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Angel-Sachsen

Erstellt von J.O., 12.11.2004, 10:37 Uhr · 1 Antwort · 682 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von J.O.

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    Angel-Sachsen

    Wenn man als Bayer in den Norden Deutschlands zieht, dann ist das fast so wie wenn man gleich ins Ausland gehen wuerde. Und was tut man dann, wenn man in so ferne Gefilde zieht? Man informiert sich ein bisschen ueber die Umgebung und Geschichte. Als ich dann nach 3 Jahren weiterzog nach England verknuepfte sich die Geschichte.

    Es wird ja in England ebenso wie in Deutschland gerne uebersehen, dass Englaender und Deutschen eigentlich sehr viel verbindet. Das heisst mit den Norddeutschen zumindest. Nicht umsonst nennen wir die Englaender ja auch “Angelsachsen”. Dieses Wort setzt sich aus Sachsen und Angeln zusammen. Wobei letzteres keine Bezeichnung fuer eine Beschaeftigung ist, sondern die Angeln waren mal ein Volk wie die Sachsen auch. Gelernt habe ich dies, als ich aus beruflichen Gruenden mal bei einer “Ostangler Brandgilde” einen Vortrag gehalten habe. Da habe ich mich naemlich auch gefragt, was Angler mit einer Brandversicherung zu tun haben koennten? Aber man lernt ja nie aus, oder?

    Aber zurueck, was die Angeln und die Sachsen nun mit den Englaendern zu tun haben. Wie schon erwaehnt lebten in noch vorchristlicher Zeit diese beiden Germanenvoelker an der Nord- und Ostseekueste. Vom heutigen Holland rauf bis nach Schleswig-Holstein. Also noch vor dem Mittelalter, just zu einer Zeit als es durch eine Erderwaermung und dem damit verbundenen Abschmelzen der Polkappen zu steigenden Meeresspiegeln kam und weite Siedlungsgebiete der Sachsen und Angeln immer wieder durch verheerende Sturmfluten verwuestet wurden. So kam es, als diese beiden Voelker auch noch gerade einen gemeinsamen Koenig hatten, einen Typen namens Siegesmund, dass dieser nach einem neuen, besseren Gebiet fuer sein Volk Ausschau hielt. Dass sein Augenmerk eigentlich nicht auf England fiel, sondern auf das heutige Bayern, ist ein Treppenwitz der Geschichte. Auf alle Faelle, ohne jetzt die gesamte Geschichte ewig lang auszubreiten, lief es so ab, dass dieser Siegesmund in Nuernberg beim Frankenkoenig zu Besuch war und die haben mit den dortigen Nachbarn im Sueden, den Roemern naemlich, dann auch tatsaechlich ausgehandelt, dass die Sachsen und Angeln in deren Hoheitsgebiet umgesiedelt werden duerfen. Sozusagen als Schutz vor den wilden bajuwarischen Horden die damals schon immer wieder gegen den Limes anstuermten.

    Ganz nebenbei hatte dieser Siegesmund, damals bereits ziemlich uralt mit ueber 40 Jahren, auch gleich noch die Tochter (14 Jahre alt) des Frankenkoenigs geschwaengert und geheiratet. Oder auch umgekehrt, wobei das fuer die Geschichte aber voellig unmassgeblich ist. Als der Siegesmund auf dem Rhein mit seiner jungen Frau dann wieder gen Norden reiste um seine Leute zu holen, wurde er jedoch von einem Rivalen ueberfallen und dabei getoetet. Diesem Rivalen hatte es naemlich ueberhaupt nicht gefallen, dass dieser alte Saeusel ihm ausgerechnet die junge Prinzessin weggeschnappt hatte, die er ja auch gern geheiratet haette. Nur ganz nebenbei, die 14jaherige war ja bekanntlich schon schwanger. Ihr Sohn hiess dann uebrigens Siegfried. Ja, genau der beruehmte Siegfried. Oder ist irgendjemanden noch nie aufgefallen ,dass der Typ nicht Zuhause , so richtig mit Mama und Papa aufgewachsen ist?

    Tja, auf alle Faelle wussten die Zuhause noch immer ausharrenden Sachsen und Angeln anschliessend nicht richtig wohin. Irgendwie muss sich aber die Geschichte mit den Roemern rumgesprochen haben. Allerdings weiss man heute nicht mehr, warum die glaubten, das Abkommen waere mit den Roemern auf Britannien ausgehandelt worden und nicht mit den Roemern im heutigen Bayern. Auf alle Faelle sind alle halbwegs Faehigen in die Boote und mit Sack und Pack nach Britannien gesegelt. Zurueck blieben sozusagen nur die “Fusskranken”. Erholt scheinen sich aber insbesondere die Rest-Sachsen zu haben, was man an den Laendernamen Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Sachsen selbst noch heute erkennen kann.

    Auf Britannien angekommen, mussten dann unsere tapferen Sachsen und Angeln erkennen, dass sie hier irgendwie falsch waren. Auf alle Faelle wollte sie niemand reinlassen. Weder die alte keltische Bevoelkerung (also alt im Sinne von schon ewig lang dort ansaessig) und genausowenig wie die damalige roemische Besatzungsmacht. Allerdings gerade letztere waren schon so dekadent verkommen, dass keine wirklich ernsthafte Gegenwehr erfolgte und so brandschatzten sich die Sachsen und Angeln gewaltsam quer ueber den suedlichen Teil dieser Insel bis es praktisch ihnen gehoerte.

    Dass die heutigen Angelsachsen trotzdem so anders sind als ihre Brueder bei uns liegt aber nicht allein an der Insellage und der damit auch nur beschraenkten Auswahl bei der Fortpflanzung. Vielmehr haben auch die Angelsachsen in den Folgejahrhunderten ein aehnliches Schicksal durchgemacht, wie sie den Kelten auf dieser Insel zugefuegt hatten. Normannen, Wikinger und andere kriegerische Voelker haben sich immer wieder nach Britannien begeben. So findet man auch heute noch nebst dem typischen Englaender mit seiner langen und schmalen Nase auch z.B. viele Typen die man eher in die skandinavischen Laender einordnen koennte. Nicht viel allerdings hat dies mit dem heutigem Typ von Englaender zu tun der oft eine rote Nase hat. Das ist in der Regel nicht erblich bedingt, sondern hat vielmehr mit uebermaessigen Alkoholgenuss und/oder koerperlichen Auseinandersetzungen nach der hier noch immer fast ueberall ueblichen 23.00 Uhr Sperrstunde zu tun.

  2.  
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  3. #2
    Avatar von HPollmeier

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    27.08.2003
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    1.959

    Re: Angel-Sachsen

    Hallo J.O.,

    meine grauen Zellen sind ein wenig abgeschlafft; darum entgeht mir wohl die enge Verbindung von Angelsachsen und Thais - oder ich verstehe einfach den bayerisch-britischen Humor nicht.

    Um die Sache einfacher und fuer mich einleuchtender zu machen, fuege ich eine Bildgeschichte ein:

    http://www.fun.from.hell.pl/2004-05-...-Real-Life.asf

    Wenn du dann in ergaenzenden Worten den nahtlosen Uebergang von den Angelsachsen ueber die Amis nach Thailand schaffst, waere mir ein wenig geholfen.

    Oder zumindest den anderen Lesern, die so freudig auf Deinen Text angesprungen sind.

    Gruss
    Heinz

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