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Wehrhaftes Buergertum?

Erstellt von strike, 25.11.2011, 19:00 Uhr · 106 Antworten · 3.537 Aufrufe

  1. #91
    Avatar von tuxluchs

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    Zitat Zitat von lucky2103 Beitrag anzeigen
    Endlich mal ein Post von Knarfi, der einigermassen sachlich ist.

    Aber was soll's ? Mir ist es lieber, wenn Frau Merkel uns Deutschen ein wenig mehr Geltung in der Welt schafft, als dass ich devot durch die Welt reisen muss und auf Nachfrage antworte, ich sei Österreicher.

    Aber hey, schon mal einer thail. Sportberichterstattung mit thail. Beteiligung im TV gefolgt ?
    Obwohl ich ganz passabel Thai verstehe, war ich immer irritiert, wenn der Reporter alle 30 Sekunden "Thai rao" (wir Thais) sagte...sowas kennt man in D eigentlich nur vom Fußball ("Wir sind Weltmeister").
    Das mit dem Österreicher klappt aber nur bei ungebildeten, " Du ......, Du Seyß-Inquart?" na ja manche verdrängen halt schneller, und schiebens anderen zu.

  2.  
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  3. #92
    Avatar von Waitong

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    Zitat Zitat von kcwknarf Beitrag anzeigen
    Sie integriert sich nicht in die Welt.
    Na sowas !

    Sie stellt auch noch Bedingungen.




    Wer sich fuer Integration entscheidet sollte sich Gedanken machen auf welchem NIVEAU, diese stattfindet.

  4. #93
    Avatar von clavigo

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    Lucky, Du machst mir eigentlich nicht den Eindruck das Du "devot" durch die Welt läufst oder Deine Nationalität verleugnest!?

  5. #94
    Avatar von lucky2103

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    Das mit "devot" war auch vor 20 Jahren, also im Alter von 17 oder 18.
    Ungefähr mit 20 hab ich dann aufgehört, mich als Österreicher auszugeben.

    Ende 1997, also mit 23, hab ich dann in CNX im Adidas- Shop gearbeitet.
    Passenderweise fand zu dem Zeitpunkt gerade die Gewichtheber- WM dort statt.

    Eines Tage kam eine israelische Athletin rein (sah man ja am Trainignsanzug). Nach einer Weile fragte sie mich, wo ich denn herkäme. Ich sagte "Deutschland" und fragte gleich hinterher, ob sie mich deshalb hasst.
    Sie sagte nur "Nein", hat mir kurz auf die Schulter geklopft und gemeint, dass ich mir keinen Kopf wegen der Vergangenheit machen solle.

  6. #95
    Avatar von DisainaM

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    zumal die Deutschen ja mittlerweile den Ruf als Leisetreter weg haben.
    Zivilcourage bei U Bahnschlägern ist in Deutschland die Ausnahme,
    anderswo sieht der Standart soo aus


  7. #96
    Avatar von kcwknarf

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    Zitat Zitat von tuxluchs Beitrag anzeigen
    Nun Knarffrank, Du solltest nie vergessen das, man den Deutschen nach dem verschuldeten Krieg, immer wieder, sobald sich ein gewisser Stolz auf ehrlich geleistetes, sofort diese Freude, mit dem Hinweis auf denselbigen Krieg, vermiest hat
    Nein, das ist nicht so. Da können die Deutschen selbst nicht unterscheiden.
    Mit dem Wort Stolz habe ich echte Problem - grundsätzlich. Ich musst zu oft in meinem Leben hören: "Das mache ich nicht, dazu bin ich zu stolz". Daher ist es einer negativsten Worte überhaupt für mich.
    Oftmals wird auch gesagt "Ich bin stolz, ein Deutscher zu sein". Dann frage ich mich, mit welcher Berechtigung. Okay, wenn jemand selbst in Deutschland etwas positives erschaffen hat, das es erstmals oder hauptsächlich in Deutschland gibt, dann kann ich das nachvollziehen. Und dann soll er auch stolz sein.
    Aber wie kann man stolz sein, ein Deutscher zu sein, wenn man rein zufällig in dem Land geboren ist und vielleicht dann rein gar nichts vollbracht hat, sondern nur von der Sozialhilfe lebt. Stolz, dass seine Mitmenschen einen ernähren und am Leben halten? Ich wäre dann dankbar, aber doch nicht stolz.

