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Bajok Towers News und Geschichten

Erstellt von Bajok Tower, 17.06.2010, 20:59 Uhr · 3.253 Antworten · 225.901 Aufrufe

  1. #991
    Avatar von Micha L

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    Das ist aber der Unterschied zu ......: Bei dem ist nicht mal die Theorie "prima". Der frißt gar nicht erst Kreide.

  2.  
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  3. #992
    Bajok Tower
    Avatar von Bajok Tower
    Zitat Zitat von Micha L Beitrag anzeigen
    Wesentliches Element der marxistischen Theorie ist die Diktatur
    des Proletariats.

    Aber ein paar Kapitalisten haben davor panische Angst.

  4. #993
    Avatar von Micha L

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    ...eben in der Theorie. In Wirklichkeit waren es Stalin, Mao, Kim usw., die Proletariat nur als Worthülse benutzten zur Verschleierung und selbst das Proletariat unterdrückten.
    Meines Wissens gab es bereits 1918 Aufstände enttäuscher Arbeiter gegen Lenin.
    Die Führer waren Intellektuelle bürgerlicher Herkunft oder Leute dubioser, (lumpen)proletarischer Herkunft, die längst Berufspolitiker in einem Apparat waren.
    (SPD-Schröder kam auch aus dem Proletariat, um ein bekanntes Beispiel zu nennen, auch wenn er in keiner KP ist).

    Hast Du denn praktische Erfahrung in Sachen Sozialismus?

  5. #994
    Bajok Tower
    Avatar von Bajok Tower

    Thumbs up Phnom Penh, Hauptstadt Kambodschas

    http://www.dradio.de/dlf/sendungen/s...rgang/1313653/

    Liebeserklärung an eine Stadt
    Phnom Penh, Hauptstadt Kambodschas


    Phnom Penh ist eine junge Hauptstadt. Mit dem endgültigen Umzug des Hofes Mitte des 19. Jahrhunderts beginnt die moderne Geschichte der Stadt. Die Stadt am westlichen Ufer des Mekong bietet eine beeindruckende Architektur.

    Die ehemalige "Perle Südostasiens" hat sich während der Nacht kaum abgekühlt und bei bereits wieder über 30 Grad versammeln sich die Teilnehmer der Führung an diesem frühen Sonntagmorgen unter einem kleinen Straßenbaum. Dschida, die kambodschanische Architekturstudentin begrüßt die Teilnehmer.

    Phnom Penh ist eine junge Hauptstadt. Im 15. Jahrhundert zog der Königshof des einst mächtigen Khmerreiches von Ankor im Norden des Landes erstmals an das Ufer des Mekong, doch erst mit dem endgültigen Umzug des Hofes Mitte des 19. Jahrhunderts beginnt die moderne Geschichte der Stadt. Um sein Land vor den mächtigen Nachbarn Thailand und Vietnam zu schützen vereinbarte König Norodom I. 1863 mit den Franzosen ein Protektorat.

    "Hier ist der 'Große Masterplan', den die Franzosen für uns machten. Das erste Projekt der Franzosen startete hier im europäischen Distrikt mit den ersten öffentlichen Gebäuden. Wir haben hier die Post, eine Bank, ein Hotel und einige Wohnhäuser."

    Schachbrettartig zieht sich die Stadt entlang dem westlichen Ufer des Mekong. Wir stehen nahe dem namensgebenden "Phnom", also Hügel "Penh" und vor uns strahlt hellgelb das koloniale Postamt mit seinen flachen Erweiterungsbauten. Nachdem das Gebäude im Bürgerkrieg zwischen 1973 und 1979 ausbrannte, wurde es für die schnell wachsende Bevölkerung neu ausgebaut und vergrößert.

    "Dieses Gebäude hat es besser als andere, weil es seine Funktion behielt. Und wir haben es renoviert, nicht wie zum Beispiel das Grand Hotel, welches wir hier gegenüber besichtigen werden, das heute ein Wohnhaus ist."

    Erst jetzt entdecke ich die repräsentative Architektur des heruntergekommenen Gebäudes.

    "Okay wir können hineingehen um den wunderschönen Innenhof des Grand Hotels zu sehen. Manche der kolonialen Gebäude nutzen den Innenhof noch zur Belüftung der Innenräume, ein sehr gutes Konzept. Auch heute planen ihn noch Architekten, wie ich, ich lerne ebenfalls von den Alten."

