr in die Renten- und Arbeitslosenversicherung ein. Das letzte Kapitel der sozialen Sicherungssysteme beginnt jetzt.

    Zuerst die Hororzahl: 1.370. So viele sozialversicherungspflichtige Jobs sind in den vergangenen 3 Jahren in Deutschland verschwunden. An jedem Tag. Auch an Sonntagen. Wo sind diese Jobs jetzt? In Tschechien, Polen oder Litauen? Nur zum Teil. Jedes Jahr verabschieden sich Hunderttausende reguläre Arbeitsplätze in ein ganz spezielles Billiglohnland. Es heißt: Deutschland.

    Die Arbeit flieht nicht über die Landesgrenzen, sondern über die Grenzen der gesetzlichen Sozialversicherung. Jobs sind Systemflüchtlinge, vertrieben von den hohen Beiträgen zur Sozialversicherung. Generationen von Politikern haben das Problem analysiert und erkannt - aber nicht gelöst. Jetzt handeln Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Sie suchen nach Schlupflöchern aus der Versicherungspflicht. Sie suchen, und sie finden. Eine Massenflucht hat begonnen. Allein zwischen den Jahren 2002 und 2005 haben 1,4 Millionen sozialversicherungspflichtige Jobs rübergemacht in die Freiheit von den der staatlich verordneten Zwangssolidarität. Das ganze Land ist auf der Flucht aus der Sozialversicherung."

    Gruß
    Monta

  10. #9
    Avatar von Palawan

    Registriert seit
    29.04.2005
    Beiträge
    704

    Re: Soziale Spaltung in Deutschland

    Zitat Zitat von Paddy",p="343408
    Dazu passt auch:
    Ernüchternde Studie
    Sinkender Wohlstand

    Trotz verbesserter Wirtschaftsaussichten fällt Deutschland nach einer Untersuchung im weltweiten Wohlstandsvergleich weiter zurück. Einer im Auftrag der Tageszeitung "Die Welt" erstellten Studie der Deutsche Bank Research zufolge könnte Spanien bereits im Jahr 2008 beim Pro-Kopf-Einkommen an Deutschland vorbeiziehen; Italien könnte 2014 folgen.

    Im Jahr 2020 wären nur noch Griechenland und Portugal bei der Wertschöpfung pro Kopf schwächer, schreibt die Zeitung in ihrer Montagausgabe. Derzeit liegt die Bundesrepublik beim Pro-Kopf-Einkommen innerhalb der 15 alten EU-Länder noch auf dem elften Rang.

    Den relativen Abstieg Deutschlands führen die Experten zum einen auf Sondereffekte wie die Wiedervereinigung zurück. "Vor allem aber hat es Deutschland über lange Jahre versäumt, sich Gedanken über die eigene Zukunft zu machen und eine konsequente Wachstumsstrategie zu verfolgen.

    Zitat Zitat von Lille",p="343410
    da hilft auch kein schoenreden von wegen aermel hochkrempeln...
    Nun, ich möchte mich nicht zu heftig in deutsche Angelegenheiten einmischen aber als ich diese Postings sah, kam mir ein erst kürzlich ausgestrahlter Beitrag vom ZDF in den Sinn.

    Es ging um den VW Konzern und zwar darum das dieser zu wenig Produktiv sei. Die Kosten sind zu hoch, die Fertigung eines Autos dauert zu lange und die Wochenarbeitszeit der Angestellten sind zu tief. Die Fahrzeuge des VW Konzern sind auf dem Weltmarkt schlicht zu teuer und somit nicht mehr Konkurrenz fähig.

    Es wurde in diesem Bericht weiter erwähnt, dass die VW - Tochter Audi ein Rekordergebnis nach dem anderen abliefert. Diese Angestellten arbeiten aber effizienter und vor allem auch länger als die knapp 35 Stunden :O ihrer Konzernkollegen von VW.

    Vor dem VW Werk wurden nun Arbeiter interviewt und was mich nun erstaunte war: fast keiner war trotz der Misslichen Lage des Konzerns bereit, länger zu arbeiten. Die starken Gewerkschaften hatten mit ihren Verträgen erreicht, dass die nächsten Jahre keine Mitarbeiter entlassen werden können... dass damit aber der ganze Konzern in ein bedrohliche Lage gerät, war ihnen egal.

    oder

    in Stuttgart wurde durch das Stadtpersonal (sah in den Nachrichten meist die Reportagen über die Müllabfuhr) Wochenlang gestreikt was enorme Kosten verursacht hat. Das ganze nur wegen ein paar Minuten mehr Wochenarbeitszeit.

    Ich möchte damit sagen, dass die Deutschen in manchen Bereichen auch einen Teil der Schuld auf die eigene Kappe nehmen müssen. Die Zeiten der unbegrenzten Schlemmerpartys sind endgültig vorbei.

    In einer globalisierten Welt kann ein solch starres unflexibles Verhalten schnell mal das vorzeitige aus bedeuten... und das anschliessende Gejammer ist jeweils gross...

    Sicher, Gewerkschaften hatten in der Vergangenheit ihre Berechtigung aber mit den zum Teil übertriebenen Vorderungen in den letzten Jahren haben sie der deutschen Gesellschaft einen Bärendienst erwiesen.


    Es haben noch zuviele nicht begriffen, dass es Heute dem Kunden schwierig zu erklären ist, dass z.B. das eine Auto in

    - D mit einer 35 Stunden Woche mit XXXXX € Gehalt, 6 - 8 Wochen Ferien, Kindergeld, Feriengeld, Weihnachtsgeld etc.

    oder

    - U mit einer 46 Stunden Woche mit XXX € Gehalt, 3 - 4 Wochen Ferien, kein Kindergeld, kein Feriengeld, kein Weihnachtsgeld etc.

    gebaut wird. Die Produkte unterscheiden sich aber ausser durch den Preis in rein gar nichts mehr.

    Die Folge davon ist, gute Arbeitsplätze werden ins Ausland verlagert, die Arbeitslosenzahl steigt und die soziale Mittelschicht schwindet immer mehr und die im Threadtitel genannte Spaltung nimmt ihren lauf...

    Ich weiss, einmal erreichtes gibt man nicht gerne Preis aber hier sollte vielleicht so mancher mal den berühmten Griff an die eigene Nase machen.

    Gruss Palawan

  11. #10
    KraphPhom
    Avatar von KraphPhom

    Re: Soziale Spaltung in Deutschland

    Zu dem Thema fallen mir im Moment nur gerade die zur Zeit liebsten Kinder Deutschlands ein:

    - Villa Bärbel

    - Mallorca Karin

    - Karibik Klaus

    ;-D

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