    Die ganze Trümmerfrauen, ja, die können stolz sein, weil sie selbst aus dem Nichts etwas geschaffen haben. Aber können die Soldaten, die in der Zeit ihre Zeit in Russland absitzen mussten, weil sie vorher die Welt verbombten, stolz sein?

    Viele sagen ja auch: ich bin stolz auf mein Kind. Hat das Kind etwas geschaffen oder man selber. Gut, man hat das Kind erzeugt, aber die positive Tat an sich hat das Kind in dem Moment ganz von sich alleine vollbracht. Es müsste also eher heißen: ich freue mich mit meinem Kind. Oder eben auch, ich freue mich, ein Deutscher zu sein, weil ich dadurch viele Vorteile habe und reicher als so manch anderer bin.

    Und genau das macht dann ja auch den Stolz in der Außenwirkung aus. Nationalstolz, nur weil man Deutscher ist, ist und bleibt immer gefährlich. Gilt aber nicht nur für Deutsche, sondern allgemein. Stolz auf bestimmte Errungenschaften zu sein ist aber kein Problem. Neulich hat mich ein Ami dazu gratuliert, dass der neue Pokerweltmeister aus Deutschland stammt. Ich fand das sehr eigenartig, denn ich habe dazu nichts beigetragen. Aber ich habe die Gratulation entgegengenommen, weil es eben Sport ist.

    Würde mich aber jemand dazu beglückwünschen, dass ich Deutscher bin, dann würde ich ablehnen. Denn dazu kann ich nichts und Deutscher zu sein ist genauso viel wert oder eben nicht wie ein Isländer, Brasilianer, Japaner oder Alien. Es ist wurscht. Es ist nur eine Kennzeichnung im Paß.

    Und was die Vergangenheit betrifft: wichtiger ist es, was die Welt aktuell und in der Zukunft von Deutschland hält. Und da sollte man halt aufpassen.

    Zitat Zitat von tuxluchs Beitrag anzeigen
    Deutschland und Frankreich stellen immerhin ca 50% der Wirtschaftsleistung im Euroraum, und die finanziellen Mittel fpür den Rettungsfond, Deutschland dazu noch als einziges Sondergarantien (gefährlich).
    Na ja, sie sind ja auch die größten Länder.
    Was mich übrigens sehr wundert:
    wenn es um inländische Armut geht, dann wünschen sich die Ärmeren, dass die Reichen mehr Steuern zahlen.
    Europäisch gesehen zählt Deutschland ja zu den wirtschaftlich stärksten Ländern, als zu den Reichen. Und plötzlich jammern gerade die Ärmeren in Deutschland dass man z.B. Griechenland nicht so viel geben soll.
    D.h. wenn Arme plötzlich reich werden, ist es plötzlich vorbei mit ihrer Solidarität.

    Konsequent wäre daher nur folgendes:
    Steuern senken in Deutschland und somit kein Antasten der Reichen, sowie Griechenland usw. nicht helfen, weil sie halt zum großen Teil selbst Schuld an ihrer Überschuldung sind
    oder
    Steuererhöhung, Reichensteuer, Mindestlohn in Deutschland und dafür dann auch Griechenland mit Geld vollpumpen.

    Aber im Inland das eine und im Ausland das andere fordern, nur weil man seine egoistischen Ziele erreichen will, ist inkonsequent.
    Ich würde mal sagen: ich habe in den letzten Monaten viele Bürger ertappt, wie sie wirklich denken. Es ist halt immer eine Frage des eigenen Geldbeutels, wie sozial man denkt. Daher beleidige und beraube niemals einen Reichen, denn du könntest selber mal reich werden.

