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Am Anfang war das Pöbeln

Erstellt von Hansi, 22.01.2014, 17:57 Uhr · 23 Antworten · 2.659 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Hansi

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    Am Anfang war das Pöbeln

    Guter Artikel in Spon:
    Vom Flamewar zum Shitstorm: Geschichte des Internet-Gepöbels - SPIEGEL ONLINE

    Ein Auszug:
    "In den neunziger Jahren begannen Psychologen, sich mit den Pöbeleien im Netz zu befassen. Sara Kiesler und Kollegen von der Carnegie Mellon Universität in Pittsburgh führten das aufbrausende Nutzerverhalten unter anderem darauf zurück, dass Nicken, Lächeln, Augenkontakt, Betonung oder Lautstärke fehlten - Signale, die normalerweise persönliche Gespräche regulieren. Die Leute verstanden im Netz hingegen nicht, ob ihre Argumente von den anderen Nutzern akzeptiert wurden, und hatten daher das Bedürfnis, immer wieder nachzulegen. Möglicherweise sei dieser Frust der Grund für die rasch zunehmende Aggressivität, so die Forscher."

    Das dürfte auch so manche "Anmache" hier im Forum erklären. Gerade die Sache mit der Ironie ist ja wirklich schwierig im Netz. Sanfte Ironie funktioniert eigentlich gar nicht, da man erstens den Kontrahenten und dessen Meinung nicht kennt, und zweitens Mimik und Satzbetonung nicht zur Verfügung stehen. Deshalb auch diese irren "Ironie Tags". Somit muss man dann oft zu derbem Sarkasmus greifen, der wiederum heftige Reaktionen auslösen kann.

  2.  
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  3. #2
    Avatar von waanjai_2

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    Interessante Analyse. Sehe es persoenlich ein wenig mehr soziologisch als psychologisch. AOL in Amerika wurde zum Massenerfolg als die Alkoholpreise in den Bars exorbitant stiegen. Ähnlich in DACH: Mit der relativen Verbilligung des Flaschenbieres im Gegensatz zum Preis beim Ausschank in Kneipen fingen immer mehr Menschen damit an, ihr tägliches Quantum an Bier vor dem Monitor zu trinken. Bis sie anfingen zu lallen und zu poebeln.

  4. #3
    Avatar von DisainaM

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    das technische Medium ist an dieser Entwicklung mit Schuld,

    während man beim Lesen von Texten in Papierform, eine ganz andere Sensibilität entwickeln kann,
    um z.B. Thomas Mann der Zauberberg, auch die Welten zwischen den Zeilen zu erschliessen,

    so bietet das Online-lesen am Monitor eher eine Stimmung,
    die oft vergleichbar wäre, wenn man etwas anspruchvolles im fahrenden ICE liesst.

  5. #4
    Avatar von Hansi

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    Zitat Zitat von waanjai_2 Beitrag anzeigen
    Ähnlich in DACH: Mit der relativen Verbilligung des Flaschenbieres im Gegensatz zum Preis beim Ausschank in Kneipen fingen immer mehr Menschen damit an, ihr tägliches Quantum an Bier vor dem Monitor zu trinken. Bis sie anfingen zu lallen und zu poebeln.
    Also könnte man festhalten: Der Booze ist die Triebfeder der Internetkommunikation. Eine, wie immer, bodenständige und volksnahe Analyse lieber Waanjai.

  6. #5
    ccc
    Avatar von ccc

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    Zitat Zitat von Hansi Beitrag anzeigen
    ... Das dürfte auch so manche "Anmache" hier im Forum erklären. Gerade die Sache mit der Ironie ist ja wirklich schwierig im Netz. Sanfte Ironie funktioniert eigentlich gar nicht, da man erstens den Kontrahenten und dessen Meinung nicht kennt, und zweitens Mimik und Satzbetonung nicht zur Verfügung stehen. Deshalb auch diese irren "Ironie Tags". Somit muss man dann oft zu derbem Sarkasmus greifen, der wiederum heftige Reaktionen auslösen kann ...
    Mir deucht, mir deucht, du bist zu diesem Thread durch den netten Diskurs angeregt worden, den gerade ein Member mit bekannt knapper und daher manchmal schroff wirkender Ausdrucksweise mit seinem ganz persönlichen Moderator führt, der einen ganz leichten Hang zur Überreaktion hat?

  7. #6
    ccc
    Avatar von ccc

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    Zitat Zitat von Hansi Beitrag anzeigen
    Also könnte man festhalten: Der Booze ist die Triebfeder der Internetkommunikation.
    Vereinfacht ausgedrückt: Ja!

    Das Internet ist ein riesiger virtueller Stammtisch, bei dem man das Bier aber realiter vor dem Monitor konsumieren muss. Die unausweichlichen Stammtischrauferein sind dagegen wiederum nur virtuell und werden durch Smileys ersetzt. Wer bei der Rauferei übertreibt, bekommt temporäres Hausverbot! Unser Nitty ist nun mal ein Abbild des echten Lebens!

  8. #7
    Avatar von Hansi

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    Zitat Zitat von ccc Beitrag anzeigen
    ...und werden durch Smileys ersetzt...
    Sagt denn die Größe der Smileys was über das Schlägerpotential des Raufers aus?

  9. #8
    Avatar von Hansi

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    Ein weiteres Problem sehe ich in unserer Social Media Gesellschaft mit ihrem LIKE wahn. Unsre eia beia wohlfühl Konsensgesellschaft, kann mit abweichenden Minderheitsmeinungen nicht umgehen. Dieser eklige gruppendynamische Zwang führt zu einer politisch korrekten Einheitsmeinung wie weiland in der DDR. Abweichungen werden auf's heftigste bestraft.

  10. #9
    Avatar von gerhardveer

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    Zitat Zitat von ccc Beitrag anzeigen
    Mir deucht, mir deucht, du bist zu diesem Thread durch den netten Diskurs angeregt worden, den gerade ein Member mit bekannt knapper und daher manchmal schroff wirkender Ausdrucksweise mit seinem ganz persönlichen Moderator führt, der einen ganz leichten Hang zur Überreaktion hat?
    Nicht schlecht, die Analyse !!

    Gruß Gerhard

  11. #10
    Avatar von Franky53

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    Zitat Zitat von waanjai_2 Beitrag anzeigen
    Interessante Analyse. Sehe es persoenlich ein wenig mehr soziologisch als psychologisch. AOL in Amerika wurde zum Massenerfolg als die Alkoholpreise in den Bars exorbitant stiegen. Ähnlich in DACH: Mit der relativen Verbilligung des Flaschenbieres im Gegensatz zum Preis beim Ausschank in Kneipen fingen immer mehr Menschen damit an, ihr tägliches Quantum an Bier vor dem Monitor zu trinken. Bis sie anfingen zu lallen und zu poebeln.
    Interresante Einblicke ,die du uns in deine Selbststudie gewährst.
    und nein ,ich trinke weder vor dem Bildschirm noch woanders ,ich bin einfach so.

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