Ergebnis 1 bis 8 von 8

Lohnverhältnisse wie in den USA

Erstellt von Doc-Bryce, 29.06.2007, 18:14 Uhr · 7 Antworten · 706 Aufrufe

  1. #1
    Doc-Bryce
    Avatar von Doc-Bryce

    Lohnverhältnisse wie in den USA

    Lohnverhältnisse wie in den USA


    Die Lohnschere klafft in Deutschland stärker auseinander als bisher von vielen angenommen. Seit den 80er-Jahren steigen die Reallöhne der Gutverdiener deutlich schneller als die der Geringverdiener.

    Situation hat sich zugespitzt
    Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA). Die Situation habe sich seit Anfang der 90er-Jahre sogar noch zugespitzt: Denn die 25 Prozent mit den geringsten Löhnen büßten von 1991 bis 2001 bis zu zwölf Prozent ihres Verdienstes real ein. Im gleichen Zeitraum stiegen die Löhne der einkommensstärksten 15 Prozent der westdeutschen Bevölkerung um mehr als zehn Prozent.

    Ergebnis spricht für Mindestlöhne
    Den Autoren zufolge profitierten die oberen Gehaltsgruppen besonders vom technologischen Wandel. Die wachsende Ungleichheit am unteren Ende der Lohnskala sei einhergegangen mit der Erosion der Gewerkschaftsmacht, sagte IZA-Forscher Christian Dustmann. Die Analyse widerlegt erstmals die verbreitete Annahme, dass die Lohnstruktur in Deutschland in den vergangenen beiden Jahrzehnten weitgehend stabil geblieben sei. Der Befund dürfte den Befürwortern eines gesetzlichen Mindestlohns neue Nahrung geben, die die steigende Ungleichheit innerhalb der unteren Lohngruppen abmildern wollen.

    Unterschiede nehmen weiter zu
    Die Autoren halten sich selbst mit einer Empfehlung allerdings zurück, da sie die Wirkungen von Mindestlöhnen als zwiespältig bewerten. In ihrer Untersuchung werteten sie jährliche Lohndaten von mehr als 200.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland aus. Die Lohnschere öffnete sich aber selbst innerhalb der Gruppe der Gutverdiener stärker, und zwar in Deutschland und den USA seit Anfang der Achtziger, wie die Wissenschaftler feststellen. In den unteren Lohngruppen dagegen liefen die angelsächsischen Länder voraus. Hier begannen die Löhne in Deutschland erst zehn Jahre später auseinanderzudriften. Während in den USA mittlerweile die Lohnunterschiede am unteren Ende stagnieren, bei Männern sogar schon wieder schrumpfen, nehmen sie hierzulande noch zu, sagte Dustmann.

    Rolle der Gewerkschaft entscheidend
    In Deutschland sei die Entwicklung zum Teil auf die schwächeren Gewerkschaften zurückzuführen. So sei der Anteil der Arbeitnehmer in Westdeutschland, die an einen Tarifvertrag gebunden sind, zwischen 1995 und 2005 um rund 16 Prozentpunkte gesunken. Wäre der Schwund ausgeblieben, hätten der Studie zufolge die Löhne im unteren Einkommensbereich im Jahr 2004 um durchschnittlich acht Prozent, an der Spitze der Einkommenspyramide jedoch nur um 0,8 Prozent höher gelegen. Die Reallohnrückgänge in den unteren Lohngruppen wären vermutlich sogar um ein Drittel geringer ausgefallen, wenn der gewerkschaftliche Organisationsgrad nicht zurückgegangen wäre, schreiben die Autoren.

    Quelle: http://onwirtschaft.t-online.de/c/11.../11639288.html

  2.  
    Anzeige
  3. #2
    Chak3
    Avatar von Chak3

    Re: Lohnverhältnisse wie in den USA

    Interessanten Schluss kann man daraus ziehen: Die Arbeitnehmer sind selbst schuld, weil sie sich nicht mehr ausreichend organisieren. Wenn die Folgen davon zutage treten wird wie üblich nach dem Staat geschrieen.

    Die Unselbständigkeit schreitet immer weiter fort, Selbstverantwortung wollen offensichtlich immer weniger tragen.

  4. #3
    big_cloud
    Avatar von big_cloud

    Re: Lohnverhältnisse wie in den USA

    Doch wenn man sich hier als Gewerkschafter outet, wird man manchmal auch von der Seite angemacht :???:


    Gruss
    der
    Lothar aus Lembeck

  5. #4
    Auntarman2
    Avatar von Auntarman2

    Re: Lohnverhältnisse wie in den USA

    @B_C: Nur, wenn man ein "Betonschädel" ist.

    Ist er ja zum Glück nicht. Aber wenn ich Konsorten wie den Bsirske sehe, dann geht mir schon das Messer in der Tasche auf.

    Schön finde ich auch, wenn die hochbezahlten Herren im AR Entscheidungen mittragen, um dann vor dem "Volk" zu wettern.

    Unabhängige Betriebsräte, die nicht die Interessen der Funktionäre vertreten, sondern die Interessen IHRES Unternehmens und IHRER Mitarbeiter, das wäre etwas.

    So sollte es doch möglich sein, bei Unternehmen in Schwierigkeiten auch einmal GEMEINSAM den Gürtel enger zu schnallen, wenn es notwendig ist. Und dann natürlich auch mit einer starken Vertretung daran teil zu haben, wenn die Gewinne wieder kommen.

    Daher finde ich z.B. eine Mitarbeiterbeteiligung (ob Aktienoptionen oder wie auch immer) für ALLE Mitarbeiter zum Beispiel eine gute Sache. Geht es aufwärts, sollen alle etwas davon haben....

  6. #5
    Chak3
    Avatar von Chak3

    Re: Lohnverhältnisse wie in den USA

    Zitat Zitat von Auntarman2",p="498621

    Unabhängige Betriebsräte, die nicht die Interessen der Funktionäre vertreten, sondern die Interessen IHRES Unternehmens und IHRER Mitarbeiter, das wäre etwas.
    Eben, und häufig sind das auch die Interessen des Unternehmers.

  7. #6
    Auntarman2
    Avatar von Auntarman2

    Re: Lohnverhältnisse wie in den USA

    Endlich mal jemand, der das Prinzip verstanden hat.

  8. #7
    Avatar von Dieter1

    Registriert seit
    10.08.2004
    Beiträge
    32.014

    Re: Lohnverhältnisse wie in den USA

    Das ist absolut richtig, aber um da einen einigermassen gerechten Mindeststandard reinzubekommen, braucht es eine organisierte Arbeitnehmerschaft.

  9. #8
    Auntarman2
    Avatar von Auntarman2

    Re: Lohnverhältnisse wie in den USA

    Zitat Zitat von Dieter1",p="498668
    Das ist absolut richtig, aber um da einen einigermassen gerechten Mindeststandard reinzubekommen, braucht es eine organisierte Arbeitnehmerschaft.
    So ist es. Nur eben eine, die nicht die eigenen Funktionäre mästet (Bsirske bekommt so an die 500 k€ p.a. mit allen seinen Posten?) und die Leute veralbert, sondern die LANGFRISTIGEN INTERESSEN der AN vertritt.

    Eine starke Arbeitnehmerschaft, die klug und in die Zukunft denkt, das schadet keiner Firma - ganz im Gegenteil. Nur braucht es dazu Leute mit Hirnschmalz, Weitsicht und gesundem Menschenverstand. Keine Blender, die Wasser predigen, Wein saufen und sich auch nur die Taschen voll machen wollen. Da gibt es ja auch bekannte Politiker, die ganu das tun...