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Robert Enke

Erstellt von resci, 10.11.2009, 20:39 Uhr · 281 Antworten · 15.396 Aufrufe

  1. #221
    Tramaico
    Avatar von Tramaico

    Re: Robert Enke

    Zitat Zitat von aalreuse",p="795927
    Ich sehe keinen Unterschied darin ob ein 16 Jähriger Jugendlicher oder ein 32-Jähriger Erwachsener am Leistungs- und Erwartungsdruck unserer verrohten, entmenschlichten und egomanischen Gesellschaft zu Grunde geht.
    Wie steht es mit Muendigkeit und Selbstverantwortung, die ja automatisch durch ein Mindestalter erworben wird. Hier ist ein klarer Unterschied.

    Sollen labile Menschen einen Vormund bekommen und ihnen die Muendigkeit abgesprochen werden? Sollte ein Erwachsenentest durchgefuehrt werden? Dieses waere dann natuerlich wider unhuman, denn dieser Test wuerde natuerlich zum Idiotentest stilisiert werden.

    Ein Mensch erhaelt durch Volljaehrigkeit eine Menge an Rechten UND Pflichten. Muessen wir als verantwortungsvoller Mensch nun herumlaufen und versuchen in der Nachbarschaft Depressionen zu identifizieren. Herr Enke hatte viel Freunde, heisst es. Bezweifle ich eher. Eher Pilotfische, die sich im Kielwasser des Wirtfisches herumtreiben.

    Du vertrittst die Ansicht, dass die Gesellschaft am Tod Herrn Enkes Schuld sei. Wo ist diese Schuld? Herr Enke hat den Lebensweg eines beruehmten Sportlers gewaehlt. Er hat sicherlich viel mehr Geld verdient, als die meisten. Natuerlich lastet unter diesen Umstaenden ein erheblicher Mehrdruck auf ihm. Diesem war er anscheinend nicht gewachsen und er ist daran zerbrochen. Er hatte die Wahl auszusteigen. Er ist es nicht. Sind jetzt die Fussballfans Schuld, der DFB, die voellig ueberzogenen Gehaelter... was denn nun.

    Aus irgendeinem Grund war Herr Enke nicht hart genug fuer dieses harte Leben, dass in einem Sozialstaat sogar weitaus weniger hart ist, als in einem Entwicklungsland. Das Leben ist mit Sicherheit fuer einen afrikanischen Masaai wesentlich haerter als fuer Herrn Enke.

    Wo ist denn jetzt eigentlich diese Unmenschlichkeit im sozialen Deutschland? Wie sieht es dann mit anderen Laendern aus, wo es heisst friss oder stirb.

    Erwaehnte schon, der Mensch entwickelt sich nicht weiter, er pervertiert und wird immer ueberlebensunfaehiger. Dies scheint tatsaechlich die ultimative Waffe der Natuer zu sein. Der Mensch mutiert zu einem Lebewesen, das den Ast auf dem es sitzt einfach absaegt. Natuerlich war am Ende der Baum schuld, die Erdanziehung, der Saegenhersteller oder was auch immer.

    Okay, nehmen wir doch einfach mal die These auf, dass Herr Enke durch die entmenschlichte Gesellschaft um's Leben kam. Er war in psychologischer Behandlung. Ist die Schulmedizin nicht das vermeintliche Ultimo der modernen Gesellschaft. Fuer jedes Wehwehchen einfach ein Pillchen. Weil es so einfach ist.

    Loseungen: Kein Profisport mehr? Keine Spitzengagen mehr? Sozialismus? Alle sind gleich? Von niemanden wird etwas erwartet? Planwirtschaft? Abnahme jeglicher Verantwortung durch den Staat vom Buerger? Ist es das?

    Wie haette der Tod von Herrn Enke denn nun verhindert werden koennen?

    Die Antwort ist wie immer ...........

    Und morgen wird es ein anderer sein. Depression sei Dank. Die Natur ist gnadenlos und weiss sich zu wehren. Der Mensch bockt und stampft mit dem Fuss auf. Interessiert die Natur aber einen Scheissdreck. Mich uebrigens zwischenzeitlich auch.

  2.  
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  3. #222
    Avatar von Conrad

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    11.04.2005
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    8.818

    Re: Robert Enke

    Zitat Zitat von messma2008",p="795933
    Zitat Zitat von Conrad_reloaded",p="795931
    nur machen die Medien um jeden Pups ein enormes Bohei.
    Genau das ist das Problem, die Medien schüren diese Anteilnahmehysterie bis hin zum Unerträglichen. Das grenzt schon an Leichenfledderei, und Tausende medial manipulierte Leutchen laufen Traueramok.
    Man ich kann den Namen Enke im TV schon nicht mehr hören, was sicher nicht an ihm, seiner Familie oder an seinem Tod liegt, sonder an der sensationsgeilen Berichterstattung in den deutschen Medien.
    Ohne das Bohei wäre es ein lokales hannoversches "Event" gewesen, bestenfalls noch was für Fußballfans.......

