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Die Strafe Gottes...

Erstellt von Tel, 06.01.2005, 08:55 Uhr · 3 Antworten · 740 Aufrufe

  1. #1
    Tel
    Avatar von Tel

    Die Strafe Gottes...

    Dienstag, 4. Januar 2005
    Geiz statt milder Gaben

    Adresse:
    http://www.n-tv.de/5472541.html

    Spenden-Ebbe in Arabien

    "Wir sind reich. Wir müssen mehr geben. Der Ölpreis hatte sich in den vergangenen Monaten verdoppelt. Wir haben keine Ausrede", schrieb Waleed al-Nusif, Chefredakteur der Kuwaitischen Zeitung "Al Qabas". In der arabischen Welt trat er so eine öffentliche Diskussion über arabischen Geiz los. Das Ölscheichtum Kuwait, wo sehr viele Frauen aus Sri Lanka als Kindermädchen arbeiten, stellte zunächst nur 2 Millionen Dollar zur Verfügung. Von 2,25 Millionen Einwohnern sind 1,29 Million Ausländer. Die Meisten stammen aus den vom Tsunami getroffenen Regionen. Nach der öffentlichen Kritik erhöhte das Kuwaitische Kabinett die Summe auf 20 Millionen. Dabei rechnet man in Kuwait mit einem Haushaltsüberschuss in Höhe von 10 Milliarden Dollar für das Jahr 2004. Weil die Regierung nicht wusste, wohin mit dem Geld, verteilte sie kürzlich 700 Millionen Dollar an die Kuwaitische Bevölkerung.

    Die Zeitung "Al Qabas" gebot den Kuwaitis, ihre Hausangestellten aus Südost-Asien zu fragen, ob sie vielleicht telefonischen Kontakt mit ihren Familien aufnehmen wollten, um zu erfahren, ob sie überlebt hätten. Sollte der Wunsch bestehen, wäre es "empfehlenswert", den Hausangestellten "ein Telefon zur Verfügung zu stellen".

    10 Millionen aus Saudi Arabien

    Saudi Arabien stiftete zunächst ganze 10 Millionen Dollar. Der amerikanische TV-Sender CNN zeigte Bilder von einer Galaveranstaltung in Saudi Arabien vor einem Jahr, bei der an einem Abend 220 Millionen Dollar für die Angehörigen palästinensischer Selbstmordattentäter gesammelt wurden. Die Saudis haben sogar eine triftige Ausrede für ihre Schwierigkeiten, Spendengelder einzusammeln. Die Amerikaner hätten vielen wohltätigen Vereinen die Konten gesperrt, weil sie im Verdacht stünden, Gelder für Terror gesammelt zu haben. Nachdem die arabischen Staaten bemerkten, dass sie das Schlusslicht der Spenderstaaten bildeten, erhöhte Saudi Arabien, der größte Ölproduzent der Welt, seine Geldspende auf 30 Millionen Dollar, während die arabischen Emirate ihren Beitrag von ursprünglich 2 Millionen Dollar auf 20 Millionen anhoben.

    Doch nicht nur der "unverständliche" Geiz der arabischen Welt stieß auf Empörung. So wurde in Kuwait zunächst nur für muslimische Opfer des Tsunami gesammelt. "Wieso nur Moslems, wenn Katastrophen nicht zwischen der Religion ihrer Opfer auswählen?" fragte Muhammad Mousaed al-Saleh in einem Kommentar in "Al Qabas". Vorsorglich veröffentlichte die Zeitung den Richtspruch eines Geistlichen, wonach es Moslems durchaus erlaubt sei, auch für Nicht-Moslems zu spenden.

    "Gott hat mitgewirkt"

    Doch gerade unter den Predigern in den Moscheen löste der Tsunami in Südostasien eher Hass denn Mitgefühl aus. "Das asiatische Erbeben traf die Strände der Prostitution, des Tourismus, der Unmoral und der Nacktheit", hieß es auf einer islamischen Internetseite. "Das ist ein Warnzeichen Gottes an die Menschheit, von Ungerechtigkeit und unmoralischem Verhalten abzulassen, ehe Gott den Boden unter ihnen zerstört."

    Walid Tabtabai, Abgeordneter im Parlament von Kuwait, entdeckte in der Naturkatastrophe ebenfalls die "Hand Gottes". Das Erbeben sei eine Prüfung für die Gläubigen und eine Strafe für die Ungerechten. In "Al Watan" schrieb er, dass viele Moscheen inmitten der Verwüstung standgehalten hätten. Das sei der Beweis für Gottes Einwirken.


    Interessant, wenn auch nicht wirklich verwunderlich.

  2.  
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  3. #2
    isehklar
    Avatar von isehklar

    Re: Die Strafe Gottes...

    Das war eigentlich nicht anders zu erwarten... Es würde mich allerdings schon interessieren, woran es glaubenstechnisch gelegen haben könnte, dass Sumatra mit Abstand am härtesten getroffen wurde.

    Nicht dass hinterher rauskommt, dass die Götter unbeteiligt waren und es sich um eine Naturkatastrophe handelte. Hochinteressant auch die These von Udo Jürgens, der fragte, wo denn die schützenden Hände der verschiedenen Götter gewesen sind, um die Menschen vor diesem Unheil zu bewahren ?! Sie haben alle versagt !

    is
    eh
    klar

  4. #3
    Avatar von DisainaM

    Registriert seit
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    Beiträge
    26.837

    Re: Die Strafe Gottes...

    Die arabische Denke ist allerdings der asiatischen Denke in dem Punkt nicht fremd.

    Bei einem Unglück ist zunächst der Verunglückte schuld.

    Er bekommt die Quittung für frühere schlechte Taten.

    Hätten die arabischen TV Stationen die Bilder von der Moschee in Melabau martialischer ins Bild gesetzt,
    hätte man den ersten Meinungsaufbau in der arabischen Welt anders inzinieren können.

    Es sollte uns einen Vorgeschmack dessen geben,
    wie es in der Welt aussehe, wenn Europa in die wirtschaftliche Bedeutungslosigkeit zurückfällt,
    und sich Hilfen nicht mehr leisten kann.

  5. #4
    Avatar von zipfel

    Registriert seit
    19.07.2004
    Beiträge
    666

    Re: Die Strafe Gottes...

    Strafe Gottes?
    Wessen Gott?
    Sollte da vielleicht ein Interessenskonflickt unter"Brüdern"enstehen?
    Mich wundert schon die teilweise recht offene Kritik in dem Zeitungsartikel den "eigenen Glaubensbrüdern" gegenüber,lebt der Redakteur noch oder ist es nicht mehr gefährlich seiner Meinung "Ausdruck zu verleihen" in einem Staat mit solcher Regierung?

    Ungläubige am Strand,Alkohol in Hotels,riesige Anlagen für Touristen aus dem Meer "geschwemmt" und dann eine solche Meinung über die so "geliebten Touristen" die ja nach der Ölflut
    das Geld bringen sollen?

    schaun wir mal

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