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Eine Schule ohne Lehrer und Schüler?

Erstellt von Waitong, 08.09.2012, 11:38 Uhr · 33 Antworten · 1.676 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Waitong

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    Eine Schule ohne Lehrer und Schüler?


  2.  
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  3. #2
    Avatar von kcwknarf

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    Zitat Zitat von Waitong Beitrag anzeigen
    Fantastisch!
    Ich freue mich sehr, dass so langsam mal Bewegung reinkommt.
    Das Konzept wirkt wirr, sit aber natürlich genial und genau der richtige Schritt!
    Entsetzt bin ich natürlich über die Reaktion und die dümmlichen Kommentare der Steinzeitmenschen und des mega-konservativen Spiegels.

    In dem Zusammenhang empfehle ich auch sehr das faszinierende Gespräch vom letzten Sonntag mit Precht und dem Hirnforscher Gerald Hüther über die katastrophale Zustände der Schule von heute und den unbedingt nötigen Veränderungen.

    Ich könnte nahezu jeden Satz der beiden zu 100% unterschreiben, auch wenn ich vielleicht sogar noch etwas weiter gehen würde. Wie Schweden zeigt, geht es ja in der Tat auch ganz ohne Lehrer.

    Der Hirnforscher meint, dass es die Schule in der heutigen Form in 5 Jahren (wenn ich mich recht entsinne) nicht mehr geben wird. Diesen Optimismus teile ich leider nicht ganz. Es gibt einfach zu viele, die immer noch zu konservativ denken und die Probleme nicht sehen oder nicht sehen wollen. Also 10 Jahre wird es wohl noch dauern. Umso schöner, dass das Schweden mal ein Vorstoß kommt.

    Wer sich die ZDF-Sendung mit Precht mal reinziehen möchte: hier ist das Video in 3 Teilen:




  4. #3
    Tramaico
    Avatar von Tramaico
    Soll jetzt wieder das gescheiterte Konzept der antiautoritaeren Erziehung wieder aufgelebt lassen werden. Es heisst, alles wuerde irgendwann mal wiederkommen. Also auf ein Neues. Ein ewiger Kreislauf. Mal dreht es sich in diese Richtung, mal in die andere. Aber sehen wir es realistisch, das Wesen Mensch ist und bleibt das bizarrste Wesen auf diesem Planeten, mit seinem staendigen Streben anders und besser als die Natur zu sein.

    Dennoch ist es nicht in der Lage aus den natuerlichen darwinistischen Grundprinzipien auszubrechen. Auch nicht in einer vermeintlich sozialen Gesellschaft. Der Darwinismus ist hier genauso praesent wie eh und je in der Tierwelt und kann nicht verleugnet werden, je sehr man sich dieses aus "humanitaeren" Gruenden auch wuenschen mag. Der Mensch ist letztendlich auch nur eine Tierart unter vielen, ausser dass er sich das Dasein staendig unnoetig schwer macht. Die Lust am Leid. Das grenzt schon an Masochismus.

    Ist ein Hirnforscher nicht auch irgendwo bildungsgeschaedigt und wo waere er ohne seine Grundausbildung? Warum ist das derzeitige Schulwesen so komplex? Nun ja, in jungen Jahren, manchmal auch nicht einmal mit der erreichten Volljaehrigkeit ist sich ein junger Mensch im Klaren, was er eigentlich werden will. Erinnere mich, dass ich einmal eine Karriere als Cowboy anvisierte und auch mal als Lokomitivfuehrer. Letztendlich bin ich dann Kaufmann geworden und zwar durch eine spezielle Fachausbildung, die aber auf schulischem Grundwissen aufbauten.

    Okay, manches habe ich somit in der Vergangenheit fuer die Katz gelernt, haette aber natuerlich auch sein koennen, dass ich Mathematiker, Chemiker oder was auch immer als Karriereweg ausgewaehlt haette, wo dann nicht Prozentrechnung und Dreisatz die wesentlichen mathematischen Basis gewesen waere, wie sie es bei einem Koofmann ist.

