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Wirtschaftskrise - Wo geht der "Zug hin" - was denkt Ihr?

Erstellt von LuckyTom, 25.01.2009, 10:17 Uhr · 3.258 Antworten · 81.084 Aufrufe

  1. #2931
    Avatar von aalreuse

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    Re: Wirtschaftskrise - Wo geht der "Zug hin" - was denkt Ihr

    Zitat Zitat von Thaimax",p="791756
    Wenn ich in Deutschland Angestellter bin und von einer anderen Firma ein besseres Angebot bekomme, darf ich dann dort gleich "am nächsten Montag" beginnen, oder verliere ich durch diese Kündigungsfristen möglicherweise wertvolle Zeit?
    Die Kündigungsfristen gelten auch für die Arbeitnehmer. Diese sollen sogar erhalten bleiben, denn der Unternehmer braucht ja Sicherheit...... nur er soll am besten sofort und ohne Zeitverust kündigen dürfen.....

  2.  
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  3. #2932
    Avatar von kcwknarf

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    Re: Wirtschaftskrise - Wo geht der "Zug hin" - was denkt Ihr

    Zitat Zitat von aalreuse",p="791779
    Die Kündigungsfristen gelten auch für die Arbeitnehmer. Diese sollen sogar erhalten bleiben, denn der Unternehmer braucht ja Sicherheit...... nur er soll am besten sofort und ohne Zeitverust kündigen dürfen.....
    Da sieht mal mal, was die Medien für Märchen erzählen.
    Wenn man wissen will, was die FDP unter Aufweichung des Kündigungsschutzes versteht, muss man eben die Quelle lesen und keine falschen Deutungen von Leuten, die von dem Gesetz keine Ahnung haben.
    Es geht doch in erster Linie um die hohen Abfindungen, die kleine Firmen bei einer Kündigung zahlen müssen, wodurch sie ggf. konkurs gehen.

    Schauen wir uns doch mal die Forderungen der FDP auf
    http://www.fdp-fraktion.de/webcom/sh...c_id=60&bis=18
    an.

    Als eine Begründung einer Änderung heißt es u.a.:

    Das Kündigungsschutzgesetz schützt zwar die Inhaber eines Arbeitsplatzes, erschwert aber Arbeitssuchenden den Einstieg in den Arbeitsmarkt und wird deshalb seiner sozialen Schutzfunktion nicht mehr gerecht. Die hohe Zahl von Arbeitsgerichtsprozessen belastet die Arbeitsgerichte bis an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit, führt aber nur in wenigen Fällen zu einer Wiederaufnahme eines gekündigten Arbeitsverhältnisses. Stattdessen werden meist Abfindungsregelungen getroffen.

    Und hier sind die Forederungen:

    Die FDP will daher das Kündigungsrecht und die Regelungen für sachgrundlose Befristungen wie folgt reformieren:

    1. Die FDP will mit einem Vertragsoptionsmodell die Freiräume der Arbeitsvertragsparteien erweitern. Arbeitgeber und Arbeitnehmer sollen bereits bei Vertragsschluss vereinbaren können, welche Form des Kündigungsschutzes sie im Falle einer arbeitgeberseitigen betriebsbedingten Kündigung wollen. [highlight=yellow:47bef05e05]Statt des gesetzlichen Kündigungsschutzes können Abfindungszahlungen oder die Verpflichtung zur Finanzierung von Weiterbildungsmaßnahmen vereinbart werden[/highlight:47bef05e05]. Im Gegenzug verzichtet der Arbeitnehmer auf die Geltung des gesetzlichen Kündigungsschutzes. [highlight=yellow:47bef05e05]Beide Seiten profitieren von dieser Wahlfreiheit[/highlight:47bef05e05]: Der Arbeitnehmer erhält entweder eine Abfindung oder auf Kosten seines Arbeitgebers eine Zusatzausbildung, die seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessert und so eine Arbeitsplatzsuche vereinfacht. Der Arbeitgeber erhält die Möglichkeit, das Arbeitsverhältnis rechtssicher und ohne weitere unkalkulierbare Kosten zu beenden. Dies wird sich positiv auf den Arbeitsmarkt auswirken.

