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Der Tod

Erstellt von Wuschel, 24.08.2013, 16:46 Uhr · 512 Antworten · 25.043 Aufrufe

  1. #291
    Avatar von x-pat

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    Zitat Zitat von Tramaico Beitrag anzeigen
    Genau mit dieser Argumentationsfuehrung Deinerseits habe ich gerechnet.
    Dann haben sich unsere gegenseitigen Erwartungshaltungen scheinbar erfüllt, denn ich habe ebenfalls mit einem abschweifenden Monolog als Antwort gerechnet. Da du es bisher vorgezogen hast, nicht auf konkrete Kritikpunkte und Fragen einzugehen, erlaube ich mir an dieser Stelle die Knackpunkte der bisherigen Diskussion zusammenzufassen und in Form von konkreten Fragen zu präsentieren. Es wäre grandios wenn du von dem üblichen Format absiehst und stattdessen auf die Fragen im einzelnen eingehst.

    1. Da du immer wieder auf die Beendigung des Leids zu sprechen kommst, kannst du bitte einmal ausführen was das konkret für dich bedeutet? Ich verstehe dass das Wassertrinken zum Beispiel das Leid des Durstes beendet ohne dadurch das neue Leid eines Katers hervorzurufen. Aber machst du hier nicht eine Nullrechnung? Musst du nicht auf Freude, Pläsier und Glück verzichten um dem Leid aus dem Weg zu gehen? Und insbesondere: Wie unterscheidet sich dein Verständnis der Abwesenheit des Leids als "psychische Homöostase" von dem epikureanischen Ideal? Ist die Erlösung vom Leid für dich nicht gleichbedeutend mit Ataraxie?

    2. Du sagtest: "Nirvana stellt sich frueher oder spaeter mit dem physischen Tod von selbst ein, doch bei der buddhistischen Lehre geht es darum, dieses Nirvana bereits vorzeitig im Leben zu erreichen." Ich brauche ja nicht zu betonen, dass ich das für völligen Quatsch halte, aber wenn die Sache tatsächlich so einfach wäre, warum insistiert der Buddha dann darauf, dass wir uns Selbstbeschränkungen und schwierigen Übungen unterziehen, statt einfach von der nächsten Klippe zu springen? Beziehungsweise, falls du deiner eigenen Aussage glauben solltest, was hält dich vom Klippensprung ab? Ist Nirvana doch nicht dein Ziel?

    3. Du sagtest außerdem: "Leben nach dem Tod, Wiedergeburt, wie geht es weiter ist somit ohne jegliche Bedeutung und sich darueber Gedanken zu machen ist ansich voellig unnoetig." Wenn dies so ist, wie erklärst du, dass der Buddha seine Anhänger ständig ermahnte in diesem Leben kein unheilsames Karma anzuhäufen weil dies zu einer ungünstigen Wiedergeburt in einer der drei niederen Daseinsbereiche (Tierwelt, Geister, Hölle) führen würde? Alles erstunken und erlogen? Taschenspielertricks um die Leichtgläubigen zu gewinnen? Wie interpretierst du das?

    4. Wenn ich deine bisherigen Aussagen zusammenfassen darf: du sagtest das Doktrinen für Dumme seien und das du es auch nicht für nötig hältst, dich mit angestaubter altindischer Literatur, sprich den kanonischen Texten des Buddhismus zu beschäftigen. Du behauptest jedoch steif und fest, dass du Buddhist bist. Daraus ergibt sich die Frage auf was sich dein "Buddhistsein" überhaupt stützt, wenn nicht auf die Doktrinen bzw. die Texte des Buddhismus. Es scheint ein wenig wie der Fall des Pianisten ohne Klavier, der in der Luft zu spielen versucht. Kannst du bitte darlegen auf welchen Teil des Buddhismus du dich berufst?

    Cheers, X-pat

    P.S.: Ob man eine Kurve eine "gekrümmte Gerade" oder eine "Kurve" nennt ist eigentlich piepegal, denn jede gekrümmte Gerade ist von der Seite gesehen eine Kurve. Ich verstehe nicht wie man daran drei Absätze verschwenden kann.

