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Rassistische Tendenzen in Thailand?

Erstellt von Samuianer, 04.07.2005, 14:01 Uhr · 124 Antworten · 4.484 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Samuianer

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    Rassistische Tendenzen in Thailand?

    Da es in dem Thread "Thailand - teuer Land" unter Touristik zum "Uebertritt der Ufer" kam erlaube ich mir hier fuer Alle die mit diesem Thema Sorge tragen, einen gaenzlich neuen Thread zu eroeffnen!

    Zu dem Thema:
    Was die Post's 18-52 "Thailand - teuer Land" unter "Touristik" angeht wuerde ich vorschlagen "rassistische Neigungen auf xenophobischen Grundlagen basierend, mit stark nationalistischen Tendenzen" an zu setzen. Vorschlaege?

    (Wenn auch ich persoenlich der Meinung bin das ein jedes Volk das gegebene Recht hat auf sein Land stolz zu sein, einen gewissen Patriotismus hegen darf und gewisse "Zoelle", die sonst aus dem Steueraufkommen finanziert werden muessten, fuer Leistungen zu erheben die Besuchern des jeweiligen Landes zu seiner Erholung etc. zugaenglich gemacht werden.)

    Dazu nur folgendes zum Nachdenken oder gar fuer Erklaerungen:
    "Warum sprechen Thais allgemein von Khun Jippun, Khun Malay, Khun Chine aber bei allen westlich anmutenden Langnasen und Weisshaeuten von "Farang" weder Khun Farang noch sonstwas, warum?

    Sind sie irgendwann mal gedemuetigt worden? Etwa von den Franzosen bei der Schlacht um Ko Chang, im Indochinakrieg?

    Was sagt ein Franzose wenn er gefragt wird wo er her kaeme?
    "FaRANgCAISE" daemmerts?

    Zusaetzlich wuerde mich brennend interessieren wie lange das Woertchen Farang in Gebrauch ist???????????????



  2.  
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  3. #2
    Avatar von Dieter1

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    Re: Rassistische Tendenzen in Thailand?

    Das Wort Farang leitet sich tatsächlich von Franzose ab, die Franzosen waren die erste grössere Gruppe von Ausländern in Thailand. Das ganze seit ca. 1700 (Ayutthaya Epoche).

  4. #3
    Avatar von Samuianer

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    Re: Rassistische Tendenzen in Thailand?

    Zitat Zitat von Dieter1",p="257431
    Das Wort Farang leitet sich tatsächlich von Franzose ab, die Franzosen waren die erste grössere Gruppe von Ausländern in Thailand. Das ganze seit ca. 1700 (Ayutthaya Epoche).

    Ja, ja, sag ich doch die Frenchi's... ;-D

    Da war auch was mit einem belgischen Diplomaten - wohl der erst Farang'se ueberhaupt in Siam - als Berater oder so taetig.

    Siehste so kriegen wir den Bogen ...mehr Input!

    Da war noch was mit einem boesen, boesen Ausfall Farang'se und einem Koenig - oder war das nicht historisch und nur Novellistik?

  5. #4
    pef
    Avatar von pef

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    Re: Rassistische Tendenzen in Thailand?

    Das Wort "farang" leitet sich von den Franken ab.

  6. #5
    Avatar von Dieter1

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    Re: Rassistische Tendenzen in Thailand?

    Pef die Franken haben da mit nichts zu tun.

    Hier eine kleine Geschichte aus der Geschichte:

    Die Revolution und der Fall von Phaulkon

    Im Jahre 1686 brach ein Streit zwischen Samuel White und einem Händler aus Golcanda in Indien aus, der mit dem Versenken eines als thailändisch gekennzeichneten Schiffes von White endete. Phaulkon beauftragte als Vergeltung dafür einen seiner Kommandanten mit der Beschlagnahme der Schiffe aus Golcanda.

    Golcanda war der Meinung, die britische East India Company hätte die Aktionen von White unterstützt und reichte eine Beschwerde an Großbritannien ein. Die Company mochte White nicht, da er als Eindringling und als ernsthafter Gegner betrachtet wurde.

    Im April 1687 verlangte die britische East India Company von König Narai Wiedergutmachung für Schäden, die von in Mergui beheimateten thailändischen Piraten durch Raub von Schiffsladungen angerichtet wurden. Als König Narai dies zurückwies, liefen im Juni zwei Kriegsschiffe vor Mergui ein und begannen den thailändischen Handel zu blockieren und jedes thailändische Schiff, das dort anlegte, wurde beschlagnahmt. Alle Engländer, darunter Samuel White, die bei der Regierung Thailands angestellt waren, wurden verhaftet.

