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Georgien überfällt Südossetien

Erstellt von antibes, 08.08.2008, 10:30 Uhr · 241 Antworten · 8.867 Aufrufe

  1. #101
    Avatar von Fred

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    Re: Georgien überfällt Südossetien

    Zitat Zitat von Changnam43",p="618838
    Zitat Zitat von antibes",p="618813
    Die andauernde Provokationen durch die aggressive Politik der USA haben in dieser Ecke der Welt ein Ende.
    Sei mir nicht boese, aber dieser Satz koennte aus dem Zentralorgan der SED vor 25 Jahren rauskopiert worden sein.
    oder von einer anderen partei

    so, wie es aussieht sprechen die fakten eine deutliche sprache,die auch konform geht,mit allen medien.

    haben sich wohl die amerika"kritiker" wieder blamiert ;-D

  2.  
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  3. #102
    Avatar von Dieter1

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    Re: Georgien überfällt Südossetien

    Mich wuerde interessieren, wie die USA auf die Abspaltung von Texas reagieren wuerden.

    Vielleicht wuerden sie militaerisch vorgehen und muessten harte Kritik aus der EU und Russland und deren Presse ueber sich ergehen lassen .

  4. #103
    antibes
    Avatar von antibes

    Re: Georgien überfällt Südossetien

    Zitat Zitat von Fred",p="618847
    [
    so, wie es aussieht sprechen die fakten eine deutliche sprache,die auch konform geht,mit allen medien.

    haben sich wohl die amerika"kritiker" wieder blamiert ;-D
    Die Fakten sind:
    Der alkoholkranke georgische Präsident wird wegen dem Verbrechen des Völkermordes und der Vorbereitung eines Angriffkrieges vor ein Südossietisches Gericht gestellt. Es bleibt ihm nur die Flucht.

  5. #104
    KKC
    Avatar von KKC

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    Re: Georgien überfällt Südossetien

    Es ist wirklich erstaunlich wie kritiklos hier manche gegenüber den USA sind (und die gedanklich wohl irgendwo noch im Kalten Krieg stecken geblieben sind).
    Es ist nun mal Fakt, das die USA alles im Einflußbereich der Russen unternehmen um die Russen zu einer Reaktion zu provozieren, um diese dann entsprechend ausschlachten zu können.
    Wie miserabel diese Politik ist zeigt sich ja daran, das die USA das Vorgehen der Chinesen in Tibet hingenommen haben (was anderes hätte ihnen ja geschadet) aber den Überfall Georgiens auf Südossetien auf das heftigste kritisieren.
    Gruß

  6. #105
    Avatar von Hippo

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    Re: Georgien überfällt Südossetien

    Russland rüstet sich für zweite Front in Abchasien

    Der Kaukasus-Konflikt greift auf die abtrünnige georgische Provinz Abchasien über. Russland zieht 9000 Fallschirmjäger und 350 Panzer zusammen - und stellt ein Ultimatum. Georgien wirft dem Kreml vor, eine Invasion und Besatzung des ganzen Landes zu planen.

    Tiflis/Moskau - In Südossetien deutet vieles auf eine Niederlage der Georgier hin. Nun gerät auch das zweite abtrünnige Gebiet, Abchasien, in den Blickpunkt. Russland hat Georgien ultimativ zum Abzug seiner Truppen aus der abtrünnigen Region aufgefordert.
    Der Kommandeur der russischen Truppen, Sergej Tschaban, verlangte am Montagmorgen laut der Nachrichtenagentur Interfax binnen weniger Stunden den Rückzug aller georgischen Kräfte aus der Sicherheitszone, die Georgier und Abchasier trennt. Von georgischer Seite wurde das Ultimatum sofort zurückgewiesen.

    Auch die Führung der von Russland unterstützten Separatistenrepublik erhöhte den Druck auf die Georgier: In der Hauptstadt Suchumi teilte sie mit, dass die georgischen Truppen im oberen Kodori-Tal komplett umzingelt seien. Das meldete die russische Agentur Interfax. Die abchasischen Machthaber stellten den georgischen Soldaten und Zivilisten ein Ultimatum. Wenn sie nicht unverzüglich das obere Kodori-Tal durch einen Korridor verließen, werde angegriffen.

