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Arbeitsmarkt absurd

Erstellt von Conrad, 19.07.2008, 10:33 Uhr · 178 Antworten · 7.120 Aufrufe

  1. #121
    Avatar von Conrad

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    Re: Arbeitsmarkt absurd

    Zitat Zitat von wingman",p="612311
    von 1000,-euro kann man mit allen sonstigen unvermeidbaren abgaben überleben, ein auskommen schaut allerdingst anders aus.
    Bei dem Job als Kioskverkäufer sind wohl kaum mehr als 1000 € netto drin, eher weniger, mehr kann der Besitzer wohl auch kaum zahlen und wenn er pleite geht, nützt es dir auch nichts.

  2.  
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  3. #122
    Avatar von Ban Bagau

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    Re: Arbeitsmarkt absurd

    Dann ist er aber als Arbeitgeber eine Taube Nuß.Entweder er muß sich dann alleine reinstellen oder sein Warensortiment um absatzträchte Angebote erweitern.Oder findest du es gut das er sein Geschäft auf kosten der anderen Steuerzahler betreibt.Denn was anderes ist es ja nicht.Ob Großkonzern oder Kioskbesitzer alle die so verfahren und Angestellten bei Volltimejob noch den Gang zum Grundsicherungsamt zumuten schmarotzen mit unseren Steuergeldern.Das sind Verbrecher am deutschen Volk.
    Wenn es die Großkonzerne tun,wenn es der Kioskbesitzer tut,ist es eine frage der Zeit wann das Lohnniveau soweit abgesunken ist,das die Waage der Einzahler und die der Bedürftigen Schlagseite bekommt.Was ist dann?Wenn der Staat kein Geld mehr hat Bedürftige eine Unterstützung zu zahlen,meinst du er wird den Konzernen und ihren Zeitarbeitsfirmen,Kleinfirmen unter 8 Angestellten sowieso außen vor gelassen,vorschreiben einen Mindestlohn zu zahlen?Glaub ich nicht.Er wird die Steuerschraube oder Sonderabgabenschraube für die die bisher noch eingezahlt haben weiter anziehen.Konzerne bleiben natürlich weiterhin abgabenfrei.Man will ja den Konjunkturaufschwung nicht belasten.Schließlich zahlen sie ja ihre Strom und Materialkosten teilweise selbst.Das geht ja dann nun gar nicht.
    Die Spirale dreht sich.
    Jeder der jetzt denkt in Deutschland,das betrifft mich nicht,liegt falsch.Es ist nur die Frage,ist er noch auf der Zahlerseite oder schon auf der Bittstellerseite.

  4. #123
    Avatar von Hippo

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    Re: Arbeitsmarkt absurd

    Hier eine neuere Statistik

    Geld
    Was die Deutschen verdienen
    Donnerstag, 24. Juli 2008 04:00 - Von Flora Wisdorff
    Die Größe des Arbeitgebers zahlt sich aus: Je mehr Mitarbeiter ein Unternehmen hat, desto höher fällt auch das durchschnittliche Monats-Bruttoeinkommen der Angestellten aus. Das Statistische Bundesamt untersuchte die Verdienste für 2006. Danach erhielten vollzeitbeschäftigte Arbeitnehmer in kleinen Unternehmen mit zehn bis 19 Beschäftigten im Schnitt 2534 Euro brutto.
    - In mittelgroßen Unternehmen mit 100 bis 249 Arbeitnehmern waren es im Schnitt 2900 Euro. In großen Unternehmen (mehr als 999 Beschäftigte) verdienten die Beschäftigten im Schnitt 3618 Euro.
    Allerdings blieben den vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmern von ihrem Bruttolohn nach Abzug von Sozialabgaben und Lohnsteuern nur etwa zwei Drittel übrig. Vollzeitbeschäftigte Arbeitnehmer im produzierenden Gewerbe, im Handel und im Kredit- und Versicherungsgewerbe behielten von 100 Euro Bruttolohn im Jahr 2006 im Schnitt 64,41 Euro netto. Diese Summe ist den Statistikern zufolge seit Jahren ziemlich konstant. Auch bei den Erhebungen 1995 und 2001 betrug der Nettoverdienst etwa zwei Drittel des Brutto-Einkommens.
    Insgesamt lag der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst im produzierenden Gewerbe und in der Dienstleistungsbranche im Oktober 2006 bei 3093 Euro. Der durchschnittliche Nettomonatsverdienst betrug 1986 Euro.
    Je nach Branche sind die Unterschiede groß. Am besten verdienten die Manager: Geschäftsführer und Geschäftsbereichsleiter bekamen mit 92 556 Euro brutto jährlich am meisten, dicht gefolgt von Rechtsvertretern und Rechtsberatern, Luftverkehrsberufen oder Unternehmensberatern. Je mehr man verdient, desto eher bekommt man auch Sonderzahlungen wie Weihnachts- und Urlaubsgeld oder Leistungsprämien, wie die Statistiker herausfanden.
    Am unteren Ende der Skala findet man Friseure mit im Schnitt 15 787 Euro brutto jährlich. Andere Berufe mit sehr niedrigen Einkommen waren Wäscher und Plätter mit 20 629 Euro, Glasreiniger und Gebäudereiniger mit 21 414 Euro und Raumpfleger mit 21 779 Euro.
    Berliner Morgenpost

