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Eine Schule ohne Lehrer und Schüler?

Erstellt von Waitong, 08.09.2012, 11:38 Uhr · 33 Antworten · 1.674 Aufrufe

  1. #21
    Avatar von x-pat

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    Zitat Zitat von Tramaico Beitrag anzeigen
    Hm, vielleicht liegt ist dies der Grund, dass mir die Menschen in der Premiumwelt so vorkommen als ob sie von Tag zu Tag immer daemlicher und weltfremder werden.
    Richard, so dämlich können die Premiumweltler doch nicht sein. Warum würde die thailändische Elite sonst Spitzenbeträge dafür zahlen, ihren Nachwuchs auf europäische und amerikanische Schulen zu schicken? Irgendetwas muss an dem westlichen Erziehungssystem dran sein. Selbst in Thailand geben die Leute einen Haufen Geld aus um ihre Kinder an internationale Schulen zu schicken, die selbstverständlich antiautoritäre Methoden einsetzen. Es sei denn, man geht davon aus dass die thailändische Oberschicht noch dämlicher als der Durchschnitsspremiumweltler ist.

    Zitat Zitat von Tramaico Beitrag anzeigen
    Nach den von Thomas angefuehrten Reformen ist die Kriminalitaet sicherlich drastisch zurueckgegangen, denn antiautoritaere Erziehung zielt doch darauf ab, einen Menschen zu einem gesetzestreues Mitglied der Gesellschaft zu erziehen.
    Das vielleicht nicht, aber zumindest ist das Kinderkloppen zurückgegangen, was für die Bevölkerung unter 15 ein großer Fortschritt ist. Der Erfolg einer Erziehung ist schlicht und einfach nicht messbar. Wie oft und wie stark ein Kind über die Stränge schlägt hängt von seinem Character, von seiner Umgebung, und von seiner Erfahrungsgeschichte ab.

    Ich habe früher einmal geglaubt, dass bei Hunden -im Gegensatz zu Kindern- ein gelegentlicher Schlag aufs Fell in der Erziehung hilfreich sein kann, da Hunde ja keine Sprache verstehen. Ich habe aber schnell gemerkt, dass das nicht nur unnötig sondern auch ineffizient ist. Hunde sind intelligent genug um mit Menschen in rudimentärer Weise zu kommunizieren. Daher würde ich bei einem Kind, was viel intelligenter ist als ein Hund, solche grobschlächtigen Methoden gar nicht erst in Erwägung ziehen. In Sachen Pädagogik ist man in Europa einfach ein wenig weiter, obwohl der am Anfang zitierte schwedische Bericht vielleicht nicht gerade dafür spricht.

    Cheers, X-pat

  2.  
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  3. #22
    Avatar von kcwknarf

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    Es ist halt die Frage, was man will.
    Will man eine Kopie von sich selbst? Dann erreicht man vielleicht Anstand, aber auf dem rückständigen Stand von heute?
    Oder möchte man eine Weiterentwicklung und somit einen neuen eigenständig denkenden Menschen, der die Menschheit positiv voranbringt?

    Es ist völlig wurscht für eine Entwicklung nach vorne, ob ein Kind das Besteck in der richtigen Reihenfolge auf dem Tisch hat!
    Aus meiner Sicht bringt daher Erziehung zwar eine gewisse Ordnung, aber im Grunde könnte man die Menschheit dann auch gleich einschrotten. Sie würde sich ja nicht entwickeln.

    Thais bringen ihre Kinder übrigens nicht nur an westliche Schulen, sondern auch gerne mal an japanische oder koreanische. Das hat weniger mit Erziehungsmethoden zu tun, sondern wie sich die Schulsysteme weltweit vermarkten. Das wiederum hat auch wenig mit Qualität zu tun, sondern einfach nur mit Werbung. Wer darauf reinfällt....