  2.  
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  3. #292
    Avatar von Tanha

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    @Tramaico

    Zitat Zitat von x-pat Beitrag anzeigen
    ...
    4. ... das du es auch nicht für nötig hältst, dich mit angestaubter altindischer Literatur, sprich den kanonischen Texten des Buddhismus zu beschäftigen. Du behauptest jedoch steif und fest, dass du Buddhist bist. Daraus ergibt sich die Frage auf was sich dein "Buddhistsein" überhaupt stützt, wenn nicht auf die Doktrinen bzw. die Texte des Buddhismus. ... Kannst du bitte darlegen auf welchen Teil des Buddhismus du dich berufst?
    Ich denke auch, dass du Tramaico Tramaicoismus lehrst. Daran ist auch gar nicht falsch. Aber warum dann es Buddhismus nennen?

    Es hat leider bei mir ein wenig den faden Beigeschmack, wie es auch bei anderen Gruppierungen ist (wie z. B. Scientology, die sich auch auf den Buddha berufen oder die AUM-Sekte in Japan), sich mit fremden Federn schmücken zu wollen.

    Eine Begründung deinerseits, wieso es gerade Buddhismus heißen soll, wäre schon schön.

    Gruß
    Tanha

  4. #293
    Avatar von wasa

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    Ich denke auch Tramaico lehrt Tramaicoismus.
    Zitat @Tanha
    Gratuliere dies koennte das Wort des Jahres im Nittaya werden.
    Da wird der Dominator sich aber freuen,hoffentlich mutiert er nicht zum Guru und will uns alle bekehren.

  5. #294
    Avatar von Tanha

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    Zitat Zitat von Wuschel Beitrag anzeigen
    Dieses Stufenprinzip ist mir neu...ich fühle es aber schon seit meiner Geburt und ich vermute mal, das es nicht nur mit dem "lange Dabeisein = Reife, in dem einen Leben auf Erde erlangen - zu tun hat. , sowieso lerne ich gerade erst mit eurer Hilfe ein wenig was in dem Buddhismus so drin steckt. Mir leuchten so Stufen aber ein, wenn es darum geht in welcher Ebene sich hier auf Erden die Menschen so tummeln.
    Stufen sind natürlich nur mehr oder weniger willkürlich gesetzte Anhaltspunkte, um den Schülern eine Orientierung zu geben. So gibt es gebräuchliche 16-18 stufige Systeme aber auch ein bekanntes 7 stufiges.

    Die alten Erleuchteten haben versucht das schwierige Unterfangen umzusetzen, den Schülern eine geistige Landkarte in die Hand zu geben.

    Der verbreitete Glaube, man müsse sich ca 20 Jahre hinsetzen (möglichst in einer Höhle) und wenn man Glück hat, macht es "Plopp im Kopp", ist falsch.


    Die existierenden Landkarten von alten Meditationsmeistern sind zwar altertümlich verfasst und bedürfen dringend der Übersetzung in ein moderneres Weltbild. Sie funktionieren aber trotzdem noch. Sind aber für den verwöhnten Leser, der einfach vorbereitetes konsumieren möchte, gewöhnungsbedürftig.

    Ich werde mal versuchen eine sehr wichtige Zwischenstufe zu beschreiben. Es handelt sich dabei um das sogenannte maggaamagga-nyana-dassana-visuddhi (Übersetzt: Wissen-vom-Pfad-und-Nicht-Pfad) der 5. Stufe im 7 stufigen System oder der 4 Stufe im 16 Stufigen System (hier wird es: Udayabbaya Nyana, Wissen-vom-Entstehen-und-Vergehen genannt)

    In Burma wird diese Stufe der "kleine Stromeintritt" (quasi eine Vorerleuchtungsstufe) genannt und soll der Legende nach eine nächste Wiedergeburt im Menschenreich veranlassen.

    Wie der Name schon sagt (Wissen-vom-Pfad-und-Nicht-Pfad) benötigt einer, der diese Stufe erreicht hat, nicht mehr unbedingt einen Lehrer, da er in der Lage ist selbst zu erkennen, wo es nun weitergeht. Diese Stufe gilt übrigens als Mindeststandard für einen Meditationslehrer.

    Alles andere sind Blinde, die anderen versuchen das Sehen beizubringen und leider gibt es zuviele davon. Meistens erleben solche Schüler glücklicherweise keinen großen Fortschritt. Wenn aber doch, sind sie völlig auf sich allein gestellt und der "Lehrer" völlig überfordert. Schlimmstenfalls landen sie in der "Klapsmühle" und werden mit der Diagnose Erleuchtungsneurose mit Medikamenten ruhiggestellt (mir selbst sind zwei Fälle bekannt). Das Traurige daran ist, dass hier Fortschritt solche schlimmen Folgen hat.

