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Scharia in D ?

Erstellt von Conrad, 21.03.2007, 10:45 Uhr · 140 Antworten · 7.652 Aufrufe

  1. #91
    Sioux
    Avatar von Sioux

    Re: Scharia in D ?

    Wieso diskutiert ihr denn ploetzlich ueber Strafrecht?
    Hier geht es um Familienrecht.

    Und das Argument mit dem schnell vom Tisch haben wollen zieht auch nicht.

    Das wollte die Ehefrau ja gerade. Bei der Argumentation der Richterin muss sie sich zweimal mit dem Fall befassen. Das ist logischerweise mehr Arbeit.

    Sie haette ja die Scheidung durchfuehren koennen und nicht stattdessen dies ablehnen mit der Begruendung, Schlaege seien bei Moslems normal. Und sich dabei noch auf den Koran berufen.

    Das Ding zieht eh immer groessere Kreise. Bisher hab ich ausser hier in diesem Forum auch noch keinen gehoert der fuer die Richterin Verstaendnis haette, auch keinen Richter.

    Sioux

  2.  
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  3. #92
    Avatar von DisainaM

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    Re: Scharia in D ?

    Zitat Zitat von Sioux",p="464389
    Wieso diskutiert ihr denn ploetzlich ueber Strafrecht?
    Hier geht es um Familienrecht.

    Und das Argument mit dem schnell vom Tisch haben wollen zieht auch nicht.

    Das wollte die Ehefrau ja gerade. Bei der Argumentation der Richterin muss sie sich zweimal mit dem Fall befassen. Das ist logischerweise mehr Arbeit.

    Sie haette ja die Scheidung durchfuehren koennen und nicht stattdessen dies ablehnen mit der Begruendung, Schlaege seien bei Moslems normal. Und sich dabei noch auf den Koran berufen.

    Das Ding zieht eh immer groessere Kreise. Bisher hab ich ausser hier in diesem Forum auch noch keinen gehoert der fuer die Richterin Verstaendnis haette, auch keinen Richter.

    Sioux
    es geht bei der Grundfrage der öffentlichen Diskussion schon lange nicht mehr um Famielienrecht oder Strafrecht bei Ehrenmorden,

    sondern um die Frage, ob durch die Berücksichtigung des kulturellen Hintergrundes eine Tat oder eine Handlung anders zu bewerten ist.

    also, macht es vor dem deutschen Recht einen Unterschied, ob ein gläubiger Muslim seine Frau schlägt, oder
    ob ein deutscher Mann seine Frau schlägt.

    Offensichtlich kann man es der breiten Öffentlichkeit nicht vermitteln, das es einen Unterschied macht,
    weil zum einen die Fragen ob es ein Affekt war, oder aus welcher Situation dies passierte,
    auch der kulturelle Hintergrund des Mannes berücksichtigt werden muß.

    Nun hatte die Richterin angenommen,
    wenn eine Deutsch-Muslimin einen Moslem heiratet, nimmt sie aufgrund des Koran mögliche Gewalt billigend in Kauf.

    Nun kennen wir viele Fälle, wo z.B. ein mehrfacher ............. und 5exualstraftäter während ihrer Haftzeit mit weiblicher Fanpost überschüttet werden, sodass sie häufig zum Zeitpunkt ihrer Entlassung in einer festen Beziehung mit einer als Brieffreundschaft begonnenden Fremdkontakt stehen.
    Sollte nun der erste 5ex mit diesem Menschen etwas ruppiger zugehen,
    würde im Falle einer Anzeige der Frau das Gericht sagen, die Frau hat in Kenntnis der Gesamtsituation dieses Risiko billigend in Kauf genommen, und kann daher nicht die gleiche Tatkonsequenz erwarten, wie ein früheres Opfer des Täters. (auch der Täter kann sagen, die jetzige Frau wußte von mir und wollte es so)

