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Es weihnachtet...

Erstellt von Pong, 12.12.2006, 11:38 Uhr · 23 Antworten · 3.306 Aufrufe

  1. #21
    Rene
    Avatar von Rene

    Re: Es weihnachtet...

    Christmas Paranoia

    Seit Anfang Dezember ist die zivilisierte Menschheit wieder von einem jährlich
    wiederkommenden und viel unterschätztem Phänomen befallen: Der Christmas Paranoia.
    Während ähnliche Suchtkrankheiten wie Drogenkonsum, Spielabhängigkeit, Alkoholismus
    oder 5exgier sich zeitlich unabhängig ausbreiten und zumindest teilweise therapierbar sind,
    infiziert die Christmas Paranoia ihren Wirt frühestens mit dem ersten Advent und verlässt ihn
    spätestens bei strengen Katholiken am sechsten Januar, wenn Balthasar, Melchior und Caspar
    ihr Gold, Weihrauch und Myrre aus dem Morgenland bringen. Doch während dieser rund fünf
    Wochen stellt der Christmas Paranoia – Bazillus eine weltweite Epidemie dar und ist
    unheilbar.

    Die Symptome sind fast immer identisch : Sobald im Tante Emma – Laden um die Ecke oder
    im Supermarkt in Downtown die ersten Lebkuchen und Dominosteine dem Auge des
    gefährdeten Konsumenten entgegenprangern und George Michael sein an der letzten
    Weihnacht vergebenes Herz über den Äther trällert, tritt beim normal konstruierten Homo
    Sapiens eine erschreckend pathologische Verhaltensänderung ein. Fortan ist es schon zu spät,
    denn der Virus mutiert subtil und leise. Die Christmas Paranoia hat wieder einmal gesiegt und
    die Ratio im Brain assimiliert.

    Und die weiteren Auswirkungen der Seuche sind bekannt : Krampfhaft beteiligt sich der
    kränkelnde Patient am Abroden des Nadelwaldes, um sich einen solchen Baum ins
    Wohnzimmer neben seiner geliebten Playstation zu platzieren und ihn mit Lichterketten und
    Weihnachtskugeln mit der Edding – Aufschrift der Telefonnummer 112 zu dekorieren.
    Danach durchkämmt der männliche Angesteckte die diversen Juweliershops in der Hoffnung
    auf ein optisches und finanzielles Schnäppchen für seine Liebste, um diese am Heiligabend
    für den unerklärlichen und nie wieder vorkommenden Seitensprung mit der Femme Fatale der
    Chefbuchhaltung auf der Toilette während der Weihnachtsfeier zu besänftigen. Indessen lässt
    sein „geläutertes“ weibliches Pendant ihr frustriertes Leben in einem finalen Blow Job beim
    Latinlover münden, ehe sie die fünf Paar Socken und den Premieredecoder für den
    Familienernährer mit adäquatem Geschenkpapier garniert und nach der Rückkehr im trauten
    Heim vor dem gemeinsamen Koordinieren der Stippvisiten bei den Schwiegereltern unter
    dem Gabentisch verschwinden lässt.

    Christmas Paranoia ist auch auf der Psychologencouch, in der Suizidszene und in öffentlichen
    Kaschemmen sehr verbreitet. Tränenüberhangene Augen und Direktüberweisung des
    Weihnachtsgeldes an den Gastronom für ein paar Minuten des Smalltalks über die
    Ungerechtigkeiten, die einem im vergangenen Jahr widerfuhren, sind weitere Kennzeichen
    der Seuche, die ihren ethnischen Ursprung vor rund zwei Jahrtausenden im fernen Bethlehem
    begründete. Bis heute bleibt das offizielle Geburtsdatum des Jesus von Nazareth umstritten.
    Dass der 24./25. Dezember nicht immer Heroen ans Tageslicht befördert, beweist Hagen von
    Tronje. Auch der einäugige Hüne von Worms soll am Weihnachtstage das Licht der Welt
    erblickt haben. Das Ende ist bekannt. Der blonde Recke aus Xanten kann heute noch
    weidwund in Walhall ein (Nibelungen)Lied davon singen.