    Georgiens Präsident Michail Saakaschwili hatte 2006 nach einer Polizeiaktion im oberen Kodori-Tal eine georgische Verwaltung errichten lassen. Die Abchasen betrachten das obere Kodori-Tal, in dem wenige tausend Menschen leben, aber als ihr Territorium.
    Interfax zufolge hat Russland seine Truppen in der Abchasien bereits verstärkt. Es seien dort nun mehr als 9000 Fallschirmjäger und 350 Panzer stationiert, zitierte die Nachrichtenagentur einen russischen Militärvertreter. Damit solle verhindert werden, dass russische Friedenstruppen in eine ähnliche Situation wie in der südossetischen Hauptstadt Zchinwali gerieten. Nach einem Waffenstillstandsabkommen von 1994 darf Russland in Abchasien nur bis zu 3000 Soldaten stationieren.
    Im südlichen Grenzabschnitt zwischen Abchasen und Georgiern spitzte sich die Lage zu. Die Regierung in Tiflis sprach von russischen Bombardements auf georgische Militärstellungen im Landkreis Sugdidi. Georgische Medien berichteten von weiteren Bombenangriffen russischer Flugzeuge auf Ziele im Grenzbereich. Etwa 50 russische Bomber hätten in der Nacht zum Montag in ganz Georgien Städte und Dörfer unter Beschuss genommen, teilte die Regierung in Tiflis mit. Die Bombardierungen dauerten ungeachtet des georgischen Angebots einer einseitigen Waffenruhe an.

    Außer den in Abchasien stationierten russischen Soldaten haben auch viele Einheimische in der Region einen russischen Pass. Abchasien hatte wie Südossetien Anfang der neunziger Jahre einen Unabhängigkeitskrieg gegen Georgien geführt.

    Die georgische Regierung warf Russland vor, eine Invasion und die Besatzung Georgiens zu planen. Von der Nato hieß es heute, Russland setze "unverhältnismäßige" Gewalt ein und verletzte die territoriale Integrität Georgiens - Kritik gab es unter anderem auch von den USA. (mehr...)
    In anderen Regionen und rund um Südossetien kam es ebenfalls wieder zu Gefechten. Eine Behördensprecherin in der südossetischen Hauptstadt Zchinwali teilte laut Interfax mit, drei Soldaten der Friedenstruppen seien durch georgischen Artilleriebeschuss getötet worden. 18 Soldaten seien verletzt worden. Auch ein russischer General berichtete, georgische Truppen hätten Stellungen in der Nähe von Zchinwali beschossen. Georgien habe rund 7400 Soldaten in und um Zchinwali herum stationiert, meldete die russische Nachrichtenagentur RIA-Nowosti.
    Der Chef des georgischen Sicherheitsrates, Alexander Lomaja, sagte, unter heftigem Artilleriefeuer hätten sich die georgischen Truppen aus Südossetien zurückgezogen und neue Positionen außerhalb der Region eingenommen.

    Auch die Stadt Gori in Zentralgeorgien sei am Montag erneut aus der Luft angegriffen worden, hieß es. Berichten internationaler Medien zufolge bahnt sich dort ein neues Flüchtlingsdrama an. Russische Truppen waren am Wochenende mit Panzern nach Gori vorgedrungen.

    Praktisch alle Nachrichten aus dem Kaukaus-Konflikt kommen von einer der Konfliktparteien - neutrale Meldungen gibt es kaum.

    asc/dpa/Reuters/AP/AFP
    Spiegel online

  7. #106
    Avatar von DisainaM

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    Re: Georgien überfällt Südossetien

    Russland fährt das Jugoslavien-programm diesmal andersrum,
    Beweise suchen, für ethnische Säuberungen,
    dann in der Hauptstadt einmarschieren,
    um den georgischen Kriegsverbrecher festzunehmen.

    wenn die EU lamentiert, prima,
    damit sagt Russland, Den Haag ist passe,
    er kommt vor ein russisches Gericht.