    Jeden Tag bringen sich Leute um, werden überfahren, sterben qualvoll an Krebs und kein Hahn kräht danach.

    Um Enke wird das Heldenmythos gewebt vom starken Helden der unter dem Druck zusammenbrach aber sich wie ein Mann nichts anmerken ließ, gefallen im Kampf für den Sieg und das Vaterland und in "stolzer Trauer" steht aufrecht seine Witwe weinend am Grabe.

    Das Pathos vom "wir machen trotzdem weiter und wenn die Welt in Scherben fällt" kommt mir auch irgendwie bekannt vor. Es ist das "nie geschriebene Ruhmesblatt" des einsamen Helden der fiel für Volk und Vaterland und sich nie, niemals nichts anmerken ließ.

    Pathos laß nach, habt ihrs nicht ne Nummer kleiner ?

    Am meisten nervt das Geschwafel von der bösen entmenschten, rücksichtslosen u. brutalen und natürlich KAPITALISTISCHEN Gesellschaft, dieses abgedroschene Alt-68er-BLABLA......ich kann es nicht mehr hören.....

  4. #223
    Avatar von Joerg_N

    Registriert seit
    26.04.2005
    Beiträge
    15.172

    Re: Robert Enke

    Ich finde es wird nicht genug dargestellt wie er mit seinem Selbstmord
    vor dem Zug eine starke Gefaehrdung des Lokfuehrers und
    der Passagiere darstellte.

    Wirft einer einen Stein vor einen fahrenden Zug wird er sicher auch nicht bemitleidet - wenn Leute sich
    schon umbringen muessen doch bitte nicht andere gefaehrden - und das hat er getan und das ist wahrlich kein heldenstück

  5. #224
    Tramaico
    Avatar von Tramaico

    Re: Robert Enke

    Zitat Zitat von Paddy",p="795936
    Einer Deiner vielen Denkfehler ist jedoch, der Depressive hat keine Option (genau das ist nämlich Merkmal einer schweren Depression).
    Also keine Heilungschance, auch nicht durch die Schulmedizin, durch die er ja betreut wurde. Sprich, Herr Enkes Tod war nicht zu verhindern. Somit waere das Thema dann erledigt.

    Herr Enke hatte keine Ueberlebenschance, weil er unheilbar krank war. Er haette sich auch als Baecker oder Autoschlosser das Leben genommen, da Depression keine ausseren Ursachen haben sondern auf inneren chemischen Prozessen basieren.

    Fazit: Die Gesellschaft ist NICHT an Herrn Enkes Tod in irgendeiner Weise schuld, es sei denn, es wurde ein aerztlicher Kunstfehler begangen. Fall geloest.

  6. #225
    Paddy
    Avatar von Paddy

    Re: Robert Enke

    Zitat Zitat von Tramaico",p="795948
    Zitat Zitat von Paddy",p="795936
    Einer Deiner vielen Denkfehler ist jedoch, der Depressive hat keine Option (genau das ist nämlich Merkmal einer schweren Depression).
    Also keine Heilungschance, auch nicht durch die Schulmedizin, durch die er ja betreut wurde. Sprich, Herr Enkes Tod war nicht zu verhindern. Somit waere das Thema dann erledigt.
    Und warum ist das Thema u.A. für Dich nicht erledigt?
    Niemand zwingt Dich dazu, es zu Deinem Thema zu machen, oder?

    ja, sein Tod war nicht zu verhindern. Das beweist seine Ausführung.

    Ja, sein Psychologe hat versagt. Denn immerhin hatte Enke sich in Behandlung begeben (sicher nicht ohne den Rat engster Vertrauter). Was widerum beweist, daß auch med. "Hilfe" manchmal erfolglos bei einer solchen Krankheit sein kann.

    Ich hätte ihm eine andere Lösung aufzeigen können. Fraglich allerdings, ob es ihm zugänglich gewesen wäre, hätte es diesen Kontakt gegeben.

  7. #226
    Paddy
    Avatar von Paddy

    Re: Robert Enke

    Zitat Zitat von Conrad_reloaded",p="795944
    Um Enke wird das Heldenmythos gewebt vom starken Helden der unter dem Druck zusammenbrach aber sich wie ein Mann nichts anmerken ließ, gefallen im Kampf für den Sieg und das Vaterland und in "stolzer Trauer" steht aufrecht seine Witwe weinend am Grabe.