    Insgesamt merke ich aber, tuxluchs, dass wir in vielen Dingen inhaltlich durchaus übereinstimmen. Nur die Gründe und die Lösungen sehen wir manchmal etwas anders. Und natürlich ist auch der Blickwinkel unterschiedlich. Im Auto hat man ja auch manchmal einen toten Winkel.

  8. #97
    Avatar von eyeQ

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    Geht es nur mir so ............oder knarzt es wiedersprüchlich, sosehr das auch andere Leser, nun irritiert sind????

    Deutsche prahlerei, an dem Begriff Wirtschaftsflüchtling fest zu machen.
    Ein Flüchtling ist jemand, der durch Gewalt, Krieg im eigenen LAnd, Verfolgung von Minderheiten etc. Asyl sucht.
    Wirtschaftsflüchtlinge, sind diejenigen die ihr Land verlassen weil sie sich in Europa oder Deutschland einfach ein besser gestelltes Leben wünschen.
    Unbedingt arm sind nicht alle, den wenn man bedenkt, das Sie viel Geld....sehr viel geld aufbringen um den Transport und die Schleuser zu bezahlen... selbst wenn es auf Pump sein sollte, plötzlich der Paß verloren geht, liegt der Verdacht doch nahe, das es nicht um Schutz von leib und Leben geht.

    Es ist traurig, das in Africa Menschen verhungern und verdursten, verelenden.
    Es ist ungerecht, das die Wasser Recourcen, fruchtbares Land nicht gleichmäßig auf der Erde, also auch in Africa verteilt sind, aber das ist ebenso, wie viele andere Dinge in der Natur ebenfalls ungerecht sind!!!!

    Die Erde hat eine gewisse Kapazität, sie kann Wasser und Nahrung liefern für xx Menschen, aber nicht mehr ausreichend für XXX oder XXXX.
    Africa ist da noch eingeschränkter, Nord und Südpol, die Antarktis ebenso, aber da leben auch kaum Menschen.

    Es mag nicht alleine der Pabst schuld daran sein, das Africa mehr Menschen zur Welt bringt, als es ernähren kann
    Ebensowenig wie Europa all diesen Platz und Nahrung bieten kann.
    Es soll jetzt nicht zynisch klingen, wenn ich sage die Welt ist überbevölkert.
    Die natur leidet, nicht durch Africa, sondern durch die reichen Nationen, auch Deutschland. Um in Balance zu bleiben, gab es in der geschichte Kriege, Naturkatastrophen
    und Hunger, Epedimien und und und.

    Der Mensch ( nicht der Deutsche alleine, alle ) erfindet ständig neue Wege, Bevölkerungen explodieren zu lassen.
    Die Chinesen hatten das einst erkannt und das Ein Kind Model eingeführt ( gerecht oder ungerecht ??? irgendwie aber nötig )
    trotzdem explodieren die Zahlen, allen voran China und Indien.

    Ich lasse das mal stehen, den es wird zu ausführlich!

    Das eigentliche Thema ist nun leider verlassen und es geht mehr um Deutschen Demut, vs Prahlerei.

    Zu sagen, wooow wir deutschen, super Technologie, super Standart ist keine prahlerei, sondern FAKT:
    Unter prahlen verstehe ich unter anderem auch aufschneiden, etwas kleines groß zu machen, Wichtigtun.

    Deutschland muss sich gar nicht Wichtigtun, es ist wichtig!
    ich bin kein großer Fan von Frau Merkel, aber was soll man sagen.... Sie muss auftreten, so wie sie es tut, ansonsten können wir uns gleich vom rest Wohlstand zu Gunsten der Pleite EU Staaten, verabschieden.
    Es gab da mal eine Idee, die der EU und einer gemeinsamen Währung. Wie es aussieht und Fakt ist, funktioniert das nicht.
    Währen wir Wichtigtuer.... würde es uns leicht fallen, aus diesem gebilde auszusteigen, wie es die Engländer gerade machen.
    Wir sind aber eben nicht selbstbewusst, die regierung tut alles um es JEDEM der 27 Staaten recht zu machen.
    Während die Pleitestaaten fordern und wollen...
    während Frankreich will und fordert ....
    die nicht Eurowährungs Mitglieder fordern wird Deutschland zerrieben, den wir machen es NIE jemanden recht.
    VIELEICHT sollten wir es UNS SELBST einmal, nur so zur Abwechslung SELBST recht machen!!!!!!!!!! Das wäre schööön, wenn es uns mal so richtig recht währe...aber geht das denn überhaupt???
    ich höre dann schon wieder die Stimmen, die sich selbst gerne reden hören, DAUERBETROFFEN sind, oooch nöööö ich mag mich gar nicht amüsieren und wohlfühlen, wenn es auf kostend er anderen ist ( wie...auf kosten anderer, das würde ja bedeuten DIE BEZAHLEN mal... ( vieleicht also wenn Knarz recht hat, das wir prahler also aufschneider sind...liegt das daran, das wir zum Prahlen gezwungen werden.... weil uns ja sonst nie jemand auf seine Kosten einläd ?????????????)