    Ein Kind nicht von sehr fruehen Jahren an Fuehrung zu geben, kann man meiner Meinung nach nur ins Auge gehen, weil es ihm auf Grund von Wissen und Erfahrung an Entscheidungskompetenz fehlt. Somit komme ich dann auch zum Schluss, dass eine These wie "Kinder sind ansich nur kleine Erwachsene" eine Art realitaetsferne Intelligenzverweigerung ist. Haette ich nicht die starke fuehrende und strenge Hand meiner Mutter staendig im Nacken gehabt, dann waere ich wohl bereits als Jugendlicher im Kerker gelandet. Natuerlich war sie auch fehlbar, so wie natuerlich auch Lehrer, aber nun ja, letztendlich handelt es sich hierbei auch nur um Menschen, mit ihren Staerken und Schwaechen, die man als Kind meist noch nicht erkennt sondern diese Einsicht kommt meist erst spaeter. Manchmal aber auch nicht, was dann tatsaechlich von den ureigenen geistigen Kapazitaeten abhaengt und nicht was einem als Kind vermeintlich "eingetrichtert" wurde.

    Manche Menschen brauchen ihr Leben lang Fuehrung und andere wiederum nicht. Ist eine individuelle Angelegenheit, die sich aber erst im Laufe der Jahre herauskristallisiert. Somit gibt es dann auch kein Persilsystem, weder in die eine noch die andere Richtung, weil eben jeder Mensch und jedes Tier ein ganz eigenen Individuum ist.

  5. #4
    Avatar von kcwknarf

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    Zitat Zitat von Tramaico Beitrag anzeigen
    Soll jetzt wieder das gescheiterte Konzept der antiautoritaeren Erziehung wieder aufgelebt lassen werden. Es heisst, alles wuerde irgendwann mal wiederkommen. Also auf ein Neues. Ein ewiger Kreislauf. Mal dreht es sich in diese Richtung, mal in die andere. Aber sehen wir es realistisch, das Wesen Mensch ist und bleibt das bizarrste Wesen auf diesem Planeten, mit seinem staendigen Streben anders und besser als die Natur zu sein.
    Aber genau das gibst du ja mit deiner Forderung nach Führung vor.
    Nenn mir mal ein Tier, das seinen Nachkommen rund 25% seines Lebens erzieht und davon auch noch zu über der Hälfte von einem externen Tier (beim Menschen Lehrer genannt).
    Das Konzept "Schule" ist also komplett widernatürlich.

    Du kannst die neuen Ideen aber auch nicht mit der sogenannte antiautoritaeren Erziehung vergleichen. Das ist ja im Grunde nichts anderes als konservative Methoden auf human. Mit einem komplett neuen Ansatz von sinnvollem Lernen haben antiautoritaeren Erziehungsmaßnahmen ja kaum etwas zu tun. Es geht hierbei jetzt um sinnvolles effektives und nachhaltiges Lernen und weniger um human oder streng. Oder anders ausgedrückt: die Frage stellt sich ja nicht, da Freude am Lernen weder Strenge noch Humanität benötigt. Sie kommt eben von innen und wird einem nicht extern aufgedrückt. Und das wiederum ist natürlich: jedes Baby ist von Natur aus neugierig und will ja lernen. Nur bisherige Schulmethoden vergraulen ja den meisten Menschen das Lernen!


    Zitat Zitat von Tramaico Beitrag anzeigen
    Okay, manches habe ich somit in der Vergangenheit fuer die Katz gelernt, haette aber natuerlich auch sein koennen, dass ich Mathematiker, Chemiker oder was auch immer als Karriereweg ausgewaehlt haette, wo dann nicht Prozentrechnung und Dreisatz die wesentlichen mathematischen Basis gewesen waere, wie sie es bei einem Koofmann ist.
    Du sprichst das Zauberwort an: Basis!
    Gegen den Inhalt der ersten 4 Schulklassen, die man effektiverwesie noch in Kindergarten/Vorschule in die Altersgänge 3-6 vorziehen sollte plus einer Fremdsprache, sage selbst ich ja nichts. Doch spätestens danach wird es einfach zu speziell. Selbst das grundsätzliche Erlernen von fremden Stoff oder das Raussuchen von Informationen aus Büchern doer heutzutage aus dem Internet lässt sich gut in die Basis mit aufnehmen.
    Aber ab 7 Jahren kann ein selbstständiges Lernen erfolgen, das den Kindern und der Gesellschaft viel mehr bringen kann. Und dafür ist das Schulsystem von heute und gestern völlig verkrustet und kontraproduktiv.


