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Ukraine - Ereignisse, Analysen

Erstellt von hueher, 22.02.2014, 08:23 Uhr · 2.307 Antworten · 120.145 Aufrufe

  1. #1481
    Avatar von joachimroehl

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    Finde ich auch Micha, Du schlägst etwas über die Stränge, die Amerikaner sind noch da und AMI GO HOME sagt jedem Deutschen was. Der Russe dagegen wurde im Sommer 1994 unter großer Anteilnahme der Bevölkerung an vielen Stationierungsorten verabschiedet. In Berlin war ich selbst dabei, der Regierender Bürgermeister Diepgen (CDU) und die halbe Stadt auf den Beinen. Auch erinnere ich mich gut an Gespräche mit vielen Älteren der Kriegsgeneration, die damals meinten Gut dass der Russe weg ist, aber dem Amerikaner kann man nicht trauen .. hatten sie doch die alliierten Bombenangriffe nicht vergessen. Leider haben die Alten Recht behalten, die NATO rückte vor bis an Russlands Grenzen und wir haben die Atomwaffen immer noch im Lande.

    Quelle: https://www.christoph-links-verlag.d...TOKEN=73121560

    Ich wollte Dich dennoch mal fragen wo hast Du solche Auffassungen her, bei strike der als junger Mensch mit dem Staat in Konflikt kam ok, aber Du hast doch nicht gesessen oder hast Du wie Joachim Gauck einen Vorfahren, der in einem russischen Kriegsgefangenlager Buße für seine Taten vor 45 tun musste?

  2.  
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  3. #1482
    Avatar von Micha L

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    Wieso? Das sind objektive Tatsachen.

    Im Westen mag der Ami, den man vor der Nase hat, mehr stören, als der Russe, dessen Präsenz man nicht kennengelernt hat.
    Ich kann auch verstehen (und das ist nicht sarkastisch gemeint), daß man mit Iwan Rebroff und Gilbert Becaud mitgeht und Sympathie empfindet.
    Aber das ist nicht die Realität.
    Neulich gab es eine interessante Dukumentaton mit ehemaligen russischen Besatzungsoldaten. Die erklärten, daß auch die DDR bis zuletzt als Feindesland betrachtet wurde - trotz der offiziellen Freundschaftsbeteuerungen. Persönliche Beziehungen hat es gegeben, nachdem man erstaunt feststellte, nicht unter Feinden zu sein. Aber die waren selten und unerwünscht.


    Nochmals: Einflußsphären sind generell nicht akzeptabel. Aber Fremdherrschaft ist nicht gleich Fremdherrschaft. Die russische war ungleich drückender.

  4. #1483
    Avatar von chrissibaer

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    Zitat Zitat von Micha L Beitrag anzeigen
    Heute sollte man Einflußsphären, die eine Untertanenschaft der Nachbarn darstellen, nicht mehr akzeptieren.

    Daß die USA Einfluß auf Europa haben, ist unbestritten. Aber da kann man eher von Bündnispartnern sprechen.

    Wer die Russenherrschaft kennengelernt hat, der kennt den Unterschied.
    Man vergleiche die unterschiedliche Souveränität der beiden deutschen Staaten gegenüber ihrer Großmacht. Das müßte eigentlich jedem klar sein.
    Ein Indikator dafür ist das Verhältnis der Bevölkerung zu den Besatzungstruppen.
    Die Amis waren doch Teil der Gesellschaft und es gab enge persönliche Beziehung zu den deutschen Bürgern.
    Zu den Russen gab es derartige Beziehungen nicht und man war froh über Abzug derer, die sich bis zuletzt als Herren aufführten.
    Danke Micha, so war es , die meisten Bewohner der SBZ waren froh, als sich die unbeliebten Besatzer nach 40 Jahren vom Acker machten.

    Und wohl jede Stadt in "Westdeutschland" bedauert es, wenn Amis abziehen.

