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Kenias Ende von Multikulti

Erstellt von DisainaM, 11.02.2008, 01:42 Uhr · 11 Antworten · 1.242 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von DisainaM

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    Kenias Ende von Multikulti

    der Bericht im Weltspiegel war ernüchternd,
    der deutsche Botschafter von Kenia beschrieb,
    wie in einem Vorstadtgettho es plötzlich zum Genozid zwischen zwei Bevölkerungsgruppen kam,
    die beide das Gettho bewohnten.

    Zuerst wurden sämtliche Häuser, Geschäfte und Gegenden angezündet,
    wo sich die beiden Bevölkerungsgruppen gemischt hatten,
    gemeinsame Geschäfte, gemeinsame Treffpunkte, gemeinsames Vorstadtleben,
    danach wurden Orte abgefackelt, die halt geographisch im verkehrten Viertel lagen,
    Kirchen, wo man Kinder in ihren Rollstühlen lebendig verbrannte, wie alle anderen sozialen Einrichtungen, die entweder gemischt waren, oder von der anderen Bevölkerungsgruppe genutzt wurden.

    Wir wissen ja, dass die Kolonialmächte die Grenzen zwischen gebieten, wo Nomadenstämme lebten, rein nach geographischen Breitengraden zogen,
    und damit mal so eben einen Nomadenstamm und dessen Wandergebiet auf drei Staaaten verteilten.
    Die so geschaffenden Staaten hatten natürlich nie ein eigenes Nationalgefühl, weil eine Ethnie den gesamten Regierungsapparat kontrollierte, und den anderen Ethnien im künstlichen Staatsgebiet sich zu nichts verpflichtet sah.

    So berichteten unsere Medien immer wieder, wie die Afrikaner ihre eigenen Leute verhungern liessen,
    anstatt den Unsinn der künstlichen Staatenbildung zur Kolonialzeit kritisch zu hinterfragen.

  2.  
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  3. #2
    Avatar von Serge

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    Re: Kenias Ende von Multikulti

    Was meinst Du mit Ende von Multikulti?

  4. #3
    Avatar von DisainaM

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    Re: Kenias Ende von Multikulti

    Die koloniale afrikanische Staatenbildung im 19. Jahrhundert, wo die unterschiedlichsten afrikanischen Ethnien wieder Willen per europäischen Beschluss zu Staatsangehörigen verschiedener Rohstofflieferanten-Staaten gemacht wurden,
    konnte keine Zukunft haben.

    Ein multikulturelles Neben- und Miteinander von verschiedenen Stammesethnien setz als Grundlage den gegenseitigen Respekt vorraus.

    Da aber die koloniale Politik vorsah, dass man sich geziehlt von einem Stamm die zukünftigen Vertreter der Verwaltung ausbildete, entstand überall ein Günstlingssystem, dass die eigene Stammesversorgung begünstigte, und die anderen Stämme, die unglücklicherweise ebenfalls in dem neuen Staatsgebiet waren,
    zu Ausbeutungszwecken degradierte.

    An diesem Zustand hat sich bis heute nichts verändert,
    denn alle Versuche, von Nationbuilding haben versagt, da die jeweiligen Herrscherstämme die Kontrolle nicht teilen wollen.

    Bei den Verliererstämmen funktionierte bislang ein multikulturelles Mit und Nebeneinander in der Armut,

    aber auch das ist nun vorbei,
    wie die Ereignisse zeigten.


    „Wir jungen gebildeten Kenianer verstehen diese tiefe Feindschaft zwischen den Volksgruppen nicht. Und wenn unsere verbohrten Politiker sich endlich auf eine Koalition einigen, dann können vielleicht auch die Menschen wieder zueinander finden.“

    „Wir sind doch alle Kenianer“ singen sie und dabei stammt fast jeder aus einer anderen Volksgruppe. Gerne würden sie ein Friedenskonzert veranstalten. Doch die Regierung verbietet das im Augenblick.
    http://www.daserste.de/weltspiegel/b...bwae345~cm.asp

    Es ist leider wieder die Zeit der egoistischen Klientelpolitik, wo man die Macht nicht teilen will,
    unsere Leute, und die Anderen.

  5. #4
    Avatar von DisainaM

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    Re: Kenias Ende von Multikulti

    heute mal was positives aus Afrika,
    genauer gesagt über Karl Heinz Böhms Äthiopien Projekt, Menschen für Menschen,

    Karl Heinz Böhm wird heute 80,
    an der Seite seiner 40 jährigen Frau, mit der er vor 20 Jahren trotz Altersunterschied zusammen kam,
    und bewies, dass 40 Jahre Altersunterschied kein Grund für ein Beziehungsproblem sein muss,
    feiert er seinen Geburtstag.

