Seite 129 von 147 ErsteErste ... 2979119127128129130131139 ... LetzteLetzte
Ergebnis 1.281 bis 1.290 von 1464

Schuften für Hungerlöhne

Erstellt von Sammy33, 27.02.2007, 09:35 Uhr · 1.463 Antworten · 80.334 Aufrufe

  1. #1281
    Avatar von Claude

    Registriert seit
    24.08.2003
    Beiträge
    2.292

    Re: Schuften für Hungerlöhne

    Zitat Zitat von Auntarman2",p="491072
    Zitat Zitat von Claude",p="491034
    Sioux, was spricht denn faktisch dagegen, in D einen Mindestlohn von 7,50 € einzuführen? Es funktioniert in Holland, warum soll es hier nicht funktionieren?
    7,50 € sind bei 160 h/Monat gerade mal 1.200 €!

    Ich erklärs mal am Beispiel ALDI:
    ALDI zahlt 2.100 € pro Monat. Warum? Weil der Herr Aldi ein gutes Herz hat? Nein, weil dafür Leistung verlangt wird.
    Wenn der ALDI nur 4,50 € zahlen würde, könnte er keine Leistung verlangen.
    Genau so ist es mit den Erntejobs, Kurierdienste, Callcenter usw. Wenn man nicht genug bezahlt, kann man keine Leistung erwarten. Oder man sucht sich Polen, Ukrainer, Letten, Weißrussen, die damit zufrieden sind.
    Wie schreibst doch selber am Beispiel Aldi, dass der Markt funktioniert. Dann ist ja gut...
    Was ist mir Dir denn seit gestern los? Schlechte Laune? Oder verkatert? Krieg dich wieder ein :-)

  2.  
    Anzeige
  3. #1282
    Avatar von Claude

    Registriert seit
    24.08.2003
    Beiträge
    2.292

    Re: Schuften für Hungerlöhne

    Sioux,
    natürlich kann man eine Unterscheidung Ost-West einführen.
    Aber von 6 € Stundenlohn kann in den westlichen Ballungszentren kaum einer vernünftig leben, ob das Leben im Osten so viel billiger ist, weiss ich nicht.
    Und ich wiederhole mich gerne:
    Es funktioniert in Holland, also sollte es auch hier funktionieren.
    Ich gebe auch ein persönliches Beispiel dazu:
    Im Mai habe ich in D gearbeitet im ehemaligen Ingenieurbüro.
    Lohn war 20 €/h, das ist für einen Bauingenieur in Rhein/Main komplett lächerlich. Das Argument war aber:
    "Du bist halt wie ein Pole, der hierher zum Arbeiten kommt."
    Schluss mit dieser Zwei-Klassen-Denke! Arbeit soll nach Leistung bezahlt werden und nicht nach dem Lebensmittelpunkt.
    Und so machen es die meisten EU-Länder zum Glück.

  4. #1283
    Avatar von wingman

    Registriert seit
    30.11.2004
    Beiträge
    14.074

    Re: Schuften für Hungerlöhne

    Nun solange immer noch Löhne von 3-4 Euro möglich sind ist Deutschland in punkte Lohn noch ein Armenhaus.
    Leistung erwartet man dafür wahrscheinlich auch noch.

  5. #1284
    Avatar von sunnyboy

    Registriert seit
    10.09.2001
    Beiträge
    5.838

    Re: Schuften für Hungerlöhne

    Nun solange immer noch Löhne von 3-4 Euro möglich sind ist Deutschland in punkte Lohn noch ein Armenhaus.
    der Markt wird das regulieren. Beispiele die dies untermauern wurden bereits angeführt.

    Gruß Sunnyboy

  6. #1285
    Avatar von Sammy33

    Registriert seit
    02.09.2002
    Beiträge
    893

    Re: Schuften für Hungerlöhne

    Gestern Abend auf MDR gesehen:

    Leiharbeiter unter Druck
    Manuskript des Beitrages
    von Christine Nobereit-Siegel
    Schon im letzten Beitrag berichteten wir über die Praxis von Zeitarbeitsfirmen: bei Krankheit und Urlaub wird nicht bezahlt. Nach den Zuschauerreaktionen - kein Einzelfall!