    Wir überqueren die Straße und betreten unter den bunten Schirmen und vorbei am großen Kessel der chinesischen Suppenküche das dreistöckige, ehemalige Hotel. Über breite, dunkle Holztreppen und entlang niederer Gänge erreichen wir einen quadratischen Innenhof mit offenen Laubengängen. Hängematten spannen sich zwischen den Balken und in einer Ecke hat sich eine Familie ihre Küche eingerichtet. Jeder Zentimeter zum Stellen, Hängen oder Legen scheint genutzt.

    "Okay, willkommen in unserem Innenhof. Mit etwas Fantasie sehen sie den schattigen, ehemals grünen Innenhof unseres Hotels. Als wir 1979 nach dem Bürgerkrieg nach Phnom Penh zurückkehrten, geriet das Gebäude in diesen schlechten Zustand. Warum das so war? Als wir zurückkamen, hatten wir Angst unsere Familien wieder zu verlieren. Wir machten uns keine Gedanken über Bequemlichkeit oder Privatheit. Also hat man das Hotel aufgeteilt. Eine Familie pro Zimmer und in manche Räume wurden Zwischendecken eingezogen. Die Hauptsache war, in Frieden zu leben."

    Zurück auf der Straße und abermals den Platz gequert, stehen wir vor einem hohen gelben Bauzaun, der eine komplette Ecke umspannt. Über ihn ragen die tief liegenden, leeren Fensterhöhlungen der ehemaligen, dreigeschossigen Polizeistation.

    "Was wir hier noch sehen, ist ein ebenfalls intelligentes architektonisches Mittel. Das Gebäude mit den Büros ist zurückgesetzt. So beschatten die Balkone die Fenster und halten die Hitze draußen ohne das Licht zu behindern, arbeiten unter angenehmen Bedingungen, cleveres Design. Ich muss mich entschuldigen, dass wir nicht hineingehen können um es uns anzuschauen denn es ist nun im Besitz von Investoren. Ja, bitte? - Wird es renoviert? - Manche sagen, dass es zu einem Hotel umgebaut wird aber wir wissen es nicht, wir müssen sehen, was geschieht. Wie bei einem anderen Gebäude das wir nicht mehr sehen können, da sie es in den vergangenen Wochen abgerissen haben. Ich hatte sie gefragt und sie sagten, dass das Hauptgebäude renoviert würde aber dann haben sie alles abgerissen. Also glaube ich ihnen nicht. - Das ist schrecklich. - Wir können nur abwarten, was geschieht."

    Entlang dem Bauzaun warten zwölf Cyclos samt Fahrer auf uns. Das auch in Phnom Penh immer seltener werdende Vehikel ist eine kambodschanische Eigenentwicklung der Fahrradrikscha. In bequemen Sesseln holpern wir vor dem erhöht sitzenden Fahrer durch schattige Alleen und entlang schmucker Kolonialbauten, an deren Resten nicht nur das tropische Klima nagt. Wir umrunden den "Wat Phnom" mit der strahlend weißen Stupa und schlängeln uns durch den chaotischen Verkehr zum Fuß des ersten Hochhauses der Stadt. Neben seinen vollklimatisierten 32 spiegelnden Etagen wirkt der koloniale Bahnhof wie einem Miniaturbaukasten entnommen.

    "Sie wissen, wo wir sind? Wir sind in unserem langen Garten. Aber nun ist er nicht mehr lang, es ist nur noch ein kurzer Garten. Die Franzosen legten diesen Park an. Wir sehen auf dieser Seite den Bahnhof und das Konzept war, dass der Blick durch den langen Garten bis zum Fluss die Besucher willkommen hieß. Ein sehr schönes Konzept. Doch heute zerschneiden sie unseren Garten, um die Grundstücke zu verkaufen."

    Eine Teilnehmerin hatte gehört, dass die "Canadian Bank" noch ein weiteres Hochhaus dort plane. "Das Gebäude wird es uns zeigen" sagt Dschida resigniert.

    "Nun haben wir die Gebäude des Französischen Protektorats, des Kolonialstils abgeschlossen und besuchen die Gebäude der Zeit unserer Unabhängigkeit von Frankreich. Auf dem Weg werden wir das "Cinema Luz" passieren. Tatsächlich gab es hier in den 60er-Jahren in jedem Viertel ein Kino aber heute verändern sie die Funktion der Gebäude und machen sie zu Klubs, Pubs oder Schönheitssalons.
    So, bitte wieder auf das Cyclo."

