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Entwicklungshilfe, aber richtig

Erstellt von Hippo, 11.04.2009, 17:18 Uhr · 3 Antworten · 1.065 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Hippo

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    Entwicklungshilfe, aber richtig

    Endlich mal ein Artikel, der die Sache von der richtigen Seite betrachtet.
    GESCHEITERTE ENTWICKLUNGSHILFE
    Wie Afrika seine Würde verliert

    Afrika braucht Unterstützung - aber nicht jene, die der Westen derzeit leistet. Die herkömmliche Entwicklungshilfe habe den Kontinent zum unselbständigen Almosenempfänger erzogen, meint SPIEGEL-ONLINE-Autor Kurt Gerhardt: Viel besser als Geldgeschenke wirkten Kredite.

    Noch nie ist die Entwicklungshilfe für Afrika so radikal und massiv kritisiert worden wie in den letzten Jahren, und zwar sowohl von Vertretern des "Nordens" als auch Afrikas selbst. Das hält das Berliner Entwicklungshilfeministerium (BMZ) nicht davon ab, in einer Broschüre festzustellen: "Afrika ist nicht der Kontinent der Katastrophen, Krisen und Kriege. Afrika zeigt Reformdynamik und stabiles Wachstum und nimmt mit seinen Ideen und Potenzialen seine Entwicklung in die eigene Hand."
    Die Einschätzung der Entwicklung Schwarzafrikas (politisch korrekt: "Afrikas südlich der Sahara") ist in hohem Maße ideologisch. Nicht nur in weiten Bereichen der Dritte-Welt-Szene der Industrieländer gilt als zweifelsfrei: "Die armen Afrikaner werden von uns ausgebeutet, im Handel wird ihnen keine Chance gelassen. Alle Schulden müssen wir ihnen erlassen, weil ihnen die Kredite aufgezwungen wurden. Die finanzielle Entwicklungshilfe muss bedeutend erhöht werden, denn mehr Geld bedeutet mehr Entwicklung."
    Das ist Musik in den Ohren afrikanischer Kleptokraten. Es entlastet sie und hilft ihnen, so verantwortungslos weiterzumachen wie bisher. Diese Schwärmer in den Ländern des Nordens sind de facto die Fanclubs afrikanischer Machtmissbraucher. Und sie verhindern afrikanische Entwicklungsanstrengungen.

    Die gleiche Wirkung erzeugen die vielen, die sagen, Afrikas Entwicklungschancen würden von den ungerechten internationalen Handelsbeziehungen zunichte gemacht. Dass Kritik an ihnen berechtigt ist, ist keine Frage. Aber warum gedeiht - unter identischen Bedingungen - der Handel zahlreicher Entwicklungsländer außerhalb Afrikas? Dass diese offenkundige Wahrheit gegen das Katastrophengerede chancenlos ist, ist bezeichnend für die Qualität des Entwicklungsdiskurses.

    Die besonders erfolgreichen Handelspartner unter den ärmeren Staaten exportieren keine Agrargüter, sondern Industrieprodukte. China hat zunächst technisch einfache Geräte auf den Weltmarkt gebracht, mit der Zeit immer anspruchsvollere. Warum geht das nicht in Afrika? Hat man je einen Tauchsieder, ein Fahrrad, eine Haarklammer gesehen mit der Aufschrift "Made in Togo" oder "Made in Uganda"? Seit Generationen fördert die internationale Gemeinschaft technische und unternehmerische Kompetenz von Afrikanern. Wo hat sich das niedergeschlagen?

    weiter hier

  2.  
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  3. #2
    Lanna
    Avatar von Lanna

    Re: Entwicklungshilfe, aber richtig

    Nix Neues, nur neu aufgebrüht...

  4. #3
    Avatar von aalreuse

    Registriert seit
    07.04.2009
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    Re: Entwicklungshilfe, aber richtig

    Ist nicht einfach.

    Es wurde zwar längst erkannt, dass Geld nicht alles ist und man hat deshalb schon lange Projekte als "Hilfe zur Selbsthilfe" gestartet und in diversen Regionen die Landwirtschaft wieder in Gang gebracht.

    Anderseits wird dies aber oft genug dadurch konterkariert, dass die einheimischen Händler lieber am Weltmarkt Waren aus der EU kaufen, weil die durch die hohen Subventionen in der hiesigen Landwirtschaft wesentlich billiger sind als die Produkte der einheimischen Landwirtschaft. Und die Bauern auf ihren Erzeugnissen sitzen bleiben.

  5. #4
    Avatar von Hippo

    Registriert seit
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    5.765

    Re: Entwicklungshilfe, aber richtig

    Anderseits wird dies aber oft genug dadurch konterkariert, dass die einheimischen Händler lieber am Weltmarkt Waren aus der EU kaufen, weil die durch die hohen Subventionen in der hiesigen Landwirtschaft wesentlich billiger sind als die Produkte der einheimischen Landwirtschaft. Und die Bauern auf ihren Erzeugnissen sitzen bleiben.
    Und wenn diese Subventionen gekuezt werden, gibts ein Aufheulen der hiesigen Gutmenschen.

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