    Warum weiß nun ein solch Erkenntnisbegabter was Pfad und was Nicht-Pfad ist? Auf dieser Stufe wird durch die trainierte Achtsamkeit und Konzentration, die Aufmerksamkeit des Geistes immer wieder auf die Herkunft der Erfahrung gelenkt. Dies passiert so schnell, dass der Geist keine Zeit mehr hat diese Erfahrung als Information auszuwerten.

    Ein Beispiel dazu: Wenn jemand zu mir "Dummkopf" sagt, höre ich erst nur ein Geräusch, interpertiere es als Wort, dann als Beleidigung, dann reagiere ich darauf etc. Im obengenanten Zustand kann ich nur noch Geräusch erfahren, dann kommt schon der nächste Sinneneindruck etc. Das, was dann daraus resultiert, ist als Erfahrung ganz ungeheuerlich. Die vom Geist erzeugte Weltkonstruktion bricht zusammen.

    Wir erkennen die Welt als geistige Konstruktion nicht theoretisch, sondern Erfahren es selbst. Wir sehen nun eine Welt hinter unserer Welt, die tastsächlich existiert und nur hinter der geistigen Konstruktion versteckt war. Die Buddhisten nennen das ein wenig hochtrabend "Die Dinge so sehen, wie sie wirklich sind", bezeichnen es als die letztendliche Wirklichkeit. ich persönlich bleibe da lieber auf dem Teppich und sage dazu lieber die Welt hinter der Konstruktion.

    Gut wir machen hier die Erfahrung einer neuen Welt, die sich ungleich wesentlich realistischer Anfühlt als die uns so gewohnte heimelige Weltkonstruktion. Dies ist zwar schon ein Abenteuer an sich, aber darum geht es hier nicht wirklich. Mit der Auflösung der Welt werden nun die sogenannten Drei Daseinsmerkmale klar erkannt. Erst dadurch ist der Geist in der Lage den echten Erlösungswunsch zu entwickeln. Deshalb wird ein Teil dieser Stufe auch im 16 stufigen System "Wissen-vom-Entstehen-und-Vergehen" genannt da hier einer der drei Daseinsmerkmale nämlich anicca (Veränderlichkeit) offenbar wird. Man erkennt, dass die Welt mit jedem Moment entsteht und vergeht.

    Leider ist diese Erfahrung nicht gerade angenehm (muss sie ja schließlich auch, sonst würde sich daraus ja nicht der Erlösungswunsch entwicklen). Deshalb werden die Erkenntnisstufen die darauf folgen auch die Unangenehmen Erkenntnisse genannt (dukkha-nyanas).

    Meditierenden haben davon oft überhaupt keine Kenntnis. Außerdem wissen sie nicht, wenn man hier angelangt ist, dass man die Welt nie mehr so wie vorher sehen kann (Also sowas, wie der "Point of no Return" beim 5ex). Dass hierüber meist vollkommen Unkenntnis bei den Übenden herrscht, finde ich persönlich verantwortungslos. Vielleicht würde man es sich sonst anders überlegen und gar nicht erst anfangen.

    Andere hören an dieser Stelle auf, und versuchen zurückzukehren und sind manchmal so jahrelang in den dukkha-nyanas "gefangen". Korrekt wäre hier solange weiterzumachen bis sich der "Gleichmut gegenüber den Dingen" (11. Stufe von 16) entwicklet. Dieser Gleichmut ist die Voraussetzung/Bedingung Nirvana zulassen zu können.

    .... ist wieder so lang geworden, Sorry .

    Gruß
    Tanha

  6. #295
    Tramaico
    Avatar von Tramaico
    @Thomas

    Anwort auf Deine Fragen:

    1. Leid kann in vielerlei Formen kommen und es erstaunt mich, dass Du noch nicht einmal weisst was Leid ist. Leid ist das, was negative Gefuehle ausloest, das Dasein versauert. Verlust, Krankheit, Niederlage, Hadern mit dem Dasein resultierend in Trauer, Schmerz (physisch und psychisch), Gefuehle des Versagens und der Wertlosigkeit, Aerger ueber scheinbare Ungerechtigkeiten.

    Durst ist kein Leid sonder lediglich ein Indikator, der aus Dehyrdation entstehende Probleme vermeiden soll. Natuerlich kann ein sehr emotionaler Mensch bereits Durst als Leid interpretieren.