    2. In kleineren und mittleren Betrieben besteht eine Hemmschwelle, den Personalbestand über zehn Beschäftigte hinaus auszuweiten. Kleinere Betriebe ohne eigene Personalverwaltung haben oft große Schwierigkeiten, das sehr komplizierte Kündigungsrecht anzuwenden. Daher sollte das Kündigungsschutzgesetz nur für Betriebe mit mehr als 20 Arbeitnehmern gelten. [highlight=yellow:47bef05e05]Arbeitnehmer in Betrieben mit bis zu 20 Beschäftigten bleiben weiterhin vor willkürlichen Kündigungen durch die Schutzklauseln des Zivilrechts geschützt (§§ 138, 242, 622 ff BGB). [/highlight:47bef05e05]Für kleine Betriebe wird durch die Einschränkung der Geltung des Kündigungsschutzgesetzes ein Anreiz geschaffen, den Personalbestand ohne große Risiken zu erhöhen.

    3. Das Kündigungsschutzgesetz soll erst nach zweijähriger Betriebszugehörigkeit anwendbar sein. Dadurch wird eine flexible Gestaltung des Personalbedarfs ermöglicht, [highlight=yellow:47bef05e05]die gerade mittelständische Unternehmen dazu veranlassen wird, Nachfragespitzen nicht mehr mittels Überstunden auszugleichen, sondern neue Mitarbeiter einzustellen[/highlight:47bef05e05].

    [highlight=yellow:47bef05e05]4. Das Lebensalter als Kriterium für die Sozialauswahl bei betriebsbedingten Kündigungen soll gestrichen werden, da diese Regelung die Einstellungschancen und Reintegration älterer Arbeitsloser auf dem Arbeitsmarkt erheblich erschwert.[/highlight:47bef05e05]

    5. Bei der Beendigung des Arbeitsverhältnisses müssen sämtliche aus dem Arbeitsverhältnis und aus Anlass seiner Beendigung entstandene Ansprüche - ausgenommen strafbare Handlungen - innerhalb einer Ausschlussfrist von 3 Monaten nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses schriftlich geltend gemacht werden. Damit wird das Arbeitsrecht ein Stück weit besser kalkulierbar. Eine nachträgliche Zulassung der Klage ist analog zu § 5 Kündigungsschutzgesetz noch immer möglich, wenn der Arbeitnehmer die Frist zur Geltendmachung seiner Ansprüche trotz aller ihm nach Lage der Umstände zuzumutenden Sorgfalt nicht einhalten konnte.

    6. Da im FDP-Modell Abfindungen bzw. die Finanzierung von Qualifikationen erheblich aufgewertet werden, muss im SGB III sichergestellt werden, dass diese Regelungen nicht zu einer Sperr- oder Ruhefrist beim Bezug von Arbeitslosengeld führen.

    7. Befristungen ohne sachlichen Grund sollen, wie bereits jetzt für Existenzgründer, generell bis zu vier Jahren möglich sein.

    8. Das Verbot, einen Arbeitnehmer nicht mehr befristet ohne sachlichen Grund zu beschäftigen, der schon einmal befristet oder unbefristet bei dem gleichen Arbeitgeber beschäftigt war, gehört aufgehoben. Das Ersteinstellungsgebot erweist sich in der Praxis als Einstellungshemmnis. Stattdessen soll zur Vermeidung von Kettenarbeitsverträgen ein Verbot wiederholter Beschäftigung vor Ablauf von drei Monaten eingeführt werden.


    Das klingt alles sehr logisch und für beide Seiten sehr fair. Vor allem löst es sinnlose Hürden.