  4. #23
    Tramaico
    Avatar von Tramaico
    Zitat Zitat von x-pat Beitrag anzeigen
    Richard, so dämlich können die Premiumweltler doch nicht sein. Warum würde die thailändische Elite sonst Spitzenbeträge dafür zahlen, ihren Nachwuchs auf europäische und amerikanische Schulen zu schicken? Irgendetwas muss an dem westlichen Erziehungssystem dran sein. Selbst in Thailand geben die Leute einen Haufen Geld aus um ihre Kinder an internationale Schulen zu schicken, die selbstverständlich antiautoritäre Methoden einsetzen. Es sei denn, man geht davon aus dass die thailändische Oberschicht noch dämlicher als der Durchschnitsspremiumweltler ist.
    Das ist durchaus moeglich mit der Daemlichkeit der thailaendischen Oberschicht, da diese ja auch oftmals durch die westliche Ausbildung gepraegt ist und versucht so manche westliche Idiotie in Asien zu etablieren, was dann oftmals in die Hose geht. Dann ist natuerlich noch die Sache des Prestiges wenn es heisst, dass jemand eine Ausbildung in Oxford oder Havard hatte, doch wissen wir doch spaetens George W. Bush, dass Harvard nicht vor Daemlichkeit schuetzt.

    Wenn dann noch ein "Elitemensch" einen Wahrsager vor einer wichtigen Entscheidung konsultiert und nachfragt ob die Sterne fuer eine Transaktion guestig stehen, nun ja, dann festigt sich natuerlich meine Meinung bezueglich der menschlichen Daemlichkeit, obwohl ich nur einen einfachen mittleren Bildungsweg vorzuweisen haben und dazu auch noch autoritaer erzogen wurde, wodurch natuerlich autoritaer nicht mit koerperlichen Misshandlungen gleichzusetzen ist.

    Dennoch wird sich anscheinend in eine Richtung bewegt, dass ein Klapps auf die "Pfoten" schon als physische Misshandlung interpretiert und ein scharfes Wort einer seelischen Folterung gleichgesetzt wird. Kinder und auch Jugendlichen muessen ihre Grenzen fruehzeitig lernen, damit sie im Erwachsenenalter nicht zu "Arschloechern" werden, von denen es wahrlich bereits ausreichend gibt. Schon Kleinstkinder loten ganz bewusst und gezielt ihre Grenzen aus und eruieren, wie und mit was sie durchkommen. Ohne jeglichen "Furchtfaktor" existiert natuerlich auch kein Respekt und nun ja, dann wird natuerlich schnell auf Teufel komm raus versucht den eigenen Willen durchzusetzen. Quaegeln bis das Ziel erreicht ist.

    Antiautoritaer wird oftmals wie autoritaer als Extreme verstanden. Wie erwaehnt, vertrete ich die autoritaere Erziehungsweise, obwohl ich den Nachwuchs zumindest physisch nur zweimal wohl dosiert tracktiert habe. Dass Quaengeln zu nichts fuehrt ausser dass mir dann irgendwann der Geduldsfaden reisst, ist auch bereits vermittelt worden. Bin ich nun ein Erziehungsbarabar aus Perspektive der antiautoritaeren Liga oder sieht diese die Sache aehnlich wie ich und wertet einen Klapps oder auch ein sehr scharfes Wort nicht gleich als Menschenwuerde verachtend? Gerade die Deutschen neigen ja bekanntlich dazu, den Teufel mit dem Beelzebub austreiben zu wollen. Von einem Extrem ins andere.

    Was bedeutet denn nun zwischenzeitlich der Begriff antiautoritaere Erziehung, die ich ja als gescheitert gewertet hatte. Hier hatte ich mich auf die Entstehungszeiten bezogen, naemlich dann als die Kinder praktisch alles durften, einschliesslich die heimischen Waende bemalen und auf den Teppich urinieren, da bei einem Eingreifen ihre kreative Entwicklung leiden wuerde. Hier hat man dann doch ziemlich schnell erkannt, dass nichts erreicht wird, ausser sich wahre Gesellschaftswracks zu zuechten.

    Was heisst antiautotaere Erziehunge heute, im Jahre 2012? Nicht mehr das Extrem der Vergangenheit sondern sind in bestimmten Situationen psychische und physische Massregelungen biz zu einem bestimmten Grad erlaubt? Sozusagen ein Mittelweg aus aus autoritaerer und antiautoritaerer Erziehung?