    O-Ton: Petra Mersiovsky, ehem. Zeitarbeiterin
    "Den Scheck in den Händen zu halten, das war schon ein Gefühl des Sieges oder Triumph, oder wie will man das formulieren. Obwohl das ja auch nichts Außergewöhnliches war, ist nur was mir zusteht."

    Ein Triumph über die Ungerechtigkeit. Nach einem verzweifelten Kampf gegen die illegalen Methoden ihres Arbeitgebers hat Petra Mersiovsky endlich das ihr zustehende Geld bekommen.

    Vor zwei Wochen. Wir begleiteten die Leipzigerin Petra Mersiovsky bei einem schweren Gang. Gerade hat sie gekündigt. Zum letzten Mal ist sie aus dem Supermarkt gekommen, in dem sie zweieinhalb Jahre halbtags an der Kasse saß - als Leiharbeiterin für gerade mal 4,60 Euro die Stunde.


    In vielen Supermärkten werden Zeitarbeiter beschäftigt
    O-Ton: Petra Mersiovsky, ehem. Zeitarbeiterin
    "Der Abschied, sag ich mal, war schon kein schönes Gefühl. Weil ich sag immer wieder, ich hab's gerne gemacht und ..."

    Aus Angst ihren, Job zu verlieren, hatte Petra Mersiovsky lange Zeit still gehalten, darüber geschwiegen unter welchen Bedingungen sie arbeiten musste: Unbezahlte Überstunden, keine Lohnfortzahlung bei Urlaub oder Krankheit, und, und, und. Wie ihr soll es auch vielen anderen gehen, die für ein paar Euro im Einzelhandel schuften.

    O-Ton: Petra Mersiovsky, ehem. Zeitarbeiterin
    "Es gibt viele Kollegen, die da auch Frust haben und Wut, dass es eben so ist wie’s ist."

    Tatsächlich: Bei exakt-Tests mit versteckter Kamera wurden die Vorwürfe voll und ganz bestätigt: Die Rewe-Marktleiter erklären die Konditionen, die Verträge würden dann über die Leiharbeitsfirma "Teamwork" laufen. Und immer wieder die unglaubliche Auskunft: Wer krank wird oder Urlaub haben will, geht leer aus.

    Schon in unserem letzten Bericht bestätigte die renommierte Arbeitsrechtlerin Marlene Schmidt von der TU Dresden: Hier wird dreist gegen geltendes Recht verstoßen.

    O-Ton: Marlene Schmidt, Arbeitsrechtlerin, TU Dresden
    "Ja, also ich muss sagen, da muss man sich sehr wundern. Ich meine, wir haben ein Entgeltfortzahlungsgesetz, es gibt ein Bundesurlaubsgesetz und das Recht auf Entgeltfortzahlung das ist gesetzlich verankert."

    Natürlich wollten wir Arbeitgeber "Teamwork" mit den Vorwürfen konfrontieren. Doch beim fest vereinbarten Interviewtermin stellte Geschäftsführer Wolfgang Büttgen plötzlich Bedingungen.


    Zeitarbeit ist für viele eine Chance in den Arbeitsmarkt einzusteigen; Rechte: dpa
    Zeitarbeit ist für viele eine Chance in den Arbeitsmarkt einzusteigen
    O-Ton: Wolfgang Büttgen, Geschäftsführer Teamwork
    "Ich würde den Beitrag vorher ganz gerne sehen, sonst können wir das gleich beenden."
    "Was heißt vorher sehen?"
    "Bevor Sie ihn senden."

