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Schuften für Hungerlöhne

Erstellt von Sammy33, 27.02.2007, 09:35 Uhr · 1.463 Antworten · 80.326 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Sammy33

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    Schuften für Hungerlöhne

    Das Elend der Briefzusteller


    Presseinformation REPORT MAINZ, 26. Januar 2007
    Deutsche Post warnt vor dramatischen Auswirkungen des Preisdumpings im Briefmarkt für 80.000 eigene Zusteller


    Post-Vorstand Walter Scheurle befürchtet Lohnkürzungen, schlechtere Arbeitsbedingungen und staatliche Transferzahlungen

    Mainz. Lohndumping auf dem hart umkämpften Briefmarkt in Deutschland könnte bald dramatische Konsequenzen für die 80.000 Post-Briefträger in Deutschland haben. Gegenüber dem ARD Politikmagazin REPORT MAINZ erklärte Post-Vorstand Walter Scheurle, wenn dieser Entwicklung kein Riegel vorgeschoben werde, dann befürchte er „sehr, sehr niedrige Löhne, sehr viel schlechtere Arbeitsbedingungen, das hieße möglicherweise auch Inanspruchnahme von staatlichen Transferzahlungen“. Scheurle bemängelt, dass bei neuen Briefdienstleistern schon heute Mitarbeiter von ihrem Einkommen nicht mehr leben könnten und auf die Unterstützung des Staates angewiesen seien.

    Er kritisiert dabei vor allem die Arbeit der Bundesnetzagentur. Sie vergibt Lizenzen an die neuen Postfirmen und kann diese laut Postgesetz versagen, wenn der Antragsteller die „wesentlichen Arbeitsbedingungen“ der Branche unterschreitet. „Die Bundesnetzagentur hat aus meiner persönlichen Sicht, aus meiner tiefsten Überzeugung, ihren Job nicht gemacht und ist deshalb dringlich aufgefordert, umzudenken“, so Scheurle gegenüber REPORT MAINZ. Deshalb sei sie mitverantwortlich für die schwerwiegende strukturelle Fehlentwicklung bei Löhnen und Arbeitsbedingungen im Briefsektor.

    Scheurle stützt sich bei seiner Argumentation auf ein Gutachten, das im Auftrag der Gewerkschaft Verdi erstellt wurde. Demnach verdienen Briefzusteller im Westdeutschland im Durchschnitt 1.169 Euro brutto, in Ostdeutschland sogar nur 985 Euro. Die Post dagegen zahlt Tariflöhne in Höhe von 1.978 Euro.

    Der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, weist die Vorwürfe zurück: „Der Gesetzgeber hat uns nicht die Befugnis gegeben, dem Lizenznehmer zum Beispiel zur Auflage zu machen, bestimmte Löhne in einer bestimmten Höhe zu zahlen.“

    Aufgrund der öffentlichen Diskussion prüft die Behörde derzeit auch die Frage nach der Lohnhöhe. Dazu hat sie Informationen von ihren Lizenznehmern angefordert

    Quelle:
    http://www.swr.de/report/-/id=233454/sgpaia/index.html

    Wer gestern Abend den bericht im Fernsehen gesehen hat, kann nur noch mit dem Kopf schütteln.

    Familien - Vater mit 1 Kind verdient in Berlin als Briefzusteller bei einer 40 Std. Woche 1.169. !!

    Im März dieses Jahr kommt es zu einer neuen Ausschreibung vom Land Berlin, zwecks Briefzustellung.

    Dadurch das es eine neue Ausschreibung kommt, wurde dem Familien-Vater als Briefzusteller zum März gekündigt.

    Damit das Unternehmen noch mithalten kann, wurde dem ganzen
    Personal erstmal gekündigt. Zu diesem Tarif von 1.169 Euro.

    Neu Einstellung dann zu einem anderen Tarif, wo ziemlich darunter liegt.

    Nun frage ich mich , wer geht denn da noch mit Motivation zur Arbeit.