    Auch wenn ich mich bemühe, die Argumentation der Richterin nachzuvollziehen,
    steh ich auf dem Standpunkt, dass ihre Argumentation eine unzureichende Verkürzung des Korans ist.
    Aus meiner Sicht hätte sie sich damit auseinandersetzen müssen, wie in dem konkreten kulturellen Umfeld des Mannes der Koran ausgelegt wird, insbesondere den Teil, wo es um Gewalt gegen Ehefrauen geht,
    und hätte sich möglicherweise über die deutsche Botschaft vor Ort, eine Stellungnahme über die Ergebnisse von örtlichen Strafverfahren wegen Körperverletzung der Ehefrau einholen müssen.
    Erst nach dieser konkreten Abklärung des Sachverhaltes,
    und natürlich auch der Frage, ob und was die Ehefrau davon konkret wußte,
    hätte die Richterin diese Argumentation juristisch anführen können.
    Das aber aufgrund von Fall-bearbeitungs-druck bei den Gerichten einfach nicht mehr die Zeit vorhanden ist,
    um einen Fall so zu behandeln, dass dabei dem deutschen Recht genüge getan wird,
    haben wir es mit einer juristischen Mangelverwaltung zutun,
    wo jeder Richter nur versucht, einen Prozessaktendeckel so schnell wie möglich zu schließen.

    In einer so geschaffenden Billig-Justiz, müssen wir Deutsche mit solchen Kolateral-erscheinungen leben,
    es sei denn, wir statten die Justiz mit mehr Geld aus, dass jeder Fall die nötige Aufmerksamkeit bekommt, die er verdient.

  4. #93
    Chak3
    Avatar von Chak3

    Re: Scharia in D ?

    Zitat Zitat von wingman",p="464278
    Hallo Chak,
    die Peitsche wird aber im Koran auch nicht erwähnt ;-D .
    Kann natürlich auch sein das Weib bringt das Gerät mit.............
    Ich meinte ja auch, ich bin kein Muslim, finde aber Nietzsche gut, da könnte ich mich ja drauf berufen.

  5. #94
    Avatar von dawarwas

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    Re: Scharia in D ?



    Zitat Zitat von DisainaM",p="464409
    Aus meiner Sicht hätte sie sich damit auseinandersetzen müssen, wie in dem konkreten kulturellen Umfeld des Mannes der Koran ausgelegt wird, insbesondere den Teil, wo es um Gewalt gegen Ehefrauen geht, und hätte sich möglicherweise über die deutsche Botschaft vor Ort, eine Stellungnahme über die Ergebnisse von örtlichen Strafverfahren wegen Körperverletzung der Ehefrau einholen müssen.
    Erst nach dieser konkreten Abklärung des Sachverhaltes,
    und natürlich auch der Frage, ob und was die Ehefrau davon konkret wußte, hätte die Richterin diese Argumentation juristisch anführen können.



    Abgesehen das mir bei solchen Gedankengängen die Spuke weg bleibt, das man(n) so etwas auch nur in Erwägung ziehen kann, bist doch Du der jenige, der mit solchen Ideen erst recht die Richter überlastet, so das sie dann wieder keine Zeit für was anständiges haben.


  6. #95
    Avatar von Conrad

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    Re: Scharia in D ?

    Es kann sich der Holländer, der sich in Hannover im Cafe den dicken Joint anzündet hier auch nicht vor Gericht in Deutschland darauf berufen, in seinem "Kulturkreis" wäre das normal und nicht strafbar.

    Hier ist es strafbar und fertig, das kann man selbst als Richter für falsch halten, aber es gelten in Deutschland die deutschen Gesetze und der Richter muß sich dran halten. Der Richter ist eben nicht "völlig frei in seinen Entscheidungen", er kann nicht "kreativ" die Gesetze nach Lust und Laune auslegen.

    Genau deshalb kann der "Kulturkreis" vor Gericht eben zwingend keine Rolle spielen, weil es dann darauf hinausläuft, daß sich jeder aus allem rausreden kann mit billigen Ausreden "in meinem Kulturkreis ist das aber normal".

