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Robert Enke

Erstellt von resci, 10.11.2009, 20:39 Uhr · 281 Antworten · 15.383 Aufrufe

  1. #81
    Avatar von aalreuse

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    Re: Robert Enke

    Zitat Zitat von messma2008",p="794678
    Zitat Zitat von Andichan",p="794673
    Weiter. Am Samstag sollte ein Länderspiel stattfinden. Wurde abgsagt. Ich frage mich warum???
    Eben, wenn einer unserer Verwandten stirbt, gehen doch ihre Kollegen auch weiter arbeiten.
    Ich finde dieses öffentliche Geschwafel voll peinlich, wenn Lieschen Müller sich vorm Zug wirft schreibt nicht mal die BILD drüber.
    Also lasst die Familie in ruhe trauern, und die Allgemeinheit soll mal die Klappe halten.
    Abartig wie sich die Journalisten mit Blitzlicht und Kameras auf die Witwe stürzen.
    Richtig, eine Gedenkminute und das Spielen mit Trauerflor wäre angemessen gewesen.

  2.  
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  3. #82
    Avatar von messma2008

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    Re: Robert Enke

    Zitat Zitat von aalreuse",p="794681
    Zitat Zitat von messma2008",p="794678
    Zitat Zitat von Andichan",p="794673
    Weiter. Am Samstag sollte ein Länderspiel stattfinden. Wurde abgsagt. Ich frage mich warum???
    Eben, wenn einer unserer Verwandten stirbt, gehen doch ihre Kollegen auch weiter arbeiten.
    Ich finde dieses öffentliche Geschwafel voll peinlich, wenn Lieschen Müller sich vorm Zug wirft schreibt nicht mal die BILD drüber.
    Also lasst die Familie in ruhe trauern, und die Allgemeinheit soll mal die Klappe halten.
    Abartig wie sich die Journalisten mit Blitzlicht und Kameras auf die Witwe stürzen.
    Richtig, eine Gedenkminute und das Spielen mit Trauerflor wäre angemessen gewesen.
    meine worte , paar seiten vorher
    Nur weils nen Promi war, wird gleich wieder die grosse Gedächnishisterie ausgerufen

  4. #83
    Paddy
    Avatar von Paddy

    Re: Robert Enke

    Rational betrachtet gibt es natürlich keinen Grund, warum nur im Fall eines Promifreitods eine öffentliche Aufmerksamkeit erfolgt.

    Jedoch ist es u. A. auch seiner Witwe zu verdanken, daß das Thema Depression und Suizid nun einen Stellenwert in der Öffentlichkeit erhält, den es eigentlich schon lange verdient hätte.

    Es muss Theresa Enke viel Kraft und Überwindung gekostet haben, keine 24 Stunden nach dem Schock, eine Pressekonferenz abzuhalten. Mir scheint eindeutig klar zu sein, daß sie dies nur durch die Absicht, ein bestimmtes Ziel zu verfolgen, tun konnte.

    Nämlich ein gesellschaftliches Defizit zu beseitigen helfen und nachträglich Robert Enkes Tod einen Sinn zu geben. Sie handelte damit auch im Sinne ihres Mannes, dem die Verhältnisse in unserer Gesellschaft niemals egal waren.

    Anders als bei der Glorifizierungsshow für einen Michael Jackson, kann ich diese öffentliche Herausstellung als sinnstiftende Massnahme sehen und somit vernachlässigen, daß andere Suizide nicht die gleiche öffentliche Aufmerksamkeit erfahren. Bei der Anzahl der Fälle würde sich das auch zu schnell abnutzen und letztlich nicht mehr zur Kenntnis genommen.