    Aus unserer Sicht eine Vorabnahme des Beitrags. Das anschließende Gespräch können wir unter solchen Bedingungen nicht ausstrahlen. Trotz der vielen Fakten - Herr Büttgen blieb dabei: Alles sei nur ein bedauerlicher Einzelfall. - Nur ein Einzelfall? Wohl kaum. Nach unserem ersten Bericht wird die exakt-Redaktion von Anrufen und E-Mails überrollt. Immer mehr Teamwork-Mitarbeiter aus dem gesamten Bundesgebiet melden sich, sind bereit zu reden. Die ungesetzlichen Regelungen seien überall "gängige Praxis" erfahren wir und wer versuche, sein Recht durchzusetzen "werde entlassen".

    Eine Mutige besuchen wir. Christa Richter ist auf dem Weg zu ihrer Anwältin. Mit deren Hilfe versucht sie seit Monaten, ihren Urlaubsanspruch bei "Teamwork" einzuklagen.

    O-Ton: Christa Richter, Zeitarbeiterin
    "Ich habe einen Termin um 15 Uhr."
    "Kommen Sie rein."

    Seit fast zwei Jahren sitzt Christa Richter für "Teamwork" bei Rewe in Staßfurt an der Kasse. Vor Gericht hat sie sich noch acht Tage bezahlten Urlaub aus dem vergangenen Jahr erstritten. Doch als Christa Richter die Tage so wie vereinbart nimmt, bezahlt "Teamwork" einfach nicht. Eine Dreistigkeit, die selbst die versierte Anwältin Simona Rössing überrascht.

    O-Ton: Simona Rössing, Anwältin
    "Da zeichnet sich Teamwork natürlich durch eine extreme Hartnäckigkeit aus. Das ist schon bezeichnend für diese Firma. Das heißt, wir fangen jetzt wieder von vorne an. Wir müssen jetzt den Arbeitgeber in Mark und Pfennig auffordern, bzw. in Euro und Cent, zu sagen: 'So und so viel Urlaubsabgeltung schuldest du für den genommenen Urlaub'."

    So wird Christa Richter in immer neue Klagen gejagt. Gewinnen kann nur, wer finanziell den längeren Atem hat.

    "Danke schön."

    Doch damit nicht genug: Um die Urlaubsansprüche der Mitarbeiter abzuwehren, bedient sich "Teamwork" jetzt eines neuen Tricks.

    O-Ton: Christa Richter, Zeitarbeiterin
    "Wir dürfen nicht mehr eintragen, dass wir Urlaub haben, nur noch die regulären Zeiten, die wir arbeiten."

    O-Ton: Simona Rössing, Anwältin
    "Das deutet darauf hin, dass man wieder das Bundesurlaubsgesetz in diesem Fall umgeht."

    Im Klartext: Wenn Christa Richter und ihre Kollegen ihren Urlaub nicht mehr nachweisen können, muss "Teamwork" auch nichts bezahlen. Deshalb reicht Christa Richter ihren Urlaub nur noch schriftlich ein - Kopie an ihre Anwältin. Und sie will weiter kämpfen - koste es, was es wolle.

    O-Ton: Christa Richter, Zeitarbeiterin
    "Ich möchte auf jeden Fall weitergehen, denn ich habe angefangen mit diesem Streit und jetzt ganz oder gar nicht."

    Was sagt eigentlich Auftraggeber "Rewe" zu all dem? Nach langem Zögern ist Konzernsprecher Wolfram Schmuck endlich zu einem Interview bereit. Treffen in einem Berliner Hotel. Er könnte sich die Zustände so gar nicht erklären, weist eine Verantwortung von Rewe zurück.

    O-Töne: Wolfram Schmuck, Pressesprecher Rewe
    "Es ist nicht in unserem Sinne, dass eine Firma wie Teamwork nicht die gesetzlichen Rahmenbedingungen für ihre Mitarbeiter erfüllt und dazu gehört Urlaub genauso wie Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Das ist nicht in unserem Sinne und wenn das dort so gelaufen ist, muss das dort so abgestellt werden."

    Frage: "Worauf ich hinaus will, das sind Ihre Mitarbeiter, die das machen."