    Nicht umsonst ist Justizia blind und urteilt ohne Ansehen der Person, nur so kann es funktionieren und nicht anders.

    Alles andere sind billige Ausflüchte, um einen Fall schnell vom Tisch zu bekommen und man kann sich als Richter auch noch damit brüsten, wie total liberal man doch ist.

    Der Holländer, der sich in Bangkok auf der Straße den Joint ansteckt, kriegt umgehend Streß mit der thailändischen Polizei und du kannst dir ja mal in Istanbul auf der Straße die Haschpfeife anstecken, dann siehst du mal, was dann los ist.

  7. #96
    Avatar von DisainaM

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    Re: Scharia in D ?

    unser Rechtssystem muß sich mit der individuellen Situation des Täters auseinandersetzen.

    Ein Lehrer überfährt eine Frau,
    - dies kann Totschlag sein,
    - dies kann Mord sein,
    - dies kann sogar straffrei sein,

    all dies läßt sich aber nur feststellen, wenn man den individuellen Hintergrund des Täters sieht,
    der kann chemisch motiviert sein
    (ein Schüler hatte ihm in seine Kaffekanne einen Drogencocktail plaziert, von dem er nichts wußte)
    der kann psychisch begründet sein
    ( völlig nervlich überlastet hat er keine aktuelle Brille sich machen lassen)
    der kann auf Heimtücke begründet sein
    (er wollte gezielt diese Frau töten)

    diese Klärung des Hintergrundes ist die Pflicht des Gerichtes,
    zumindestens in unserem Rechtssystem

  8. #97
    Avatar von Dieter1

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    Re: Scharia in D ?

    Disaina, bitte geh zum Arzt!

    Ich mein das ernst.

  9. #98
    Avatar von DisainaM

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    Re: Scharia in D ?

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    nimm einen Einführungskurs in unser Recht

  10. #99
    Avatar von Yogi

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    Re: Scharia in D ?

    Danke @Lamai
    Einige Sachen in der Urteilsbegründung habe ich nicht verstanden. Ich wusste bisher nicht, dass im Koran ein "Freibrief" für Männer besteht ihre Frauen zu züchtigen. Woher wusste die Richterin das? Ist sie evtl. selbst Muslimin? Wie kann eine Frau überhaupt Schläge gegen Frauen gutheissen?
    Zu niederen Bewggründen. Wenn ein 18jähriger Muslim, der in D-Land geboren und aufgewachsen ist, seine Schwester tötet, weil er oder die Familie mit Ihrer Lebesauffassung nicht übereinstimmt, ist das für mich ein "niedrigster" Beweggrund. Da gibt es für mich keine Ausrede auf kulturellen Hintergrund.
    Gruß Jürgen

  11. #100
    Avatar von DisainaM

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    Re: Scharia in D ?

    Zitat Zitat von Yogi",p="464448
    Wenn ein 18jähriger Muslim, der in D-Land geboren und aufgewachsen ist, seine Schwester tötet, weil er oder die Familie mit Ihrer Lebesauffassung nicht übereinstimmt, ist das für mich ein "niedrigster" Beweggrund. Da gibt es für mich keine Ausrede auf kulturellen Hintergrund.
    Gruß Jürgen
    Der zu untersuchende Hintergrund bei einem Ehrenmord ist komplizierter.
    Was die reine Tat angeht, ist es unstrittig,

    Die Strafgesetzgebung in der Bundesrepublik Deutschland unterscheidet zwischen einem Tötungsdelikt und Mord. Ein Mord setzt immer eine vorsätzliche Handlung voraus. Bei einem bloßen Tötungsdelikt wird dem Angeklagten eine verminderte Schuldfähigkeit unterstellt und das Strafmaß in der Regel entsprechend reduziert. Bei einem so genannten Ehrenmord wird - im Gegenteil - im Regelfall die „besondere Schwere der Schuld” festgestellt und der Straftäter wegen Mordes „aus niederen Beweggründen” verurteilt.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Ehrenmo...iche_Situation