    „Enke und die Depression
    "Eine Aufgabe zum Nachdenken"
    Robert Enke litt seit Jahren an Depressionen. Doch bis zu seinem Tod blieb die Krankheit für Kollegen, Freunde und Fans unerkannt. Wohl auch deshalb, weil psychische Erkrankungen als Schwäche ausgelegt werden. Weggefährten von Robert Enke fordern nun ein Umdenken. „

    http://www.n-tv.de/sport/Eine-Aufgab...cle586432.html

  5. #84
    Avatar von kcwknarf

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    Re: Robert Enke

    Zitat Zitat von Andichan",p="794673
    Ne, ich denke an all die Menschen, die sich Tag für Tag unter teils persönlichen Anstrenungen für die Menschen im Lande Opfer erbringen. Auch diese Menschen sterben irgendwann einmal. Und wer mach dann so ein Specktakel daraus?
    Du kannst nicht erwarten, dass für jede einzelne Person, die täglich auf der Welt stirbt, ein Riesen Medienspektakel abläuft. Also ich erwarte das bei meinem Ableben nicht.

    Es ist doch ganz normal, dass da eine Gewichtung vorgenommen wird - je nach Bekanntheitsgrad, Erfolg etc.
    Enke ist nun mal der beste deutsche Torwart seit Oliver Kahn. Er ist aktueller Nationaltorhüter und zählt damit wohl zu den 50 bekanntesten Deutschen der Neuzeit.
    Über Westerwelle, Gottschalk oder Schuhmacher würde man ja wohl sicherlich genauso viel berichten.

    Und zudem war es nicht nur ein einfacher Fußballspieler. Wenn man gesehen hat, wieviel Menschen in Hannover gestern auf der Straße waren, dann merkt man, was insbesondere den Hannoveranern dieser Mensch bedeutet hat. Fußball ist ja nicht nur ein Sport. Fußball ist eine Lebensphilosophie. Für viele ist Fußball das wichtigste im Leben. Hannover 96 hatte leider nur einen aktuellen Megastar. Auch in der Hinsicht ist es ein herber Verlust. Und natürlich auch für die deutsche Nationalmannschaft, die für viele Bürger höher angesiedelt ist als die deutsche Bundesregierung.


    Zitat Zitat von Andichan",p="794673
    Aber wenn ich dann so wie am Mittwoch gesehen, die Ehefrau mit an der Pressekonferenz teilnimmt und da noch die -ach so trauernde Wittwe- miemt, dann verstehe ich das ganze nicht mehr. Wenn es dier Witwe wegen des Todesfalls so schlecht geht, wie sie tut, dann farge ich mich ernsthaft, was dieses Schauspiel soll.
    Das wurde im TV erklärt. Sie wollte persönlich Stellung nehmen und dadurch verhindern, dass andere (insbesondere die Medien) über einige Dinge spekulieren. Man hat ihr deutlich angesehen, wie schwer ihr das fiel. Aber dazu muss man eben die komplette Pressekonferenz gesehen haben und nicht nur die Ausschnitte.


    Zitat Zitat von Andichan",p="794673
    Weiter. Am Samstag sollte ein Länderspiel stattfinden. Wurde abgsagt. Ich frage mich warum??? Wurde denn der Afghanistankrieg auch abgesagt, als die Soldaten starben?
    Nein, aber nach dem Amoklauf in deutschen Schulen wurde auch tagelang nicht unterrichtet. Nach dem 11.9. wurde Karneval abgesagt. Es gibt genügend Beispiele, bei denen die Menschen einfach nicht zur Tagesordnung übergehen konnten.
    Die Spieler sind fix und fertig. Viele hatten privaten Kontakt zu Enke. Ist doch logisch, dass man dann nicht den Kopf frei hat, um gegen Chile in Normalform zu spielen. Welchen Sinn hat dann das Spiel?
    In meiner Berufswelt habe ich häufig trauernde Menschen gesehen. Sie arbeiteten nicht wie gewohnt. Auch ich saß schon häufig 8 Stunden im Büro und habe nichts getan, weil ich einfach an andere Dinge denken musste.
    Ich fand es daher ein sehr gutes Zeichen, das Spiel abzusagen. Es zeigt, dass es im eben doch nicht immer nur um Pflichterfüllung geht. Menschen dürfen Gefühle zeigen. Und auch darauf sollte Rücksicht genommen werden. Mir ist die deutsche Nationalmannschaft dadurch um einiges sympathischer geworden. Und das schaffen keine Siege.