    "Ja, ich spreche ja davon, dann muss das so abgestellt werden, bei der Firma, dann können auch unsere Mitarbeiter nicht so argumentieren."

    Sie müsse so argumentieren, bestätigt uns jedoch eine Marktleiterin, die seit Jahren für Rewe arbeitet. Aus Angst um ihren Job möchte sie anonym bleiben. Sie sei gezwungen, Teamwork-Mitarbeiter zu den ungesetzlichen Konditionen zu beschäftigen. Und: Dies geschehe mit Wissen und auf Anweisung ihres Rewe-Bezirksleiters.

    O-Töne: Marktleiterin
    "Wir haben keine Möglichkeit im Markt das anders zu machen, weil uns das so vorgegeben wird."

    Frage: "Schriftlich?"

    "Nein, nein. Das wird vom Bezirksleiter gesagt, dass das nicht anders gemacht wird und dann ist das Gesetz."

    Frage: "Das heißt, Sie müssen über Teamwork zu diesen Konditionen Leute einstellen?"

    "Richtig, ja."

    Solange sie keine berufliche Alternative hat, wird die Marktleiterin auch weiterhin die Anweisungen ihrer Vorgesetzten ausführen.

    Zurück zu Petra Mersiovsky, die den Stein ins Rollen gebracht hat. Sie hat ihr Krankengeld inzwischen erhalten. Und: Durch unsere Berichterstattung haben viele den Mut gefunden, endlich ihre Rechte einzufordern.

    O-Ton: Petra Mersiovsky, ehem. Zeitarbeiterin
    "Ich ärgere mich im Nachhinein, so lange gewartet zu haben. Unter solchen Bedingungen zu arbeiten, sollte man wirklich ablehnen, so schlecht wie's einem auch geht. Nur so kann man was erreichen, wenn die merken, so geht's nicht, so kann man mit den Menschen nicht umgehen.

    Quelle:
    http://www.mdr.de/exakt/4589415.html

  7. #1286
    Avatar von wingman

    Registriert seit
    30.11.2004
    Beiträge
    14.074

    Re: Schuften für Hungerlöhne

    Ich habe schon immer gesagt das sind Aasgeierfirmen, solange irgendwie vermeidbar werde ich für eine solche nicht arbeiten. Gesetzlich gehören sie schon lange verboten.
    Und die alte Leier.......eine Chance übernommen zu werden......vergesst es.
    Wer glaubt an den Weihnachtsmann.........

  8. #1287
    Auntarman2
    Avatar von Auntarman2

    Re: Schuften für Hungerlöhne

    Einfach weiter jammern, das hilft.

    Der aktuelle Aufschwung läuft auch ohne Euch .

    Edit: Link

  9. #1288
    Avatar von wingman

    Registriert seit
    30.11.2004
    Beiträge
    14.074

    Re: Schuften für Hungerlöhne

    Jooo Jammer in Conzert, Live und in Farbe :-).
    Trotzdem Aasgeierfirmen.........

    Was nutzt mir diese Studie wenn es keine Arbeitsplätze in meinem Beruf gibt.

  10. #1289
    Monta
    Avatar von Monta

    Re: Schuften für Hungerlöhne

    Zitat Zitat von Auntarman2",p="492501
    ...Der aktuelle Aufschwung läuft auch ohne Euch...
    Und wenn man die Zeitarbeitsfirmen endlich verbietet,
    oder ihnen wenigstens genau auf die Finger schaut und gegebenenfalls kräftig auf selbige haut, würde der Aufschwung noch viel besser laufen, bzw. auch da ankommen, wo er sich noch nicht so sehr hat blicken lassen.

  11. #1290
    Avatar von wingman

    Registriert seit
    30.11.2004
    Beiträge
    14.074

    Re: Schuften für Hungerlöhne

    Verbieten, diese Verbrecherläden und dem Arbeitsmarkt kommt es positiv zu Gute.