    Der Erfolg einer Erziehung ist schlicht und einfach nicht messbar. Wie oft und wie stark ein Kind über die Stränge schlägt hängt von seinem Character, von seiner Umgebung, und von seiner Erfahrungsgeschichte ab.
    Also Gentik, die dann von Einfluessen von aussen weiter geformt und gepraegt wird. Somit waere weder Antiautoritaet noch Autoritaet ein Patentrezept sondern es haengt stark von der Situation und von den Probanden ab. Daher macht es dann keinen Sinn eine koeperliche Zuechtigung generell zu verbieten, denn oftmals zeigen sich ja wesentliche Charakterunterschiede bereits im Kindergartenalter und auf dem Spielplatz. Manche Kinder sind ausgesprochen friedfertig und sehr sozial, waehrend andere echte Rabauken sind bis hin zu saddistischen Zuegen. Genetik und/oder auch hormoneller Einfluss, denn bei den Rabauken muss es sich nicht zwangsmaessig um den Nachwuchs von autoritaeren Eltern handeln sondern es kann genau das Gegenteil der Fall sein. Sie kennen ihre Grenzen nicht, da ihnen bedingt durch eine antiautoritaere Erziehung zu Hause alles gestattet ist und somit koennen dann auf einmal Einschraenkungen zur Aggression fuehren. Bis hin zum Anbruellen der Kindergaertnern, dass die ueberhaupt nichts zu sagen und schon gar nichts zu verbieten habe. Auch dann nicht, wenn ein anderes Kind drangsaliert wird.

    Ich habe früher einmal geglaubt, dass bei Hunden -im Gegensatz zu Kindern- ein gelegentlicher Schlag aufs Fell in der Erziehung hilfreich sein kann, da Hunde ja keine Sprache verstehen. Ich habe aber schnell gemerkt, dass das nicht nur unnötig sondern auch ineffizient ist. Hunde sind intelligent genug um mit Menschen in rudimentärer Weise zu kommunizieren. Daher würde ich bei einem Kind, was viel intelligenter ist als ein Hund, solche grobschlächtigen Methoden gar nicht erst in Erwägung ziehen. In Sachen Pädagogik ist man in Europa einfach ein wenig weiter, obwohl der am Anfang zitierte schwedische Bericht vielleicht nicht gerade dafür spricht.
    Cheers, X-pat
    Generell haben wir zu unseren Tieren ein sehr ausgesprochen herzliches Verhaeltnis und es kommt zu keinerlei Ausfaellen den menschlichen Partner gegenueber. Warum, nun ja, weil sie ihre Grenzen kennen und genau wissen was verboten ist. Doch scheint manchmal doch die Emotionalitaet zu siegen und es kommt zum Beispiel zu Beissereien untereinander. Im vorderen Teil des Hauses haben wir zwei grosse Rueden, die ungefaehr gleich stark sind und sich schon Beisserein mit erheblichen Verletzungen geliefert haben. Erfahrungsgemaess koennen diese Auseinandersetzungen nur verhindert werden, wenn man als das oberste Alphatier anerkannt wird. Dieser Status hat sich dadurch manifestiert, dass es nach einer dieser Auseinandersetzunge fuer beide Kontrahenten eine ordentliche Fuhre gab. Die letzte Beisserei liegt jetzt mittlerweile so ca. 6 Monate zurueck und zwischenzeitlich reicht in der Regel ein scharfes Wort, wenn es da zu drohendem Knurren und provozierenden Gehabe kommt. Beide sind sich ueber die Konsequenzen bewusst, wenn man sich gehen laesst. Werden Herrchen und Frauchen nicht als die dominanten Alphatiere akzeptiert, dann kann es sehr schnell in einer bestimmten Situation zur Aufsaessigkeit kommen, naemlich dann wenn die Hormone hochkochen und die Furchtschwelle nicht ausreichend ist.