  6. #5
    antibes
    Avatar von antibes

    Re: Kenias Ende von Multikulti

    Zitat Zitat von DisainaM",p="564886
    heute mal was positives aus Afrika,
    genauer gesagt über Karl Heinz Böhms Äthiopien Projekt, Menschen für Menschen,
    Karl Heinz Böhm wird heute 80,
    erst kürzlich kam eine interessante reportage über ihn, welche sehr aufschlussreich war. besonders sein gutes verhältniss zu r.w.fassbinder fand ich faszinierend. ein toller mensch, dem man sein engagement abnimmt.

    Zitat Zitat von DisainaM",p="564886
    ......an der Seite seiner 40 jährigen Frau, mit der er vor 20 Jahren trotz Altersunterschied zusammen kam,
    und bewies, dass 40 Jahre Altersunterschied kein Grund für ein Beziehungsproblem sein muss,
    feiert er seinen Geburtstag.
    das gilt eher für diese zwei auspersönlichkeiten. bei einem normalen pattayajünger kann ich mir das so nicht vorstellen. aber vielleicht fehlt mir die fantasie.

  7. #6
    Avatar von tira

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    Re: Kenias Ende von Multikulti

    Zitat Zitat von antibes",p="564913
    ... bei einem normalen pattayajünger kann ich mir das so nicht vorstellen. aber vielleicht fehlt mir die fantasie.
    naja,

    iss an der cote auch net anders wie im seebad

    gruss ;-D

  8. #7
    Avatar von soulshine22

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    Re: Kenias Ende von Multikulti

    Heute haben wir einen Neo-Kolonialismus. Der Westen (im Sinne der WTO, des IMF und der Worldbank group) hat nach wie vor die entscheidente Macht in Afrika und nicht die Afrikaner selbst wie manch einer vielleicht glauben möchte*. Sogenannte Entwicklungshilfe ist eines der grö0ten Verbrechen an den Afrikanern überhaupt, da sie auf die fortlaufende Ausbeutung abzielt. Ich frage mich oft, warum wurde den Juden soviel Reperationszahlungen gegeben (ich halte das schon für richtig, aber keine europ. ex-Kolonialmacht hat jemals auch nur einen Cent für die erbeuteten Rohstoffe und Sklaven gezahlt. Das müssen Billionen von Euro sein, die wir Afrika schuldig sind.

    Aber: Niemand interessiert sich für Afrika

    Grüße,
    Christian


    *Ausnahme z.B. Zimbabwe, das nun allerdings vor dem totalen Staatsbankrott steht.

  9. #8
    Avatar von UweFFM

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    Re: Kenias Ende von Multikulti

    Der Westen?
    Na um den Asienbezug reinzubringen, zunehmend und mit reichlich Härte holen sich die Chinesen und Inder ihre günstigen Rohstoffe in Afrika.
    So richtig menschlich behandeln sie die schwarzen Arbeiter dabei auch nicht.

  10. #9
    Avatar von soulshine22

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    Re: Kenias Ende von Multikulti

    Zitat Zitat von UweFFM",p="565058
    die Chinesen .. in Afrika.
    Den ganze Darfur Konflikt und die dortige Abschlachtung der Menschen kann man auf die chinesischen Erdölinteressen zurückführen, ich weiß. Der Westen ist da natürlich still, wohlwissend dass man selbst genug Dreck am Stecken hat und alle sagen es wären die bösen Reitermilizen... Woher die das Geld und die Waffen selbst haben frägt natürlich keiner...
    Auch in Niger sieht es gleich aus.

  11. #10
    antibes
    Avatar von antibes

    Re: Kenias Ende von Multikulti

    gestern traf ich einen afrikaner aus guinea (westafrika) auf meiner baustelle. dessen vater professor und ehemaliger ddr-hochschulabsolvent. dieses land war früher sozialistisch, aber inzwischen haben sie sich den us-amerikaner zugewandt. sichtlich verärgert über diese art des neokolonialismus, erzählte er mir von der ausbeutung der resourcen seines heimatlandes. sein land musste über jahrzehnte hunderttausende von bürgerkriegsflüchtlingen aus z.b. liberia, sierra leone oder cote d`ivoire ertragen, die z.t. auch im land blieben, so dass die einwohnerzahl bald die 10 millionen einwohner überschreiten wird. sehr erbost ist er auch über die franzosen, die lt. seinem verständnis immer nür von menschenrechte reden, aber doch nur ihre alten hegemonieansprüche in westafrika durchsetzen möchten. durch die willkürlich festgelegten grenzen ohne rücksicht auf ethnische zusammensetzung der bevölkerung wurden konflikte für lange zeit vorprogrammiert, die dann mit den teuren waffen der ex- und neokolonialmächte ausgetragen werden. die lebenserwartung bei geburt beträgt 49,5 jahre (andorra 83,51). das durchschnittsalter 17,7 jahre (monaco bei 45 jahren).

    leider haben die europäer nicht verstanden, dass die faire partnerschaft mit afrika vielleicht unsere einzige chance für zukunft sein könnte.

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