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Flucht ins Ungewisse

Erstellt von FarangLek, 12.08.2004, 22:37 Uhr · 8 Antworten · 1.132 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von FarangLek

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    Flucht ins Ungewisse

    Vor 25 Jahren erreichten die ersten "Boat People" Deutschland

    40 Tage lang kauerten 151 vietnamesische Flüchtlinge auf der "Hai Hong" bis sie am nordfriesischen Strand landeten: Sie waren die ersten "Boat People". Unter ihnen Ha Tseng und der siebenjährige Le Trinh. Was ist 25 Jahre später aus ihnen geworden?

    Le Trinh erinnert sich noch genau an die Wochen auf dem Flüchtlingsschiff und die Angst vor den Piraten. Die Bilder von sonnenverbrannten und ausgehungerten Menschen löst eine Welle der Hilfsbereitschaft aus. Le Trinh, seine Eltern und vier Geschwister lernen die deutsche Sprache. Nachbarn helfen bei Behördengängen, andere schenken Kleidung. Auch Ha Tseng, heute verheiratet und Mutter von drei Kindern, erfährt viel Hilfe in Norddeich. Dennoch sind die ersten Jahre in dem fremden Land mit dem kalten Klima hart für alle, geprägt von Heimweh und der Trauer um verlorene Familienangehörige.

    900.000 Vietnamesen versuchen zwischen 1975 und 1995 auf Fischkuttern aus ihrer Heimat zu fliehen, vor dem Hunger und der Repression der Kommunisten. In den kleinen, völlig überladenen Booten harren sie wochenlang aus. Vor Durst wringen sie ihre T-Shirts aus, müssen zusehen, wie andere Flüchtlinge ertrinken, sehen die Leichen neben den Schiffen treiben.

    Die Hoffnung auf ein Schiff, das sie retten könnte, wird von Angst begleitet. Eine berechtigte Angst, denn Thai-Piraten stoppen immer wieder mit ihren schnellen Booten die Nussschalen der Flüchtenden. Sie klauen die letzte Habe, ............. Frauen und ermorden ganze Familien. Mindestens zehn Prozent der Flüchtlinge, so wird geschätzt, sind niemals irgendwo angekommen.

    1979 machte der Journalist Rupert Neudeck medienwirksam auf das Schicksal der Boat-People aufmerksam. Gemeinsam mit dem Schriftsteller Heinrich Böll bittet er um Hilfe. Mit Erfolg: In den ersten drei Tagen werden mehr als eine Million Mark gespendet. Am 7. August sticht das Bergungsschiff, der Frachter "Cap Anamur", in See. In drei Jahren rettet die Crew des Frachters 9 507 Flüchtlinge im südchinesischen Meer. Anders als Asylsuchende erhielten die Boat-People sofort ein Bleiberecht, dank eines eigens dafür geschaffenen Gesetzes.

    Familie Tseng und Familie Trinh haben sich in Deutschland eingelebt. Das einst fremde Land, in dem jeder Tag Neues und Ungewohntes brachte, ist inzwischen zur zweiten Heimat geworden. Die Kinder sind hier geboren, für sie ist Vietnam das fremde Land. Ha Tseng arbeitet als Köchin in Emden und, wie die anderen auch, kann sie sich nicht vorstellen, zurückzukehren. Nur Le Trinh, Besitzer eines Asia-Feinkostladens, plagt ab und zu das Heimweh. Er spürt dann seine Wurzeln, sagt er. Vielleicht geht er eines Tages nach Vietnam zurück.


    Quelle: ZDF - Frontal 21

  2.  
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  3. #2
    Thai-Robert
    Avatar von Thai-Robert

    Re: Flucht ins Ungewisse

    FarangLek

    Deine Geschichte erinnert mich spontan an Hien (Vietnamesin).
    Sie hat letztes Jahr in grausames Schicksal in USA ereilt.
    Ihr Freund hat Sie mit Benzin übergossen und angezündet.
    Ca. 70% ihrer Haut verbrannt und den Arm amputiert, so wird Sie den Rest Ihres jungen Lebens verbringen.

    Auch in Ihrer Familie haben zwei Ihrer Schwestern die Flucht wahrscheinlich nicht überlebt.

    Sie sind abgefahren .... aber leider nie angekommen.

    Es ist 4 Uhr früh und ich muß in die Firma.
    Dein Bericht hat die Erinnerung wieder hochkommen lassen.

    Das Leben geht weiter .... keine Zeit für Gefühle

    (übrigens: Hien war meine Frau).

  4. #3
    Avatar von DisainaM

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    Re: Flucht ins Ungewisse

    Da ein großer Teil der vietnamesischen Boatpeople in Niedersachsen ihre Heimat fanden, (Dank des .....hierten Einsatzes des damaligen CDU Ministerpräsidenten Ernst Albrecht), entstand in Hannover eine große vietnamesische Gemeinde, die am 28.8. wieder eines ihrer Feste feiert.

    Als in den 80 Jahren immer mehr Boatpeople in Malaysia und Indonesien anlandeten, und den dort lebenden Fischern ihren Überlebenskampf gefährdeten, kam es immer häufiger zu der Nacht der langen Messer.
    Wenn ein neues Flüchtlingsboot gesichtet wurde, machten sich die Männer des Dorfes auf, um die Flüchtlinge mit ihren Matcheten zu empfangen. Bedingunglos alles wurde dabei abgeschlachtet, was sich auf dem Boot befand.

