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Selbstverteidigung - Messerabwehr

Erstellt von Azrael, 26.08.2006, 17:24 Uhr · 48 Antworten · 2.993 Aufrufe

  1. #41
    Avatar von raksiam

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    Re: Selbstverteidigung - Messerabwehr

    Hallo Kali,
    ob das wirklich hilft ist fraglich.


    Zu was Menschen fähig sind wenn sie Angst haben ist erschreckend und läßt einen doch am Verstand seiner Mitmenschen zweifeln.

  2.  
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  3. #42
    Avatar von Azrael

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    Re: Selbstverteidigung - Messerabwehr

    Noch ein kleiner Nachtrag back on topic: Es wurde hier ja auch die Option "weglaufen" angesprochen. Sicherlich ´ne Spitzenidee, wenn man gerade auf dem freien Feld, der grünen Wiese oder in der Prärie überfallen wird, und z.B. David Odonkor heißt. Da dies aber eher selten der Fall sein wird, ist davon tunlichst abzuraten. Es ist vermessen einfach mal davon auszugehen dass der andere ein lahmender Fusskranker ist und einem nicht hinterher spurtet, und außerdem sollte einem schon der gesunde Menschenverstand sagen dass man jemandem der einen mit einer potentiell tödlichen Waffe bedroht, NICHT DEN RÜCKEN ZUWENDET!

    Also liebe Kinder *lol*, nicht zu Hause nachmachen, denn das ist eine Anleitung zum Selbstmord. Klingt komisch, ist aber so. ;-D

    Möchte in dem Zusammenhang noch einmal auf das Erlebniss von @sunnyboy verweisen, ganz egal was man gerade kann oder nicht, DAS IST DAS EINZIG INTELLIGENTE VERHALTEN!

  4. #43
    Avatar von Azrael

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    Re: Selbstverteidigung - Messerabwehr

    @Moderatoren

    Danke für die Eliminierung von 2 Seiten Müll.

  5. #44
    Avatar von Nokgeo

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    Re: Selbstverteidigung - Messerabwehr

    @ Azrael,

    hab den Thread nicht von hinten bis vorne gelesen...

    meinst du..jeder der ein Messer in der Hand hat, weiss damit was anzufangen ? perfect einzusetzen ? gruss.

  6. #45
    Avatar von woma

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    Re: Selbstverteidigung - Messerabwehr

    Zur Erklärung:

    der Thread entstand durch die Aussage eines Members, dass er sich nach 1,5 Jahren Kampfsporttraing überall sicher fühlt wie z.B. bei der letzten Schlägerei in Thailand....

    ich habe darauf zugegebenermaßen sehr flappsig mit einem "wuhahahahaha " geantwortet, ich wollte darauf nicht näher eingehen, weil ich der Meinung bin, dass bei einer Schlägerei sehr schnell Waffen eingesetzt werden können bzw. dass schnell "Freunde" des Angreifers zur Stelle sind, die helfend eingreifen. So gesehen hätte ich also in einem Land in dem Schußwaffen weit mehr verbreitet sind als bei uns doch erhebliche Sicherheitsbedenken und würde mich auch selbst nach jahrzehntelangem Training nicht sicher fühlen.

    Azrael hat nun in diesem Thread Beispiele dafür gebracht, dass man selbst gegen einen "nur" mit Messer bewaffneten und entschlossenen Angreifer im Ernstfall keine Chance hätte.

    Im Ernstfall also frühzeitig die Location wechseln oder wenns dafür zu spät ist, das tun was der Angreifer fordert, i.A. Wertgegenstände, Geld, etc. abgeben.

    Ein Freund von mir kam in Brasilien zwischen eine Schießerei, ein anderer wurde überfallen mit einem Messer bedroht und ausgeraubt, und ein Ehepahr im Hotelzimmer von einem bewaffneten Mann mit Pistole bedroht und ausgeraubt, ebenfalls in Brasilien. So gesehen ist die Flaniermeile von München relativ sicher

    woma

  7. #46
    Avatar von Azrael

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    Re: Selbstverteidigung - Messerabwehr

    Zitat Zitat von Nokgeo",p="400078
    meinst du..jeder der ein Messer in der Hand hat, weiss damit was anzufangen ? perfect einzusetzen ? gruss.
    Nein, meine ich nicht. Das ist aber auch gänzlich irrelevant. Um mit einer scharfen Klinge eine tödliche Bedrohung auch für hochtrainierte zu sein, muss man nichts können.

    Kleine "Partnerübung" die jeder mal ausprobieren kann: Einer hat einen Edding. Der andere versucht ihm diesen wegzunehmen. Der mit dem Edding versucht sich den nicht wegnehmen zu lassen und gleichzeitig den anderen anzumalen. Zieht´s euch aber ´n altes Shirt an, danach ist man nämlich recht bunt.