    Aber Tradition verpflichtet ja bekanntlich, und so werden die infizierten Träger der Christmas
    Paranoia auch heuer ihrem Brauchtum huldigen und sich in der Silent Night zur
    Hintergrundmusik von Jingle Bells mit unproduktiven Präsenten gegenseitig sinnliche Wörter
    wie „Frohe“ oder „Merry“ ins Ohr flüstern, den Kids etwas von den Englein und den Flügeln
    erzählen, über das horrend teure Gänsedinner mit Rotkohl und Bratäpfeln herfallen, bei Oma
    und Opa eine Aufstockung des Cashzustandes sorgen, den jährlichen Pflichttermin der
    Christmette einhalten und über das Fernsehprogramm eine friedliche Einigung erzielen. Denn
    Zwistigkeiten sind während der beschaulichen Tage ja verpönt. Aber leider (oder doch zum
    Glück?) verlässt die Christmas Paranoia wie erwähnt den Wirten früher oder später und der
    Alltag kehrt zurück. Bis es erneut heißt: „Alle Jahre wieder!“

  2.  
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  3. #22
    Rene
    Avatar von Rene

    Re: Es weihnachtet...

    Zwar kenne ich keine weiße Weihnacht mehr in den letzten Jahren, aber so soll es sich mal zugetragen haben.
    So wird es gemunkelt.


    Weiße Weihnacht

    8. Dezember 18:00
    Es hat angefangen zu schneien. Der erste Schnee in diesem Jahr. Meine Frau und ich haben unsere Cocktails genommen und stundenlang am Fenster gesessen und zugesehen wie riesige, weiße Flocken vom Himmel herunter schweben. Es sah aus wie im Märchen. So romantisch - wir fühlten uns wie frisch verheiratet. Ich liebe Schnee.

    9. Dezember
    Als wir wach wurden, hatte eine riesige, wunderschöne Decke aus weißem Schnee jeden Zentimeter der Landschaft zugedeckt. Was für ein phantastischer Anblick! Kann es einen schöneren Platz auf der Welt geben? Hierher zu ziehen war die beste Idee, die ich je in meinem Leben hatte. Habe zum ersten Mal seit Jahren wieder Schnee geschaufelt und fühlte mich wieder wie ein kleiner Junge. Habe die Einfahrt und den Bürgersteig freigeschaufelt. Heute Nachmittag kam der Schneepflug vorbei und hat den Bürgersteig und die Einfahrt wieder zugeschoben, also holte ich die Schaufel wieder raus. Was für ein tolles Leben!

    12. Dezember
    Die Sonne hat unseren ganzen schönen Schnee geschmolzen. Was für eine Enttäuschung. Mein Nachbar sagt, dass ich mir keine Sorgen machen soll, wir werden definitiv eine weiße Weihnacht haben. Kein Schnee zu Weihnachten wäre schrecklich! Bob sagt, daß wir bis zum Jahresende so viel Schnee haben werden, daß ich nie wieder Schnee sehen will. Ich glaube nicht, daß das möglich ist. Bob ist sehr nett - ich bin froh, daß er unser Nachbar ist.

    14. Dezember
    Schnee, wundervoller Schnee ! 30 cm letzte Nacht. Die Temperatur ist auf -20 Grad gesunken. Die Kälte lässt alles glitzern. Der Wind nahm mir den Atem, aber ich habe mich beim Schaufeln aufgewärmt. Das ist das Leben! Der Schneepflug kam heute Nachmittag zurück und hat wieder alles zugeschoben. Mir war nicht klar, daß ich soviel würde schaufeln müssen, aber so komme ich wieder in Form. Wünschte ich würde nicht so Pusten und Schnaufen.

