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Buddhismus ohne Lehre von den Wiedergeburten?

Erstellt von storasis, 10.11.2012, 15:07 Uhr · 247 Antworten · 9.344 Aufrufe

  1. #71
    Tramaico
    Avatar von Tramaico
    Zitat Zitat von Waitong Beitrag anzeigen
    Ich vertraue ihm, weil die "Medizin" mir hilft.
    Du vertraust einem Dir fremden Menschen Deine Gesundheit und Dein Leben an ohne gegebenenfalls die Kompetenz bei einer Dir erscheinenden Widersinnigkeit in Frage zu stellen.

    Frage fuenf Aerzte und Du wirst fuenf Meinungen erhalten. Welche ist nun richtig? Setzt Du auf den Falschen, dann koennen die Folgen gravierend, im schlimmsten Fall fatal sein.

    Vor Jahren konsultierte ich einen Arzt im Notdienst mit extrem angeschwollenen Lymphknoten, die eine Nahrungs- und sogar Wasseraufnahme fast unmoeglich machten. Es handelte sich um eine Mononukleose Pfeiffer-Drüsenfieber wie sich spaeter herausstellte.

    Der "Gott in Weiss" untersuchte mich und gab mir ein Medikament mit auf den Weg. Ich lass den Beipackzettel und da stand "nicht bei geschwollenen Lymphknoten anwenden". Ich nahm das Medikament nicht sondern sprach am naechsten Tag in der MHH vor. Hier wurde ich sofort stationaer wegen extremer Dehydrierung aufgenommen und an einen Tropf mit Salzloesung gehaengt. 1 Woche bin ich dort verblieben und habe gut 10kg abgenommen.

    Gretchenfrage: Was waere passiert, wenn ich dem Arzt vertraut und das Medikament einfach eingenommen haette. Speziell hier in Thailand werden ja Medikamente meist aus einem grossen Glas in neutrale Portionstuetchen abgefuellt und die meisten Menschen vertrauen dabei dem Arzt und dem Apotheker. Schliesslich haben die studiert und wissen sicherlich was sie tuen. Kann sich sehr schnell als absoluter Irrglauben rausstellen. Was bleibt? Nun ja, falls kein Beipackzettel vorhanden ist, Name des Medikamentes geben lassen und vorher das Zeugs vor Einnahme googeln. Zusammensetzung, Wirkungsweise, Nebenwirkungen.

    Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.

    Lieber Waitong, mich wundert ein wenig, dass Du als anscheinend recht gebildeter Mensch so wenig auf Deinen eigenen Verstand vertraust. Dies ist das hoechste Gut was Du hast. Saemtliche Denkkonzepte, Buecher, Schulungen etc. sind nur so gut, wie Du selbst die Inhalte versinnbildlichen kannst. Nur Du bist letztendlich fuer Dich verantwortlich. Lediglich einmal auf das falsche Pferd gesetzt kann das erste und letzte Mal sein. Sorry, aerztlicher Kunstfehler, irren ist allzu menschlich und es gibt kein vorgeschriebenes Drehbuch fuer Schicksalsschlaege.

    Ein Bekannter von mir starb im Alter von 28 Jahren. Fit wie ein Turnschuh, zaeh wie Leder. Wollte in zwei Wochen heiraten und entschloss sich in einer Routineoperation die Polypen in einem sehr angesehenen deutschen Krankenhaus herausnehmen zu lassen, da er immer so schlecht Luft bekam. Routineoperation. 1000 Mal durchgefuehrt, 1000 Mal ist nichts passiert. Somit wurde schnell ans Messer gegangen. Nur waren die Polypen wohl mit einer ins Gehin fuehrenden Ader verwachsen und es kam waehrend der Routineoperation zu einem Schlaganfall. Der junge Mann fiel ins Koma und hielt noch eine Tage wegen seiner ausgezeichneten Physis durch. Die Goetter in Weiss verkuendeten aber schon, dank ihres Studiums verfuegte sie ueber das Wissen, dass irreparable Schaeden zurueckbleiben wuerden. Er schaffte es nicht und stab wenige Tage vor seiner geplanten Hochzeit. Gut, er bekam von der Sache natuerlich nichts mit, doch war er der beste Freund meines ehemaligen Schwagers von Kindesbeinen an und nun ja, wie mag seine Verlobte die Nachricht von der fehlgeschlagenen Routineoperation aufgenommen haben.