    Aber die Union ist ja dagegen, weil die eben auch nicht richtig lesen können.

  4. #2933
    Avatar von aalreuse

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    Re: Wirtschaftskrise - Wo geht der "Zug hin" - was denkt Ihr

    das hat nichts mit den Medien zu tun. Ich bin vor kurzem als Unternehmer eingeladen worden Mitglied eines bekannten Clubs der Unternehmer zu werden. Was ich da an einem Abend an Hasstiraden gegen die Arbeitnehmer und deren Rechte zu hören bekommen hat mir gereicht.

    Das Kündigunsgrecht für Kleinbetriebe ist also kompliziert? Einfacher als dieses Recht geht es doch kaum. Das Kündigungsschutzgesetz verhindert Neuanstellungen? Halte ich für eine vorgeschobene Argumentation!

    Von Abfindungen steht im aktuellen Kündigungsschutzgesetz gar nichts. Sie waren bisher entweder Bestandteil des Ergebnisses einer Gerichtsverhandlung oder wurden freiwillig gezahlt um eine Gerichtsverhandlung zu vermeiden. Prozesse führen meist deshalb nicht zur Wiedereinstellung, weil das Vertrauensverhältnis beiderseits zerstört ist und nicht etwa weil Prozesse nicht von den Arbeitnehmern gewonnen würden....

    Ich habe noch keinen Untenehmer gesehen, der durch eine Abfindung in die Insolvenz geht.

    Das was da in den kranken FDP- Gehirnen an pseudosozialen ausgebrütet wurde ist überflüssig wie ein Kropf. Da gibt es andere Modelle die sich schon seit Jahrzehnten bewährt haben.... man muss das Rad nicht neu erfinden. Im übrigen läuft das Modell auf die Abaschaffung der Kündigungsfist heraus. Statt Kündigungsfrist und teure Abfindung einen billigen "Auffrischungskurs" für einen Mitarbeiter mit 20 Jahren berufserfahrung.... ein Witz......

  5. #2934
    Avatar von kcwknarf

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    Re: Wirtschaftskrise - Wo geht der "Zug hin" - was denkt Ihr

    Zitat Zitat von aalreuse",p="791792
    Von Abfindungen steht im aktuellen Kündigungsschutzgesetz gar nichts.
    Na eben, das ist doch gerade der Beschiss.
    Dabei geht es bei Klagen immer nur um Abfindungen, weil der Arbeitgeber bis zu Instanzen klagt, bei dem der Arbeitnehmer nicht mehr mithalten kann (es sei denn er hat eine RV). Es gibt doch praktisch niemanden, der nach einer ARBEITSSCHUTZklage seinen Job schützen konnte.
    Das das Verhältnis gestört sei, ist doch eine vorgeschobene Behauptung. Ich kenne etliche Leute, die in der alten Firma weitergearbeitet hätten (einschl. mir bei meinen Kündigungen). Das konnte uns kein Kündigungsschutzgesetz bieten. Es geht immer nur um Abfindung, auch wenn das mit keinem Wort erwähnt wird.
    Und daher weigere ich mich auch, dieses Drecksgesetz Kündigungsschutzgesetz zu nennen. Das ist eine Farce für jeden Arbeitnehmer!

    Zitat Zitat von aalreuse",p="791792
    Ich habe noch keinen Untenehmer gesehen, der durch eine Abfindung in die Insolvenz geht.
    Ich habe mal in einer TV-Sendung eine Unternehmerin gesehen. Wenn ein Mitarbeiter 40 Jahre beschäftigt ist, für jedes Jahr ein halber Monatslohn Abfindung rausspringt und derjenige z.B. 3000 Euro verdient hat, dann wären das auf einen Schlag: 40*0,5*3000 = 60.000 Euro.
    Also ich könnte da gleich schon mal 5 mal konkurs machen. Und vielen Mittelständlern würde das sicherlich genauo gehen, wenn sie monatlich nicht sehr viel mehr verdienen als ihre Mitarbeiter. Hier denken ja immer alle, alle Unternehmen seien Multimillionäre. Das ist aber nur ein geringer Teil.