    Die Sprüche "Ami go home" gibt es auch in Ostdeutschland. Dummes Gesülze von Irrgeleiteten vom rechten oder linken Rand, da verwischen die Grenzen.

  5. #1484
    Avatar von Micha L

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    Zitat Zitat von joachimroehl Beitrag anzeigen
    Ich wollte Dich dennoch mal fragen wo hast Du solche Auffassungen her, bei strike der als junger Mensch mit dem Staat in Konflikt kam ok, aber Du hast doch nicht gesessen oder hast Du wie Joachim Gauck einen Vorfahren, der in einem russischen Kriegsgefangenlager Büße für seine Taten vor 45 tun musste?
    Ich nehme an, Du hast nicht mit dieser Besatzung gelebt (siehe dazu oben. Und die Blockade 1948 hast Du nicht mitmachen müssen).
    Seltsam die Aufassung, daß man ganz persönlich gelitten haben muß. Ganz unabhängig davon waren die Russen allgemein nicht beliebt, trotz oder gerade wegen der offiziellen Freundschaftsbekundungen.
    Die ganze DDR wurde nicht nur unterdrückt, sondern auch zweitklassig von oben herab behandelt. Das war nicht die Erfahrung Einzelner.

  6. #1485
    Avatar von joachimroehl

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    Danke für Deine aufrichtigen Gedanken

  7. #1486
    Avatar von Micha L

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    Zum Abschluß des off topic noch eine Anmerkung:

    Gefördert wurde diese Haltung durch das peinlich servile Gebaren der SED, über deren Unterwürfigkeit sich selbst die Russen gewundert haben sollen.
    Die Russen selbst werden nicht geglaubt haben, daß sie auf allen Gebieten führend sind, wie man es uns die deutschen Genossen weismachen wollten.

    Zu Entspannung ein DDR-Witz:
    Russe: "Komm, wir teilen briederlich". Deutscher: "Machen wir lieber halbe-halbe".

  8. #1487
    Avatar von Ban Bagau

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    Arrow

    Zitat Zitat von Micha L Beitrag anzeigen
    Wieso? Das sind objektive Tatsachen.
    Du weißt aber auch welcher Ruf den einzelnen "Alliierten Befreier" vorraus geeilt ist und von wem dieser jahrelang im Vorfeld geschürt wurde. Dies scheint so manchen noch fest indoktriniert zu sein bzw. generationenübergreifend fortgepflanzt zu haben.
    Vielleicht war es unter der Voraussetzung nicht so leicht Vorurteilsfrei und mit Skepsis belegt für einzelne "Befreier" auf deutschen Boden zu starten. Besonders wenn man keine Geschenke sondern nur das nackte Leben mitbringt.
    Da wird dan jeder kleinester Anhaltspunkt zur Kritik und vager Übereinstimmung des vorher verbreiteten schlechten Rufes zu einer selberfüllenden Prophezeiung.

  9. #1488
    Avatar von Helli

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    Zitat Zitat von chrissibaer Beitrag anzeigen
    Und wohl jede Stadt in "Westdeutschland" bedauert es, wenn Amis abziehen.
    Das ist vielleicht die Rhetorik der Politiker und der Leute, die daran verdienen (Vermieter, Handel), aber kaum der schweigenden Allgemeinheit.

  10. #1489
    Avatar von strike

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    Hmmm, Joachim, ich will nicht bestreiten, dass es möglicherweise in der DDR Leute gab, die die Russen im Land okay fanden, gar freiwillig mit denen kollaborierten.

    Bei uns wollte allerdings niemand mit denen irgendwas zu tun haben, selbst wenn wir den einfachen russischen Soldaten - die für uns arme Schweine waren - Zigaretten zusteckten, wenn sie darum bettelten. Die Offiziere erlebten wir in der Regel als herrische und versoffene Bande.