    Pathos laß nach, habt ihrs nicht ne Nummer kleiner ?
    Hast Du es nicht eine Nummer kleiner?

    Wer spricht denn von Heldenmythos? Was ist denn daran heldenhaft sich umzubringen? Wie kommst Du dazu, seiner weinenden Witwe Stolz zu unterstellen? Glaubst ausgerechnet Du ihre Gefühle zu verstehen?

    Du bist pietätlos!

  8. #227
    Avatar von kcwknarf

    Registriert seit
    27.06.2005
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    10.249

    Re: Robert Enke

    Zitat Zitat von Tramaico",p="795948
    Also keine Heilungschance, auch nicht durch die Schulmedizin, durch die er ja betreut wurde.
    Eben nicht. Aus Angst vor Veröffentlichung hat er ja einen Arzt in Köln aufgesucht. Auch ihm hat er ja dann irgendwann vorgegaukelt, dass er in Ordnung sei. Aus Angst, der Staat würde ihm als depressiven Vater das Kind wegnehmen. Das stand ja alles in seinem Abschiedsbrief.

    Hätte er den Rückhalt der Gesellschaft (Jugendamt, Verein, Fans, gegnerische Fans, die "Männer müssen Stärke zeigen"-Fraktion, Medien) gehabt, dann hätte er die Behandlung intensiver fortführen können.

    Ein ähnlicher Fall wurde ja in den letzten Tagen auch wieder hervorgegraben: Sebastian Deisler. Er bekannte sich zur Krankheit und zog sich zurück. Die Reaktion der Gesellschaft war damals fast einhellig: er war eine Memme, ein Weichei.

    Hätte er damals das Ziel Zug gewählt, hätte es den Fall Enke jetzt nicht gegeben. Und ich bin sicher: es wird in Zukunft weniger Vorfälle wie diesen geben. Denn nun ist das Volk endlich aufgewacht - bis auf einige, die es immer noch nicht begreifen und den starken Max spielen müssen, bzw. wollen.
    Insofern war der Tod nicht nur ein Tod von vielen, sondern vielleicht sogar ein entscheidender Einschnitt in der deutschen Geschichte, vergleichbar mit Luther, Jesus oder ähnlichen Persönlichkeiten. Nur das wird man natürlich erst in einigen Jahrzehnten bemerken.

  9. #228
    Tramaico
    Avatar von Tramaico

    Re: Robert Enke

    Hey, hey, Paddylein, wir haben doch die Loesung des Falles erst gemeinsam erarbeitet. Hat mich den ganzen Nachmittag gekostet und um das Mittagessen gebracht.

    Keiner ist Schuld, schwarzen Anzuege zurueck in den Schrank, Fahne wieder auf Vollmast bringen, Stadiumrasen in sattem gruen streichen und Thread schliessen, damit nicht noch jemand um sein Mittagessen kommt.

    Die Losung ist ausgegeben. Weitermachen wie bisher. Alles im gruenen Bereich. Auch auf dem Fussballfeld.

  10. #229
    Paddy
    Avatar von Paddy

    Re: Robert Enke

    Zitat Zitat von Joerg_N",p="795947
    Ich finde es wird nicht genug dargestellt wie er mit seinem Selbstmord
    vor dem Zug eine [highlight=yellow:2b1a821397]starke Gefaehrdung[/highlight:2b1a821397] des Lokfuehrers und
    der Passagiere darstellte.
    Hast Du jemals darüber gelesen, daß ein Zug entgleist ist, wenn ein Mensch oder ein Tier überfahren wurde?

    Ja, der Lokführer hat evtl. einen psychischen Knacks dadurch mitbekommen. Hilft ihm eine Schuldzuweisung?

    Kann man bei depressivem Suizid überhaupt von Schuld reden? Nein, denn dazu gehört eine Einsichtsfähigkeit bzw. eine Möglichkeit es vorher zu erkennen.

    Und in nahezu allen Reden wurde,auf Grund der psychischen Belastung, auch an den Lokführer gedacht. Sogar im Stadion wurde dieser Ausdruck des Mitgefühls mit langem Beifall bedacht.

  11. #230
    Avatar von Conrad

    Registriert seit
    11.04.2005
    Beiträge
    8.818

    Re: Robert Enke

    Sag ich doch. Einfach weitermachen.

    Dass es keine Lösung ist "sich einfach wegzuhauen" wie es kürzlich ein nicht unbedingt an übermäßiger Sensibilät leidender Mitinsasse formulierte, sieht man an den trauernden Hinterbliebenen und dem sicherlich traumatisierten Lokführer, aber wenn dieser halbwegs clever und Beamter ist, kriegt er so vielleicht immerhin seine vorzeitige Pensionierung durch

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