    Die Frau hat übrigens dann tatsächlich konkurs gemacht, weil sie die 60000 nicht zahlen konnte. Hat dann natürlich einen neuen Betrieb gegründet. So umgeht man halt das Gesetz. Und auch deshalb ist es für die Katz.

    Und zu deinem Beispiel mit dem Arbeitgeberbund:
    die FDP vertritt ja nicht nur die Unternehmer. Der Bund der Unternehmer hat natürlich noch ganz andere Wünsche. Darf man aber genauso wenig ernst nehmen wie den Gewerkschaftsbund, Bund der Vertriebenen, Verbraucherschutzbund, Zentralrat der Juden, Frauenschutzbund etc. Die brüllen immer mal dummes Zeugs, um sich wichtig zu tun. Aber das hat mit der Realität natürlich nichts zu tun.

    Ich halte gar nichts von Bünden. Auch nicht von denen, die eigentlich meine Interessen verteten sollten. Aber sie tun es eben nicht. Sie springen weit übers Ziel hinaus.
    Vergiss also das Geschrei dieser Unternehmer. Dass es Idioten unter den Unternehmern gibt wissen wir alle. Aber deshalb sind nicht alle so.

  6. #2935
    Avatar von Thaimax

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    Re: Wirtschaftskrise - Wo geht der "Zug hin" - was denkt Ihr

    Die Frau hat übrigens dann tatsächlich konkurs gemacht, weil sie die 60000 nicht zahlen konnte. Hat dann natürlich einen neuen Betrieb gegründet. So umgeht man halt das Gesetz. Und auch deshalb ist es für die Katz.
    Das wird für sie eine einfache Rechnung gewesen sein, wie lange müsste sie arbeiten um die geforderte Summe zu verdiene....

    Aber sie hat natürlich auch selber schuld, bei der Gesetzeslage Mitarbeiter länger als ein paar Jahre zu beschäftigen kann halt einfach teuer werden.

    Sie wird für die Zukunft sicherlich gelernt haben lieber früher als später Leute zu kündigen.

  7. #2936
    Avatar von aalreuse

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    Re: Wirtschaftskrise - Wo geht der "Zug hin" - was denkt Ihr

    Zitat Zitat von Thaimax",p="791814
    Die Frau hat übrigens dann tatsächlich konkurs gemacht, weil sie die 60000 nicht zahlen konnte. Hat dann natürlich einen neuen Betrieb gegründet. So umgeht man halt das Gesetz. Und auch deshalb ist es für die Katz.
    Das wird für sie eine einfache Rechnung gewesen sein, wie lange müsste sie arbeiten um die geforderte Summe zu verdiene....

    Aber sie hat natürlich auch selber schuld, bei der Gesetzeslage Mitarbeiter länger als ein paar Jahre zu beschäftigen kann halt einfach teuer werden.

    Sie wird für die Zukunft sicherlich gelernt haben lieber früher als später Leute zu kündigen.
    Stellt sich aber auch die Frage warum wurde so einer treuen Seele von Mitarbeiter überhaupt gekündigt?

    Ich habe nicht von Arbeitgberbund sondern von einem Club geredet.

    Das Arbeitgber klagen nicht bis der AN nicht mehr kann sondern höchstens entnervt aufgibt.... ist ja allgemein ein beliebte Taktik den Gegner klein zu kriegen. Vor dem Arbeitsgericht besteht in der ersten und zweiten Runde keine Anwaltspflicht. Vor dem Landesgericht hat der AN das Recht auf einen durch Prozesskostenbeihilfe finanzierten Anwalt oder einen vom Gericht bestellten Pflichtanwalt. So ist Sichergestellt das er nicht mangels anwaltlicher Hilfe untergebuttert wird.