  5. #4
    Avatar von FarangLek

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    Re: Flucht ins Ungewisse

    Übrigens:

    Ich schreibe grade an einer bewegenden Vietnam-Kriegsgeschichte.
    Wird auch noch etwas dauern bis sie komplett fertig ist.

    Ich weiß aber nicht ob ich sie ins Litaraturboard stellen kann/sollte(-Thailandbezug?) ???

    Es handelt sich um eine Liebes-, Kriegs-, Vertrauens- Geschichte.


    FarangLek

  6. #5
    Avatar von x-pat

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    Re: Flucht ins Ungewisse

    Sie ist mit Benzin übergossen und angezündet worden? Sie war deine Frau? :???: Das ist ja eine schreckliche Geschichte. Das kann doch nicht wahr sein?

    X-Pat

  7. #6
    Thai-Robert
    Avatar von Thai-Robert

    Re: Flucht ins Ungewisse

    Sie wollte in Amerika bleiben.Durch geschäftliche Beziehungen konnte ich Ihr ein Dauervisum für USA einrichten.
    Ich lebte nur sporadisch in New Orleans oder Fayetteville.
    Sie hatte Ihre Familie 18 Jahre nicht gesehen.(Vietnamesen bekommen kein Visa für USA).
    Nachdem wir ein paarmal in USA waren wollte Sie für immer dort bleiben.Bei Ihrer heißgeliebten Familie (Vater,Mutter,Schwestern und deren Kinder).
    Also blieb Sie in unserem Haus in New Orleans und wir ließen uns Scheiden.
    Wir telefonierten sehr oft miteinander und ein Schwager wurde Ihr neuer Freund.
    Aber der Stolz der Asiaten .... Sie war immer glücklich am Telefon.
    Daß Er sie schlug,auf Sie geschossen hatte,seinem Bruder mehrere zehntausend Dollar aus der Kasse gestohlen hat und Polizeibekannt war ..... das wurde alles nach Asiatischer Art verschwiegen.

    Bis Sie plötzlich nicht mehr angerufen hat.Und ich dachte ..... lass Sie in Ruhe mit Ihrem neuen Glück.

    Aber da lag sie schon Monate in einer Spezialklinik und kämpfte um Ihr Leben.

    Er hatte Sie eines Morgens nach einem Streit in die Garage gezerrt und in Decken eingewickelt.
    Benzin drüber gegossen und angezündet.
    Ein Nachbar der die Schreie hörte rief die Polizei und Feuerwehr weil Flammen aus der Garage schlugen.

    Über 70% der Haut verbrannt und ein Arm mußte amputiert werden.
    Da war sie 31 Jahre jung .

  8. #7
    Lamai-Central
    Avatar von Lamai-Central

    Re: Flucht ins Ungewisse

    Zitat Zitat von yunike5ROBERT",p="159818
    Sie wollte in Amerika bleiben.Durch geschäftliche Beziehungen konnte ich Ihr ein Dauervisum für USA einrichten.
    Ich lebte nur sporadisch in New Orleans oder Fayetteville.
    Sie hatte Ihre Familie 18 Jahre nicht gesehen.(Vietnamesen bekommen kein Visa für USA).
    Nachdem wir ein paarmal in USA waren wollte Sie für immer dort bleiben.Bei Ihrer heißgeliebten Familie (Vater,Mutter,Schwestern und deren Kinder).
    Also blieb Sie in unserem Haus in New Orleans und wir ließen uns Scheiden.
    Wir telefonierten sehr oft miteinander und ein Schwager wurde Ihr neuer Freund.
    Aber der Stolz der Asiaten .... Sie war immer glücklich am Telefon.
    Daß Er sie schlug,auf Sie geschossen hatte,seinem Bruder mehrere zehntausend Dollar aus der Kasse gestohlen hat und Polizeibekannt war ..... das wurde alles nach Asiatischer Art verschwiegen.

    Bis Sie plötzlich nicht mehr angerufen hat.Und ich dachte ..... lass Sie in Ruhe mit Ihrem neuen Glück.

    Aber da lag sie schon Monate in einer Spezialklinik und kämpfte um Ihr Leben.

    Er hatte Sie eines Morgens nach einem Streit in die Garage gezerrt und in Decken eingewickelt.
    Benzin drüber gegossen und angezündet.
    Ein Nachbar der die Schreie hörte rief die Polizei und Feuerwehr weil Flammen aus der Garage schlugen.

    Über 70% der Haut verbrannt und ein Arm mußte amputiert werden.
    Da war sie 31 Jahre jung .
    Das ist ein ziemlich trauriges Leben

  9. #8
    Avatar von FarangLek

    Registriert seit
    05.04.2004
    Beiträge
    1.335

    Re: Flucht ins Ungewisse

    @Robert

    Diese Geschichte ist mehr als traurig.

    Es tut mir ehrlich Leid, wenn dieser Thread traurige Erinnerungen in Dir geweckt hat.

    Ich hatte in meiner Bekanntschaft noch von keinen Vorfällen, die diesem in irgendeiner Weise ähneln erlebt.

    Wenigstens hast Du verdeutlichen können was alles vorkommen kann und diesen Thread erweitert.


    Gruß,
    FarangLek

  10. #9
    irrlicht
    Avatar von irrlicht

    Re: Flucht ins Ungewisse

    @robert:
    tut mir wirklich leid, was da passiert ist. offensichtlich hattet ihr noch einen 'guten draht' zueinander.
    unglaublich, zu was menschen faehig sind...

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