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Der Tod

Erstellt von Wuschel, 24.08.2013, 16:46 Uhr · 512 Antworten · 25.093 Aufrufe

  1. #141
    Avatar von Socrates010160

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    Zitat Zitat von x-pat Beitrag anzeigen
    Es gibt keine "ständig währende Harmonie im irdischen Sein". Diese Idee hat wenig mit Buddhismus zu tun. Nirvana ist per Definition nicht zu beschreiben, höchstens zu umschreiben, weil jenseits der phänomenalen Existenz.

    Diese Harmonie gibt es bei Einsiedlern, die mit sich und der Natur im Reinen leben. Sobald man sich der Öffentlichkeit preis gibt, wird versucht die Harmomie eines Einzelnen zu zerstören, da diese für die meisten unereichbar ist. Gutes Beispiel ist dieses Forum, in dem jemand nur aus zu drücken braucht, wie gut es ihm geht und schon wird er in Diskussionen verwickelt... zugegeben, müsste er sich nicht daran beteiligen.

    Was Deine Behauptung angeht, sich Wissen zu verweigern, stehe ich auf dem Standpunkt, dass Dir das gesamte Wissen dieser Erde wenig nützt, wenn Du nicht in der Lage bist, es um zu setzen... es würde schon ausreichen, wenn jeder in seiner eigenen kleinen Welt einen gewissen Grad an Zufriedenheit erreicht. Schon würde sich der Neid und die Missgunst halbieren.

    Leider ist auch der Buddhismus nichts anderes als eine Religion. Wengleich auch eine, bei der die Menschen nicht überfordert und verarscht werden, wie in westlichen Religionen oder im Islam.

  2.  
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  3. #142
    Avatar von rolf2

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    Zitat Zitat von Socrates010160 Beitrag anzeigen
    seltsam, dass gerade Du das schreibst. Dabei bist Du derjenige, der sofort in die Angriffsposition geht, wenn Du einen schlechten Tag erwischt hast... hätte mir auch öfter eine Diskussion auf Argumentationsebene mit Dir gewünscht..(OFF TOPIC out).
    Es kommt halt auf den Gesprächspartner an ob soetwas möglich ist, bei Dir leider nur bedingt möglich, aber ok, wollen wir den interessanten Thread nicht damit belasten

  4. #143
    woody
    Avatar von woody
    Zitat Zitat von Socrates010160 Beitrag anzeigen
    ........
    Leider ist auch der Buddhismus nichts anderes als eine Religion. Wengleich auch eine, bei der die Menschen nicht überfordert und verarscht werden, wie in westlichen Religionen oder im Islam.
    Im der Praxis gleichen sich alle Religionen, auch die Buddhisten werden 'verarscht'. Der Unterschied zwischen den Buchreligionen und dem Brahmanismus-Buddhismus ist die fortschrittlichere Ideologie(Theologie).

    Die indischen Religionen haben z.B. keine Probleme mit den modernen Wissenschaften und der Evolutionslehre, während bei den Nahost Religionen die Fundamente durch Galilei, Darwin etc. etc. zerstört wurden.

  5. #144
    Tramaico
    Avatar von Tramaico
    Zitat Zitat von x-pat Beitrag anzeigen
    Es gibt keine "ständig währende Harmonie im irdischen Sein". Diese Idee hat wenig mit Buddhismus zu tun. Nirvana ist per Definition nicht zu beschreiben, höchstens zu umschreiben, weil jenseits der phänomenalen Existenz.
    Hier driften dann unsere Ansichten zum Buddhismus auseinander. Das weltliche Sein ist fuer mich real und kann somit bis zum einem gewissen Grade von mir korrigiert werden. Die buddhistische Lehre erachte ich hierfuer als aeusserst hilfreich, waehrend alles andere doch nur reine Hypothese ist. So wie auch bei Religionen. Ausserhalb des menschlichen Verstaendnisses, so dass dann nur Glauben die Basis ist ohne greifbare Schluessigkeit ist und wird mir nie genug sein, weil es eben nach meinem Verstaendnis massiv gegen den buddhistischen Grundgedanken verstoesst.