    Wieviele Leben mag dieses Vertrauen in die Faehigkeit von studierten Menschen wohl negativ beeinflusst haben? Hat die Aerzteschaft vorher roentgen sollen bzw. muessen oder faellt dieser Zwischenfall unter casualities of life? Gar Schicksal oder goettliche Fuegung. Soweit ich mich erinnerte war Peter ein ueberzeugter Christ. So wie Du. Ein guter Kumpel, sehr positiv denkend, sehr hilfsbereit. Er ist seit mehr als 20 Jahren bereits tot, ich lebe dafuer noch. Ist das gerecht? Ist das gottgewollt? Wie ist das moeglich, da ich doch den Herrn verleugne? Ruft er seine besten Menschen vorzeitig ins Paradies ein um sie vorzeitig vom Leid des Lebens zu erloesen und um sie an seiner Seite zu haben? Hast Du die Anworten, lieber Waitong?

    Bitte kein religioeses Blech wie der Herr ist allwissend und gerecht und wie koennen wir Menschen seine Weisheit auch nur in Zweifel ziehe? Das koennte genauso gut aus der Feder der nigerianischen "Gutmenschen" kommen, die die Welt mit ihren heilsamen E-Mails begluecken. 50 Millionen Dollar, das Paradies fuer nichts und wieder nichts. Nur Vertrauen und Glaube ist als einzige Investion gefordert.

  2.  
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  3. #72
    Tramaico
    Avatar von Tramaico
    Zitat Zitat von Waitong Beitrag anzeigen
    Mir macht das LEBEN Freude und ich wuensche allen anderen Menschen, dass es ihnen ebenso geht.

    Ebenfalls Ziel der buddhistischen Lehre und dazu praeventive Empfehlungen dafuer, dass aus der Freude nicht auf einmal Leid wird, da das Leben unberechenbar ist.

    Eigenartig, dass bei den Religionen erst nach dem Tod ins Paradies, also ins sorgenlose Dasein eingetreten wird. Widme dem Herren Dein Leben und grosser Lohn ist Dir nach dem Tode gewiss. Hiobs vertraute blind der Weisheit seines Herren und konnte somit jegliches Leid hinnehmen, denn ihm stand ja spaetere Entlohnung in Aussicht.

    Mit Verlaub, dies ist aus meiner Sicht die typische Scammer-Masche.

  4. #73
    Avatar von Waitong

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    Zitat Zitat von Tramaico Beitrag anzeigen
    Du vertraust einem Dir fremden Menschen Deine Gesundheit und Dein Leben an ohne gegebenenfalls die Kompetenz bei einer Dir erscheinenden Widersinnigkeit in Frage zu stellen.
    Also - mit diesem Satz lockst du mich etwas aus der Reseve. Nur soviel, ich hatte nicht nur Jahrelang mit der MHH sondern mit sehr vielen anderen Universitaets-Krankenhaeusern und Medizinischen-Forschungseinrichtungen beruflich intensiv zu tun, sondern bin nach wie vor (unentgeldlich) auch hier in Thailand an der Thematik dran.


    Das ich gegebenenfalls nicht hinterfrage, wenn Zweifel aufkommen ist bisher nicht geschehen, mein Wort drauf !


    Bin zur Zeit an einer Angelegenheit, die zeigt, wie gut die privat gefuehrten Krankenhaeuser in BKK sind.


    Nur so viel, in mancher Hinsicht koennten sich deutsche Krankenhaeuser eine Scheibe abschneiden.

  5. #74
    Avatar von Derk

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    Zitat Zitat von Waitong Beitrag anzeigen
    Rein zufaellig passen diese Millionen und Milliarden Stufen zusammen ? Rein logisch betrachtet sollte man annehmen, es besteht ein "Bauplan".
    Aber nein, das darf nicht sein, denn wer sollte einen Plan entwickeln ? Es ist wirklich faszinierend wie sich einige Zeitgenossen straeuben GOTT
    als "Planer" der Dinge zu akzeptieren. Bereits waerend meines Studiums hat mich die Tatsache, dass alles passt sehr erstaunt. Ich habe keine
    Probleme damit GOTT als "Urquell" anzuerkennen. Je mehr ich mich in biologische Regelmechanismen vertiefe, desto mehr bestaetigt sich meine
    Ansicht zu GOTT.
    Also wenn man das Christentum als post-Atonistische Religion ansieht, kann ich Gott als Schöpfer allen Lebens akzeptieren
    Wie Echnaton evtl. erkannt hat ist die Sonne die treibende Kraft hinter dem Leben und dieser "Gott im Himmel" für das Leben verantwortlich...

    Bye,
    Derk

  6. #75
    Avatar von Waitong

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    Zitat Zitat von Tramaico Beitrag anzeigen
    Hiobs vertraute blind der Weisheit seines Herren und konnte somit jegliches Leid hinnehmen, denn ihm stand ja spaetere Entlohnung in Aussicht.

