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Robert Enke

Erstellt von resci, 10.11.2009, 20:39 Uhr · 281 Antworten · 15.442 Aufrufe

  1. #71
    Avatar von strike

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    Re: Robert Enke

    Zitat Zitat von kcwknarf",p="794605
    Was man den Menschen bieten muss: Selbstbewusstsein und den Rückhalt in der Gesellschaft - auch vom Staat.
    Das könnte Dir so passen.
    Glaubst Du ein selbstbewusster Bürger mit Rückgrat liesse sich einfacher führen?
    Dies kann gar kein ernsthaftes Ziel unseres Gesellschaftssystems grundsätzlich sein, höchstens das Ziel eines Einzelnen.

    ****************

    Ich habe mich gefragt warum 35.000 Menschen (offiziell) aktiv(!) Anteilnahme am Tod eines Menschen nehmen, den wahrscheinlich nicht mal 34.995 persönlich kannten.
    Ist ja schon eine beeindruckende Zahl.
    Warum machen dies Menschen überhaupt?
    Die Informationen die sie über den Betreffenden haben sind die, die sie aus den Medien erfahren.
    Daraus macht man sich dann ein eigenes Bild und reagiert.
    Oder auch nicht.

    Michael Jacksons Tod hat mich überhaupt nicht berührt, der Mord an John Lennon dagegen sehr.
    Warum?
    John Lennon hatte - für mich - etwas mitzuteilen.
    Michael Jackson?
    Für mich eher nicht.

    Warum beschäftigt mich der Tod Robert Enkes?
    Weil er wieder eine Antwort auf die Sinnfrage unseres Lebens in dieser Gesellschaft gibt?
    Weil er für eine kurzen Augenblick die Realität klar macht?

    Der gute Mann hatte doch eigentlich alles, was nach den Massstäben des bundesrepublikanischen Michels automatisch Glück und Zufriedenheit verheisst?
    Zumindestens suggeriert uns dies unter anderem täglich unser Umfeld, der Wahlkampf und die Werbeblöcke im TV.

    Die Message - für mich - ist:
    "Glaubt nicht an versprochene Glückseligkeit durch materielle Dinge, stellt euch eurem Leben.
    Und allen damit verbundenen Unbill aber auch Glücksmomenten.
    Macht euch klar wie fragil die sogenannte gesellschaftliche Anerkennung ist und wie zerstörerisch der damit verbundene und unabdingliche Untertanengeist wirkt!"

    Bitte, dies kann natürlich jeder anderes interpretieren.
    Und mein Mitgefühl vor allem für seine Frau Teresa Enke gilt.


  2.  
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  3. #72
    Avatar von strike

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    Re: Robert Enke

    Zitat Zitat von Micha",p="794632
    Zitat Zitat von Lukchang",p="794618
    Die Zahl der Vorfälle,
    Mich würde mal interessieren, wie viele Menschen insgesamt in diesem Land jährlich den Freitod wählen.
    wikipedia sagt folgendes:

    Die Zahl der Suizide in Deutschland folgt seit ca. 1980 einem fallenden Trend. 2007 betrug sie 9402 (11,4 je 100.000 Einwohner), während sie 1980 bei 18.451 (23,6 je 100.000 Einwohner) gelegen hatte.[4][5] Zusätzlich ist von einer hohen Dunkelziffer auszugehen. Als Gründe für den Rückgang werden eine verbesserte fachärztliche Versorgung und die Enttabuisierung psychischer Erkrankungen angesehen. Suizide entsprachen 2007 1,1 % aller Todesfälle und 30,7 % der Todesfälle mit äußerer Ursache (Vergleich: Unfälle 60,4 %, darin Stürze 25,2 %, Verkehr 16,9 %).[4]

  4. #73
    Avatar von Lukchang

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    Re: Robert Enke

    Moin-Moin!

    Zahl liegt bei ca. 10000 pro Jahr damit etwa doppelt so viel wie Straßenverkehrsopfer. Rechne mal davon wenn nur etwa jeder zwanzigste mit nem Zug da kommt was zusammen.

    Mann von ner Arbeitskollegin war Lokführer. Daher weiss ich ein bisschen mehr drüber als was man in der Bild findet ...