    Einerseits scheint da dieser EURO und dessen Rettung eine fixe Idee zu werden, von den reGIERigen.
    Andererseits sieht es so aus, als wären diejenigen die das gemeine Volk bilden, gar nicht so fixiert auf den Euro oder ein Europaparlament.

    Die ReGierungen vermeiden es tunlichst Volksabstimmungen zu machen, schlechte Erfahrungen wurden ja gemacht.
    Aber alles soll auf teufel komm raus erhalten bleiben.

    prahlen währe, wenn wir sagen....wir sind gar nicht soooo groß, WIR SITZEN NUR AUF UNSEREM ERSPARTEN ( und ihr nicht, nää nää nänäänäää )
    Aber wir überweisen, trotz imenser eigener Schulden, Milliarden und aber Milliarden, vor 2 Jahren an die Amis, wegen deren Immobilienblase und jetzt eben in die EU, bespiele wo Deutschland bluten musste kennt jeder, die muss ich nicht aufführen.

    Also teilen wir, neben all der Entwicklungshilfe ( negativ Rhetoriker werden uns auch hier Eigennutz und Prahlerei andichten ), Aufbauhilfen, Investitionsprogrammen usw usw... geht unser erspartes jetzt in die EU, die es zum größten teil verpulvert.
    Das beispiel Griechenland mag ich auch gar nicht nennen, denn da würde mir dann Polemik unterstellt.
    Aber jeder Interessierte hier hat auch die presse verfolgt und selbst wenn man 75% sensationslust, Übertreibung und negativreden unterstellt, bleibt sehr sehr viel FRUST für die Deutschen übrig.

    Trotzdem ... denen wird geholfen !!!
    Uns hasst man dafür auch noch.

    ich finde es nicht prahlerisch oder egoistisch, das derjenige der etwas gibt oder bietet, auch in gewisser weise etwas bekommt, Dank muss es ja nicht gleich sein, denn im grunde können wir Deutschen ja schon froh sein, wenn man uns für all diese Milliarden die WIR nicht in neue Zähne, Brillen, Hüftgelenke... STRASSEN und BILDUNG stecken, nicht HASST!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    Nationalstolz ist NICHT gefährlich!!!!
    Den jede NAtion ist stolz auf sich, da passiert gar nichts.
    Im Gegenteil, National Pessimissmus ist gefährlich Deutsche die sich im Ausland als wer auch immer ausgeben müssen, ständig mit gesenktem Haupt umherwatscheln, die sind gefährlich, denn die BILDEN EXTREME Bei uns in deutschland sehe ich nach ganz RECHTS AUSSEN, da stehen die polierten Billiardköpfe, die sich mit ihrem fundamentalistischen Gequatsche NUR HOCHREDEN.
    Hätten diese Tobel selbstachtung, STOLZ ( ich meine echten Stolz, wie eine spanische Flamenko tänzerin ) müssten die dann Parolen wie MANTRAS abbeten!?!?!?