    Mit Verlaub, dies ist aus meiner Sicht die typische Scammer-Masche.

    Wenn du HIOB gelesen hast kannst du mir sicherlich die Stelle zeigen an der steht das er wusste das er fuer seinen Glauben reichlich entlohnt wird.

    Da bin ich wirklich gespannt, ob du fuendig wirst.


    Zur Scammer-Masche kann ich nur empfehlen, jeder Mensch sollte gruendlich pruefen, bevor er einen entscheidenden Schritt macht.

    Das ist eine ausdrueckliche Empfehlung, die man in der Bibel nachlesen kann. Paulus hat dazu einiges geschrieben.

  7. #76
    Avatar von Waitong

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    Zitat Zitat von Tramaico Beitrag anzeigen




    Ein Bekannter von mir starb im Alter von 28 Jahren. Fit wie ein Turnschuh, zaeh wie Leder. Wollte in zwei Wochen heiraten und entschloss sich in einer Routineoperation die Polypen in einem sehr angesehenen deutschen Krankenhaus herausnehmen zu lassen, da er immer so schlecht Luft bekam. Routineoperation. 1000 Mal durchgefuehrt, 1000 Mal ist nichts passiert. Somit wurde schnell ans Messer gegangen. Nur waren die Polypen wohl mit einer ins Gehin fuehrenden Ader verwachsen und es kam waehrend der Routineoperation zu einem Schlaganfall. Der junge Mann fiel ins Koma und hielt noch eine Tage wegen seiner ausgezeichneten Physis durch. Die Goetter in Weiss verkuendeten aber schon, dank ihres Studiums verfuegte sie ueber das Wissen, dass irreparable Schaeden zurueckbleiben wuerden. Er schaffte es nicht und stab wenige Tage vor seiner geplanten Hochzeit. Gut, er bekam von der Sache natuerlich nichts mit, doch war er der beste Freund meines ehemaligen Schwagers von Kindesbeinen an und nun ja, wie mag seine Verlobte die Nachricht von der fehlgeschlagenen Routineoperation aufgenommen haben.

    Wieviele Leben mag dieses Vertrauen in die Faehigkeit von studierten Menschen wohl negativ beeinflusst haben? Hat die Aerzteschaft vorher roentgen sollen bzw. muessen oder faellt dieser Zwischenfall unter casualities of life? Gar Schicksal oder goettliche Fuegung. Soweit ich mich erinnerte war Peter ein ueberzeugter Christ. So wie Du. Ein guter Kumpel, sehr positiv denkend, sehr hilfsbereit. Er ist seit mehr als 20 Jahren bereits tot, ich lebe dafuer noch. Ist das gerecht? Ist das gottgewollt? Wie ist das moeglich, da ich doch den Herrn verleugne? Ruft er seine besten Menschen vorzeitig ins Paradies ein um sie vorzeitig vom Leid des Lebens zu erloesen und um sie an seiner Seite zu haben? Hast Du die Anworten, lieber Waitong?
    Ich koennte dazu einiges schreiben, wuerde dich zuvor aber bitten deine Polemik etwas zurueckzufahren, da ich dem Kindergarten schon einige Zeit entwachsen bin.

  8. #77
    Tramaico
    Avatar von Tramaico
    Zitat Zitat von Waitong Beitrag anzeigen
    Wenn du HIOB gelesen hast kannst du mir sicherlich die Stelle zeigen an der steht das er wusste das er fuer seinen Glauben reichlich entlohnt wird.

    Da bin ich wirklich gespannt, ob du fuendig wirst. .
    1,8 Und der HERR sprach zum Satan: Hast du acht gehabt auf meinen Knecht Hiob? Denn es gibt keinen wie ihn auf Erden - ein Mann, so rechtschaffen und redlich, der Gott fürchtet und das Böse meidet! 1,9 Und der Satan antwortete dem HERRN und sagte: Ist Hiob [etwa] umsonst so gottesfürchtig?

    1,20 Da stand Hiob auf und zerriß sein Obergewand und schor sein Haupt; und er fiel auf die Erde und betete an. 1,21 Und er sagte: Nackt bin ich aus meiner Mutter Leib gekommen, und nackt kehre ich dahin zurück. Der HERR hat gegeben, und der HERR hat genommen, der Name des HERRN sei gepriesen! 1,22 Bei alledem sündigte Hiob nicht und legte Gott nichts Anstößiges zur Last.

    Quelle: Das Buch Hiob.