    Klaro am besten keinen "goldenen Schuss" oder so. Aber es ist schon ein Unterschied ob Feuerwehr etc. wo eine Leiche bergen muss oder jemand einem zufälligen Unbekannten vors Auto springt wo der sich danach sogar noch mit dem Staatsanwalt rumschlagen muss und wenn z.B. Suizid-Absicht beim Opfer nicht nachweisbar ist ganz alt aussehen kann.

    Denn auf Hoher See und vor einem deutschen Gericht ist man allein in Gottes Hand ...

    Lukchang

    @Strike: Thx warst schneller und präziser.

  5. #74
    Avatar von Conrad

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    Re: Robert Enke

    Zitat Zitat von kcwknarf",p="794605
    Was man auch mal bedenken sollte.
    Es gibt ja Kritik, dass Enke nicht an seine Familie gedacht hat.

    Es gibt aber sehr viele Menschen, die zwar sehr beliebt sind, das aber nicht wahrhaben wollen oder können. Sie fühlen sich niederwertig. Und dann denken sie "wenn es mich nicht geben würde, würde es euch besser gehen". Daraus ergibt sich dann, dass potentielle Selbstmörder zu viel an die Familie denken - aber fatalerweise falsch.

    In diesem Fall kommt dann noch ein Sonderfall hinzu:
    der Staat mischt sich stark ein. Das Kind hätte entzogen werden können, wenn der Vater labil ist. Also denkt man, ich gehe, dann kann das Kind wenigstens bei der Mutter bleiben. Auch ein zu starkes Denken an die Familie - wieder falsch.

    Was man den Menschen bieten muss: Selbstbewusstsein und den Rückhalt in der Gesellschaft - auch vom Staat.

    Was den Loführer betrifft: es ist schon ein Unterschied, ob es sich um einen Unfall handelt oder um einen gewollten Tod (also eine Art Sterbebeihilfe). Dem Lokführer trifft ja absolut keine Schuld. Und würde er darunter leiden würde darüber in den Medien sicherlich schon etwas stehen.
    Depression ist eine (schwere) Krankheit und kann heutzutage sehr gut mit Medikamenten behandelt werden. Viele wollen aber keine Pillen einwerfen, weil sie meinen, dann nicht mehr "authentisch", sie selbst, zu sein, was wiederum eine eher philosophische Frage ist. Wann ist man man selbst ? Die Realität, die wir alle sehen, wird lediglich von unserem Gehirn erzeugt.

    Tiere z.B. leben wahrscheinlich in einer ganz anderen Welt, weil ihr Gehirn eine ganz andere Welt erzeugt, mit Wahrnehmungen, die Menschen oder andere Tiere nicht wahrnehmen können.

  6. #75
    Doc-Bryce
    Avatar von Doc-Bryce

    Re: Robert Enke

    bis zum gestrigen tag habe ich den mann nicht gekannt.
    bin absolut kein fusballer.
    deshalb habe ich ein gefühl als wenn ich wie jeden tag hier in meiner tageszeitung die todesanzeigen lese.

  7. #76
    Paddy
    Avatar von Paddy

    Re: Robert Enke

    Zitat Zitat von Lukchang",p="794638

    Mann von ner Arbeitskollegin war Lokführer. Daher weiss ich ein bisschen mehr drüber als was man in der Bild findet ...
    Es handelt sich um rund tausend Fälle im Jahr (Quelle DB)

  8. #77
    Avatar von Lukchang

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    Re: Robert Enke

    Moin-Moin!

    @Paddy: Danke für die Präzisierung. Hatte mich verrechnet erst an ca. 20 Jahre alte Gesamt-Zahlen gedacht da wären 5% etwa 1000 Fälle gewesen. Sind jetzt etwa 10% aller Suizide. Das sind dann ca. drei am Tag, da ist die Chance für einen Lokführer in D damit konfrontiert zu werden schon nicht gering.

    Aber wenn diese Katastrophe um Enke und die Diskussion danach bewirkt dass wir in der Öffentlichkeit egal ob es Sport, Politik, Wirtschaft, ShowBiz betrifft von dem Anspruch der immer strahlenden HeldenHélden (und -Innen) wegkommen dann ist das sehr OK. Und hilft vielleicht Anderen bei Problemen einen besseren Weg zu suchen, ohne sich totzuschämen!

    Wär gut meint

    Lukchang

  9. #78
    Avatar von Andichan

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    Re: Robert Enke

    Ich muss sagen, dass hier schon einwenig übertrieben wird. Man kann kaum noch das Fernsehen einschalten, ohne auf diesen Selbstmord hingewiesen zu werden.