    Vieleicht ist meine These gewagt, aber wer nicht wagt gewinnt.
    Ich behaupte mal.... also ganz vorsichtig, das dieses Unterwürfige, es jedem recht machen zu wollen, damit man uns Deutsche mal wieder lieb hat ( was die meisten NAtionen ...wie man in der letzjährigen Umfrage sehen konnte, sogar tun zumindest respektiert man uns )
    wenn diese Angst von uns deutschen, falsch gesehen, missverstanden zu werden
    nicht so ausgeprägt wäre.... dann hätten die ..... weniger Nährboden, viel weniger Aufmerksamkeit ( da wirklich bedeutungslos ).
    Sie wären nicht weg, ebensowenig wie die Kommunisten es jemals sein werden, zu dem Thema.... die linke Extremität gewinnt ja ebenfalls.

    Das Ying und Yang ist die Koexistenz der gegensätze, immer auf einen Ausgleich aus...hin zur Mitte.
    gefährlich wirds wenn die extreme zu groß sind....also die gegensätze
    oder es kaum gegensätze gibt.

    Knarz schreibt
    <<<<Aber im Inland das eine und im Ausland das andere fordern, nur weil man seine egoistischen Ziele erreichen will, ist inkonsequent.
    Ich würde mal sagen: ich habe in den letzten Monaten viele Bürger ertappt, wie sie wirklich denken. Es ist halt immer eine Frage des eigenen Geldbeutels, wie sozial man denkt. Daher beleidige und beraube niemals einen Reichen, denn du könntest selber mal reich werden.
    >>>>

    Ich denke er meint damit.... Deutschland fordert sparen sparen sparen für Greek und Co aber wir nehmen neue Schulden auf, weil unser Haushalt erweitert wurde.
    Tja... bei den Milliarden, die wir nun blechen müssen... und dem Hebel, den garantien etc. bleibt es nicht aus.

    Ich garantiere, kein Cent, ...von diesen neuen Mehrschulden kommt uns Prahlern zugute, sondern allen ( wer auch immer das sein wird. )

    Alles in allem bleibe ich dabei, wir deutschen sind gar nicht so übel,
    übler wäre es.... für die anderen, wenn es uns gar nicht gäbe..

    ok, das war jetzt Prahlerisch

  9. #98
    Avatar von kcwknarf

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    eyeQ, du siehst etwas völlig falsch.
    Wer wollte denn unbedingt die EU und den Euro. Das war in allererster Linie Helmut Kohl. Und der zählt ja nicht gerade zu den Gutmenschen. Er wollte dei EU und den Euro, weil es vor allem für Deutsche etwas bringt. Ähnlich wie die Wiedervereinbarung: Ausbau der Wirtschaftszone, noch mehr Geld und vor allem mehr Einfluss. Außer Deutschland und Frankreich hat doch kaum jemand in der EU etwas zu sagen. Selbst England nicht - denne bliebt nur der Rückzug, weil England eben nicht an deutschland vorbei kann.

    Und man findet doch kaum einen deutschen Politiker, der gegen EU und Euro ist. Und da alle deutschen Politiker in erster Linie erst mal an sich und an Deutschland denken, wird selbst die größte Spende am Ende immer einen egoistischen Zweck bewirken. Von daher kannst du ganz beruhigt sein.

    Mir wiederum bereitet gerade dieses Denken Sorge. Ich bin ja auch für EU und Euro, aber aus anderen Gründen. Ich sehe das eben nicht aus nationaler, sondern aus internationaler Sicht. Eine große Einheit ist immer besser als regionale nationale Sonderwege und Kriege. Den einzigen egoistischen Wunsch gönne ich mir damit, dass ich hoffe, dass dabei jedoch einige kleine Steuerschlupflöcher übrig bleiben.

    Wenn aber eine EU so etwas bedeutet wie ein deutsch-französisches Europa, dann möchte ich lieber eine Auflösung der EU. Und dann sollen die Deutschen ruhig mal sehen, wie sie mit ihrer D-Mark, dem überfrachteten Sozialsystem und ihrer ach so tollen Technologie alleine klar kommen. Ich schaue mir das gerne aus der Entfernung an. Denn Deutschland merkt gar nicht, dass das Land im Grunde dieselben Probleme wie Griechenland hat. Die Ausgaben für Blödsinn sind einfach zu hoch. Und damit meine ich nicht die Hilfen für das Ausland, sondern eher im Land selbst.

