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VW Krise und weitere Gesetzesbeugung der Politiker

Erstellt von phi mee, 20.08.2016, 11:08 Uhr · 57 Antworten · 1.966 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von phi mee

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    VW Krise und weitere Gesetzesbeugung der Politiker

    Aktuell kommt es ja zu einer weiteren Krise im VW Konzern weil 2 Zulieferer die Notbremse gezogen zu haben.

    Da das Bundesland Niedersachsen Großaktionär ist werden mal eben Zwangsmaßnahmen bis zur Erzwingungshaft gegen den Zulieferer veranlasst. Das es sich hier eindeutig um einen Interessenkonflikt handelt wird tunlichst ignoriert.

    Der Machtmissbrauch der Autohersteller, insbesondere VW, gegenüber Zulieferanten ist legendär. Die Millarden die VW mit der selbstverursachten Abgaskrise in den Sand gesetzt hat, sollen jetzt mal wieder über Einkaufspreissenkungen eingetrieben werden.

    Bei den Autokonzernen läuft es so, das nach Anlauf der Serienfertigung eines neuen Zulieferteils ein Wertanalysegespräch geführt wird. Das bedeutet die Offenlegung der Kalkulation des Zulieferanten und Überprüfung aller Arbeitsschritte. Tolle Ideen der Kostenplaner zur Kostenreduzierung müssen umgehend umgesetzt werden. Für daraus eventuell enstehende Verschlechterung des Produktes, und eventuelle Folgeschäden, wird natürlich der Lieferant verantwortlich gemacht und in Regress genommen. Die mögliche Gewinnmarge des Zulieferes wird klar vom Autokonzern vorgegeben.

    Viele kleine Zulieferbetriebe wurden so in den letzen Jahrzehnten in den Ruin getrieben. Mittlerweile gibt es am Markt nur noch wenige große Zulieferer. Diese Situation haben die Autokonzerne selbst verursacht.

    Da ich die Vorgensweise kenne passt das was der Zuliefer behauptet. Obwohl VW die Preise mit Wertanalyse und klare Vorgabe bis zum Limit ausgelutscht hat, wird der Lieferant mal eben aufgefordert die Preise um einen gewissen Prozentsatz zu senken. VW muss ja die Milliarden wieder reinholen und die Tantiemen der Manager bezahlen.

    Der laufende Vertrag wird mal eben gekündigt und der Lieferant kriegt einen neuen Vertrag vorgelegt mit einem 5, 10 Prozent niedrigem Preis. Das heißt der Lieferant wird gezwungen jedes teil mit Verlust zu liefern.

    Der Lieferant hat meines Erachtens völlig Recht. VW ist bisher immer mit Ihrer Machtposition damit durchgekommen, nun stellt sich mal einer, oder zwei, aus Verzweiflung quer. Der neue Vertrag wird nicht angenommen, der Lieferant liefert zunächst weiter, aber VW zahlt einfach nur noch den selbst reduzierten Preis. Es laufen schnell Millionen an Rückständen auf. Der Lieferant zieht die Notbremse und stellt Produktion und Lieferung ein.

    Ablaus für den Lieferanten!
    Ein No Go mal wieder für die Politik, die einen Lieferanten nötigen wollen, entgegen jedlicher gesetzlichen Grundlage, weiterhin mit Verlust zu produziere. Alle beteiligten Politiker und Richter sollten wegen Amtsmissbrauch angeklagt werden.

  2.  
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  3. #2
    Avatar von MadMac

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    Warten wir bis TTIP vom Hosenanzug offiziell verabschiedet wird. Da ist Schluss mit Alleingaengen aufmuepfiger Kleinbetriebe.

  4. #3
    Avatar von DisainaM

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    Trump hat ja angekündigt, das er kein TTIP will,

    Amerika an erster Stelle, und hohe Zölle für Importe zum Schutz der inländischen Wirtschaft,
    da wird Europa in die Röhre sehen.