    15. Dezember
    60 cm Vorhersage. Habe meinen Kombi verscheuert und einen Jeep gekauft. Und Winterreifen für das Auto meiner Frau und zwei Extra-Schaufeln. Habe den Kühlschrank aufgefüllt. Meine Frau will einen Holzofen, falls der Strom ausfällt. Das ist lächerlich - schließlich sind wir nicht in Alaska.

    16. Dezember
    Eissturm heute Morgen. Bin in der Einfahrt auf den Arsch gefallen, als ich Salz streuen wollte. Tut höllisch weh. Meine Frau hat eine Stunde gelacht. Das finde ich ziemlich grausam.

    17. Dezember
    Immer noch weit unter Null. Die Strassen sind zu vereist, um irgendwohin zu kommen. Der Strom war 5 Stunden weg. Musste mich in Decken wickeln, um nicht zu erfrieren. Kein Fernseher. Nichts zu tun als meine Frau anzustarren und zu versuchen, sie zu irritieren. Glaube, wir hätten einen Holzofen kaufen sollen, würde das aber nie zugeben. Ich hasse es, wenn sie Recht hat! Ich hasse es, in meinem eigenen Wohnzimmer zu erfrieren!

    20. Dezember
    Der Strom ist wieder da, aber noch mal 40 cm von dem verdammten Zeug letzte Nacht! Noch mehr schaufeln. Hat den ganzen Tag gedauert. Der beschissene Schneepflug kam zweimal vorbei. Habe versucht eines der Nachbarskinder zum Schaufeln zu überreden. Aber die sagen, sie hätten keine Zeit, weil sie Hockey spielen müssen. Ich glaube, dass die lügen. Wollte eine Schneefräse im Baumarkt kaufen. Die hatten keine mehr. Kriegen erst im März wieder welche rein. Ich glaube, daß die lügen. Bob sagt, dass ich schaufeln muß oder die Stadt macht es und schickt mir die Rechnung. Ich glaube, daß er lügt.

    22. Dezember
    Bob hatte recht mit weißer Weihnacht, weil heute Nacht noch mal 30 cm von dem weißen Zeug gefallen ist und es ist so kalt, daß es bis August nicht schmelzen wird. Es hat 45 Minuten gedauert, bis ich fertig angezogen war zum Schaufeln und dann musste ich pinkeln. Als ich mich schließlich ausgezogen, gepinkelt und wieder angezogen hatte, war ich zu müde zum Schaufeln. Habe versucht für den Rest des Winters Bob anzuheuern, der eine Schneefräse an seinem Lastwagen hat, aber er sagt, daß er zu viel zu tun hat. Ich glaube, daß der Selbermacher lügt.

    23. Dezember
    Nur 10 cm Schnee heute. Und es hat sich auf 0 Grad erwärmt. Meine Frau wollte, dass ich heute das Haus dekoriere. Ist die bekloppt? Ich habe keine Zeit - ich muss SCHAUFELN !!! Warum hat sie es mir nicht schon vor einem Monat gesagt? Sie sagt, Sie hat, aber ich glaube, daß sie lügt.

    24. Dezember
    20 Zentimeter. Der Schnee ist vom Schneepflug so fest zusammengeschoben, dass ich die Schaufel abgebrochen habe. Dachte ich kriege einen Herzanfall. Falls ich jemals den Arsch kriege, der den Schneepflug fährt, ziehe ich ihn an seinen Eiern durch den Schnee. Ich weiß genau, daß er sich hinter der Ecke versteckt und wartet bis ich mit dem Schaufeln fertig bin. Und dann kommt er mit 150 km/h die Strasse runtergerast und wirft tonnenweise Schnee auf die Stelle, wo ich gerade war. Heute Nacht wollte meine Frau mit mir Weihnachtslieder singen und Geschenke auspacken, aber ich hatte keine Zeit. Musste nach dem Schneepflug Ausschau halten.