    Und wie jetzt über die Rating-Agenturen gelästert wird. Wenn ich als Privatmensch ständig Schulden mache und die Schufa stuft mich herab, kann ich ja wohl auch kaum die Schufa dafür verantwortlich machen.
    Ich würde auch ohne Rating-Agenturen keinem Staat Geld leihen - Deutschland am allerwenigstens - alleine schon aus moralischen Gründen: Staatsanleihen für Kriege. Dazu brauche ich keine Ratingagenturen. Da mach ich meine Finger nicht schmutzig. Schon schlimm genug, dass man mit seinen Steuern dazu beiträgt.

    Wer Freiheit schützt, vernichtet die Freiheit!

    Auch wenn ich selbst von dem etwas mauen Euro betroffen bin, amüsiert mich das ganze Gejammer und Gezeter erheblich. Die Politiker sollen sich doch daraus halten. Die haben eh von Wirtschaft keine Ahnung. Aber nein - sie behaupten auch noch dreist, die Entwicklung zeigt, dass es ohne Regulierung nicht geht. Dumm oder dreist? Man gut, dass die DDR gezeigt hat, wie weit man mit Regulierung kommt.

    Ich glaube, ich prahle auch mal: Deutschland kommt ohne mich als neuen Kanzler nicht aus. Also wählt mich!

  10. #99
    Avatar von DisainaM

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    Zitat Zitat von kcwknarf Beitrag anzeigen
    Wer wollte denn unbedingt die EU und den Euro. Das war in allererster Linie Helmut Kohl. Und der zählt ja nicht gerade zu den Gutmenschen. Er wollte dei EU und den Euro, weil es vor allem für Deutsche etwas bringt.
    Es bringt vor allem etwas für deutsche Exportunternehmer, die deutsche Autoindustrie, Siemens, den Pharmaunternehmen und am Anfang sah es mit dem Airbus ja auch nach einer echten Partnerschaft mit den Franzosen aus, wie bei dem Ariane Unternehmen, den Banken und vielen anderen.

    Die Frage ist nur, ist das Konzept,
    wenns der deutschen Wirtschaft gut geht, geht es der deutschen Bevölkerung gut,
    wirklich aufgegangen ???

    Profitiert haben in den letzten 10 Jahren die Franzosen, Italiener, Griechen, Spanier, Portugiesen,
    man sieh sich nur die Lohnsteigerungen bei einfachen Arbeitern an, während es in Deutschland 0 Runden gab,
    sowie die ausländischen Rentner.
    Unsere Nachbarn haben scheinbar den Wohlstand auf Pump an ihre Bevölkerung verteilt,
    während in Deutschland gespart wurde, und nun noch die Zeche der Nachbarn mitgehaftet werden darf.

    Manche deutsche Unternehmer haben ihre Anteile zu sehr guten Gewinnen verkauft, und haben sich aus Deutschland zurück gezogen,
    andere Unternehmer haben das Firmenvermögen durch fingierte Aufkäufe von überteuerten Auslandsfirmen (USA /Telekom pp)
    weggeschafft und dadurch dubiose Mittelsmänner sehr reich gemacht,
    (ausländische Filmbeteiligungen in Hollywood, Container-Schiffahrtsabschreibungen usw)
    man hat den Eindruck,
    die wenigen Profiteure haben nicht im geringsten daran gedacht,
    ihr erwirtschaftetes Firmenvermögen, welches überhaupt nur durch die deutsche Exportförderung von EU (Brüssler Strukturen samt Staatshaftung) entstehen konnte,
    dem deutschen Volk zum Wohle zu bringen.

  11. #100
    Avatar von kcwknarf

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    Zitat Zitat von DisainaM Beitrag anzeigen
    Die Frage ist nur, ist das Konzept,
    wenns der deutschen Wirtschaft gut geht, geht es der deutschen Bevölkerung gut,
    wirklich aufgegangen ???