    Losloeung vom Leid, heisst die Realisierung, dass diese negativen Gefuehle voellig unnoetig sind, da sie in keiner Weise weiterhelfen sondern lediglich belasten. Auch mit positiven Aspekten ist vorsichtig umzugehen, denn eine Sucht nach "Glueck" ist eine Anhaftung, die es zu vermeiden gilt, das sie sehr verletztlich fuer Leid macht. Somit empfiehlt sich grundsaetzlich der Mittelweg einzuschlagen, der aus Leidenschaftslosigkeit jeglicher Art besteht.

    2. Der Buddha empfiehlt sich in Leidenschaftslosigkeit zu ueben um auf den Mittelweg zu gelangen. Dennoch lehnt er Askese ab, weil Askese ein Extrem ist, wobei Extrem grundsaetzlich zu vemeiden sind. Ein Extrem loest im Regelfall immer ein Gegenextrem aus und es gilt ja sich staendig zwischen den Extemen zu bewegen. Von einer Klippe zu springe waere ohne Sinn, simple Vergeudung fuer nichts und wieder nichts. Ein Extrem, dem moegliche Zufriedenheit einfach geopfert wird. Der Tod kommt von ganz von selbst warum ihm vorgreifen? Obwohl das Leben im Grunde leidvoll ist aber nicht leidvoll sein muss, wie die buddhistische Lehre lehrt. Dieses Leid kann ueberwunden werden und zwar anders als sich von einer Klippe zu stuerzen. Warum also eine Muecke mit der Panzerfaust erlegen wollen? Nivana ist mein Ziel im Leben, mich naemlich von psychischer Geburt und Tod im Leben zu befreien wodurch ein Sprung von der Klippe unnoetig wird. Wer einfach und permanent zufrieden ist, wie immer es auch kommt, wird einen Klippensprung niemals erwaegen muessen, ausser er ist nicht in der Lage das Leid zu ueberwinden und sieht keinerlei anderen Weg das Leben zu meistern. Nirvana ist ddr Zustand des nicht Leidens und existiert somit im Tod, kann aber auch im Leben bereits erreicht werden.

    3. Karma basiert auf der Logik, dass im Regelfall eine Aktion eine Reaktion ausloest. Negative Reaktionen loesen Leid aus und somit gilt es grundsaetzlich die eigenen Aktionen zu steuern um diese unerwuenschte Reaktion zu vermeiden. Tod ist im uebertragenen Sinne zu sehen. Nicht physisch sondern psychisch. Verliert jemand zum Beispiel seinen ueberaus geliebten Partner, dann stirbt dieser Mensch psychisch praktisch mit. Nichts ist nicht wie es einmal war, das Leid ist grenzenlos und hat das Leben zerstoert. Der urspruengliche Mensch ist gestorben und wird nun in ein neues Dasein im Leben "hineingeboren". In ein Witwerdasein.

    Nirvana verhindert dies, da es der Ausbruch aus dem Kreislauf der psychischen Tode und Wiedergeburten ist. Das urspruengliche Individuum bleibt auch erhalten, selbst nach dem unerwarteten Tod des geliebten Partners. Es wurde erkannt, dass Leid durch Verlust unnoetig ist, da es in keiner Weise dient. Diese manifestierte Erkenntnis, die nichts mit einer unterdrueckten Gefuehlswelt zu tun hat, gilt es im Leben zu erreichen. Die bestehende Harmonie ist unverruettelbar, egal unter welchen Umstaenden. Ein Zustand der absoluten Leidenschaftlosigkeit. Wie im Tod, doch mit Bewusstsein. Der Budda spricht meiner Ansicht nach in Metaphern, weil die Simplizitaet moeglicherweise zu unvertaendlich sein koennte. Plastische Schilderungen sollen das Ganze erleichtern. Einerseits ist der Kerngehalt der buddhistischen Lehre ungemein simpel, doch diese Simplizitaet zu erkennen erfordert einen hoechst komplexen intellektuellen Input. Somit kam der Buddha dann auch nicht irgendwie weiter und all sein Suchen und Fragen liess ihn auf der Stelle treten. In seiner Verzweiflung vertiefte er sich schliesslich in intensivster Denkarbeit und erkannte dadurch schliesslich die Simplizitaet des Daseins, zu dem ihm Extremisten der verschiedensten Coleur nicht verhelfen konnte.