  8. #2937
    Avatar von Thaimax

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    Re: Wirtschaftskrise - Wo geht der "Zug hin" - was denkt Ihr

    Zitat Zitat von aalreuse",p="791819
    Zitat Zitat von Thaimax",p="791814
    Die Frau hat übrigens dann tatsächlich konkurs gemacht, weil sie die 60000 nicht zahlen konnte. Hat dann natürlich einen neuen Betrieb gegründet. So umgeht man halt das Gesetz. Und auch deshalb ist es für die Katz.
    Das wird für sie eine einfache Rechnung gewesen sein, wie lange müsste sie arbeiten um die geforderte Summe zu verdiene....

    Aber sie hat natürlich auch selber schuld, bei der Gesetzeslage Mitarbeiter länger als ein paar Jahre zu beschäftigen kann halt einfach teuer werden.

    Sie wird für die Zukunft sicherlich gelernt haben lieber früher als später Leute zu kündigen.
    Stellt sich aber auch die Frage warum wurde so einer treuen Seele von Mitarbeiter überhaupt gekündigt?
    Na zum Spass wird ein so konstanter Arbeitgeber, der einen Mitarbeiter über 40 Jahre beschäftigt, sicherlich nicht kündigen.....

    Mir stellt sich eher die Frage, wieso nicht irgendwas strafrechtlich Relevantes in Betracht gezogen wurde, vielleicht ein gestohlener Bleistift, oder ein Radiergummi....

    Ist ja gerade in Mode aufgrund der ausufernden Kündigungsschutzgesetze die Angestellten zu kriminalisieren um sie loszuwerden. Die gesetzlichen Regelungen bieten da ja sehr grosse Unterstützung an....

  9. #2938
    Avatar von Pee Niko

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    Re: Wirtschaftskrise - Wo geht der "Zug hin" - was denkt Ihr

    Zitat Zitat von kcwknarf",p="791809
    [...]
    Ich habe mal in einer TV-Sendung eine Unternehmerin gesehen. Wenn ein Mitarbeiter 40 Jahre beschäftigt ist[...]60.000 Euro.
    Also ich könnte da gleich schon mal 5 mal konkurs machen. Und vielen Mittelständlern würde das sicherlich genauo gehen, wenn sie monatlich nicht sehr viel mehr verdienen als ihre Mitarbeiter. [...]
    Du solltest weniger fernsehen als dich mit der Realität beschäftigen. 'Vera am Mittag' ist da nicht unbedingt zu geeignet

    Mal ganz abgesehen davon, dass eine Abfindung eine Betriebsausgabe ist und somit schon nur noch die Hälfte "wert" ist; mittelständische Unternehmen gehen in der Regel nicht an Abfindungen pleite.
    Meistens sind es die Kosten/Nutzen eines Mitarbeiters, die ein Firma in richtige Bedrängnis bringen kann.

    Ich erinnere mich an einen Fall, als ein MA eines mittelständischen Hydraulikunternehmens, für das ich damals tätig war, seinen persönlichen Krankschreibungsrekord für das Jahr 1998 mit 204 Fehltagen aufstellte, wobei er die 6 Wochen-Frist der LFZ niemals überschritt.

    Als Behinderter war er formell unkündbar.

  10. #2939
    Avatar von aalreuse

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    Re: Wirtschaftskrise - Wo geht der "Zug hin" - was denkt Ihr

    Zitat Zitat von Thaimax",p="791823
    Mir stellt sich eher die Frage, wieso nicht irgendwas strafrechtlich Relevantes in Betracht gezogen wurde, vielleicht ein gestohlener Bleistift, oder ein Radiergummi....
    Aus Spaß sicher nicht. Eher aus dem Gegenteil eventuell einfach zu unbequem oder auf Grund seiner Erfahrung und des Wissens besser als der Jundspund von Juniorchef.