    Die Blockade ging schief, als am 14. Juli thailändische Soldaten auf die englischen Kriegsschiffe feuerten und 60 Engländer in Mergui niedermetzelten. Am 11. August 1687 erklärte König Narai der englischen East India Company den Krieg. Auf Drängen Phaulkons kamen im September sechs Kriegsschiffe mit 500 Soldaten der französischen East India Company unter dem Kommando von Claude du Boullay nach Ayutthaya, um gegen die Engländer Hilfe zu leisten.

    Die Franzosen errichteten eine Garnison bei Bangkok, und König Narai ernannte auf Betreiben von Phaulkon einen französischen Gouverneur für Mergui und erlaubte die Stationierung französischer Soldaten im Hafen. Angeblich hatten die Franzosen geheime Anweisung, die Kontrolle über Mergui und Bangkok zu übernehmen, die als „Schlüssel zum Königreich" (von Ayutthaya) angesehen wurden.

    Wahrscheinlich erkannte Phaulkon die kränkelnde Gesundheit von König Narai, die wachsende Opposition und die Stärke von Pra Petraja. Er wusste, dass seine eigene Position durch den Tod des Königs geschwächt würde und er beabsichtigte, Franzosen in Schlüsselpositionen in Ayutthaya zu bringen, in der Hoffnung die Macht hinter einem nachgiebigen Nachfolger zu sein. Der adoptierte Sohn Narais, Mom Pi, wurde als der ideale Thronfolger angesehen. Er war jung genug, um Einflüssen zu unterliegen.

    Es war jedoch Petraja, der schneller am Zuge war. Als sich König Narai krank in der Sommerhauptstadt Lopburi aufhielt, wurde er durch einen Putsch unter Führung von Pra Petraja am 18. Mai 1688 ersetzt, der sich selbst zum König ausrief.

    Am 5. Juni ordnete Petraja, der behauptete, er sei der einzige, der Ayutthaya schützen könne, die Verhaftung von Mom Pi und Constantine Phaulkon an. Die französischen Pläne wurden daher durchkreuzt. Die beiden Halbbrüder des Königs und der glücklose Mom Pi wurden umgebracht, indem sie auf traditionelle königliche Weise mit Knüppeln aus Sandelholz zu Tode geprügelt wurden. Narais Tochter wurde gezwungen Petraja zu heiraten, in dem Versuch eine gewisse Legitimität in den Putsch zu bringen. Phaulkon wurde des Landesverrats bezichtigt, eingesperrt und gefoltert, bevor er in Lopburi geköpft wurde.


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  7. #6
    Avatar von Mr_Luk

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    Re: Rassistische Tendenzen in Thailand?

    @Samuianer,

    "rassistische Neigungen auf xenophobischen Grundlagen basierend, mit stark nationalistischen Tendenzen" an zu setzen. Vorschlaege?
    Ich habe glaube ich, bereits mehr als deutlich gemacht dass ich der Meinung bin dass man die Begriffe Rassismus, rassistisch nicht ohne weiteres in den Raum setzen sollte. Xenophobie und xenophobisch gehören für mich in genau die selbe Kategorie, bedeuten sie doch nichts anderes als ausländerfeindlich, fremdenfeindlich - und das Wort FEINDLICH gefällt mir bereits deshalb nicht weil es doch sehr Teutsch- und leider auch sehr eindeutig klingt. Nationalistisch sind Thais allemal, das abzustreiten wäre nahezu naiv. Aber ein Deutscher, Schweizer oder Osterreicher müsste das doch absolut nachvollziehen können - ich meine, das ist doch für ihn beileibe nichts exotisches!

    Dazu nur folgendes zum Nachdenken oder gar fuer Erklaerungen:
    "Warum sprechen Thais allgemein von Khun Jippun, Khun Malay, Khun Chine aber bei allen westlich anmutenden Langnasen und Weisshaeuten von "Farang" weder Khun Farang noch sonstwas, warum?
    Da ich die Rolle des Advokats des Angegriffenen geschlüpft bin, verteidige ich den Mandanten auch weiterhin:

    Der Ausdruck Farang stammt mit ziemlicher Sicherheit tatsächlich von 'Farangcait' für Franzose ab, - eben die typische "schlechte Betonung" vom Original Français (und nicht etwa Francaise = Französin).

    Eine neutralere Interprätation meint z.B. dass die Franzosen diesen Namen nicht etwa als Agressor, (was sowieso hochgradig spekulativ und zudem noch suggestiv ist) sondern als die ersten Ausländer, die massiv nach Thailand kamen, 'mitgebracht' haben. Bzw. alle anderen Weissen ihn unfreiwillig von ihnen geerbt haben. Die Portugisen und Spanier waren nämlich (glaube ich jedenfalls) vorher in Thailand, aber eben nur wenige Mann, und nur auf 'Stippvisite'.

