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Eine Schule ohne Lehrer und Schüler?

Erstellt von Waitong, 08.09.2012, 11:38 Uhr · 33 Antworten · 1.675 Aufrufe

  1. #11
    ILSBangkok
    Avatar von ILSBangkok
    Zitat Zitat von waanjai_2 Beitrag anzeigen
    In Thailand lernen wir, daß reale Schulen eigentlich nicht gebraucht werden. Nur Abschlüsse, zu moeglichst geringen Preisen. Der Rest wird ohnehin im Arbeitsleben entschieden. Der Weg dahin, den sieht man selbst in diesem Forum.
    Richtig! Zumindest für den Einstieg einen erkauftes Diplom. Für weiteres aufsteigen, wird oft wieder Geld benötigt und nicht Können. Ich liebe es an den Thais, dass sie diesbezüglich sehr ehrlich und offen sind. Mir hat auch schon ein Beamter gesagt, dass er einige Millionen Baht (7-8) bezahlt hat für seine höhere Position. Man kennt dies ja von den Polizisten.

    Ist nicht überall so, aber anscheinend oft in den öffentlichen Diensten. Das zeigt wieder, dass es zumindest hier Scheiß egal ist, ob z.B. der Reisbauer TOP schulzensuren schrieb und engagiert ist - solange er kein Geld hat, ist er und bleibt er was und wo er ist. Traurig, traurig....naja... wir können das leider nicht ändern.

  2.  
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  3. #12
    Avatar von kcwknarf

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    10.249
    Zitat Zitat von ILSBangkok Beitrag anzeigen
    Richtig! Zumindest für den Einstieg einen erkauftes Diplom. Für weiteres aufsteigen, wird oft wieder Geld benötigt und nicht Können.
    Das ist aber auich kein reines Thaiproblem, sondern generell. Und es muss auch nicht nur um Geld gehen.
    Man muss einfach mal schauen, wie Noten überhaupt entstehen.
    Ich nutze mal das deutsche System, das aber sicherlich in der ganzen Welt Anwendung findet:

    Wieviel wert ist denn z.B. eine 2?
    Soviel wert, wie es der Notenspiegel(!) hergibt.
    Eine 2 in einer Klasse in Hamburg kann eine andere Aussagekraft haben als in einer Klasse in Stuttgart oder Shanghai bei komplett identischer leistung, bzw. Könnens des Schülers.

    Denn so ein Notenspiegel ist abhängig vom Können der Mitschüler. Ist man also zufällig in einer Klasse mit sehr begabten Schülern gelandet, kann aus der 2 mal ganz schnell eine 4 werden, weil der Lehrer auffällig wird, wenn es in seiner Klasse nur 1en oder 2en geben würde.
    Und natürlich auch umgekehrt kann ein schlechter Schüler davon profitieren, wenn seine Mitschüler noch schlechter sind.
    Die Aussagekraft der eigene Note ist also nahezu Null!

    Muss ich etwas Können, um gute Noten zu haben? Nein.
    Oftmals reicht plumpe Auswendiglernen und danach schnelles Vergessen. Das ist zwar Können, aber sehr eingeschränkt. Berufsempfehlung: Schauspieler. Die können so etwas später mal gut gebrauchen, ansonsten kaum jemand.

    Und dann gibt es die zahlreichen Trickser. Zu denen gehörte ich auch (ist ja mittlerweile verjährt). Es ist halt ein Volkssport unter Schülern, die beste Methode zu entwickeln, Schummelzettel unterschiedlichster Form (heut wohl eher technischer Art) zu entwerfen, ohne erwischt zu werden. Könnte man dann auch clever nennen, aber als späterer Beruf wäre eigentlich nur Ganove sinnvoll.

    D.h. seine meiste Schulzeit verschwendet der Schüler nicht fürs Lernen, sondern zur Auswahl der schlechtesten Klasse, zum Entwerfen von Schummelzetteln und zum Einschleimen/Einkaufen beim Lehrer. Zeit zum Lernen bleibt dabei natürlich nicht. Vor allem fehlt ja auch der sinnvolle Lerninput und ganz wichtig: die Motivation des Lehrers.

    Und im Studium ist das nicht viel anders.
    Daher lege ich persönlich auf Schulnoten oder Uni-Abschlüsse (auch wenn ich selber einen habe) absolut keinen Wert. Sie sagen zwar etwas über Ausdauer und eine gewisse Cleverness etwas aus, vielleicht auch manchmal von theoretischen Basiswissen, aber ansonsten nichts über eine praktische Einsatzfähigkeit.
    Nur sehen das viele Chefs halt anders, so dass dieser Notenwahn wohl leider auch in Zukunft vorhanden sein wird.