    25. Dezember
    Frohe Weihnachten. 60 Zentimeter mehr von der !*?#@$. Eingeschneit. Der Gedanke an Schneeschaufeln lässt mein Blut kochen. Gott, ich hasse Schnee! Dann kam der Schneepflugfahrer vorbei und hat nach einer Spende gefragt. Ich hab ihm meine Schaufel über den Kopf gezogen. Meine Frau sagt, dass ich schlechte Manieren habe. Ich glaube, daß sie eine Idiotin ist. Wenn ich mir noch einmal Wolfgang Petry anhören muss, werde ich sie umbringen.

    26. Dezember
    Immer noch eingeschneit. Warum um alles in der Welt sind wir hierher gezogen? Es war alles IHRE Idee. Sie geht mir echt auf die Nerven.

    27. Dezember
    Die Temperatur ist auf -30 Grad gefallen und die Wasserrohre sind eingefroren.

    28. Dezember
    Es hat sich auf -5 Grad erwärmt. Immer noch eingeschneit. DIE ALTE MACHT MICH VERRÜCKT!!!

    29. Dezember
    Noch mal 30 Zentimeter. Bob sagt, daß ich das Dach freischaufeln muss, oder es wird einstürzen. Das ist das Dämlichste was ich je gehört habe. Für wie blöd hält der mich eigentlich?

    30. Dezember
    Das Dach ist eingestürzt. Der Schneepflugfahrer verklagt mich auf 50.000 DM Schmerzensgeld. Meine Frau ist zu ihrer Mutter gefahren. 25 Zentimeter vorhergesagt.

    31. Dezember
    Habe den Rest vom Haus angesteckt. Nie mehr Schaufeln.

    8. Januar
    Mir geht es gut. Ich mag die kleinen Pillen, die sie mir dauernd geben. Warum bin ich an das Bett gefesselt?

    Geschlecht:Männlich Offline

  4. #23
    Avatar von woma

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    20.01.2004
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    3.243

    Re: Es weihnachtet...

    die ultimative Weihnachtsbeleuchtung

    woma ;-D

  5. #24
    Avatar von martinus

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    2.958

    Re: Es weihnachtet...

    Jedes Jahr kurz vor Weihnachten denke ich an die Geschichte Weiße Weihnacht oder auch bekannt (aus 1998) unter Schnee oder 30 Tage bis zum Nervenzusammenbruch
    aber immer noch gut. ;-D

    Da hab ich auch noch was gefunden...

    Einladung zur Weihnachtsfeier

    Trotz drastischer Sparmaßnahmen gibt des dennoch eine Weihnachtsfeier für Euch, liebe Mitarbeiter!

    Wir treffen uns am Mittwoch 20.12.06 um 9:30 Uhr an der Autobahnabfahrt (A57) Köln - Chorweiler. Fahren anschließend per Anhalter Richtung Köln Hauptbahnhof

    Mittagessen: Erbsensuppe in der Bahnhofsmission
    "Suppe mit Erbsen" 40 Cent
    "Suppe ohne Erbsen" 20 Cent

    Programmablauf:

    Wettfahrt auf der Rolltreppe im Kaufhof (Hohe Straße)
    (Dem Sieger spendiert die Geschäftsleitung 14 Tage Windsurfen in Acapulco - bei eigener Anreise und eigener Unterkunft)

    Danach geht es zum Rhein: Schiffe gucken!

    Anschließend folgt ein Folkloreabend im Asylantenheim in Ossendorf mit anschließender Polonaise.

    Bis zum Abendessen:
    Open Air Konzert der Heilsarmee auf dem Bahnhofsvorplatz.

    Abendessen:
    Betteln bei der Arbeiterwohlfahrt; gegen 20.00 Uhr gemeinsame Einnahme des erbettelten Essens.

    Rückfahrt:
    21.30 Uhr gemeinsame Schwarzfahrt nach Hause. Die Geschäftsleitung erwartet das zahlreiche Erscheinen der Mitarbeiter.

    Es grüßt Euch ganz herzlich Euer Weihnachtsmann!

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