  5. #124
    Avatar von Conrad

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    Re: Arbeitsmarkt absurd

    Zitat Zitat von Ban Bagau",p="612341
    Wenn es die Großkonzerne tun,wenn es der Kioskbesitzer tut,ist es eine frage der Zeit wann das Lohnniveau soweit abgesunken ist,das die Waage der Einzahler und die der Bedürftigen Schlagseite bekommt.
    Tja, die Frage ist auch, wie man verfahren würde, wenn man selber einen kleinen Laden hätte. Nehmen wir mal einen Bettenladen. Wenn der 10000 € Brutto-Umsatz läuft er einigermaßen, natürlich nicht in der Innenstadt, da kann man die Mieten kaum bezahlen.

    Von den Brutto 10000 € bleiben netto 8400 €, EK ca. 50% abgezogen bleiben 4200 €. Davon Miete ca. 1000 € abgezogen, bleiben 3200 €, von denen noch Strom, Heizung, Telefon u. Internet abgezogen werden müssen. Der Rest, sagen wir mal 3000 € muß noch versteuert werden, Rücklagen müssen gebildet werden, was für die eigene Altersicherung und schlechte Zeiten zurückgelegt werden.

    Dann bleiben vielleicht Netto 2000 € Reingewinn, du trägst aber das volle unternehmerische Risiko und es gibt Monate, da kommen nur 6000 € Bruttoumsatz rein.....

    Jetzt kannst du ja nicht alles alleine machen, willst also noch jemanden einstellen, einen Verkäufer z.B. Was glaubst du, wieviel du dem dann zahlen kannst ? Der feiert mal krank, will natürlich 6 Wochen Urlaub haben, wenns geht am Stück über Weihnachten u. Neujahr in Thailand Hully-Gully machen....

    So sieht das in der Realität aus, beim Kioskbesitzer wirds wahrscheinlich noch schwieriger und den dann gleich als "Versager" hinstellen, da kann ich nur sagen, mach es mal selber, gründe eine Firma, mach einen Laden auf oder einen Kiosk, dann weißt du wenigstens, wovon du redest..

  6. #125
    Godefroi
    Avatar von Godefroi

    Re: Arbeitsmarkt absurd

    Dass dem Durchschnittsverdiener zwei Drittel seines Einkommens übrig bleiben, bezweifle ich.

    Wenn ich mal durchkalkuliere, was ein Durchschnittsverdiener dem Staat an Abgaben erwirtschaftet (inklusive des ´Arbeitgeberanteils´, der ja letztendlich auch vom Arbeitnehmer erwirtschaftet werden muss, sonst würde sich das ja für den Arbeitgeber nicht rechnen) plus MwSt und speziellen Verbrauchssteuern wie für Treibstoff (Alkohol und Tabaksteuer will ich nicht mitrechnen, die kann man mühelos einsparen), scheint mir persönlich, dass dem Durchschnittsverdiener tatsächlich eher 20% bis 25% von jedem Euro übrig bleiben.

    Selbst ohne den Arbeitgeberanteil muss man von den zwei Dritteln grob gerechnet (nach Abzug der Wohnungskosten) nochmal 19% MwSt und die speziellen Verbrauchssteuern für Treibstoffe (Alkohol und Tabaksteuer wieder nicht mitgerechnet) hinzurechnen.