    Solltest du dann irgendwann eventuell wirklich den Edding dein eigen nennen, guck dich mal an wie du ausschaust. Und jetzt stell dir vor, es wäre eine scharfe Klinge gewesen. Dazu kommt dass der Edding ja nur an der Spitze "gefährlich" ist, also auf einer länge von ca. nem halben Zentimeter. Bedenkt man die länge einer durchschnittlichen Klinge - multipliziere wie du ausschaust einfach mal mit dem Faktor 10. Dann geh auf die Site www.waffentraining.de und guck dir die hübschen Bildchen an, wie man so nach einem echten Messerangriff aussieht. Spätestens dann stellt sich dir im Ernstfall nicht mehr die Frage ob dein Gegenüber etwas kann oder nicht.

    Nach dem Eddingtest ist einem dann auch klar warum diese ganzen "ich-greife-nach-der-Waffenhand-und-setze-meine-tollen-Hebel-ein"-Pseudo-Techniken schlicht und einfach hirnverbrannter Schwachsinn sind. Zum einen wird dein Gegenüber nicht statisch dastehen (wie auf den hübschen Bildchen mit Blondie die ich im Eingangsbeitrag verlinkt habe) und seelenruhig zusehen wie du nach seiner Hand fischt, zum anderen wird in einer echten Situation Angst und Stress dein Verhalten dominieren, und die allerletzte Idee auf die man dann kommt, ist IN RICHTUNG KLINGE ZU GREIFEN! Das ist wieder jeglichem natürlichen Instinkt.

    Es gibt "Notfallmaßnahmen" die einem eine Chance im Ernstfall (wenn es gar nicht mehr anders geht, sprich, der Angriff gerade stattfindet) geben. Diese liegt im einstelligen Prozentbereich. Alles andere ist Utopie.

    Und wenn euch irgendwann mal einer über den Weg läuft, der meint er hätte irgendwelche "Messerabwehrtechniken" drauf - schnappt´s euch ´n Edding und malt ihn hübsch bunt an. ;-D

  8. #47
    Avatar von Azrael

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    Re: Selbstverteidigung - Messerabwehr

    Zitat Zitat von woma",p="400094
    Azrael hat nun in diesem Thread Beispiele dafür gebracht, dass man selbst gegen einen "nur" mit Messer bewaffneten und entschlossenen Angreifer im Ernstfall keine Chance hätte.
    Korrekt. Die Anführungsstriche bei "nur" kann man gar nicht genug betonen. Schusswaffen sind Distanzwaffen, im Close-Combat ist eine Klinge wesentlich gefährlicher.

    Würde ich ein Messer mit zu einer Schießerei mitbringen? Bis auf eine Distanz von 4 Metern - aber sicher doch.

    Das sah man übrigens auch bei dem leider nicht mehr vorhandenen Video, unsere Freunde und Helfer in Grün beim Sicherheitstraining. Bis auf 4-5 Metern keine realistische Chance die Pistole zu ziehen und in Anschlag zu bringen. Und jetzt war das nur training, d.h. die waren bereit, wussten was passiert. So a la Wild West, "zieh, Fremder".

    But no Chance.

  9. #48
    Avatar von Azrael

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    Re: Selbstverteidigung - Messerabwehr

    Noch ein paar Auszüge aus dem ETF-Artikel:

    "Ein wirklich entschlossener Messerattentäter droht nicht, sondern handelt ohne Vorwarnung bei ziemlich unspektakulärem Verlauf (d.h. man sieht die Klinge kaum) und hat dadurch rein statistisch in über 75% aller Fälle durch den Überraschungsmoment Erfolg mit seiner Handlung. Getroffene glauben oft, sie seien geschlagen oder gestoßen worden und erfassen die Dramatik des Geschehens, falls überhaupt, erst viel zu spät.