    1952 mussten die Franzosen Kambodscha endgültig verlassen. Der junge König Norodom Sihanouk forcierte, in dem damals zu den reichsten Staaten Südostasiens gehörenden Land einen alle Bereiche umfassenden Modernisierungsschub und platzierte Phnom Penh durch aufsehenerregende Ausstellungen und Festivals auf der internationalen Landkarte. Entlang der nach Louis Pasteur benannten 51. Straße reiht sich klare 60er-Jahre Moderne mit dekorativen Eisengittern, die mit ihren stilisiert floralen Mustern an die Schmuckreliefs der Tempel von Ankor erinnern, an verblasste Kinofassaden. Wir biegen um eine mit weißen, Schatten spendenden Längslamellen abgerundete Wohnblockecke und halten vor dem eleganten Tor zum ehemals grünen Innenhof des dreigeschossigen Gebäudes.

    "Dieses Gebäude nennen wir Apartmentblock, es ist 1960 erbaut. Nach der Unabhängigkeit startete man ein Architekturprogramm. Man kann von einem richtigen Architekturboom sprechen, denn König Sihanouk wollte zeigen, dass wir nun ohne fremde Hilfe gestalten können. Der Architekt dieses Gebäudes ist Vann Molyvann."

    Vann Molyvann hatte in Frankreich bei Le Corbusier studiert und leitete den architektonischen Neubeginn Kambodschas. Die Architekten der sogenannten "Khmer-Moderne" verbanden die sachliche internationale Architektursprache mit der traditionellen kambodschanischen Bauweise. Hierbei knüpften sie nicht nur an das noch allgegenwärtige, ausgeprägte Stilempfinden der kambodschanischen Bevölkerung an- im ganzen Land entstanden moderne Wohn- und Kulturbauten, die mit ihren ausgefeilten Belüftungstechniken noch heute Vorbild für eine energiesparende, nachhaltige Architektur sein könnten. Doch in Zeiten der Kommerzialisierung und Vollklimatisierung sind nicht wenige auch dieser Gebäude bereits dem Profitinteresse von Investoren und einer kleinen, korrupten, kambodschanischen Führungsclique zum Opfer gefallen. Die befürchteten gesellschaftlichen Folgen dieser rasanten Entwicklung schildert mir Dschida in einem abschließenden Gespräch.

    "Es ist wichtig für uns zu wissen, woher wir kommen. Wir können nicht unsere Geschichte auslöschen. Wenn wir unsere Vergangenheit löschen, wie sollen wir unser Land entwickeln?"


    Cyclo ist eine kambodschanische Eigenentwicklung der Fahrradrikscha

  6. #995
    Bajok Tower
    Avatar von Bajok Tower
    Die kommunistische Bewegung gibt's erst seit ein paar hundert Jahren. Warten wir also ab. Ich halte den Kapitalismus nicht für die letzte Antwort der Geschichte.

  7. #996
    Avatar von Micha L

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    Wie gesagt, hast Du persönlich-praktische Erfahrung?

    (paar hundert Jahre? Selbst die soz. Theorie betrachtet 1525, 1789 und noch 1848 als bürgerlich. Die komm. Bewegung gibts im Grunde erst seit 1917/8. Vorher waren die Marxisten eine Minderheit innerhalb soz.-dem. Parteien)

  8. #997
    Bajok Tower
    Avatar von Bajok Tower
    Es gab schon vorher welche, die kommunistische, anarchosyndikalistische o.ä. Gedanken hatten. Aber auf jeden Fall (wie Du auch zugibst) gibt's die Bewegung noch gar nicht so lange.

    Ich möchte aber diesen Thread nicht politisieren.

    Es ging um die Doppelmoral einiger, die in Deutschland von den anderen Anpassung fordern, in Thailand aber genau das Gegenteil tun.

  9. #998
    Avatar von Micha L

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    Mit Verlaub...eine französisch-indochinesische Entwicklung.

  10. #999
    Avatar von strike

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    Zitat Zitat von Micha L Beitrag anzeigen
    Das ist aber der Unterschied zu ......: Bei dem ist nicht mal die Theorie "prima". Der frißt gar nicht erst Kreide.
    Deswegen halte ich "Mein Kampf" auch fuer die bessere Wahl als Pflichtlektuere, um in der Schule zu zeigen, warum sich eigentlich niemand mit "habe ich nicht gewusst" rausreden kann.
    Zumindestens nicht die, die vorgaben Intellektuelle und politisch Interessierte zu sein.

  11. #1000
    Avatar von Micha L

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    Zitat Zitat von Bajok Tower Beitrag anzeigen
    Ich möchte aber diesen Thread nicht politisieren.

    Es ging um die Doppelmoral einiger, die in Deutschland von den anderen Anpassung fordern, in Thailand aber genau das Gegenteil tun.
    Ja, wir waren fast off topic.

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