    doch wenn es um die Frage der Anstiftung geht,

    Obwohl in allen Staaten der Welt bei Mord und Totschlag in der Regel hohe Strafen verhängt werden, gibt es auch Staaten, wo Ehrenmorde ungesühnt bleiben. Dies ist besonders der Fall in besonders streng archaisch oganisierte Gesellschaften. Richter tolerieren oftmals kulturell-traditionell-motivierte Verbrechen, entgegen den eingeen Strafgesetzen. In Ländern, wo die Rechtsstaatlichkeit Fortschritte macht (wie z. B. in der Türkei), werden oft Minderjährige zur Tat angestiftet, um Strafmilderung zu erreichen. Inzwischen stehen in der Türkei Ehrenmorde auch bei Jugendlichen unter sehr hoher Strafandrohung, was dazu geführt hat, dass die Zahl der Ehrenmorde dort drastisch abgenommen hat.
    kann sich unsere Justiz einer Untersuchung des kulturellen Hintergrundes nicht verschließen.

    7. Februar 2005

    Die 23-jährige Deutsch-Türkin Hatin Sürücü wird an einer Bushaltestelle im Berliner Stadtteil Tempelhof aus nächster Nähe niedergeschossen. Die Frau hinterlässt einen fünfjährigen Sohn.

    13. Februar 2005

    Die Polizei nimmt drei Brüder des Opfers im Alter von 18, 24 und 25 Jahren unter dringendem Tatverdacht fest.

    14. Februar 2005

    Ein Ermittlungsrichter erlässt Haftbefehl gegen die Brüder. Der Vorwurf lautet auf gemeinschaftlichen Mord.

    8. Juli 2005

    Die Staatsanwaltschaft erhebt Anklage wegen gemeinschaftlichen Mordes aus Heimtücke und niederen Beweggründen. Die Ankläger sind überzeugt, einen «Ehrenmord» aufgeklärt zu haben.
    ...

    14. September 2005

    Begleitet von einem großen Medieninteresse beginnt der Prozess vor dem Berliner Landgericht. Gleich am ersten Verhandlungstag gesteht der jüngste Bruder die tödlichen Schüsse. Nach seiner Darstellung hatten seine Brüder nichts mit den Schüssen zu tun.
    ...

    26. Januar 2006

    Ein Gerichtsmediziner erklärt den jüngsten Angeklagten für voll schuldfähig. Er habe bei den tödlichen Schüssen nicht im Affekt gehandelt.

    23. März 2006

    Die Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft für die beiden älteren, inzwischen 25 und 26 Jahre alten Angeklagten. Der jüngste Bruder soll eine Jugendstrafe von neun Jahren und acht Monaten Haft bekommen. Die Verteidigung fordert für den 25-Jährigen Freispruch.

    30. März 2006

    Die Verteidigung beantragt für den 26 Jahre alten Angeklagten ebenfalls Freispruch. Er habe als religiöser Mensch auf keinen Fall den Tod seiner Schwester gebilligt.

    7. April 2006

    Die Verteidigung beantragt für den mittlerweile 20 Jahre alt gewordenen Todesschützen eine harte Strafe, die aber unter der maximal zulässigen Jugendstrafe von zehn Jahren liegen soll.

    13. April 2006

    Das Berliner Landgerichts verurteilt den jüngsten Bruder zu neun Jahren und drei Monaten Haft. Seine beiden Brüder werden freigesprochen. (nz/dpa)
    http://www.netzeitung.de/vermischtes/392230.html

    ergo,
    unsere Justiz hat kaum eine Chance, die Anstifter zu verurteilen,

    schlimmer noch,
    sollte der geständige Täter während seiner Tat ein 100% Alibi haben,
    was er erst nach einigen Jahren Haft, etwa wenn ein älterer Bruder verstorben ist,
    offenbart,
    kann er mit Recht nach einer Verfahrenswiederaufnahme mit einem Freispruch rechnen.

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