    Profitiert haben in den letzten 10 Jahren die Franzosen, Italiener, Griechen, Spanier, Portugiesen,
    man sieh sich nur die Lohnsteigerungen bei einfachen Arbeitern an, während es in Deutschland 0 Runden gab,
    sowie die ausländischen Rentner.
    Das ist doch alles nur Einbildung. Wenn Löhne eh schon hoch sind, gibt es halt kaum noch Luft nach oben. Warum auch?

    Schauen wir uns doch mal die realen Zahlen der Arbeitskosten, die ja die Lohnkosten beinhalten an:
    Statistisches Bundesamt Deutschland - EU--Europäische Union-Vergleich der Arbeitskosten und Lohnnebenkosten für das Jahr 2010

    Darin heißt es:
    WIESBADEN – Arbeitgeber in der deutschen Privatwirtschaft bezahlten im Jahr 2010 durchschnittlich 29,20 Euro für eine geleistete Arbeitsstunde. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, lag das Arbeitskostenniveau in Deutschland damit im europäischen Vergleich nach Dänemark, Belgien, Schweden, Frankreich, Luxemburg und den Niederlanden auf Rang sieben. Arbeitgeber in der deutschen Privatwirtschaft zahlten 32% mehr für eine Stunde Arbeit als im Durchschnitt der Europäischen Union, aber 12% weniger als im Nachbarland Frankreich. Dänemark wies mit 37,60 Euro die höchsten, Bulgarien mit 3,10 Euro die niedrigsten Arbeitskosten je geleistete Stunde auf.

    Im Verarbeitenden Gewerbe, das besonders im internationalen Wettbewerb steht, kostete eine Arbeitsstunde in Deutschland im Jahr 2010 durchschnittlich 33,10 Euro. Damit lag Deutschland hinter Belgien, Schweden, Dänemark und Frankreich auf Rang fünf in der Europäischen Union. Eine Stunde Arbeit in der deutschen Industrie war 47% teurer als im EU-Durchschnitt, aber 3% billiger als in Frankreich.

    Deutschland liegt auf Rang 7, weit über EU-Schnitt und über Italien, Griechenland, Spanien und Portugal. Okay, Frankreich ist drüber, aber nur leicht.
    Natürlich ist es immer blöde, wenn man nicht noch mehr bekommt als man hat. Der Schrei nach Wachstum ist ja nicht zu überhöhen. Kann man mal nicht einfach mal auf solch hohem reichen Niveau zufrieden sein? Nur in wenigen Bereichen steigen die Preise, in vielen Bereichen sind sie gefallen. Deutschland ist schon oben. Aber rund 180 andere Länder sind noch lange nicht auf dem Gipfel. Sie krebsen teilweise noch im Tal herum. Und die Deutschen wollen den Berg jetzt noch mal erhöhen, damit sie weiteren Wachstum erleben dürfen?
    Aber sich dann aufregen, dass Reiche immer reicher werden. Die wollen ja auch "nur" Wachstum haben.

    Mir kann keiner erzählen, dass es den deutschen finanziell schlecht geht. Es geht sicherlich vielen Deutschen nicht so gut, wei es sie sich vielleicht noch vor 30 Jahren erhofft hatten, weil damals so blöde Sprüche kamen wie "Die Rente ist sicher". daher geht es vielen aus diesem Blickwinkel heraus schlecht. Aber ganz objektiv betrachtet, hat jeder Bürger genug zum Leben, aber vor allem auch die Möglichkeit, mehr herauszuholen. Und das gerade wegen der EU. Wenn die Löhne z.B. in Dänemark 8 EUR im Schnitt höher sind, dann hindert doch niemanden einen daran, sich in Dänemark niederzulassen und dort zu arbeiten. Ohne EU wäre das schwieriger. Das ist eben einer der großen Vorteile. Der Mensch ist doch kein Baum, der sein Leben lang an einer Stelle festgeplanzt sein muss. Wir haben Füsse! Ist eine tolle Erfindung, die nun alle Deutschen dank der EU nutzen können.

    Aber ich sage auch: wer einen ausnutzt (wie Griechenland, wie Banken, wie Sozialschmarotzer), den soll man ruhig pleite gehen lassen.

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