    VW ist sowieso ein Trauerspiel,

    was soll man sagen,
    2009 kostete bei VW 1 Liter Lenkgetriebeöl 8,60 EUR, heute sind es 16,73 EUR,
    und das innerhalb von gerade mal 7 Jahren, wo soll das hinführen ?

  5. #4
    Avatar von strike

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    Zitat Zitat von phi mee Beitrag anzeigen
    ...
    Danke für den Einblick in diese Welt.
    Die öffentlich-rechliche Berichterstattung hatte mich schon ein wenig irritiert, hinterliess sie doch den EIndruck, dass die beiden Lieferanten VW willkürlich erpressten.

  6. #5
    Avatar von Micha

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    Zitat Zitat von DisainaM Beitrag anzeigen
    Trump hat ja angekündigt, das er kein TTIP will,

    Amerika an erster Stelle, und hohe Zölle für Importe zum Schutz der inländischen Wirtschaft,
    da wird Europa in die Röhre sehen.

    VW ist sowieso ein Trauerspiel,

    was soll man sagen,
    2009 kostete bei VW 1 Liter Lenkgetriebeöl 8,60 EUR, heute sind es 16,73 EUR,
    und das innerhalb von gerade mal 7 Jahren, wo soll das hinführen ?
    Irgendwer muss ja die günstigen Exporte in andere Länder wie die USA ausgleichen. Und wer sollte da besser prädestiniert sein als der D-Zahlesel??!

    Allein 400,-- Euro kassieren die für das Aushändigen eines bereits (überteuert) bezahlten Fahrzeugs an Selbstabholer. Gibt es das noch wo anders in der Welt?

  7. #6
    Avatar von MadMac

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    Zitat Zitat von DisainaM Beitrag anzeigen
    2009 kostete bei VW 1 Liter Lenkgetriebeöl 8,60 EUR, heute sind es 16,73 EUR,
    Was willst Du mit ueberteuertem VW Lenkgetriebeoel in Deinem Isuzu Pickup?

  8. #7
    Avatar von clavigo

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    Bevor das wieder zum allseits beliebten Kampf David gegen Goliath hochsteriliesiert wird sollte man sich evtl. überlegen ob diese "Erpressungstaktik" nicht einer der Geschäftszwecke dieser ominösen Gruppe gehört - z.B. auch im Ausland und bei diversen deutschen mittelständischen Möbelherstellern. Da bleibt vom Glorienschein nicht viel übrig, woll? Einfach mal googeln!

    Volkswagen-Zulieferer : Mit wem hat VW da eigentlich Streit? - Unternehmen - FAZ

  9. #8
    Avatar von Yogi

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    Zitat Zitat von clavigo Beitrag anzeigen
    Bevor das wieder zum allseits beliebten Kampf David gegen Goliath hochsteriliesiert wird sollte man sich evtl. überlegen ob diese "Erpressungstaktik" nicht einer der Geschäftszwecke dieser ominösen Gruppe gehört - z.B. auch im Ausland und bei diversen deutschen mittelständischen Möbelherstellern. Da bleibt vom Glorienschein nicht viel übrig, woll? Einfach mal googeln!

    Volkswagen-Zulieferer : Mit wem hat VW da eigentlich Streit? - Unternehmen - FAZ
    Ich weis nicht, was da los ist.
    Der Meinungsbildung wegen stelle ich aber auch mal eine andere Möglichkeit ein.

    Hinter dem Lieferstreik von zwei VW-Zulieferunternehmen steckt offenbar eine mittlere zweistellige Millionenforderung gegen den Wolfsburger Autokonzern. Die „Süddeutsche Zeitung“ schreibt in ihrer kommenden Ausgabe, dass die Prevent-Firmen Car Trim und ES Automobil Guss angeblich insgesamt 58 Millionen Euro von VW fordern. Auslöser des Streits war laut des Berichts eine von VW und Porsche gekündigte Entwicklungskooperation mit Car Trim aus dem sächsischen Plauen.