    Hier stellt sich die Frage, warum Hiobs so gottesfuerchtig ist, die sich auch Herr Satan zu Recht stellte und die nicht beantwortet wird. Ergo, drei Optionen:

    1. Hiobs hat Furcht vor dem Zorn Gottes
    2. Hiobs ist ein notorischer Gutmensch ohne Sinn und Verstand
    3. Hiobs erhofft sich eine Kompensation fuer sein Handeln

    Koennte jetzt dem Herrn Hiobs vorwerfen aus reinem Selbstnutz zu handeln in Bezug auf die Option 1 und 3 oder weltfremd zu sein. Oder er hatte tatsaechlich fundiertes Insiderwissen, dass da tatsaechlich Satan und Gott ihre Spielchen treiben.

    Nichts von allem, sondern fuer mich ist es naheliegender, dass die Geschichte frei erfunden ist. Vielleicht ein Quentchen Realitaet und vielleicht war Hiobs in der Tat ein besonders gutmuetiger und leidensfaehiger Mensch und nun ja, Legenden werden gerne aufgebauscht durch das bekannte stille Post Syndrom.

  9. #78
    Avatar von x-pat

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    Beiträge
    7.208
    Zitat Zitat von Tramaico Beitrag anzeigen
    Warum so etwas Simples wie der Buddhismus fuer viele so schwer verstaendlich ist, dass darueber eine Gazillion Buecher geschrieben und gelesen werden muss, waehend der Begruender der Lehre nicht ein einziges Werk als Referenz hatte.
    Da der Begründer des Buddhismus in einer Kultur mit quasi nicht vorhandener Literalität lebte, erübrigt sich die Frage nach geschriebenen Referenzen. Es gibt aber Stellen in den Sutras in der der Buddha Geistesströmungen seiner Zeit referenziert, insbesondere in der Digha Nikaya. Es ist außerdem überliefert, dass der Buddha vor seiner Erleuchtung einige Jahre unter verschiedenen Meistern studiert hatte. Man könnte ihn daher schon als einen Gelehrten seines Zeitalters betrachten. Der Buddha geht in seinen Reden besonders auf die existierenden Lehren der Brahmanen und des Mahaviras ein und stellt dabei oft deren Problematiken heraus. Wen das interessiert, dem empfehle ich die Bücher des Indologen Richard Gombrich.

    Nein, Buddhismus ist nicht simpel. Vieles erscheint oberflächlich einfach, entpuppt sich aber bei genauerem Hinsehen als überaus tief und schwer fasslich; die erwähnte Paticcasamuppada ist dafür wahrscheinlich ein gutes Beispiel. Der Buddha selbst warnt an mehreren Stellen (z.B. MN85) davor, die Lehre als zu einfach anzusehen: "This Dhamma that I have attained is profound, hard to see and hard to understand, peaceful and sublime, unattainable by mere reasoning, subtle, to be experienced by the wise."

    Zitat Zitat von Tanha Beitrag anzeigen
    Der buddhistische Erlösungsweg selbst (für mich der wichtige Kern der Lehre), kommt aber ohne Wiedergeburt/Karma aus.
    Nunja, das ist derselbe Punkt den auch die Buddhism Lite Fraktion immer wieder betont, und in einem gewissen Sinn haben sie damit Recht. Wenn ich die buddhistische Soteriologie als Rezept für das Endprodukt Erlösung verstehe, dann benötige ich Wiedergeburt nicht unbedingt in diesem Rezept, denn die Idee der Wiedergeburt ist keine notwendige Zutat. Allerdings muss ich mich dann fragen: Erlösung von was? Die Situation wäre so ähnlich wie einen Kuchen zu backen ohne das man den Kuchen jemals isst oder es beabsichtigt. Natürlich kann man auch einen gelungenen Kuchen backen ohne jemals Kuchen zu essen, aber ein bischen absurd ist dies schon.

    Zitat Zitat von Tramaico Beitrag anzeigen
    Thomas (x-pat) meinte mal hier im Forum, dass meine Philosophie eher Stoa gepraegt ist als buddhistisch, obwohl ich vorher von dieser Stoa noch nie etwas gehoert, gelesen oder mich gar mit ihr beschaeftigt habe.
    Hattest du schon Gelegenheit dich mal mit Zeno, Seneca, Marcus Aurelius & Co. zu beschäftigen? Ich hatte es damals deswegen erwähnt, weil du häufig die Aspekte betonst, die der Buddhismus mit dem Stoizismus gemeinsam hat, und gelegentlich dazu neigst den Buddhismus in Richtung Antikes Denken zu knüppeln...