    Ja, es ist traurig, wenn ein Mensch sein Leben selbst beendet.

    Aber ist es wirklich notwendig, dies soweit zu treiben, dass man wohin man auch sieht diesen Selbstmord präsentiert wird?
    Ja jetzt denken wieder einige, was der da für´n Sch... schreibt.
    Ne, ich denke an all die Menschen, die sich Tag für Tag unter teils persönlichen Anstrenungen für die Menschen im Lande Opfer erbringen. Auch diese Menschen sterben irgendwann einmal. Und wer mach dann so ein Specktakel daraus? Wer schreibt dann einmal den Aufmacher in einer Zeitung? Und welcher TV Sender bringt dann einmal diesen Menschen als Topnachricht? Keiner. Nicht einer macht sich über diese Menschen gedanken.

    Nun hat sich ein Fussballspieler eines Bundesligavereins selbst gerichtet. Welche Gründe da auch immer zum Freitot begetragen haben sind auch für die trauernden nicht zu fassen. Aber wenn ich dann so wie am Mittwoch gesehen, die Ehefrau mit an der Pressekonferenz teilnimmt und da noch die -ach so trauernde Wittwe- miemt, dann verstehe ich das ganze nicht mehr. Wenn es dier Witwe wegen des Todesfalls so schlecht geht, wie sie tut, dann farge ich mich ernsthaft, was dieses Schauspiel soll.

    Weiter. Am Samstag sollte ein Länderspiel stattfinden. Wurde abgsagt. Ich frage mich warum??? Wurde denn der Afghanistankrieg auch abgesagt, als die Soldaten starben?
    Nein und das hat hauch seinen Grund. Und genauso sehe ich das mit dem Länderspiel. Es sollte stattfinden. Gerade wegen des Gedenkens an diesen Spieler. Denn gerade dann kann auch der Verein bzw. die Spieler der Nationalelf ihren Beitrag zur Trauer leisten. Dies hilft niemanden.

    Ja es ist in Ordnung, wenn es eine Gedenkfeier gibt, doch sollen die Promoter mal die Kirche im Dorf lassen.


    Gruß

    Andichan


    So, jetzt könnt ihr mich in der Luft zerreißen!



  10. #79
    Avatar von aalreuse

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    Re: Robert Enke

    Zitat Zitat von Paddy",p="794647
    Es handelt sich um rund tausend Fälle im Jahr (Quelle DB)
    Ja, zwischen zwei und fünf Leuten springen [highlight=yellow:2ab71ec13b]täglich[/highlight:2ab71ec13b] vor einem Zug. Herr Enke, so tragisch die Geschichte auch ist, ist also nur einer von vielen. Wäre er nicht so ein Promi, wäre das Ereignis nicht mehr als eine Kurzmeldung in den Regionalnachrichten wert gewesen, obwohl die Schicksale, welche hinter den anderen Selbsttötungen stecken, nicht weniger dramatisch sind. Von den seelischen Folgen für die Lokführer und die Rettungskräfte welche Lebensmüden von den Schienen kratzen dürfen, will ich erst gar nicht anfangen zu sprechen.

    Eines hat der Freitod von Robert Enke in seiner Prominenz aber bewirkt. Er hat gezeigt wie viele in unserer verrohten, egoistischen und endmenschlichten Leistungsgesellschaft umgehen bzw. nicht umgehen und sollte uns alle zum Nachdenken anregen. Viele Mitmenschen in unserem tagtäglichen Umfeld sind einsam und allein und brauchen unsere Hilfe....

    Trotz allem Robert Enke r.i.p. und viel Kraft für die Hinterbliebenen

  11. #80
    Avatar von messma2008

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    Re: Robert Enke

    Zitat Zitat von Andichan",p="794673
    Weiter. Am Samstag sollte ein Länderspiel stattfinden. Wurde abgsagt. Ich frage mich warum???
    Eben, wenn einer unserer Verwandten stirbt, gehen doch ihre Kollegen auch weiter arbeiten.
    Ich finde dieses öffentliche Geschwafel voll peinlich, wenn Lieschen Müller sich vorm Zug wirft schreibt nicht mal die BILD drüber.
    Also lasst die Familie in ruhe trauern, und die Allgemeinheit soll mal die Klappe halten.
    Abartig wie sich die Journalisten mit Blitzlicht und Kameras auf die Witwe stürzen.

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