    Der Vergleich hinkt übrigens mit dem Afghanistankrieg. Ein Krieg ist ja dafür da, dass Menschen sterben. Es ist ja das Ziel! Daher wäre eine Absage ja unlogisch. Der Krieg hätte nie beginnen dürfen!

    Lasst doch die Menschen trauern, wie sie wollen. Ob über Michael Jackson, über Robert Enke, über seine Eltern, Kinder in Afrika, Soldaten oder Straßenhunde.
    Es ist eine persönliche Angelegenheit, die niemand kritisieren sollte. Die hohe weltweite Anteilnahme zeigt, dass der Medienaufwand berechtigt ist.

  6. #85
    Paddy
    Avatar von Paddy

    Re: Robert Enke

    Zitat Zitat von Andichan",p="794673

    Nun hat sich ein Fussballspieler eines Bundesligavereins [highlight=yellow:486cacac21]selbst gerichtet[/highlight:486cacac21]. Welche Gründe da auch immer zum Freitot begetragen haben sind auch für die trauernden nicht zu fassen. Aber wenn ich dann so wie am Mittwoch gesehen, die Ehefrau mit an der Pressekonferenz teilnimmt und da noch [highlight=yellow:486cacac21]die -ach so trauernde Wittwe- miemt[/highlight:486cacac21], dann verstehe ich das ganze nicht mehr. Wenn es dier Witwe wegen des Todesfalls so schlecht geht, wie sie tut, dann farge ich mich ernsthaft, was dieses Schauspiel soll.
    Sorry, aber Du scheinst das Gemüt eines Esels zu haben.

    Weder hat Robert Enke sich gerichtet (wo hatte er den Schuld auf sich geladen?), noch ist die Trauer seiner Witwe auch nur im Geringsten in Zweifel zu ziehen.

    "Absolut stark. Hochachtung vor Theresa Enke"

    http://www.n-tv.de/mediathek/videos/...cle587068.html

  7. #86
    Avatar von Andichan

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    770

    Re: Robert Enke

    Hallo @kcwknarf,

    ich habe versucht nur einige Beispiele zu verdeutlichen, warum mir es missfällt, dass -auch wenn es ein Mensch ist der im Blickfeld steht- nach seinem Tod Medienmäßig vorgeführt wird.

    Viele sagen er hat es verdient. Ja hat er auch. Wenn er "normal verstorben wäre". Aber einen Medienzirkus zu veranstalten, nachdem er den Freitod gewählt hat, weil er -so die Medien- keinen Ausweg wusste. Man da muss man schon ne Menge Verständnis haben.

    Ich komme aus einem Berufszweig der sich immer wieder mit dem Tod anderer Menschen befasst/ befassen muss.

    Hier mal ein Gedanke:


    Stellt Euch vor: eine Person aus eurem Umfeld, hatte einen Unfall. Eigentlich nichts ungewöhnliches.

    Das Passiert.

    Das Problem ist nur, dass diese Person dadurch zu einem Unfall kam, weil ein anderer aus Selbstmordgründen die Fahrspur wechselt und in den Gegenverkehr knallt, um damit seinen Tod hervorzurufen.

    Anderer Fall.

    Stellt Euch vor Ihr seid von Beruf Zugführer. Ihr tretet am Morgen den Dienst an und gebt der Frau und dem geliebten Kinde enen Kuss - Bis heute Abend-, Tschüß.
    So weiter. Die Fahrt geht von München nach Berlin, von da nach Hannover und zurück nach München. Irgendwo auf der Strecke, im Nebel oder etwas Dunkelheit seht Ihr nur noch einen Schatten und es knallt.
    War es ein Reh? Eine Kuh? Nein schlimmer ein Mensch!! Ein Mensch der sich das Leben nahm. Ausgerechnet auf Eurer Linie, an diesem Tag, um diese Zeit. Ausgerechnet bei Mir!