    4. Doktrinen ist wie ein Kind an die Hand zu nehmen und ueber eine vielbefahrene Strasse zu fuehren. Ein erfahreren und gereifter Mensch muss jedoch wohl kaum noch ueber die Strasse gefuehrt werden, sondern er meistert den Gang selber, so wie damals der Buddha tat. Es reicht, dass lediglich das Ziel vorgegeben wird, die andere Seite der Strasse, was der Buddha getan hat. Da ich dieses Ziel anstrebe sehe ich mich als Buddhisten und zwar ohne auf dem Weg an der Hand gefuehrt werden zu wollen.

    Die permanente Befreiung vom Leid, Erreichung des Nirvanas, das heisst Ausbruch aus dem ewigen Kreislauf von Leidenschaft (= psychische Tode und Wiedergeburten) im einzigen Leben, dies ist fuer mich die Zielstellung, die der Buddhismus fuer mich lehrt. Somit muss ich mich dann auch zwangslaeufig als Buddhisten sehen, wenn ich genau hiernach strebe.

    P.S.: Du verstehst nicht, wie man sich mit drei Absaetzen ueber eine Thematik auslassen kann, machst aber wiederum aus der Simplizitaet der buddhistischen Lehre eine gewaltige Wissenschaft und empfiehlst Buecher ueber Buecher zu waelzen. Wie pass das zusammen?

  7. #296
    woody
    Avatar von woody
    Zitat Zitat von Tramaico Beitrag anzeigen
    .....Sozialdarwinismus ist nicht biologisch zu sehen sondern rein philosophisch....
    Aha, und ich dachte immer, dass der Sozialdarwinismus eine überholte soziolgische Theorie ist.

    Dass du zum Soziologen mutierst und die Theorie 'Sozialdarwinismus' neu definierst, überrascht mich eigentlich nicht

    Hier mal für den geneigten Leser ein kurzer Auszug aus dem Wiki.

    Sozialdarwinismus ist eine sozialwissenschaftliche Theorierichtung,[1] die einen biologistischen Determinismus vertritt. Sie war in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sehr populär. Sie wendet Teilaspekte des Darwinismus auf menschliche Gesellschaften an und fasst deren Entwicklung als Folge natürlicher Selektion beim „Kampf ums Dasein“ auf.[2][3] Die unterschiedlichen Spielarten des Sozialdarwinismus stimmen nach Franz Wuketits in drei Kernaussagen überein:[4]

    • Darwins Theorie der Auslese ist in sozialer, ökonomischer und auch moralischer Hinsicht maßgeblich für die menschliche Entwicklung.
    • Es gibt gutes und schlechtes Erbmaterial.
    • Gute Erbanlagen sollen gefördert, schlechte ausgelöscht werden.

    Kritisiert wird am Sozialdarwinismus unter anderem eine unkritische Übertragung von biologischen Gesetzen auf menschliche Gesellschaft.[5] Zudem sind mehrere seiner naturwissenschaftlichen Grundannahmen nicht von Darwins Theorie gedeckt und werden von der modernen Evolutionstheorie als überholt angesehen.
    Anhänger des Sozialdarwinismus geben dem Begriff des Survival of the Fittest in der Regel eine Umdeutung, die durch den biologischen Zusammenhang, in den Darwin ihn stellte, nicht gedeckt ist. Laut Darwin war nicht das Überleben an sich, sondern die Zeugung möglichst vieler überlebens- und fortpflanzungsfähiger Nachkommen Grundlage biologischen Erfolges.[128] Die Formel "Survival of the Fittest" wird im Deutschen oft fehlerhaft übersetzt: Dabei meint sie nicht größte "Fitness", sondern beschreibt die Anpassungsfähigkeit einer Art an die jeweils herrschenden Umweltbedingungen. Dazu zeigt sich, dass sowohl die von Sozialdarwinisten abgelehnte genetische Vielfalt als auch die Existenz altruistischer Verhaltensweisen in der Natur weit verbreitet sind und sich meist positiv auf die evolutionäre Fitness einer Art auswirken.
    Quelle:

    Sozialdarwinismus

  8. #297
    Tramaico
    Avatar von Tramaico
    Zitat Zitat von woody Beitrag anzeigen
    Aha, und ich dachte immer, dass der Sozialdarwinismus eine überholte soziolgische Theorie ist.

    Dass du zum Soziologen mutierst und die Theorie 'Sozialdarwinismus' neu definierst, überrascht mich eigentlich nicht

    Hier mal für den geneigten Leser ein kurzer Auszug aus dem Wiki.
    Nein, Hans, Du hast nicht selbst gedacht sondern Dich lediglich einer allgemen Interpretation zugewandt, die Dir gut in den Kram passt und beanspruchst Allgemeingueltigkeit hierfuer. Im Grunde muesste doch auch alle Philosophen grundsaetzlich einer Meinung sein, wenn einer erst einmal eine Definition fuer Begrifflichkeit gefunden und einen Fan-Club aufgebaut hat.