    Ja, Menschen sollen intelligenter als Tiere sein und somit wird dann auch viel bewusster intrigiert. Schon vom sehr fruehen Kindesalter an. Es werden wie schon erwaehnt gezielt die Grenzbereiche ausgelotet. Stellt sich heraus, dass da keine wirkliche "Gefahr" bsteht, dann ist der Reiz zum Fehlverhalten natuerlich sehr gross. Eine logische Konsequenz, aus der von einem intelligenten Wesen sehr schnell und gezielt Nutzen gezogen wird. Sieht man ja auch an vielen Erwachsenen. Sind die Chancen sich fuer ein gewisses Verhalten nicht verantworten zu muessen sehr gut, nun ja, dann erliegt man schnell der Verlockung. Selbst vermeindlich brave Buerger. Ebenfalls logische Konsequenz eines intelligenten Gedankenprozesses. Moralische Aspekte erreichen dann sehr schnell ihre Grenzen. Kann ich einem schwaecheren Menschen einfach etwas wegnehmen ohne dafuer irgendwelche Folgen tragen zu muessen, nun ja, dann waere es wider der Natur hieraus keinen Nutzen zu ziehen. Selbst bei selbsterklaerten religioesen Menschen, die im Regelfall doch auch nur rein aus Eigennutz agieren. Furcht vor einer hoeheren Gewalt also darum lasse ich es lieber auch wenn mich der Hafter sticht. Die Folgen sind es einfach nicht wert.

    Ergo, basiert alles ansich auf einer autoritaeren Grundlage und nicht auf einer Art Gutmenschlichkeit und Naechstenliebe. Zu wieviel Naechstenliebe ist denn nun eigentlich ein Mensch bereit, wenn es um den eigenen Nutzen geht. Einbussen fuer nichts und wieder nichts. Opfer bringen ohne jegliche Gegenleistung dafuer zu erhalten. Setzt antiautoritaere Erziehung nicht hierauf? Lehrende Worte, wie gut es sei ein naechstenliebender, selbstloser und sozialer Mensch zu sein zum Nutzen Deiner Mitmenschen. Geben statt nehmen. Kann das wirklich funktionieren, vor allem wenn genommen werden kann ohne jeglichen Preis dafuer zahlen zu muessen? Sorry, da habe ich meine Zweifel wie auch an der These, dass Paedagogik in Europa weiter sein soll. Habe eher das Gefuehl, dass in Europa zur Hilflosigkeit und nicht Selbstverantwortung erzogen wird, so dass dann diese Menschen in einem Schwellenland schnell in Probleme kommen und im Frust enden. So ein bisschen wie Fachidioten. In der Theorie Experte aber im Leben dann irgendwie nicht in der Lage einen Nagel gerade in die Wand einkloppen zu koennen. Hoeren wir nicht staendig das Klagelied der geplagten Premiumwelter im harschen Schwellenland Thailand? Wieso, muessten sie nicht Dank ihrer Bildung und Erziehung problemlos in der Lage sein im Schwellenland das Zepter zu uebernehmen und Missstaende zu korrigieren? Missionieren fuer Dummies sozusagen.

    Man laesst sie nicht trotz aller guten Absichten und Worte? Nun ja, hier ist dann das Manko der Antiautoritaet und man muss sich notfalls durchbeissen bis hin zu einer gewissen Herzlosigkeit, um sich zu behaupten. Somit ist es mir dann persoenlich auch lieber, dass man mich fuerchtet als dass man mich liebt. Im letzten Fall besteht zu leicht die Gefahr, dass man versucht zu uebervorteilen, auszunutzen und an der Nase herumzufuehren. Die Verlockung ist gross. Auch fuer viele Thailaender, wenn sie da so einen braven Premiumweltler sichten. Ein gefundenes Fressen, eine Gans mit goldenen Eiern auf einem Serviertisch. Manch ein fortgeschrittener Europaer bekommt dann seinen Kulturschock. Selbst die Touristenpolizei ist eigentlich nicht das, was der Name verspricht. Wie ist das moeglich, wenn man doch eine heile, liebevolle Welt von Haus aus gewoehnt ist?

  5. #24
    Avatar von x-pat

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    Zitat Zitat von Tramaico Beitrag anzeigen
    Antiautoritaer wird oftmals wie autoritaer als Extreme verstanden. Wie erwaehnt, vertrete ich die autoritaere Erziehungsweise, obwohl ich den Nachwuchs zumindest physisch nur zweimal wohl dosiert tracktiert habe. Dass Quaengeln zu nichts fuehrt ausser dass mir dann irgendwann der Geduldsfaden reisst, ist auch bereits vermittelt worden.
    Hm, ich werde nicht ganz schlau daraus. Möglicherweise verwechselst du antiautoritäre Erziehung mit der laissez-faire Erziehung, bzw. autoritäre Erziehung mit autoritativer Erziehung. Vielleicht mal wieder Zeit, kurz die Begriffe zu klären:

    Autoritär = Ich bin der Herr im Haus, du tust was ich sage. Keine Mucken, sonst gibt's Kloppe.
    Autoritativ = Ich höre mir an was du zu sagen hast. Wenn du gute Gründe hast, bekommst du recht, sonst tust du was ich sage.
    Permissiv = Liebes Kind, ich bin hier um dir zu dienen.
    Laissez-faire = Mach was du willst. Kümmert mich nicht.