    Als Kind würde ich mir heutzutage ein Ei drauf pellen, da ich mir in Zukuft eh meine Jobs im wahrsten Sinne des Wortes ausdrucken kann. Von daher braucht man auch gar nicht mehr über Schulveränderungen reden, sondern nur noch die Abschaffung der Schulpflicht fordern - zumindest ab 6 Jahren. Und gut ist.

  4. #13
    Avatar von maphrao

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    Zitat Zitat von kcwknarf Beitrag anzeigen
    Und dann gibt es die zahlreichen Trickser. Zu denen gehörte ich auch .... aber als späterer Beruf wäre eigentlich nur Ganove sinnvoll.
    Du bist also ein Ganove?

  5. #14
    ILSBangkok
    Avatar von ILSBangkok
    Zitat Zitat von maphrao Beitrag anzeigen
    Du bist also ein Ganove?
    Maphrao, du etwa nicht? Sind wir doch alle

  6. #15
    Avatar von maphrao

    Registriert seit
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    Zitat Zitat von ILSBangkok Beitrag anzeigen
    Maphrao, du etwa nicht? Sind wir doch alle
    Ich schon, aber von Knarf hätte ich es nicht erwartet

  7. #16
    Avatar von kcwknarf

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    Ob man ein Ganove ist, hängt ja immer vom Standpunkt des Betrachters an.
    Wenn ich mich also nicht rechtmässig aufgrund einer Verordnung durch eine von mir nicht authorizierten Stelle verhalte, müsste ich mich aufgrund dessen als Ganove bezeichnen lassen. Insofern ist das korrekt kombiniert.

  8. #17
    Avatar von maphrao

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    Zitat Zitat von kcwknarf Beitrag anzeigen
    Ob man ein Ganove ist, hängt ja immer vom Standpunkt des Betrachters an.
    Da hast du natürlich nicht unrecht, selbst der grösste Mafioso ist von meinem Standpunkt aus betrachtet weniger schlimm, als all die Bank Manager.

  9. #18
    Avatar von x-pat

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    7.208
    Zitat Zitat von Tramaico Beitrag anzeigen
    Soll jetzt wieder das gescheiterte Konzept der antiautoritaeren Erziehung wieder aufgelebt lassen werden.
    Wann genau ist das Konzept der antiautoritären Erziehung denn gescheitert?

    Die überwältigende Mehrheit der Pädagogen und Psychologen spricht sich gegen autoritäre Erziehung aus. Die Prügelstrafe in deutschen Schulen wurde 1973 per Gerichtsbeschluss abgeschafft. Die Kinderrechtskonvention von 1989 schreibt eine gewaltfreie Erziehung vor, die die meisten Staaten inzwischen unterzeichnet haben. Seit dem jahr 2000 ist in DE auch das elterliche Züchtigungsrecht abgeschafft worden. Es sieht eher so aus, als ob das Konzept einen Siegeszug erlebt hat.

    Cheers, X-pat

  10. #19
    Avatar von strike

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    28.011
    Zitat Zitat von x-pat Beitrag anzeigen
    ... Die Prügelstrafe ...
    Schon erstaunlich, was frueher und so lange alles als gesellschaftsfaehig galt.
    In der DDR wurde die Pruegelstrafe in den Schulen 1949 abgeschafft.

    Einer der Gruende, warum selbst schaerfste Kritiker der DDR in meinem Umfeld das DDR-Schulsystem selbst - wenn man die politischen Aspekte ausblendet - sowohl im Ergebnis und in der Struktur als deutlich hochwertiger und effizienter im Vergleich zum westdeutschen bewerten?

  11. #20
    Tramaico
    Avatar von Tramaico
    Zitat Zitat von x-pat Beitrag anzeigen
    Wann genau ist das Konzept der antiautoritären Erziehung denn gescheitert?

    Die überwältigende Mehrheit der Pädagogen und Psychologen spricht sich gegen autoritäre Erziehung aus. Die Prügelstrafe in deutschen Schulen wurde 1973 per Gerichtsbeschluss abgeschafft. Die Kinderrechtskonvention von 1989 schreibt eine gewaltfreie Erziehung vor, die die meisten Staaten inzwischen unterzeichnet haben. Seit dem jahr 2000 ist in DE auch das elterliche Züchtigungsrecht abgeschafft worden. Es sieht eher so aus, als ob das Konzept einen Siegeszug erlebt hat.

    Cheers, X-pat
    Hm, vielleicht liegt ist dies der Grund, dass mir die Menschen in der Premiumwelt so vorkommen als ob sie von Tag zu Tag immer daemlicher und weltfremder werden.