    In paar Jahren haben wir dann nur noch 1 Euro Jobs
    ??



    Sammy

  2.  
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  3. #2
    woody
    Avatar von woody

    Re: Schuften für Hungerlöhne

    Zitat Zitat von Sammy33",p="456839
    In paar Jahren haben wir dann nur noch 1 Euro Jobs
    ??



    Sammy
    Du hast doch auch Vorteile davon und kannst deine Post billiger verschicken.

    Vertraue auf die Kraefte des Marktes, der wird das schon regulieren.

  4. #3
    Avatar von DisainaM

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    Re: Schuften für Hungerlöhne

    es fördert nur den Trend, wichtige Sachen / Wertsachen nicht mehr unversichert zu schicken,
    weil die Briefzusteller auf diesen Nebenverdienst angewiesen sind.

    Man kann ja Lebewesen auch abrichten, etwas kostenlos zu tun, aber wohin das führt,
    haben wir ja bei Sigfried und Roy gesehen.


  5. #4
    Avatar von wingman

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    Re: Schuften für Hungerlöhne

    Hallo Woody,
    der Markt reguliert das mit Sicherheit.
    Ohne Mindestlöhne die unsere Regierung nicht in der Lage ist umzusetzen wird es speziell in diesem Sektor ganz neue
    Blüten tragen.
    Zur Regel wird es dann werden das ein Arbeitnehmer zusätzlich ALG II beantragen muss um überhaupt überleben zu können. Ist es das was Berlin anstrebt?

  6. #5
    Chak3
    Avatar von Chak3

    Re: Schuften für Hungerlöhne

    Wie Wingman richtigerweise schon sagt gibt es ja schon einen Mindestlohn: ALG II.

  7. #6
    Avatar von J-M-F

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    4.032

    Re: Schuften für Hungerlöhne

    der markt wird das nicht regeln, höchsten die stark steigenden verbrechens und aufruhrraten können das tun.

    nur leider ist es in de zu ruhig

  8. #7
    woody
    Avatar von woody

    Re: Schuften für Hungerlöhne

    Zitat Zitat von Chak3",p="456851
    Wie Wingman richtigerweise schon sagt gibt es ja schon einen Mindestlohn: ALG II.
    Dann ist das Billigporto nur mit Subventionen moeglich.

    Hab ich mit doch gedacht.

    Als sich ein Freund vor Jahren ueber die Portoerhoehungen der BP muckierte, antwortete ich ihm damals:

    Die 10 Briefe, die ich taeglich verschicke machen mich nicht arm und solange Werbung per Post verschickt werden kann, ist das Porto okay.

    Man sollte sich nicht ueber teure Dienstleistungen, wie in etwa: Frisoer kann ich mir nur in Thailand leisten, aufregen und im gleichen Atemzug einen Mindestlohn fuer Frisoere fordern

    (@Karlheinz, das Beispiel ist rein zufaellig gewaehlt)

  9. #8
    Avatar von tira

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    Re: Schuften für Hungerlöhne

    Zitat Zitat von wingman",p="456847
    ...der Markt reguliert das mit Sicherheit.....
    ja, die jugendlichen und kinder machen das dann. so haben die zumindest in jungen jahren arbeit

    gruss :P

  10. #9
    Sioux
    Avatar von Sioux

    Re: Schuften für Hungerlöhne

    Hier in Schwaben verschicken schon die meisten Behoerden ihre Post ueber eine Tochter der Augsburger Allgemeinen.

    Briefe vom Finanzamt, Landratsamt, Krankenkasse krieg ich schon lange vom Zeitungsaustraeger.

    Also, der Staat ist der Erste der hier die Preise drueckt.

    Sioux

  11. #10
    Avatar von Pong

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    1.370

    Re: Schuften für Hungerlöhne

    Die armen Briefträger sitzen hier in Düsseldorf direkt um die Ecke: First Mail-100 % Deutsche Post übrigens

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