    "Anhaenger des Sozialdarwinismus" ist auch ein hoechst zweifelhafter Ausdruck der aus der Feder eines Sozialdemokraten stammen koennte, die ja gerne dazu neigen Sozialdarwinismus als politschen Kampfbegriff zu sehen.

    Wenn ich meine Sichtweise des Sozialdarwinismusses interpretiere, dann tue ich dieses jedoch aus einer neutralen Position heraus. Anders als z. B. Du. Somit bin ich dann kein Anhaenger des Sozialdarwinissmusses, was wie ein Befuerworter herueberkommt, sondern gehe lediglich auf die bestehende Existenz ein. Ja, auch wenn es Dich erstaunen mag, auch mir ist es lieber wenn alle Menschlein haendchenfassend auf der Ringeblumenwiese in's Glueck tanzen aber nun ja, dies wird wohl nicht passieren, weil es einfach nicht dem Naturell des Menschen entspricht. Eigentlich keinem Lebewesen, da Mutter Natur primaer Egoismus einprogrammiert hat, um das Ueberleben des Lebewesens auf eine Basis zu stellen, denn absolute Selbstlosigkeit kann schnell fatal enden.

    Nein, ich muss kein Soziologe sein um mein Ansichten darzulegen und auch keine Philosophiestudium belegt haben um zu philosophieren. Schau, man ist sich noch nicht einmal einig, wofuer dieser Begriff Philosophie ueberhaupt steht, wie kann man dies dann beim Sozialdarwinismus:

    Was ist Philosophie?

    „Philosophie“ lässt sich nicht allgemeingültig definieren, weil jeder, der philosophiert, eine eigene Sicht der Dinge entwickelt. Daher gibt es annähernd so viele mögliche Antworten auf die oben gestellte Frage wie Philosophen. Carl Friedrich von Weizsäcker hat einmal formuliert: „Philosophie ist die Wissenschaft, über die man nicht reden kann, ohne sie selbst zu betreiben.“[2] Deswegen hat der Begriff neben seiner „harten“ auch viele weichere Konnotationen und kann dann Weltanschauung, Unternehmenskultur etc. bedeuten

    Quelle: Philosophie


  9. #298
    woody
    Avatar von woody
    Zitat Zitat von Tramaico Beitrag anzeigen
    Nein, Hans, Du hast nicht selbst gedacht sondern Dich lediglich einer allgemen Interpretation zugewandt, die Dir gut in den Kram passt und beanspruchst Allgemeingueltigkeit hierfuer. Im Grunde muesste doch auch alle Philosophen grundsaetzlich einer Meinung sein, wenn einer erst einmal eine Definition fuer Begrifflichkeit gefunden und einen Fan-Club aufgebaut hat....
    Deine Fähigkeit allgemeingültige Definitionen neu zu formulieren geht mir halt ab.

    Für mich ist einen Gerade eine Gerade und eine Kurve eine Kurve. Auch masse ich mir nicht an, wissenschaftlich zu philosophieren, da mir die Grundlagen dazu fehlen.

  10. #299
    Tramaico
    Avatar von Tramaico
    Brav, brav, Hans.

  11. #300
    Avatar von Wuschel

    Registriert seit
    09.07.2013
    Beiträge
    979
    Ich finde es ist zwingend erforderlich Grenzen zu überschreiten, um erkennen zu können,
    dass eine Kurve nicht immer eine Kurve und eine Gerade nicht immer eine Gerade ist,
    Raum und Zeit nicht so funktioniert wie wir es uns vorstellen und Vorgänge im Makrokosmos
    ganz andere Verhaltensweisen an den Tag legen, wie im Mikrokosmos.

    Gravitation verbiegt Raum und Zeit,
    kann sie gerade zu einkugeln und lässt sie mit für uns unerklärlichen physikalischen Gesetzmäßigkeiten
    aus dem Universum regelrecht austreten, nämlich in schwarzen Löchern.

    Man darf es sich einfach nicht so simpel machen und sagen;
    es gilt nur das, was ich verstehe oder sich beweisen lässt.
    Physik, Chemie und... ist weit mehr als wir derzeit zu erklären im Stande sind.

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