    Während das Leuten mit Einkommen in der Grössenordnung ab €250.000 vielleicht noch genügend finanziellen Spielraum lässt, eng das beim Durchschnittsverdiener die finanzielle Beweglichkeit doch schon sehr stark ein.

    Ich wundere mich immer wieder, das Volkswirtschaften mit solchen Rahmenbedingungen überhaupt funktionieren.

  7. #126
    Avatar von Thaimax

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    Re: Arbeitsmarkt absurd

    Also die Aufregung über die 1.000 Euro netto, die einem Verkäufer in einer Pommesbude bleiben, kann ich nun wirklich nicht verstehen, das ist total angemessen.

    In Österreich würde man auch nicht höher angemeldet werden, allerdings, ich weiss nicht, ob das in Deutschland auch so üblich ist, bekommt man bei so einem Job vom Chef ca. 300 Euro "auf die Hand", Trinkgeld hat man an einem Würstelstand auch noch ca. 200 - 300 im Monat, Essen und Trinken ist auch frei.

    Man kann von einem Netto von gut 1.500 ausgehen und kann in der Arbeit essen und trinken soviel man möchte, auf so eine Stellenanzeige melden sich in Österreich, wenn ich sie in Wien aufgebe, mindestens 30 Leute, darunter die Hälfte sogar ausgebildete Kellner.

  8. #127
    Avatar von kcwknarf

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    Re: Arbeitsmarkt absurd

    Lamai hat völlig recht.
    Ich kenne einige Kollegen, die erzielen mit ihrem Geschäft weniger als, wenn sie Hartz IV bekämen. Auch ich hatte schon mal solche Monate.
    Was würde denn passieren, wenn diese Leute aufgeben und Hartz IV beantragen? Dann belasten sie den Sozialstaat doch erst recht.

    Solange es aber irgendwie geht, machen sie diesen Schritt nicht. Denn dann müssten sie den Laden komplett schließen. Aber so ist ja immer noch Hoffnung, dass es besser läuft.

    Es würde viel besser laufen, wenn man neuen Geschäften für einige Jahre die Steuern erspart. Dann könnten sie ordentlich investieren, Werbung machen, Mitarbeiter einstellen und den Laden richtig in Schwung bringen.
    So können auch Mitarbeiter langfristig gehalten und gut bezahlt werden.

    Aber wenn man nicht gerade gut geerbt hat oder einen Sponsor findet, fängt man klein an und muss gleich alle Lasten tragen. Kaum jemand kommt so richtig in die Puschen.

    Die Verbrecher sind also keineswegs die kleinen Unternehmen.

  9. #128
    Avatar von Ban Bagau

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    Re: Arbeitsmarkt absurd

    Beantworte dir die Frage selbst.Wenn dir als Kleinunternehmer teiweise weniger als Hartz IV im Monat bleiben,betreibst du dann ein erfolgreiches konkurenzfähiges lukratives Unternehmen?Schrammst du nicht auch dann nicht hauchzart am Geringstverdiener vorbei.Hast nur kein Anspruch beim Grundsicherungsamt.
    Ich weiß die Hoffnung stirbt zuletzt,aber man sollte die Realität nicht aus den Augen verlieren.

  10. #129
    Avatar von andydendy

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    Re: Arbeitsmarkt absurd

    Wusste echt nicht, das wenn man sich auf dem Wochenmarkt
    nee Currywurst kauft Trinkgeld gibt.

    Leider geht das Lohngefüge hier in der BRD immer weiter nach unten und viele Berufszweige werden in Europa wesentlich besser bezahlt wie in der BRD.

    Deutschland wird langsam aber sicher das Armenhaus von Europa.

  11. #130
    Avatar von Thaimax

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    Re: Arbeitsmarkt absurd

    [quote="andydendy",p="612412"]Wusste echt nicht, das wenn man sich auf dem Wochenmarkt
    nee Currywurst kauft Trinkgeld gibt.

    quote]

    Es ist in Österreich absolut üblich selbst am Würstelstand zumindestens 50 cents Trinkgeld zu geben, macht auch fast Jeder, auch beim Friseur ist es absolut unüblich nicht zumindestens 2 Euro Trinkgeld für das Mädel dazulassen.

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