    Zitat Zitat von Tramaico Beitrag anzeigen
    "Kinder sind ansich nur kleine Erwachsene" eine Art realitaetsferne Intelligenzverweigerung ist.
    Aber doch nur, weil Kinder als Kinder angesehen werden. Es wird ihnen eben nichts zugetraut. Die Natur hat es so viorgesehen, dass ein Mensch etwa mit 12 Jahren erwachsen ist. Warum wird das von Menschen künstlich
    hiansugezögert? Um die Macht gegenüber den Kindern aufrecht erhalten zu können.
    Nur deshalb entwickeln sich Kinder so langsam.

    Ändert man das, wird man sehen, wie schnell Kinder erwachsen werden. Das sieht man ja auch an den Kindern, die schnell Verantwortung übernehmen müssen (z.B. für Geschwister, wenn Eltern versterben) und beide vor den Kinderämtern fliehen. Da gibt es weltweit sehr positive Beispiele.


    Zitat Zitat von Tramaico Beitrag anzeigen
    Manche Menschen brauchen ihr Leben lang Fuehrung und andere wiederum nicht.
    Wer Führung unbedingt braucht, kann sich ja einer Herde anschließen. Muss aber kein Vater und kein Lehrer sein.
    Nicht jeder Vater ist automatisch ein guter Mensch, der nur Gutes vermittelt.

    Eigenveranantwortung, eigene Kreativität entwicklen, eigene Gedanken haben... das alles wird doch immer weniger statt mehr. Weil Kinder immer mehr begrenzt werden. Früher durfte man noch auf Bäume klettern, heute muss jeder Ast vom TÜV abgesegnet werden.

    Und die Lernmethoden waren schon immer Mist. Sie sind einfach ineffektiv - jetzt noch viel mehr als früher.
    Ich sehe das an meiner Tochter, die mit 4 Jahren durch das Basiswissen im Thai-Kindergarten jetzt schon so viel weiß wie ich damals als 12jähriger auf einer deutschen Schule (und danach kam eh nur noch Müll, an den sich kein Schwein mehr erinnert). Da kann einfach etwas nicht stimmen, was da in Deutschland abgeht. Fast 10 Jahre verschenkt.

  6. #5
    ILSBangkok
    Avatar von ILSBangkok
    Ich finde auch, dass die normale Schule überwertet ist. Ein gewisses Grundwissen ist gut und recht, aber 90% von den Themen die wir in der Schule hatten, habe ich nie mehr gebraucht. Z.b. Monatelanges lernen über die Photosynthese. Ist zwar gut für die Allgemeinbildung, aber nicht lebensnotwendig. Wenn ich mich z.B. für Photosynthese interessiere, lese ich Wiki und schaue Youtube-Videos - für das muss ich nicht Monate meines Lebens in einem Klassenzimmer verschwenden.

    Man soll die Basis der Mathematik lernen, Sprachen, kritisches hinterfragen UND wie man gezielte Infos z.B. im Internet sucht - mehr braucht es nicht.

    Um die allgemein Bildung zu fördern, kann man an internationalen Projekten online partizipieren, welche unter der GNU Lizenz laufen. Da lernt man Sprachen, ander Kulturen und denkensweise und bereichert sich gegenseitig. Man muss ein gezieltes Fordern der Interessen anstreben. Wie gesagt, wenn sich jemand wirklich für Buchhaltung interessiert, dann lernt er das in einem Monat und braucht keine 3 Jahren für sowas.

    Es gibt soviele Sachen! Die "Virtuelle Welt" ist unbegrenzt, eine Schule nur auf Lehrplan und XYm2 Schulzimmer fixiert.

  7. #6
    Avatar von waltee

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    2.832
    Zitat Zitat von kcwknarf Beitrag anzeigen
    Fantastisch!
    Ich freue mich sehr, dass so langsam mal Bewegung reinkommt.
    Das Konzept wirkt wirr, sit aber natürlich genial und genau der richtige Schritt!
    Entsetzt bin ich natürlich über die Reaktion und die dümmlichen Kommentare der Steinzeitmenschen und des mega-konservativen Spiegels.
    ...