    Was denkt man denn? Versteht hier irgend einer den Zugfahrer? Der jetzt möglicherweise im Krankenhaus liegt, weil er es nicht verkraftet, dass er ein Mensch überrollt hat?Und dann noch, wenn es sich später herausstellt, das dieser Selbstmörder eine angesehne Persohn im öffentlichen Leben war.

    Wer denkt an diesen Mann? An seiner Familie? Wer?

    Und dann kommen tausende Menschen bei einer Trauerfeier zusammen und kein Wort an die Person, die vieleicht nie mehr den geliebten Job ausüben kann, da dieser bei jeder neuen Fahrt an dieses Ereignis denken muss.

    [fade:1450b4733f]Leute jetzt seid Ihr drann und denkt mal darüber nach.
    [/fade:1450b4733f]

    Schönen Gruß.


    Andichan


    PS: Ich denke oft an den Menschen, den ich nicht mehr Retten konnte!

  8. #87
    Paddy
    Avatar von Paddy

    Re: Robert Enke

    Zitat Zitat von Andichan",p="794703
    Und dann kommen tausende Menschen bei einer Trauerfeier zusammen und kein Wort an die Person, die vieleicht nie mehr den geliebten Job ausüben kann, da dieser bei jeder neuen Fahrt an dieses Ereignis denken muss.
    Falsch. Ich habe mehrfach beobachten können, daß auch dies seine Erwähnung gefunden hat. Nicht zuletzt auch in der Predigt der Trauerfeier.

    Da es aber im Durchschnitt 3 x täglich passiert, daß sich jemand vor einen Zug wirft, muss ein Lokführer leider auch immer damit rechnen oder einen anderen Job machen.

  9. #88
    Avatar von aalreuse

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    Re: Robert Enke

    Mir ist vor Jahren mal ein Kind ins Auto gelaufen. Zum Glück war der Zusammenstoß am hinteren Kotflügel. Außer ein paar blauen Flecken und einer leichten Gehirnerschütterung ist glücklicherweise nichts passiert. Schon das hat mir unheimlich zugesetzt. Ich habe lange gebraucht, um das zu verarbeiten. Ich will nicht wissen wie ich mich gefühlt hätte, wenn das nicht so glimpflich abgegangen wäre. Der Lokführer kann einem nur leid tun

  10. #89
    Avatar von aalreuse

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    Re: Robert Enke

    Zitat Zitat von Paddy",p="794704
    Da es aber im Durchschnitt 3 x täglich passiert, daß sich jemand vor einen Zug wirft, muss ein Lokführer leider auch immer damit rechnen oder einen anderen Job machen.
    Nun wir müssen als Autofahrer auch täglich damit rechnen in eine solch missliche Lage zu kommen. Damit rechnen zu müssen und tatsächlich betroffen sein, ist ein himmelweiter Unterschied

  11. #90
    Paddy
    Avatar von Paddy

    Re: Robert Enke

    Zitat Zitat von aalreuse",p="794706
    Zitat Zitat von Paddy",p="794704
    Da es aber im Durchschnitt 3 x täglich passiert, daß sich jemand vor einen Zug wirft, muss ein Lokführer leider auch immer damit rechnen oder einen anderen Job machen.
    Nun wir müssen als Autofahrer auch täglich damit rechnen in eine solch missliche Lage zu kommen. Damit rechnen zu müssen und tatsächlich betroffen sein, ist ein himmelweiter Unterschied
    Der Unterschied ist mir schon klar. Aber der Mann ist sicher nicht erst seit gestern Lokführer und hat auch in seinem Umfeld Kollegen, denen dies auch passiert ist, falls er nicht sogar selbst schon einmal betroffen war. Unter Lokführern ist dies immer allgegenwärtiges Thema. Noch öfter geschehen übrigens Kollisionen mit Tieren.

    Leider ist es einem depressiven Suizidkandidaten nicht möglich, so etwas mit zu bedenken und selbstverständlich gilt diesem Lokführer gleichfalls das Mitgefühl. Das ist ja auch mehrfach erwähnt worden.

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