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John Travolta Denkwürdige Hilfe für Haiti

Erstellt von chrisu, 27.01.2010, 21:06 Uhr · 50 Antworten · 2.812 Aufrufe

  1. #51
    Avatar von

    Re: John Travolta Denkwürdige Hilfe für Haiti

    Krasser Artikel heute in der AZ.
    Da faellt einem nicht mehr viel zu ein.
    Nach der Katastrophe
    Haiti: Show-Heilen mit Doc Hollywood


    Als ob er in den Krieg ziehen würde: Schnell bindet er sich noch ein schwarzes Stirnband um. „US M.C.“ steht darauf, die Abkürzung für „US-Marine Corps“. Als echter Held gibt sich der Typ, der da am Operationstisch steht.

    Er schneidet die Stirnnarbe des kleinen Samuel noch einmal auf und flickt sie vor laufender Kamera wieder zusammen. Ein Eingriff, der völlig überflüssig ist. „Doc Hollywood“ ist Schönheitschirurg in Los Angeles.

    Den Namen haben ihm die Ärzte der Kaufbeurer Hilfsorganisation Humedica verpasst. Denn er ist zusammen mit seiner blonden Assistentin nur gekommen, um für die amerikanische Daily-Soap „The Doctors“ so zu tun, als würde er helfen in Haiti.

    Ein Fernsehdoktor fällt mit seinem Kamerateam in das „Hospital Espoir“ in Port-au-Prince ein, in dem die Humedica-Ärzte seit drei Wochen wie am Fließband Schwerverletzte versorgen – und macht eine Schönheits-OP am kleinen Samuel.

    Ein echter „Emergency-Rambo“ ist der, sagt der Kölner Anästhesist Norman Hecker. Hecker ist sauer: auf Doc Hollywood und auf dessen Showveranstaltung. Weil er den Operationssaal blockiert –während draußen 18 Patienten auf eine lebensrettende Amputation warten oder darauf, dass ihnen der gebrochene Oberschenkel zusammengenagelt wird.

    Doc Hollywood ist „das Krasseste“, was der 35-jährige Hecker während seines Einsatzes in Haiti gesehen hat, sagt er –schlimmer als all die Verletzungen, die Zerstörungen, das unendliche Leid. „Hier sind zu viele Selbstdarsteller unterwegs“, sagt Hecker, dem man es ansieht, dass er wenig geschlafen hat in den letzten Tagen.

    Dann erzählt er von einem Bauch-Chirurgen aus Korea, der im Morgengrauen vor einem Fernsehteam im „Espoir“ operiert hat. 15 Kittel und 30 Paar Handschuhe haben die verbraucht, sagt die Chirurgin Britta Merten aus Mönchengladbach, sie haben sie einfach an die Wand geworfen – Material, das die Humedica-Ärzte dringend gebraucht hätten für lebensrettende Eingriffe.

    In anderen Kliniken heilen inzwischen Scientologen: Sie tragen sonnengelbe T-Shirts und versprechen den Patienten, sie durch Handauflegen wieder gesund zu machen.

    Ein Rudel Klinikärzte aus Miami ist in hellblauer OP-Kleidung angereist, jeder hat ein Stethoskop um den Hals gehängt. Zwei Tage wollen sie bleiben – und sitzen jetzt im Pausenraum, um zu beratschlagen, welche medizinischen Teams man vertreiben könnte.

    Andrea Kümpfbeck über die Zustände in Haiti (2:48)
    Die vier Krankenschwestern aus Florida sind für drei Tage da, „wir haben’s ja nicht weit“. Sie sind ganz enttäuscht, dass sie in Port-au-Prince niemand brauchen kann. „Stellen sie sich vor“, sagt Oberschwester Jane, „wir müssen 50 Kilometer hinausfahren“.

    Später taucht dieser brasilianische Arzt mit zwei Schwestern in der Klinik der Grace Children’s Foundation auf, einer Dependance der Humedica-Ärzte. Ohne ein Wort Französisch zu sprechen, ohne Dolmetscher. Hinweise, er solle sich doch an die Regeln halten, ignoriert der Brasilianer, sagt der Bonner Allgemeinarzt Michael Brinkmann. Stattdessen baut er im Garten sein Igluzelt auf – und ist am nächsten Morgen verschwunden.

    Tags darauf marschiert das US-Militär ein: Ein schwer bewaffneter Zahnarzt, der den Humedica-Ärzten zu verstehen gibt, dass er jetzt das Kommando übernimmt im OP. „Sowas habe ich noch nie erlebt“, sagt Brinkmann, der schon in Somalia im Einsatz war, in Sri Lanka und Pakistan. „Es ist sehr ungewöhnlich, dass ein bestehendes System von einem anderen internationalen Team einfach übernommen wird.“

    Es reicht nicht, nur helfen zu wollen. Die Hilfe muss koordiniert sein. Tatsächlich ist es so, dass sich in Haitis Hauptstadt die Mediziner aus aller Welt fast auf die Füße steigen. „Das ist ein Massenanfall von Helfern hier“, sagt Norman Hecker. Bei der UN sollte längst eine Vermittlungsstelle für Ärzte eingerichtet sein. Die gibt es bis heute nicht. Andrea Kümpfbeck
    http://www.augsburger-allgemeine.de/...geid,4293.html

  2.  
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