    Die Mitnahme von Radiergummies, Nägeln oder sonstigem Betriebseigentum erfüllt den Straftatbestand des Diebstals. Die Höhe des Schadens ist dabei irrelevant. Eine fristlose Kündigung ist daher gerechtfertigt auch wenn sie evtl. überzogen erscheint. Früher wurde über solche Dinge oft nur mehr hinweg gesehen. In der heutigen "mein Mitarbeiter mein Feind Zeit" jedoch ein willkommener Anlass für eine günstige Personalerneuerung

    Aber nicht immer und überall wurde Toleranz geübt. Ich kann mich an meine Lehrzeit auf einer Großwerft erinnern. Da wurden schon vor 30 Jahren am Werkstor Taschenkontrollen durchgeführt. Schon der nicht nachweißbare legale Besitz weniger kleiner Schrauben führte zur fristlosen Kündigung. Völlig normal, zumal es keiner nötig hatte zu stehlen. Auf Nachfrage konnten die Abteilungsmeister Restbestände kostenlos abgeben oder man konnte kleinere Mengen an Regelmaterial gegen einen symbolischen Kaufpreis erwerben. Größere Mengen wurden zum Einkaufspreis abgegeben.

    In meiner letzten Firma genauso. Wer etwas Material für ein kleines privates Projekt brauchte, bekam es auf Nachfrage meist sogar gratis. Aber wer beim Klauen erwischt wurde flog gnadenlos raus.

    Das blödeste Ding meiner Praxis hat sich mal ein Azubi erlaubt. Der ist auf einen Samstag abends um 23 Uhr auf eine Baustelle mitten in einer reichen Villengegend gefahren und fing an mit der Motorkettensäge Bohlen in kofferraumgerechte Stücke zu sägen, weil er sich daraus etwas bauen wollte. Die Anwohner riefen die Polizei, welche ihn wegen schweren Diebstahl festnahm. Da nützte auch die Unkündbarkeit von Azubis nichts mehr.... wie bekloppt kann man eigentlich sein. Er hätte nur den Mund aufmachen brauchen, dann hätte er für sein Projekt, das für seine Ausbildung sogar sehr interessant war, das Material von der Firma umsonst bekommen und hätte das Projekt sogar während der Arbeitszeit unter Ausnutzung sämtlicher Maschinen in den Werstätten der Firma realisieren können. Aber aus einem Grund den keiner nachvollziehen konnte bekam er das Maul nicht auf und zog eine solche Show ab.....

    Also niemand hat es nötig seinen Arbeitgeber zu bestehlen und jeder kann den Mund aufmachen und fragen.

  11. #2940
    Avatar von kcwknarf

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    Re: Wirtschaftskrise - Wo geht der "Zug hin" - was denkt Ihr

    Zitat Zitat von Pee Niko",p="791830
    Du solltest weniger fernsehen als dich mit der Realität beschäftigen. 'Vera am Mittag' ist da nicht unbedingt zu geeignet.
    Blödsinn. In der Realität kenne ich nur Firmen, die nicht mal Mitarbeiter einstellen könne. Da stellt sich das Kündigungsproblem eh nicht.
    Also muss ich schon ab und zu auf Medien zurückgreifen, die ich aber sicherlich realistisch genug einschätzen kann.
    Und das war nicht Vera am Mittag, sondern Anne Will. Und wenn die erwähnte Dame mit vollem Namen und Ortsangabe genannt wird, dann wird da schon ein Hauch Wahrheit dabei sein.
    Die Welt besteht eben nicht nur aus Firmen, die mal eben 50000 Euro aus der Portokasse zahlen. Und genau um diese kleinen Firmen geht es ja der FDP - nicht um die großen Konzerne. Dafür sind ja Union und SPD mit ihren populistischen Maßnahmen zuständig.

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