  8. #107
    Avatar von Conrad

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    Re: Georgien überfällt Südossetien

    Zitat Zitat von antibes",p="618813
    Die andauernde Provokationen durch die aggressive Politik der USA haben in dieser Ecke der Welt ein Ende.
    Du hättest aber ruhig noch ein "Lang lebe die ruhm- und glorreiche Sowjetarmee" hinzufügen können. ;-D

  9. #108
    Avatar von Hippo

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    Re: Georgien überfällt Südossetien

    Hier mal die Meinungen der Internationalen Presse

    INTERNATIONALE PRESSE
    "Stunde der Wahrheit für Europa"

    Die internationale Presse bewertet die andauernden Kämpfe im Kaukasus sehr unterschiedlich: Die russische Tageszeitung "Kommersant" erwartet, dass der Krieg das Verhältnis Moskaus zum Westen schwer belastet. Die "Neue Zürcher Zeitung" wirft Russland dagegen Unverhältnismäßigkeit vor.

    "Le Figaro" (Paris): "Angesichts der Entschlossenheit Russlands, einen Fuß im Südkaukasus behalten zu wollen, muss man zunächst entschieden die Souveränität Georgiens verteidigen. Es wäre unsinnig, Russland erniedrigen zu wollen. Doch Moskau sollte die schleichende Besetzung Südossetiens und Abchasiens durch Unterstützung der Separatisten einstellen. Georgien will in die Nato, was Russland als Bedrohung betrachtet. Über diese Dinge muss man reden. In erster Linie mit den USA, Russland und der Europäischen Union. Die europäische Diplomatie sollte als Fortführung der deutschen Initiative zu Abchasien in Moskau vermitteln, um den Frieden auf unserem Kontinent zu bewahren."

    "Kommersant" (Moskau): "Die Eskalation des Konflikts zwischen Russland und Georgien um Südossetien sowie die Ausweitung des Kriegsgeschehens haben die Haltung der USA und anderer westlicher Staaten grundlegend geändert. Sie bezeichnen das Eingreifen Moskaus nicht mehr nur als "gefährlich und unannehmbar". Vielmehr drohen sie mit einer Verschlechterung der Beziehungen. Im Gegenzug hat Moskau gewarnt, dass es seine Haltung in anderen, für den Westen wichtigeren Fragen verschärft. Damit rückt nicht nur ein baldiges Ende der Gewalt in Georgien in weite Ferne. Es droht eine ernsthafte Abkühlung der Beziehungen zwischen Russland und dem Westen."

    "El País" (Madrid): "Die Entscheidung des georgischen Präsidenten Micheil Saakaschwili zur militärischen Intervention in Südossetien war ein tragischer Fehler. Der Staatschef durfte trotz aller Provokationen der Separatisten das Recht nicht in die eigene Hand nehmen. Das gewaltsame Vorgehen gegen Ossetien ist nicht zu rechtfertigen. Die Entscheidung bedeutete obendrein aber auch einen politischen Fehler. Und daraus versucht Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin nun Kapital zu schlagen. Seine überzogene Reaktion macht deutlich, dass er die Absicht hat, Russlands Hegemonie in der Region zu stärken."

    "Neue Zürcher Zeitung" (Genf): "Wie das neue Russland Krieg führt, lässt sich wieder am Konflikt im Kaukasus ablesen. Von Verhältnismäßigkeit im Sinne der vielen Theoretiker und Völkerrechtler kann keine Rede sein. Der brutale Einsatz von Kampfbombern und Raketen gegen georgisches Territorium und Wohnhäuser von Zivilisten als Antwort auf - wahrscheinlich provozierte - Übergriffe gegen russische sogenannte Friedenssoldaten zeigt dies überdeutlich."