    Naja, ist etwas grob vereinfacht, aber du verstehst in etwa die Richtungen. Dabei fallen die drei letzteren Stile alle in die "antiautoritäre" Kategorie, also auch der autoritative Stil, in der der Erzieher angemessene Autorität einsetzt.

    Cheers, X-pat

  6. #25
    Avatar von Waitong

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    Erich Fromm hat mich in vielen Bereichen meines Lebens inspiriert, auch bei der Kindererziehung.

    Der Unterschied zwischen rationaler und irrationaler Autorität

    Erich Fromm stellt klar, dass der Begriff der Autorität zwei völlig verschiedene Bedeutungen hat. Er unterscheidet die rationale von der irrationalen Autorität.

    Rationale Autorität fördert das Wachstum des Menschen, der sich ihr anvertraut, da sie auf Kompetenz beruht. Irrationale Autorität dagegen stützt sich auf

    Macht und dient zur Ausbeutung der ihr Unterworfenen. In den primitivsten Gesellschaften, bei den Jägern und Sammlern, übt derjenige Autorität aus, dessen

    Fähigkeiten für die jeweilige Aufgabe allgemein anerkannt sind. Zu den Qualitäten der Kompetenz zählen im allgemeinen Erfahrung, Weisheit, Großzügigkeit,

    Geschicklichkeit, Persönlichkeit und Mut. Autorität, die im Sein gründet, basiert für Erich Fromm nicht auf der Fähigkeit, bestimmte gesellschaftliche Funktionen

    zu erfüllen, sondern gleichermaßen auf der Persönlichkeit eines Menschen, der ein hohes Maß an Selbstverwirklichung und Integration erreicht hat. Ein solcher

    Mensch strahlt Autorität aus, ohne drohen, bestechen oder Befehle erteilen zu müssen. Vor allem bei der Kindererziehung sind solche Menschen das Maß der

    Dinge, denn das Kind reagiert sehr willig auf diese Seinsautorität, da es sie braucht. Es rebelliert dagegen, von Leuten gezwungen oder vernachlässigt zu

    werden, die erkennen lassen, dass sie selbst nicht das geleistet haben, was sie vom heranwachsenden Kind verlangen.

    >>> http://www.wissen57.de/2332.html

  7. #26
    Tramaico
    Avatar von Tramaico
    Zitat Zitat von x-pat Beitrag anzeigen
    Hm, ich werde nicht ganz schlau daraus. Möglicherweise verwechselst du antiautoritäre Erziehung mit der laissez-faire Erziehung, bzw. autoritäre Erziehung mit autoritativer Erziehung. Vielleicht mal wieder Zeit, kurz die Begriffe zu klären:

    Autoritär = Ich bin der Herr im Haus, du tust was ich sage. Keine Mucken, sonst gibt's Kloppe.
    Autoritativ = Ich höre mir an was du zu sagen hast. Wenn du gute Gründe hast, bekommst du recht, sonst tust du was ich sage.
    Permissiv = Liebes Kind, ich bin hier um dir zu dienen.
    Laissez-faire = Mach was du willst. Kümmert mich nicht.

    Naja, ist etwas grob vereinfacht, aber du verstehst in etwa die Richtungen. Dabei fallen die drei letzteren Stile alle in die "antiautoritäre" Kategorie, also auch der autoritative Stil, in der der Erzieher angemessene Autorität einsetzt.

    Cheers, X-pat


    Hm, aus der von Dir angefuehrten Liste gibt es fuer mich persoenlich nur eine einzige Auswahl, naemlich das, was als autoritativ benannte ist. Eigenartig, dass dies nicht in aller Munde ist sondern immer nur die Optionen autoritaer oder antiautoritaer, wobei es sich doch hier eigentlich um antagonistische Extreme des Spektrums handelt.