    Deutschland ware meiner Meinung nach mit manchen Aspekten der Gesetzgebung in Singapour besser bedient, als mit dem staendigen Gutmensch- und Streichelgetue. Ist absolut widernatuerlich, meiner Menung nach. Ja, ja, wir leben nicht mehr im Urwald und so, sind zivilisert und bla, bla, bla... Der Mensch ist im Wesen noch genauso wie vor Tausenden von Jahren nur neigt er in der Neuzeit verstaerkt zur Schauspielerei. Geht es jedoch mal auf hart zu, dann kommen die animalischen Grundzuege wieder sehr schnell zu Tage.

    Das elterliche Zuechtigungsrecht wurde abgeschafft und hat einen Siegeszug erlebt? Hatte ich schon erwaehnt, dass mir die Premiumweltler immer daemmlicher vorkommen?

    Sechsjaehriges Kind: "Herr Richter, Herr Richter, Papa hat mir den Hintern versohlt, nur weil ich im Wohnzimmer auf den Teppich uriniert habe! Dieses hat mich derart aus dem seelischen Gleichgewicht gebracht, dass ich keine Freude mehr am Facebook habe, weil ich mich vor meinen virtuellen Freunden gegenueber so menschlich erniedrigt fuehle".

    Das ist erst der Vorgeschmack, da es ja noch einige Zeit hin ist bis zur Pubertaet.

    - - - Aktualisiert - - -

    Zitat Zitat von strike Beitrag anzeigen
    Schon erstaunlich, was frueher und so lange alles als gesellschaftsfaehig galt.
    In der DDR wurde die Pruegelstrafe in den Schulen 1949 abgeschafft.

    Einer der Gruende, warum selbst schaerfste Kritiker der DDR in meinem Umfeld das DDR-Schulsystem selbst - wenn man die politischen Aspekte ausblendet - sowohl im Ergebnis und in der Struktur als deutlich hochwertiger und effizienter im Vergleich zum westdeutschen bewerten?
    Vater Staat liebte eben seine "Kindlein" und haetschelte sie somit. Jedenfalls solange sie nach der Pfeife tanzten, was sich natuerlich von selbst ergibt, wenn man Ihnen ausreichend richtige Liebe und Zuneigung zukommen laesst.

    Nach den von Thomas angefuehrten Reformen ist die Kriminalitaet sicherlich drastisch zurueckgegangen, denn antiautoritaere Erziehung zielt doch darauf ab, einen Menschen zu einem gesetzestreues Mitglied der Gesellschaft zu erziehen. Ist die Kriminalitaetstendenz nicht deutlich ruecklaeufig, nun ja, dann wuerde ich das antiautoritaere Konzept als gescheitert bezeichnen oder ist es erfolgreich nach dem demokratischen Prinzip. Wenn die Mehrheit der Schafe im Gleichklang bloekt, dann ist dieses ein Erfolg. Hier koennte ich dann aber dagegen angehen und mit der Knute ALLE Schafe in Gleichklang bringen was dann wiederum nicht nur ein immenser Erfolg waere sondern der Gipfel der Demokratie, da zumindest scheinbar absolute Einigkeit erzielt wird.

    Vielleicht sollten wir erst einmal definieren, was unter einem erfolgreichen Erziehungskonzept zur verstehen ist.

    Ich persoenlich bewerte eine Erziehung dann erfolgreich, wenn der Nachwuchs in seinem eigenen Interesse nicht ueber die Straenge schlaegt. Habe bei der Tochter selbst erst zweimal Hand angelegt. Einmal im Alter von ca. 4 Jahren, als sie die Grenzen und mich schlug und ich daraufhin eine Schelle auf den Hintern gab, die sie einen Meter huepfen liess und das zweitemal im Alter von ca. 14 Jahren als das Gehirn durch eine Schelle wieder re-aktiviert werden musste. Im Regelfall reichen aber klare Worte, weil sie genau weiss was passiert, wenn sie die Grenze ueberschreitet. Aus einem Bangkholaemer kann es wie aus einem Vulkan herausbrechen, wenn die Reizschwelle erreicht wird.

    In einem anderen Thread wurde ja schon zu dieser Thematik bezueglich thailaendischer Mentalitaet berichtet.

    Hatte ja selbst eineinhalb Jahre an einer thailaendischen Privatschule die Klassen 1 - 3 unterrichtet. Hatte dann aber immer einen thailaendichen Disizplinarlehrer mit zur Unterstuetzung im Klassenzimmer, da die meisten der Kiddies ihre Grenzen nicht kannten. Vermutlich war die Erziehung zu Hause zu antiautoritaer, da ja viele Eltern dazu neigen, die Brut wie kleine Prinzen und Prinzessinen zu behandeln und ihnen sogar die Schultaschen hinterhertragen. Im Gegenzug werden sie dann von den kleinen Teufeln terrorisiert. Manchmal bin ich verwundert, wie viele Eltern heutzutage durch ihre Kinder versklavt sind.

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