    "Gazeta Wyborcza" (Warschau): "Der Krieg in Südossetien ist eine Stunde der Wahrheit für Polen und Europa. Für Polen, weil wir Nato und EU durch unseren Beitritt auf Ereignisse im Kaukasus außerordentlich sensibilisiert haben. Für Europa, weil es jetzt eine Chance hat, sich zu rehabilitieren für die jahrelange Politik, die darin bestand, die Augen für Probleme der Völker zu schließen, die ein Objekt der neoimperialen Politik Moskaus gewesen waren. Der Grund war die Erhaltung guter Kontakte zu Russland. (...) Der Moment ist günstig. Den EU-Vorsitz hat mit Frankreich ein großes europäisches Land, das niemals einen Hehl daraus machte, dass die EU zum Player in der Weltpolitik werden soll."
    "Der Standard" (Wien): "Wäre Georgien schon Nato-Mitglied, wie es vor allem die USA wollten, dann hätte die Allianz jetzt einen Verteidigungsfall. Amerikaner, Deutsche, Kanadier, Spanier - sie alle müssten den Georgiern zu Hilfe eilen und die anlaufende Invasion der Kaukasusrepublik zu beenden versuchen. Man kann es aber auch weiterdenken: Wäre Georgien Mitglied der Nato - kommenden Dezember wollten die Nato-Minister über den Beitrittsplan beraten -, wäre es gar nicht erst zu dem Krieg gekommen. Russland hätte nicht gewagt, Georgien anzugreifen, und Michail Saakaschwili hätte es sich zweimal überlegt (mit freundlicher Nachhilfe des Westens), ob er die anderen Nato-Staaten in einen Konflikt um eine winzige Separatistenprovinz ziehen darf."

    "Trouw" (Den Haag)
    : "Die russischen Absichten zeigen sich auch in den Bombardierungen von Zielen in Georgien selbst. Ziele sind Städte, aber auch Öl- Einrichtungen, Fabriken und Militärbasen. Ganz offensichtlich kommt Russland nicht, um seine Brüder zu retten, sondern ergreift die Gelegenheit, um der Infrastruktur des wirtschaftlich ziemlich erfolgreichen Georgiens einen schweren Schlag zu versetzen. (...) Der Westen kann auf kurze Sicht wenig ausrichten, außer vielleicht Saakaschwili hinter verschlossenen Türen dafür zu rüffeln, dass er den Russen diesen Vorwand gab. Aber der Verlauf der Kämpfe zeigt nur, wie Recht die Balten, Polen, Georgier, Ukrainer und andere direkte Nachbarn Russlands haben: Dass nur die feste Integration im Westen, einschließlich der Nato-Mitgliedschaft, Schutz gegen russische Einmengung bietet."

    "De Morgen" (Brüssel): "Die territoriale Integrität von Georgien muss respektiert werden. Und dass sich Abchasien und Südossetien als aufständische Provinzen betragen, gibt Russland nicht das Recht, sein Militär dorthin zu schicken. Dennoch kann man sich fragen, was den prowestlichen - und vor allem proamerikanischen - Präsidenten Michail Saakaschwili bewegt hat, diesen lokalen Brandherd anzufachen. (...) Man kann sich des Gedankens nicht erwehren, dass Saakaschwili ein Eingreifen des Westens herausfordern wollte. Er hat es noch nicht verwunden, dass eine Mehrheit beim Nato-Gipfel im April seinem Land die Mitgliedschaft in dem Militärbündnis verweigerte."

    "Gandul" (Bukarest): "Der wehrlose Saakaschwili hat den Westen um Hilfe gebeten. Keine Großmacht hat diesen Appell beantwortet. Mehr noch, wahrscheinlich atmen die westlichen Staaten auf, erleichtert darüber, dass Georgien beim Nato-Gipfel in Bukarest kein grünes Licht (für einen Nato-Beitritt) bekommen hat. Denn sonst wären Frankreich, Deutschland und sogar Rumänien verpflichtet, das georgische Territorium im Fall eines russischen Angriffs zu verteidigen. Der georgische Präsident hat auch an dieser Front verloren und das Nato-Treffen im Dezember, bei dem der kaukasische Staat (zur Vorbereitung eines Beitritts) in den Membership Action Plan hätte aufgenommen werden sollen, wird verschoben oder annulliert werden. Denn auch Europa kann sich keinen Krieg gegen Russland leisten".

    "Magyar Nemzet" (Budapest): "Die Verhältnismäßigkeit des jetzigen (russischen) Eingriffs kann infrage gestellt werden, ansonsten ist es aber eine ebensolche humanitäre Intervention wie jene der Nato 1999 im Kosovo gegen Jugoslawien. (...) Saakaschwili aber lebt in einer Welt, in der Doppelmoral die Norm ist, daher konnte er kaum kalkulieren. Die Unterstützer des georgischen Präsidenten, die an Druck auf Russland interessiert waren und (Saakaschwili) ständig bestärkten, waren nicht hilfreich. (...) Der Versuch, die regionale Krise zu internationalisieren, ist vergeblich, denn die USA, die zwar am geopolitischen Spiel im Kaukasus interessiert sind, würden jetzt wiederum wegen Tiflis keinen unmittelbaren Konflikt mit Moskau riskieren. Saakaschwili hat daher ein Eigentor geschossen."