    Somit wuerde ich mich dann selbst als "autoritativ" bezeichnen ohne ueberhaupt zu wissen, dass es fuer diese Erziehungsmethodik sogar einen Fachbegriff gibt. War aber auch eigentlich nicht notwendig, da meiner Ansicht nach bei entsprechend eingesetzter Intelligenz zwangslaeufig bei dieser Vorgehensweise enden muss. Aehnlich wie wie bei der Thematik "Stoa" oder auch der buddhistische Lehre, die wir ja vor einiger Zeit diskutiert hatten.

    Erstaunlicherweise wurde der Begriff schon vor sehr langer Zeit gepraegt und reflektiert genau das, was ich als Mittelweg bezeichnen wollte. Autoritative Erziehung

    Warum wird eine autoritative Erziehung nicht viel staerker publiziert, denn dann eruebrigen sich die Extreme "autoritaer" und "antiautoritaer" von selbst, weil er sich durch hoechstmoegliche Flexibilitaet auszeichnet und somit flexibel auf das einzelne Individuum einstellen kann?

    Stattdessen aber anscheinend immer wieder nur dieses Verstricken in pro oder contra. Wie auch bei Krisenthemen wie die Todesstrafe. Bin weder generell fuer noch gegen diese eingestellt sondern es sollte immer rein situationsbedingt sein, so dass salomonoisch spezielle Aspekte in eine Beurteilung einfliessen koennen. Gesetzgebung muesste somit auch viel staerker autoritativ als autoritaer gepraegt sein, damit sich nicht in den eigenen Fuss geschossen wird.

    "Man ist entweder fuer oder gegen mich" kann dagegen nur aus dem Munde eines Vollpfosten wie Herr George W. Busch kommen, obwohl der einen Harvard-Abschluss hat. Keine Ahnung durch welchen Erzielungsstil er geformt wurde und danach zu googeln ist er mir einfach die Zeit nicht wert.

  8. #27
    Avatar von kcwknarf

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    Zitat Zitat von Tramaico Beitrag anzeigen
    Ohne jeglichen "Furchtfaktor" existiert natuerlich auch kein Respekt und nun ja, dann wird natuerlich schnell auf Teufel komm raus versucht den eigenen Willen durchzusetzen. Quaegeln bis das Ziel erreicht ist.

    Dass Quaengeln zu nichts fuehrt ausser dass mir dann irgendwann der Geduldsfaden reisst, ist auch bereits vermittelt worden.
    Du siehst das sehr negativ. Natürlich bringt Quängeln etwas. Dadurch lernt man, dass man nicht aufgeben soll, um sein Ziel zu erreichen.
    Ich habe das gerade in den letzten Jahren sehr häufig gemerkt. Da hatte ich Situationen, die praktisch aussichtslos schienen. Leute (Respektspersonen) sagten mir: geht nicht. Leute in meinem Umfeld haben aufgegeben. Doch nicht ich. Und es hat sich jedes Mal(!) gelohnt.
    Und warum habe ich diese Eigenschaft? Weil ich eben auch als Kind die Möglichkeiten hatte und eben nicht irgendwelche Grenzen vorgesetzt bekam, die im Grunde ja sinnlos und somit keine waren.

    Soll heißen: Grenzen überspringen heißt ja nicht gleich, dass man dann zum Rowdy wird. Man kann auch zum Forscher werden, der Tag und Nacht forscht, bis er ein Ergebnis findet.

    Wenn ich mir überlege, was passiert wäre, wenn ich authoritär erzogen worden wäre (also von Eltern - von Lehrern war es ja damals eh Standard), dann hätte ich zwar scheinbar Respekt gehabt, aber ich hätte diese Menschen natürlich für Antipersonen gehalten. Zu meinen Eltern hätte ich den Kontakt spätestens mit 18 abgebrochen. So was kann nämlich auch mal ganz schnell in die Hose gehen.

    Deshalb finde ich es ja auch besser, wenn Eltern und Lehrer Kinder "begleiten" statt erziehen. Also immer mal wieder Tipps und gute Ratschläge geben und vor allem den Sinn dahinter auch erklären.