    Zitat Zitat von Tramaico Beitrag anzeigen
    Es heisst, der Buddha sei nach langem Meditieren ploetzlich "erwacht". Okay, er hat die Zusammenhaenge voll und ganz verstanden und konnte sie verinnerlichen. Ob er jedoch in diesem Augenblick tatsaechlich in das Nirwana eintrat und fuer den Rest seines Lebens psychisch gefestigt war, konnte bei seinem Erlebnis nicht von ausgegangen werden, da nach der buddhistischen Anschauung alles veraenderlich ist und die Zukunft ausserhalb unserer Reichweite liegt. Somit bestehen dann auch schon wieder unterschiedliche Ansichten zum "Erwachen" selbst.
    ...und hier tust du es schon wieder. Die Erleuchtung transzendiert Logik und Impermanenz. Während die antiken Philosophen Griechenlands in strengen mathematischen Bahnen denken, trifft man in der indischen Philosophie häufig mehrstufige Logiken an. Der Begriff der Erleuchtung ist jenseits dessen was man bergründen, rational erörtern, oder schlussfolgern kann.

    Cheers, X-pat

  10. #79
    Tramaico
    Avatar von Tramaico
    Zitat Zitat von Waitong Beitrag anzeigen
    Ich koennte dazu einiges schreiben, wuerde dich zuvor aber bitten deine Polemik etwas zurueckzufahren, da ich dem Kindergarten schon einige Zeit entwachsen bin.
    Sorry, wir Buddhisten sind lustige, lebensfrohe Gesellen (wir wollen uns ja vollstaendig von Leid befreien) und dann liegt mir dazu die Polemik und Zynismus einfach im Blut, in Anbetracht der jeckischen Menschheit.

    Zynismus wird manchmal dahingehend interpretiert, dass es dem Selbstschutz dient, wenn anscheinend Hopfen und Malz vollstaendig verloren ist. Anstatt in Gram, Depression und Frustration ob der immensen Bleedheit zu versinken, wird der Situation mit befreiender Zynik begegnet. Somit ist fuer mich der Zynismus und Polemik gegebenenfalls das, was fuer Dich das Gebet ist.

    Das Kind im Manne kann weitaus lebensbejahender als das Bibelstudium sein. Aber keine Sorge, mein lieber Freund, wir arbeiten ja bereits schon daran.

  11. #80
    Avatar von Tanha

    Registriert seit
    19.04.2012
    Beiträge
    208
    Zitat Zitat von Tramaico Beitrag anzeigen
    Thomas (x-pat) meinte mal hier im Forum, dass meine Philosophie eher Stoa gepraegt ist als buddhistisch...
    Wenn man sich mit ähnlichen Dingen beschäftigt, kommt man zu ähnlichen Ergebnissen. Stoa und Buddhismus haben viele Gemeinsamkeiten.

    Mit dem "Erwachen" oder Erleuchtung oder Eintritt in das Nirwana, bezeichne es lieber als Erreichung aeusserster Harmonie (stoischer Gelassenheit) im Leben, hat es meiner Ansicht nach auch so seine Haekchen.
    Wenn du mit deinen Anschauungen komplett zufrieden bist, freue ich mich, wenn du damit deine Ziele erreichst und glücklich bist. Meine Kommentare sind eher als Info zu verstehen, als dass ich dich in eine Schublade stecken möchte.


    Es heisst, der Buddha sei nach langem Meditieren ploetzlich "erwacht"... Manche behaupten es passiert blitzartig, waehrend andere meinen es sei ein kontinuierlicher Prozess.
    Am besten fragt man dazu erleuchtete Personen. Welche, die die 1. Erwachungsstufe den sogenannten Stromeintritt erreicht haben, gibt es nicht so selten. Der Erwachunsmoment selbst ist danach (wie ich es interpretiere), als hätte jemand den Resetknopf gefunden und das System heruntergefahren. Dieses Erlebnis ist nur kurz aber verändert den Geist für immer. Danach findet ein Umwandlungsprozess statt, der das Erlebnis in den Geist integriert.

    So kann man sich diesen Prozess als Gleichnis vorstellen:
    Nehmen wir an, wir hätten etwa mit 3 Jahren eine falsche Ansicht über uns gebildet, (weil der Geist eines 3 jährigen natürlich nicht reif genug ist). Diese Ansicht haben wir verinnerlicht und darauf bauen hunderte von weiteren Ansichten über das Leben auf. Jetzt erkennen wir unseren Fehler und es braucht einige Zeit bis sich alles neu sortiert hat.

    Beste Grüße
    Tanha

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