    Dein Zitat ist irgendwie dieses Fisch noch Fleisch, dass auch die typischen Taschenspieler verwenden oder worauf sich auch Maerchenbuecher stuetzen. Wenn man nur an das Gute glaubt wird es sich einstellen. Wie unrealistisch meiner Meinung nach und somit konnte es dann letztendlich zwangslaeufig nur zum heutigen weit verbreiteten Volksbuddhismus kommen. Glauben und nichts als Glauben. Wo ist da der reale Sinn fuer das reale Sein und natuerlich ist auf solchen Grundlagen das Potential Scharlatanen auf den Leim zu gehen.


    Nein, ist es eben nicht. Ein Boddhisattva ist ein Buddha-Anwärter der -im Gegensatz zu einem Buddha- noch den Gesetzen von Karma und Samsara unterworfen ist, und daher wiedergeboren werden kann.
    Ueberzeugend fuer einen Star Trek oder Star Wars Script, aber in Sachen Realitaet?

    Die Lebensmittelvergiftung ist eine relativ unbegründete Hypothese. Es gibt keine gesicherten historischen Erkenntnisse über das Leben des Buddhas. Was wir wissen ist ausschließlich durch die buddhistischen Texte überliefert.
    Also dieselbe Situation zu heute weit verbreiteten Auslegungen (Verzerrungen?) der buddhistischen Lehre was der Buddha gesagt haben und angeraten haben soll. Eine Lebensmittelvergiftung ist fuer mich weitaus weniger Hypothese als ein nicht definierbares Nirvana, wenn wir beide Aspekte in Relation setzen und verstandesmaessig bewerten. Also hinterfragen, wie es auch der Buddha gelehrt haben soll.

    In die Welt der Märchen gehört für dich scheinbar alles was nicht in dein Weltbild passt. Für dich sind Karma und Wiedergeburt Hokuspokus weil diese Konzepte deine Vorstellungskraft sprengen.
    Nein in die Welt der Maerchen gehoert fuer mich das, was in sich nicht schluessig und somit fuer mich nicht nachvollziehbar ist. Also das reine Glaubenskonzept. Karma ist fuer mich logisch vertretbar auf der Basie tue Gutes und empfange Gutes. Nur sollte keine Erwartungshaltung hinter diesem gut tuen stehen, denn das kann sehr schnell in die Hose gehen. Auch ist die Formel nicht in Stein gemeisselt, da viel zu viele Komponenten hineinspielen. Ich kann mir theoretisch das beste Karma geschaffen der Welt, doch einen Augenblich zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein kann das gesamte Konzept ueber den Haufen werden. Natuerlich habe ich mich auch mit der Thematik Wiedergeburt beschaeftigt und derzeit ist fuer mich hier nur ein einziges Konzept tragbar.

    Geburten und Wiedergeburten sind rein im uebertragenden Sinne zu sehen. Sie sind nicht physisch sondern psychisch. Das heisst, sie symbolisieren die staendige Veraenderlichkeite, die Berg- und Talfahrten im Leben. Heute bin ich gluecklichste Mensch der Welt doch auf einmal wird mir am naechsten Tag Krebs im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert obwohl ich eigentlich hervorragendes Karma habe. Meine Welt bricht zusammen. Mein glueckliches Ich stirbt und wird durch ein trauriges Ich ersetzt. Tod und Wiedergeburt. Manifestierte Harmonie im irdischen Sein verhindert dieses aber. Ich bleibe immer der ich bin weil ich aus dem Kreislauf der symbolischen Tode und Geburten ausgebrochen bin. Ich bleibe ich, egal ob mir Glueck wiederfaehrt oder Krebs bei mir im Endstadium diagnostiziert wird. Ich stehe ueber den weltlichen Dingen bis zu meinem physischen Tod, mit dem alles erloescht.

    Dieses Konzept ist fuer mich das einzig vertretbare, weil "Seele" nicht fassbar ist. Wiedergeburten wuerden aber etwas wie Seele voraussetzen, etwas Unveraenderbares, dass weiterexistieren oder weiterwandern kann. Da aber die Software nach meinen Erfahrungen (Bewusstlosigkeit) mit der Hardware untrennbar verbunden sind, vergeht beides gleichzeitig. Yin kann nicht ohne Yang existieren und Yang nicht ohne Ying. Mystik versucht aber zu verkaufen, dass Yin auch ohne Yang erneut erwachen kann, dass das Gute ohne das Boese existenzfaehig ist etc. also kein Konzept der Ausgeglichenheit, der Harmonie mehr gegeben ist. Hierdurch wuerde eine Schieflastigkeit entstehen, die aber nicht moeglich ist. Gleichen sich Fliehkraft und Schwerkraft in Angemessenheit aus, koennte nichts auf dieser Erd"kugel" exisieren.