  9. #28
    Avatar von Waitong

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    Zitat Zitat von Tramaico Beitrag anzeigen
    Stattdessen aber anscheinend immer wieder nur dieses Verstricken in pro oder contra.
    Eben - das fuert nur zu unnoetigen Konflikten.

    Wer sich mit Inhalten befassen will kommt nicht um Erich Fromm's Ausfuehrungen herum.

  10. #29
    Tramaico
    Avatar von Tramaico
    Zitat Zitat von kcwknarf Beitrag anzeigen
    Du siehst das sehr negativ. Natürlich bringt Quängeln etwas. Dadurch lernt man, dass man nicht aufgeben soll, um sein Ziel zu erreichen.
    Ich habe das gerade in den letzten Jahren sehr häufig gemerkt. Da hatte ich Situationen, die praktisch aussichtslos schienen. Leute (Respektspersonen) sagten mir: geht nicht. Leute in meinem Umfeld haben aufgegeben. Doch nicht ich. Und es hat sich jedes Mal(!) gelohnt.
    Quaengeln bringt nur bei ungefestigten Menschen etwas, von denen es natuerlich einige gibt. Ist aber irgendwo nicht Fisch noch Fleisch. Klueger ist es den Verstand einzusetzen und gezielt durch Ueberzeugung an ein Ziel zu gelangen. Somit ueberlaesst man dann auch nichts dem Zufall sondern uebernimmt die Faeden und fuehrt anstatt gefuehrt zu werden. Quaengeln kann dagegen boese ins Auge gehen, wenn man die falsche Person adressiert und der gehoerig auf den Zeiger geht.

    Schau, wenn Du eine gefestigten, autoritativen Figur wie mich zu sehr sehr nervst anstatt versuchst Du rationelle Argumentation zu ueberzeugen, dann fuehrt dies wiederum zwangslaeufig zu einer Reaktion, die Du eigentlich nicht bezwecken wolltest. Quaengeln ist gezieltes provokatives Nerven die labile Menschen zum Nachgeben treiben wuerden, doch andere wiederum zu einer letztendlichen Ohrfeige motivieren. Also entscheide weise, wen Du anquaengelst.

    - - - Aktualisiert - - -

    Zitat Zitat von Waitong Beitrag anzeigen
    Wer sich mit Inhalten befassen will kommt nicht um Erich Fromm's Ausfuehrungen herum.

    Doch, naemlich dann, wenn der eigene Verstand voll und ganz ausreichend ist. Somit ziehe ich dann mein (autoritatives) Erziehungskonzept weiter fort, obwohl ich bis dato immer meinte, dass Fromms lediglich ein Pseudonym fuer Kondome ist.

    Faende es ein wenig muehsam jedesmal irgendwo nachschlagen zu muessen, wenn es Probleme mit der Erziehung des Nachwuchs gibt. Mein Kind verweigert die Nahrungsaufnahme und verlangt stattdessen nach Eis. Was sagt der Kinderpsychologe zu dieser Situation? Wie verhalte ich mich richtig ohne der kleinen Seele eventuellen irreparablen Schaden zuzufuegen? In manchen Faellen erscheint mir Empfaengnisverhuetung die einzig vernuenftige Loesung zu sein.

  11. #30
    Avatar von Waitong

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    Zitat von Tramaico

    Ohne jeglichen "Furchtfaktor" existiert natuerlich auch kein Respekt und nun ja, dann wird natuerlich schnell auf Teufel komm raus versucht den eigenen Willen durchzusetzen.

    Quaegeln bis das Ziel erreicht ist.
    Ich zolle auch Leuten ohne "Furchtfaktor" meinen Respekt, wenn jemand ueberdurchschnittliche Leistungen vorweisen kann.

    - - - Aktualisiert - - -

    Zitat Zitat von Tramaico Beitrag anzeigen

    Doch, naemlich dann, wenn der eigene Verstand voll und ganz ausreichend ist. Somit ziehe ich dann mein (autoritatives) Erziehungskonzept weiter fort, obwohl ich bis dato immer meinte, dass Fromms lediglich ein Pseudonym fuer Kondome ist.
    Erich Fromm haette sicherlich seine Freude an dir gehabt, ganz besonders wenn es um Assoziationen geht.

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