    Car Trim, diese Prevent-Firma stellt Sitzbezüge her, machte demnach anschließend Ausfälle und Schäden in Höhe von etwa 55 Millionen Euro geltend, so die SZ. Diese Forderung teile sich in 30 Millionen Euro gegen VW und 25 Millionen Euro gegen die VW-Tochter Porsche auf.
    Inzwischen soll sich die Forderung auf insgesamt 58 Millionen Euro belaufen. Der VW-Konzern lehnte es aber wohl ab, zu zahlen, angeblich weil diese Summe „nicht plausibel“ begründet werde, so der Bericht. Dass Volkswagen die Produktion teilweise einstellen muss, liegt nach Angaben aus Konzernkreisen vor allem an den fehlenden Getriebeteilen von ES Guss und weniger an den ausbleibenden Sitzbezügen von Car Trim.
    Zulieferer haben offene Millionenforderung gegen Volkswagen

  10. #9
    Avatar von phi mee

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    Zitat Zitat von clavigo Beitrag anzeigen
    Bevor das wieder zum allseits beliebten Kampf David gegen Goliath hochsteriliesiert wird sollte man sich evtl. überlegen ob diese "Erpressungstaktik" nicht einer der Geschäftszwecke dieser ominösen Gruppe gehört - z.B. auch im Ausland und bei diversen deutschen mittelständischen Möbelherstellern. Da bleibt vom Glorienschein nicht viel übrig, woll? Einfach mal googeln!

    Volkswagen-Zulieferer : Mit wem hat VW da eigentlich Streit? - Unternehmen - FAZ
    Nun, das widerspricht ja nicht meiner Darstellung sondern bestätigt sie eigentlich. Die ganzen Übernahmen der verschiedenen, kleineren, kompetenten Zulieferern war nur möglich weil sie, unter anderem von VW, in die Knie gezwungen und in die Insolvenz getrieben wurden.
    Jetzt zieht ein dubioser Investor die Fäden aus dem Hintergrund.

    Das hat sich VW selber eingebrockt.

    Es ist rund 15 Jahre her, dass ich bei einem Zulieferer als Key Accounter gearbeitet und ihn kurz vor der ersten Insolvenz verlassen habe. Schon damals war für mich eine ähnliche Entwicklung absehbar. Es hat länger gedauert als ich erwartet habe, aber dafür kann es um so heftiger werden.
    (Unsere Murksel sollte sich daran ein Beispiel nehmen. Je länger es dauert bis es knallt, umso heftiger wird der Knall werden.)

  11. #10
    Avatar von alder

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    Ein Freund von mir ist in der Führungsmannschaft eines Unternehmens, die Komponenten für einen VW-Zulieferer machen.

    Unvorstellbar, wie heutzutage in diesem Genre Geschäfte gemacht werden. Von hanseatischer Kaufmannsehre und der Devise " Leben und Leben lassen" ist da rein gar nichts mehr vorhanden.

    Die lassen sich gerne bemustern und bei der Entwicklung von neuen Systemen beraten um dann alles in China zu fertigen. "Machts gut ihr Trottel"
    Die Sachen die die Firma noch macht, versuchen sie mit allen Mitteln bis auf den zehntel Cent zu drücken.

    Deren Logistik ist wie ein Haufen verrückter Hühner. Teilweise wissen sie nicht, ob sie nächsten Monat 10000 Teile brauchen oder 5 Millionen. oder gar nix.
    Dass eine Firma aber nicht einfach mal so 50 Facharbeiter zusätzlich beschäftigen kann um sie dann im nächsten Monat in Urlaub zu schicken, ist denen scheissegal. Eine auch nur annähernd vernünftige Fertigungssteuerung ist praktisch unmöglich.

    Der einzige Grund warum die immer noch Teile für den Zulieferer machen, ist bei diesen Mengen eine ordentliche Abdeckung der Gemeinkosten - ansonsten ein Nullsummenspiel.

    Die Aufträge werden immer weniger - da gegen die Chinesen bei Massenfertigung kein Kraut gewachsen ist. Mein Kumpel sieht das völlig relaxed - hat er demnächst doch ein wesentlich ruhigeres Leben ohne diesen Krake.

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