    Viele Menschen wollen diese Simplizitaet aber nicht wahrhaben und errichten sich die wunderlichsten Traumschloesser, die aus was gebaut sind. Aus Komponenten, die angeblich unseren limitierten Verstand uebersteigen sollen. Soviel Phantasie kann nur der Mensch haben, das Wesen, das staendig mit den natuerlichen Gegebenheiten hadert und sie staendig zu korrigieren sucht. Nein, der feste Glaube an den Weihnachtsmann macht diesen noch lange nicht real. Glaube ist lediglich eine Emotion, ein Wunschdenken, meist ab von jeglicher Realitaet. Glaube bringt eine Trefferquote von bestenfalls 50% mit sich, wenn er zumindest auf einer gewissen Basis existiert. Ohne solch eine Basis kann die Trefferquote aber nur minimal sein, da es sich um blindes Fischen im Trueben handelt, was absolut unbuddhistisch waere.

    Nun, ich kann dir sagen was ich für Hokuspokus halte: die naive Vorstellung, dass Bewusstsein die Funktion eines Körperorgans ist und das der menschliche Geist auf scheinbar unerklärliche Weise aus Synapsenschaltungen hervorgeht.
    Unerklaerlich ist realtiv. Fuer wen unerklaerlich? Fuer den Menschen. Wodurch erlangt aber Mystisches seine angebliche Erklaerbarkeit, wie z. B. die physische Wiedergeburt, nicht defierbares Nirvana etc. Vom reinen Glauben? Der individuelle menschliche Geist geht aus mehreren Komponenten hervor. Genetik, vorhandende Hardware, Einfluesse von aussen programmieren ihn. Vermutlich beginnt die Programmierung bereits im Foetenstadium und beschleunigt sich zum Zeitpunkt der Geburt. Die Programmierung endet erst mit dem Tod und unterliegt bis dahin staendigen Aenderungen. Ausser... es gelingt den Programmierungsprozess bereits vor dem Tod zum Stillstand zu bringen. Das Programm ist bereits komplett, es muss und kann nicht mehr veraendert werden. Es ist manifestiert. Der Ausbruch aus dem Kreislauf der mentalen Tode und Geburten. Natuerlich kann bei der ganzen Sache logischerweise ein gutes Karma bedeutsam sein. Kann muss aber zwangslaeufig nicht. Denn die Zukunft ist und bleibt letztendlich immer ungeschrieben. Sie liegt immer ausserhalb unseres unmittelbaren Einflusses, so wie eben auch die Vergangenheit. Das JETZT ist somit einzig und allein entscheidend, bis dieses JETZT fuer immer in der Stunde des physischen Todes erloescht.

    Hieraus ergibt sich fuer mich Schluessigkeit, aus manchen Lehrweisheiten von irgendwelchen und mystischen Schriften jedoch nicht. Zu beschraenkt um lediglich auf Sand zu bauen? Nun, da habe ich meine Zweifel, da ich meine, dass rein auf Sand zu bauen nicht sonderlich weise ist.

  6. #145
    Tramaico
    Avatar von Tramaico
    Zitat Zitat von woody Beitrag anzeigen
    Da hier im thread das Thema der Tod ist, sprach ich natürlich von Bewusstsein aus Sicht der Religionen und der Psychologie.
    Du bist und bleibst ein Philosoph, Hans.

    Ich befasse mich mit der Thematik Bewusstsein lieber aus physischer, biologischer und chemischer Sicht. Bin somit auch kein begnadeter Romantiker, was mir auch schon von so mancher Dame vorgeworfen wurde.

  7. #146
    woody
    Avatar von woody
    Zitat Zitat von Tramaico Beitrag anzeigen
    .... weil es eben nach meinem Verstaendnis massiv gegen den buddhistischen Grundgedanken verstoesst.
    Kannst du mal erläutern, was für dich der buddh. Grundgedanke ist?