    Was der Sammelname "Farang" für alle 'Weissen' anbelangt, könnte man es natürlich in die Richtung interprätieren, dass dies in irgendeiner Weise abwertenden wäre. Man könnte es aber auch so intrprätieren dass sie erstens von Geografie keine Ahnung haben, und zweitens viel zu faul und desinteressiert sind, Leute die auf den ersten Blick gleichen Schlages sind, spezifischen Ländern zuzuordnen.

    Denn, aufgepasst für uns Europäer sind Farbige (afrikanischen Ursprungs) erst einmal Afrikaner oder Schwarze, oder dann eben Farbige. Die Leute sind aber in Wirklichkeit auch Ägypter, Malinesen, Senegalesen, Sudanesen, Namibier, Tunesier, Südafrikaner, Nigerianer, Botswaner, Cameruner, etc, etc...

    Und wie nennen wir wohl Simbabwer, oder Botswaner, bevor wir wissen aus welchem Land sie stammen??? Nein, nicht Farangs :-)

    Und was würden wir im Gegensatz denken, wenn ein Mozambiker, oder eine Sambierin uns wegen unserer mangelnden Geografiekenntnissen und Mangel an Interesse (bzw. Desinteresse) an Afrika und seinen Ethnien, "rassistische Tendenzen" unterjubeln wollte?

    Ein Senegalese sagte einmal zu einem Franzosen: "Ihr sagt dass wir uns alle ähnlich sähen? Aber was glaubt ihr denn, für uns seht ihr euch auch alle verdammt ähnlich!"

    Aber spekulieren kostet ja nichts, besonders wenn's auf die Kappe anderer geht, nicht wahr werter Samuianer?

    Immer schön fair und sauber bleiben, - und versuchen sich in die Lage des Gegenüber zu versetzen, schadet sicher nichts! Derjenige der nicht freiwillig in die Rolle des "Anderen" schlüpfen will, findet sich eines Tages unverhofft und obendrein unfreiwillig darin wieder!

  8. #7
    Avatar von Dieter1

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    Re: Rassistische Tendenzen in Thailand?

    Hi Luk,

    ich glaub nicht, dass hinter der Bezeichnung Farang irgendein Rassismus steht. Die Thais können die Buchstaben Kombination f + r nur aussprechen wenn sie ein a dazwischenpacken. Ähnlich wie bei Steak (thailändisch "Sateak").

    Rassismus in Thailand sehe ich eher im Verhältniss der Thais zu ihren laotischen, burmesischen und kambodschanischen Minderheiten und da sogar recht deutlich.

    Gruss Dieter

  9. #8
    Avatar von dawarwas

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    Re: Rassistische Tendenzen in Thailand?

    Ich glaube nicht das die Thais rassistisch sind. Ich glaube eher das sie sich selber schuetzen (kann man ja auch so sehen). Z.B. wer darf wie lange in ihrem Land sein und wieviel Kohle muss er dafuer haben.

    Wem es nicht passt kann ja wo anders hin, werden sie denken.

    Da sind die Franzosen und Italiener eher Rassistisch, denke ich. Dort werden die Maroks, etc. doch noch ziemlich nieder gemacht.

    Aber x ehrlich?! Waeren wir nicht alle froh so eine Auslaender Politik (Visa, Eigentum, Arbeit) haben zu duerfen, wie die Thais. Aber bedingt durch unsere "Altlasten" geht dies bei uns (leider) ja erst gar nicht.

    Gruss.

  10. #9
    Avatar von Mehran

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    Re: Rassistische Tendenzen in Thailand?

    Das Wort Farang ist in den mittleren Orient(Iran, arabische Staaten, Pakistan,...) und eingen südost asiatischen Staaten(Thailand, Indien, Bangladesh,...)verbereitet und heißt nichts anderes "etwas westliches" oder "Jemand vom Westen" und hat keine rassistischen Hintergrund

  11. #10
    Avatar von mipooh

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    Re: Rassistische Tendenzen in Thailand?

    Aber x ehrlich?! Waeren wir nicht alle froh so eine Auslaender Politik (Visa, Eigentum, Arbeit) haben zu duerfen, wie die Thais. Aber bedingt durch unsere "Altlasten" geht dies bei uns (leider) ja erst gar nicht.
    Ich weiss nicht wer nun "wir" sind. Ich gehöre da sicher nicht dazu...

    Manchmal sind Altlasten zu was gut, manchmal eben nicht gut genug. Dann hat man eben das Verlangen nach mehr (Lasten)...
    Es gibt auch eine andere Art zu Lernen als durch das Machen von Fehlern...

    Gruss
    mipooh

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