    Unsere Escapo-Konzepte können hier bei viel Training durch optimierte richtige Grundreflexe auch nur das bringen, was wir mit den "unbewaffneten 5 Prozent" bezeichnen.(5% verbesserte Chance gegen Überraschungsangriffe) Angesichts der tödlichen Bedrohung ein durchaus trainierenswertes Resultat, was jedoch auch nur auf Grund unserer umfassenden Erfahrungen und Fähigkeiten im Umgang mit Waffen erzielt werden kann.
    Waffentechnisch betrachtet (juristische Seite einmal ganz außer Acht lassend), ist ein Angreifer letztlich nur durch eine gleichwertige Gegenbedrohung zu kontrollieren. Nur so lassen sich strategische bzw. fechterische Elemente einsetzen. Dies würde bedeuten, eine eigene Klinge einsetzen zu müssen - quasi als Abstandhalter.(wie z.b. bei der klassischen Espada y daga / Stock und Messer Methode oder beim Capa y daga / Umhang-Decke-Jacke und Messer - hier wird durch die Kombination sogar noch eine leichte waffentechnische Überlegenheit erzeugt)
    Nur so kann man einen sogenannten "Mexicane Stand Off" herbeiführen, d.h. beide Kontrahenten sehen sich außer Stande, den jeweils anderen ohne schwere eigene Verluste entscheidend zu treffen. Für den Verteidiger kann dies eine sinnvolle Strategie sein und den Angreifer zur Aufgabe seines Vorhabens bringen, es sei denn, dieser ist wirklich zum Selbstmord bereit, was aber statistisch eher selten der Fall ist. Und nur selten entsteht daraus ein wirkliches Duell a´la James Dean Film der 50´er Jahre. Ein Angreifer mag sich zwar skrupellos mit dem möglichen Tod des Opfers abgefunden haben, meist jedoch aber nicht mit dem gleichzeitigen eigenen Ableben an so einem traurigen Ort.

    Zu Kaiserzeiten, als in Deutschland Polizisten noch Säbel trugen, waren sie in mancher Hinsicht also ganz gut beraten, konnten sie einem Unhold doch relativ leicht klar machen, sein Messer doch besser fallen zu lassen.
    Eine Schusswaffe kann diese Aufgabe manchmal nicht so gut erfüllen, da der Angreifer die Bedrohung hier nicht so unmittelbar wahrnimmt und er die Chance sehen könnte, die Waffe zu unterlaufen und trotzdem mit der Klinge zu treffen. Und oft hat er damit sogar noch recht, schießen die meisten Verteidiger mit größerer Wahrscheinlichkeit daneben, als sie daneben stechen oder schneiden würden. Dies sollte bei einer Schusswaffenausbildung unbedingt Berücksichtigung finden.

    Spätestens jetzt müsste auch dem Laien klar geworden sein, dass es keinen Sinn hat, einfach irgendwelche albernen Schlaginstrumente zur Messerabwehr mit sich herum zu tragen - DENN DIE MESSERPROBLEMATIK BLEIBT UNVERÄNDERT BESTEHEN!!!"


    Vollständiger Artikel von Bernd Schubert

  10. #49
    Avatar von Pee Niko

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    Re: Selbstverteidigung - Messerabwehr

    Zitat Zitat von Azrael",p="400676
    [...]
    Und oft hat er damit sogar noch recht, schießen die meisten Verteidiger mit größerer Wahrscheinlichkeit daneben, [...]
    Das erinnert an den alten "running gag" über unsere Polizei und deren Fähigkeit im Umgang mit ihren Schusswaffen.
    Dabei wird einer zu Fuß flüchtigen Person geraten, in möglichst geraden Linie zu laufen, um das Risiko eines Zufallstreffers der auf diese Person schießenden Polizei zu minimieren.

    Um die Glaubwürdigkeit de Aussagen von Azrael noch zu unterstreichen, eine wahre Begebenheit aus meiner Heimatstadt als Beispiel:
    Vor einigen Jahren starb ein 35jähriger Mann an seinen Stichverletzungen im Bauch. Diese Verletzungen zog er sich zu, als er in einer Döneria, einen Tresenhocker schwingend, auf einen in der Ecke kauernden 19jährigen Mann zuging und diesen massiv bedrohte. Der 19jährige zog ein Springmesser aus der Tasche und stach seinem Gegenüber 3mal in den Bauch, eher dieser reagieren konnte. Der 35jährige verblutete noch in dem Dönerladen.
    Diesem Vorfall vorausgegangen war ein zufälliges Zusammentreffen in der nebenan gelegenen Diskothek, wo der 19jährige die Freundin des 35jährigen mit abfälligen Bemerkungen versah. In der darauf folgenden körperlichen Auseinandersetzung mit dem 35jährigen unterlag der 19jährige und floh in den benannten türkischen Imbiss, wo er dann vom 35jährigen gestellt wurde.

    Ich kenne bzw. kannte beide Personen persönlich. Der (damalig) 19jährige ist ungefähr 1,75 m groß bei ca. 65 kg Körpergewicht. Der 35jährige war ein Bär von ca. 1,85 m bei gut trainierten 95 kg (Dachdecker + Sportler).
    Also eine Situation, wo man bei uns sagen würde: "Mensch, dem Wicht würd´ ich ein paar klatschen, dass ihm gleich der Kartoffeschäler aus der Hand fällt."
    Nun, das Ergebnis war trotz eindeutig gegenteiliger Wichtung ein anderes...

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