  8. #147
    Avatar von rolf2

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    Zitat Zitat von woody Beitrag anzeigen
    Kannst du mal erläutern, was für dich der buddh. Grundgedanke ist?
    Ich möchte fast Wetten......... Erkenntnis...... Und die erfordert Initiative und Eigenständigkeit und nicht das
    Wissen um relative Belanglosigkeiten wer wann was gesagt hat.

    der meditierende Waldmönch oder der predigende Gelehrte wer wird wohl wahrscheinlicher zu dieser Erkenntnis gelangen?

    im kungfu sagen wir der Lehrer muss immer wieder zurück über den Fluss um den Schüler hinüberzubringen

  9. #148
    Tramaico
    Avatar von Tramaico
    Zitat Zitat von woody Beitrag anzeigen
    Kannst du mal erläutern, was für dich der buddh. Grundgedanke ist?
    Habe ich doch schon erlaeutert.

    Alles spielt sich im JETZT im irdischen Leben ab und es gilt sich von den staendigen Berg- und Talfahrten im irdischen Leben zu befreien, also auch vom jegliches Leid im irdischen Leben. Dieses bedarf einer Akzeptanz einer gegebenen Realitaet, wie unangenehme diese auch anfangs erscheinen mag. Die Grenzen zwischen Bedeutsamkeit von Leben und Tod werden fliessend, geistige Befreiung setzt ein, die bis zum physichen Tod waehrt. Bis dahin und nicht laenger.

    Somt ist die buddhistische Lehre fuer das Leben und nicht fuer den Tod. Der Tod verzeiht alles, das Leben nicht. Somit ist ansich der Tod der bessere und verlaesslichere Freund und bedarf somit keiner speziellen Philosophie. Anders als das Leben.

    Irgendwo habe ich mal gelesen, fuer den Buddhisten sei der Tod vertrauter als das Leben. Dieses war und ist fuer mich nachvollziebar, da das Leben voellig unberechenbar ist und zwar fuer jegliches Lebewesen. Oftmals ist das Leben von staendiger Furcht gepraegt, was aber im Grunde voellig unnoetig ist, wenn man nichts zu stark anhaengt. Man sollte niemals etwas zu stark anhaengen, da die Frucht vor Verlust abhaengig macht und der letztendliche Verlust immenses Leid ausloesen wuerde. Dieses schliesst die Furcht vor dem Verlust des Lebens und des ewigen Todes ein.

  10. #149
    woody
    Avatar von woody
    Zitat Zitat von Tramaico Beitrag anzeigen
    Du bist und bleibst ein Philosoph.......
    Über Philosophie haben wir bis jetzt noch garnicht gesprochen, das können wir aber nachholen.

    Aus all deinen Texten wird für mich klar, dass du die buddhistische Ideologie falsch interprtierst.

    Im Buddhismus gibt es sehr wohl eine von der Materie(Hardware) losgelöste Software die als Anatta bezeichnet wird. Aus meiner Sicht ist das Anatta im Buddhismus auch der wesentliche Unterschied bzw. die Fortentwicklung des Brahmanismus durch Buddha.

    Deine Definitionen des Lebens Materie(Hardware) und Geist(Software) entsprechen mehr dem erkenntnistheoretischen Materialismus.


    Und damit es in diesem Zusammenhang nicht wieder zu Missverstänndnissen kommt sollte man sich folgende links durchlesen.

    Anatta

    Materialismus

  11. #150
    Tramaico
    Avatar von Tramaico
    Zitat Zitat von woody Beitrag anzeigen
    Aus all deinen Texten wird für mich klar, dass du die buddhistische Ideologie falsch interprtierst.
    Wer entscheidet schon pauschal ueber falsch und welche buddhistische Ideologie? Es gibt so viele Stilarten wie beim Kung Fu und unter dem Strich ist dann doch alles wieder Kung Fu, aeh Buddhismus.

    Meine Interpretation ist auch nur eine Stilart, die aber fuer mich schluessig ist. Und dieses ist fuer mich der wichtigste Aspekt ueberhaupt. Und somit hat fuer mich dann auch Buddhismus nichts mit Relgion zu tun sondern lehrt lediglich Weisheit das Leben bestmoeglich zu meistern.

    Ich weiss, sehr primitiv und somit wohl dann auch nicht die Erwartungshaltung von vielen meiner Mintmenschen erfuellend. Aber nicht schlimm, da ja Thomas bereits erkannt hat, dass ich ein buddhistischer Minimalist bin und wohl auch immer sein werde. Ausser etwas ist fuer mich unschluessig. Dann gehe ich dem solange auf den Grund bis die Schluessigkeit fuer mich gegeben ist.

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