    son/dpa
    Spiegel online

  10. #109
    antibes
    Avatar von antibes

    Re: Georgien überfällt Südossetien

    Zitat Zitat von Lamai",p="618913
    Du hättest aber ruhig noch ein "Lang lebe die ruhm- und glorreiche Sowjetarmee" hinzufügen können. ;-D
    Ich weiß nicht in welcher Welt du lebst.

    Es dämmert inzwischen sogar den Letzten, daß man solche riskante Kriegspiele besser bleiben läßt.
    Der georgische Präsident, nach seiner öffentlichen Demütigung durch seine niederländische Frau, ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Alkoholkrank und medikamentenabhängig wird er wahrscheinlich diesen unsinnigen Einsatzbefehl gegeben haben, der vielen seiner Landsleuten das Leben und Georgien seine Unabhängigkeit kostet.
    Seine Familie wurde schon am Folgetag des Einmarsch der Georgier in Südossetien in die USA ausgeflogen. Welch weise Entscheidung. Nur sein Volk darf diesen Konflikt nun ausbaden.

    Sogar Ex-Präsident Gorbatschow, bestimmt kein Mann markiger Worte, hat in einem Interview erklärt, daß diese Aktion mit größter Wahrscheinlichkeit von den USA von langer Hand vorbereitet wurde.

  11. #110
    Avatar von Hippo

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    5.765

    Re: Georgien überfällt Südossetien

    Das ist ei reiner Eroberungskrieg Russlands geworden.
    Georgien verspricht Waffenruhe - Putin will weiterkämpfen

    Propaganda-Schlacht im Kaukasus: Georgiens Präsident Saakaschwili hat Forderungen der EU akzeptiert und eine Erklärung für eine Feuerpause unterschrieben. Russland dagegen will seine Militärkampagne bis zum "logischen Ende" fortführen - und bezichtigt die Georgier der Lüge.

    Moskau/Tiflis - Es war eine diplomatische Geste: In Anwesenheit der Außenminister Frankreichs und Finnlands, Bernard Kouchner und Alexander Stubb, hat Micheil Saakaschwili eine Waffenstillstandsvereinbarung unterschrieben. Der Plan sieht eine Feuerpause aller Seiten sowie den Abzug jeglicher Truppen aus dem Konfliktgebiet unter internationaler Beobachtung und den Beginn politischer Verhandlungen vor.

    Kouchner als Vorsitzender der EU-Ratspräsidentschaft und Stubb für die OSZE waren nach Tiflis gereist, um in dem Konflikt zwischen Georgien und Russland über die abtrünnigen georgischen Regionen Südossetien und Abchasien zu vermitteln.

    Der schwierigste Teil der Reise steht Kouchner aber noch bevor, wenn er nach Moskau reist. Gegen Mittag kündigte der russische Premier Wladimir Putin an, man wolle den Einsatz in Südossetien zu seinem "logischen Ende" führen. Er betonte, trotz der Verlautbarungen aus Tiflis würden auch die georgischen Truppen weiter kämpfen.
    Saakaschwili warf Russland eine seit langem geplante Invasion und die Behinderung internationaler Hilfslieferungen nach Tiflis vor. Inzwischen seien 500 russische Panzer und 25.000 russische Soldaten in Georgien. Moskau versuche, die demokratisch gewählte Regierung in Tiflis zu stürzen. Etwa 50 russische Bomber hätten in der Nacht georgische Städte und Dörfer unter Feuer genommen. Was nun geschehe, sei "der schlimmste Alptraum" für sein Land, sagte Saakaschwili. Zehntausende Georgier seien auf der Flucht. Russland betonte, dass es bei den Einsätzen nur um den Schutz der Bevölkerung in den abtrünnigen Regionen Abchasien und Südossetien gehe.