    Diesen ganzen Kram wie "DSF - Deutsch-Sowjetische Freundschaft" fanden wir aufgezwungen und unehrlich. Die Verbrechen der Russen gegen die deutsche Bevölkerung bei ihrem Einmarsch waren - obwohl es diese Verbrechen natürlich offiziell nie gab - durchaus bekannt und entsprechend distanziert der Umgang mit den Siegern. Galt vor allem für die vielen Umsiedler.

    Die Russisch Bücher waren das erste, was wir nach Beendigung eines Schuljahres "entsorgten" - war es doch eine Sprache, die kein Mensch anwenden konnte und wollte.

    Ganz anders mein Erleben in Westdeutschland. Da gab es einen völlig ungezwungen Umgang der Bevölkerung mit dem "Ami", an den vermietete man gern, es gab viele Ehen mit amerikanischen Soldaten, die GIs gehörten einfach zum Stadtbild. Zu denen ging man auch freiwillig um Bowling zu spielen, Onion Rings und Hamburger zu essen, Miller Bier zu trinken, Rodeo Veranstaltungen, Baseball oder Football zu schauen und Rock/Country Konzerte zu erleben.

    Die Franzosen als Besatzungsmacht - die es in meiner Stadt auch gab - waren übrigens deutlich weniger beliebt, was auch mit deren Auftreten unmittelbar nach der Befreiung zu tun hatte. Lediglich bei Nutzung derer Casinos (alles steuerfrei und deshalb preiswert) blendete man das aus.

    Nicht verschweigen möchte ich, dass es nach Beendigung des Besatzungsstatus tatsächlich ein verändertes Verhalten der amerikanischen Militärpolizei gab - die vorher deutlich mehr Rechte hatte. Ein Bekannter von mir war dort übrigens als Deutscher angestellt und konnte da natürlich aus dem Nähkästchen plaudern. Die Franzosen waren dann ziemlich schnell weg, die Amis blieben. Wobei die wirklich niemanden störten, im Gegenteil: als höfliche Verkehrsteilnehmer und Gäste in den Geschäften und Restaurants sehr willkommen sind.

    Grundsätzlich kann ich also für mich nur festhalten, dass die Amerikaner einen deutlich anderen und besseren Status bei den Westdeutschen hatten, als ich ihn je in Ostdeutschland erlebt hätte. Insofern liegt @Micha L nicht daneben.

    Und das Berlin den Abzug der Russen gefeiert hat erscheint mir nur logisch. Da wäre sogar ich hingegangen und hätte die bis zur Grenze begleitet ;)

  11. #1490
    Avatar von Micha L

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    Zitat Zitat von Ban Bagau Beitrag anzeigen
    Du weißt aber auch welcher Ruf den einzelnen "Alliierten Befreier" vorraus geeilt ist und von wem dieser jahrelang im Vorfeld geschürt wurde. Dies scheint so manchen noch fest indoktriniert zu sein bzw. generationenübergreifend fortgepflanzt zu haben.
    Vielleicht war es unter der Voraussetzung nicht so leicht Vorurteilsfrei und mit Skepsis belegt für einzelne "Befreier" auf deutschen Boden zu starten. Besonders wenn man keine Geschenke sondern nur das nackte Leben mitbringt.
    Da wird dan jeder kleinester Anhaltspunkt zur Kritik und vager Übereinstimmung des vorher verbreiteten schlechten Rufes zu einer selberfüllenden Prophezeiung.
    Stimmt. Aber die Befreier hätten tatsächlich für Freiheit sorgen sollen, statt eine neue Diktatur nach eigenem Modell zu installieren.

    Sei versichert, daß der Antifaschismus trotzdem angenommen wurde. Alte Vorurteile waren bei uns nicht entscheidend, sondern neue Zustände.

    Sobald Gorbatschow nur formell auf die "führende Rolle" verzichtete, kam spontan und allgemein große Sympathie für die Russen auf - lange vor deren Abzug.

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