    Um die heutigen Zeiten des Irrsinns zu überleben, von Goldmann Sachs bis Fukushima, braucht es die Aufgabe des bisherigen 'Brick'-Teachings:


    Another Brick in the Wall Lyrics Part 2 - The Wall Lyrics - Pink Floyd Lyrics

    Daddy's flown across the ocean
    Leaving just a memory
    Snapshot in the family album
    Daddy what else did you leave for me?
    Daddy, what'd'ja leave behind for me?!?
    All in all it was just a brick in the wall.
    All in all it was all just bricks in the wall.

    "You! Yes, you! Stand still laddy!


    We don't need no education
    We dont need no thought control
    No dark sarcasm in the classroom
    Teachers leave them kids alone
    Hey! Teachers! Leave them kids alone!
    All in all it's just another brick in the wall.
    All in all you're just another brick in the wall.

    We don't need no education
    We dont need no thought control
    No dark sarcasm in the classroom
    Teachers leave them kids alone
    Hey! Teachers! Leave them kids alone!
    All in all it's just another brick in the wall.
    All in all you're just another brick in the wall.

    "Wrong, Do it again!"
    "If you don't eat yer meat, you can't have any pudding. How can you
    have any pudding if you don't eat yer meat?"
    "You! Yes, you behind the bikesheds, stand still laddy!"


    [Sound of many TV's coming on, all on different channels]
    "The Bulls are already out there"
    Pink: "Aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaarrrrrgh!"
    "This Roman Meal bakery thought you'd like to know."

    I don't need no arms around me
    And I dont need no drugs to calm me.
    I have seen the writing on the wall.
    Don't think I need anything at all.
    No! Don't think I'll need anything at all.
    All in all it was all just bricks in the wall.

    All in all you were all just bricks in the wall.

  8. #7
    Avatar von maphrao

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    Zitat Zitat von Tramaico Beitrag anzeigen
    Erinnere mich, dass ich einmal eine Karriere als Cowboy anvisierte und auch mal als Lokomitivfuehrer.
    ich wollte immer Indianer werden, damals war mir nicht bewusst, dass es kein Beruf ist, sondern eine Abstammung.

    Bei eurer Diskussion stehe ich ein wenig zwischen den Stühlen, bei Seiten haben gute Argumente, aber letztendlich ist auch klar, dass das marode Schulsystem in Deutschland und das quasi nicht existente Lernsystem in Thailand schnellstens generalüberholt werden müssen.

  9. #8
    Avatar von Franky53

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    Zitat Zitat von maphrao Beitrag anzeigen
    ich wollte immer Indianer werden, damals war mir nicht bewusst, dass es kein Beruf ist, sondern eine Abstammung.
    ich auch ,und außerdem habe ich gedacht ,in Amerika ist alles schwarzweiß.

  10. #9
    Avatar von waanjai_2

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    In Thailand lernen wir, daß reale Schulen eigentlich nicht gebraucht werden. Nur Abschlüsse, zu moeglichst geringen Preisen. Der Rest wird ohnehin im Arbeitsleben entschieden. Der Weg dahin, den sieht man selbst in diesem Forum.

  11. #10
    Avatar von Yogi

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    Zitat Zitat von kcwknarf Beitrag anzeigen
    Die Natur hat es so viorgesehen, dass ein Mensch etwa mit 12 Jahren erwachsen ist. Warum wird das von Menschen künstlich
    hiansugezögert? Um die Macht gegenüber den Kindern aufrecht erhalten zu können.
    Nur deshalb entwickeln sich Kinder so langsam.
    Hier sprichst du endlich mal meine Gedanken aus. Vergesst das ganze Hinauszögern durch die Schule. Die jungen Erwachsenen sollten mit 12 Jahren dem Berufsleben zugeführt werden und für sich selber sorgen.

    Das hat dann auch den smarten Vorteil, dass dadurch die Rentner viel früher unterstützt werden und die Ausbildungskosten für Familien exorbitant nach unten gedrückt werden. Das würde die Argumentation des Leipzigers ad Absurdum führen.
    Natürlich muss man in dem Zusammenhang auch die Volljährigkeit mit allen Rechten und Pflichten auf 12 Jahre runter setzen.
    Ein Eintritt in die deutsche Berufsarmee sollte dann der Truppe ungeahnte Motivation geben. Auch andere Länder haben beste Erfahrungen mit jüngeren Soldaten.

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