    Putin wiederum kritisierte gegen die USA und warf ihnen Parteilichkeit vor. Die Vereinigten Staaten hätten Georgien geholfen, Truppen aus dem Irak und aus Afghanistan abzuziehen und zurück in den Kaukasus zu bringen.
    Die militärische Lage für Georgien wird immer schwieriger. Nach der Niederlage in Südossetien gerät das Militär des Landes auch im Konflikt um das zweite abtrünnige Gebiet Abchasien in die Defensive. Die Führung der von Russland unterstützten Separatistenrepublik teilte mit, dass die georgischen Truppen im oberen Kodori-Tal komplett umzingelt seien. Der Kommandeur der russischen Truppen, Sergej Tschaban, verlangte am laut der Nachrichtenagentur Interfax binnen weniger Stunden den Rückzug aller georgischen Kräfte aus der Sicherheitszone, die Georgier und Abchasier trennt. Von georgischer Seite wurde das Ultimatum sofort zurückgewiesen.
    Interfax zufolge hat Russland seine Truppen in Abchasien bereits verstärkt. Es seien dort nun mehr als 9000 Fallschirmjäger und 350 Panzer stationiert, zitierte die Nachrichtenagentur einen russischen Militärvertreter. Damit solle verhindert werden, dass russische Friedenstruppen in eine ähnliche Situation wie in der südossetischen Hauptstadt Zchinwali gerieten. Nach einem Waffenstillstandsabkommen von 1994 darf Russland in Abchasien nur bis zu 3000 Soldaten stationieren.

    Auch abgesehen von der Kouchner-Mission gehen die diplomatischen Bemühungen weiter. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy will am Dienstag ebenfalls nach Moskau reisen, um zu vermitteln. Das kündigte Kouchner in einem Interview mit dem Sender RTL an. Der Élysée bestätigte die Reise zunächst nicht.

    Georgische Außenministerin trifft Nato-Generalsekretär

    Die georgische Außenministerin Jekaterina Tkeschelaschwili wird am Dienstag mit Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer zusammentreffen. Tkeschelaschwili werde an einem Treffen hochrangiger Nato-Vertreter in Brüssel teilnehmen, sagte ein Sprecher der Militärallianz. Der Nato-Rat tritt am Dienstag auf Antrag Georgiens zu einer Sondersitzung zusammen. Den Diplomaten zufolge wird eine Erklärung erwartet, in der die territoriale Integrität Georgiens bekräftigt wird und Moskau und Tiflis zu einer friedlichen Lösung des Streits um die georgische Region Südossetien aufgefordert werden.
    Als einer der ersten Vertreter der internationalen Gemeinschaft hatte De Hoop Scheffer Georgien und Russland am Freitag zu einem Ende der Gewalt gedrängt und direkte Gespräche gefordert.

    Georgien strebt einen Beitritt in die Nato-Militärallianz an und wird dabei von den USA unterstützt; Russland lehnt dies ab. Auf dem Nato-Gipfel in Bukarest im April hatte die Mehrheit der 26 Bündnisstaaten einen raschen Beitritt Georgiens abgelehnt. Die Nato-Mitglieder verständigten sich jedoch langfristig auf eine mögliche Aufnahme des Landes.
    Kurz vor einer Krisensitzung des Nato-Rats bekräftigte de Hoop Scheffer seine Besorgnis über das militärische Vorgehen Russlands. Er sei "weiterhin äußerst besorgt über den unverhältnismäßigen Einsatz von Gewalt und den Mangel an Respekt für die territoriale Integrität Georgiens", sagte eine Bündnissprecherin in Brüssel.

    Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) forderte erneut einen sofortigen Waffenstillstand. Der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg sagte in Berlin, die Kanzlerin habe erneut mit dem georgischen Präsidenten telefoniert. Ferner stimme sie sich ständig mit Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) über deutsche Initiativen ab.

    Die Kampfhandlungen in der Kaukasusregion "zu Lande, zu Wasser und in der Luft" müssten sofort eingestellt werden, zitierte Steg die Kanzlerin, die sich gegenwärtig noch im Urlaub befindet. An diesem Freitag will sie den russischen Präsidenten Dmitri Medwedew in der russischen Stadt Sotschi am Schwarzen Meer treffen. Merkel forderte die verschiedenen Parteien auf, humanitäre Hilfe zuzulassen, an der sich Deutschland - auch finanziell - beteiligen wolle.
    Spiegel online

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