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Thema "Flüchtlinge"

Erstellt von socky7, 07.05.2014, 18:02 Uhr · 17.891 Antworten · 760.017 Aufrufe

  1. #3591
    Avatar von strike

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    27.781
    Zitat Zitat von Loso Beitrag anzeigen
    Die vielen verschiedenen aufenthaltsrechtlichen Abstufungen hatte hier jmd mal eingestellt. ....
    Gerne noch einmal (falls Du dies meinst):

    Rechtsquellen:

    - Art. 16 a Grundgesetz (GG)
    - Asylverfahrensgesetz (AsylVerfG)
    - Aufenthaltsgesetz (AufenthG)
    - Dublin II Verordnung und Dublin III Verordnung (ab 19.07.2013)

    Es gibt mindestens zehn unterschiedliche Möglichkeiten, in welchem rechtlichen
    Zustand sich Flüchtlinge in Deutschland aufhalten. Nachfolgend werden diese zusammengefasst in der Reihenfolge des unterschiedlich hohen Schutzstandards.

    1. Anerkennung als Asylberechtigte gem. Art. 16 a GG,
    Aufenthaltserlaubnis (AE) nach § 25 Abs. 1 AufenthG

    Hoher Schutzstatus, allerdings nur für eine verschwindend kleine Minderheit der
    Flüchtlinge.

    Grund: die sog. Drittstaatenregelung in Art. 16 a Abs. 2 GG, die besagt, dass
    Asylrecht nach dem Grundgesetz nicht beanspruchen kann, wer aus einem
    Mitgliedstaat der EG oder aus einem Drittstaat einreist, in dem die Genfer
    Flüchtlingskonvention gilt. Folge: seit Inkrafttreten 1993 können praktisch nur die
    Menschen das eigentliche Asylrecht des Art. 16 a GG in Deutschland erhalten, die
    nachweisbar unmittelbar aus dem Fluchtland mit dem Flugzeug in die
    Bundesrepublik einreisen, um hier Asyl zu beantragen. Dies sind nur äußerst wenige
    Fälle, weil die meisten Menschen auf dem Landweg einreisen, also automatisch
    nach Durchquerung sicherer Drittstaaten in die Bundesrepublik. Viele, die mit dem
    Flugzeug einreisten, können dies aber auch nicht glaubhaft machen, weil die
    Schleuser regelmäßig die Flugpapiere einbehalten, um ihr strafbares Verhalten zu
    verdunkeln.

    Weitere Voraussetzungen:

    - politische (= staatliche) Verfolgung im Heimatland, unmittelbar durch staatliche
    Akteure (also Polizei, Geheimdienste, Militär, Justiz etc.). Problem: keine
    asylerhebliche Verfolgung möglich, wenn man aus einem Herkunftsland
    flüchtet, in welchem aufgrund eines Bürgerkriegs staatliche Strukturen völlig
    aufgelöst sind (dies galt in der Vergangenheit z. B. in gewissen Zeiträumen
    für Afghanistan, Somalia und den Libanon).
    - Die politische Verfolgung knüpft an asylerhebliche Merkmale an, also
    Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe (Beispiel Homo5exuelle),
    Nationalität (z. B. nationale Minderheit), Rasse (problematischer Begriff, aber
    in der Genfer Flüchtlingskonvention enthalten), Religion oder politische
    Überzeugung.
    - Zwischen Verfolgung im Heimatland, Flucht und Asylantrag muss ein enger
    zeitlicher und kausaler Zusammenhang bestehen.
    - Die Verfolgungsgefahr im Heimatland muss zum Zeitpunkt der Entscheidung
    über den Asylantrag fortbestehen.
    - Es darf im Heimatland keine zumutbare inländische Fluchtalternative
    bestanden haben (Ausweichen in ein anderes Staatsgebiet, in dem keine
    Gefahr der Verfolgung gegeben ist).

    2. Flüchtlinge nach der Genfer Flüchtlingskonvention gem. § 60 Abs. 1
    AufenthG, AE nach § 25 Abs. 2 AufenthG

    Hoher Schutzstatus; zwischenzeitlich weitestgehend gleichgestellt mit dem nach 1.

    Unterschiede zu 1.:
    - auch bei Einreise über sicheren Drittstaat möglich,
    - auch bei Verfolgung durch nichtstaatliche Akteure möglich, allerdings nur,
    wenn der Staat nicht Willens oder in der Lage ist, effektiven Schutz vor
    Verfolgung zu gewähren.
    Aber auch in diesem Bereich kann Flüchtlingsschutz versagt werden, wenn die
    AntragstellerInnen auf eine zumutbare inländische Fluchtalternative im Herkunftsland
    verwiesen werden können (s. o. unter 1.).
    Rechtsfolgen der Anerkennung nach 1. und 2.:
    - befristete Aufenthaltserlaubnis gem. § 25 Abs. 1 (nur Art. 16a GG) oder 2
    AufenthG (Schutz nach § 60 Abs. 1 AufenthG)
    - Freie Wohnsitznahme in der Bundesrepublik
    - Unbeschränkter Zugang zum Arbeitsmarkt
    - Alle Sozialleistungsansprüche im Sinne der SGB-Grundsicherung,
    Integrationsansprüche (Sprachkurse, Arbeitsvermittlung etc.)
    - Familiennachzug möglich (in der Regel nur Kernfamilie !)
    - Wenn Schutzgründe nach 3 Jahren immer noch vorliegen, Anspruch auf
    Niederlassungserlaubnis (= unbefristete Aufenthaltserlaubnis).

    3. Subsidiärer Flüchtlingsschutz gem. § 60 Abs. 2 bis 4 AufenthG

    Mittelstarker Schutzstatus

    Voraussetzungen:

    - im Heimatland droht Folter z. B. im Rahmen von Strafverfolgung (das ist kein
    Anerkennungsgrund nach 1. oder 2., wenn die Folter nicht an asylerhebliche
    Merkmale anknüpft, sondern auch bei normaler Kriminalverfolgung üblich ist!),
    - oder sonstige erniedrigende bzw. unmenschliche Behandlung (z. B.
    Zwangsarbeit bei Mangelunterbringung und Unterernährung),
    - Todesstrafe (z. B. keine Auslieferung in die USA, wenn dort die Vollstreckung
    einer Todesstrafe droht)
    Rechtsfolgen bei Anerkennung:
    - Aufenthaltserlaubnis für zunächst min. 1 Jahr, kann mehrfach um 2 Jahre
    verlängert werden, wenn Gefahren im Herkunftsland fortbestehen;
    - Unbeschränkter Zugang zum Arbeitsmarkt,
    - Sozialleistungen, Integrationsleistungen

    4. Humanitär begründetes Abschiebungsverbot wegen Zustände im
    Heimatland gem. § 60 Abs. 5 AufenthG, AE nach § 25 Abs. 3 AufenthG

    Mittelstarker Schutzstatus

    Voraussetzungen:

    - bei Rückkehr ins Heimatland droht ein Verstoß gegen die
    Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK)
    - erhebliche und konkrete Gefahr für Leib, Leben und Freiheit (soweit nicht
    schon aus Gründen, die bereits unter die Schutzsysteme von 1., 2. und 3.
    fallen).
    Hauptfall: Person leidet an einer schweren chronischen Krankheit, die im
    Herkunftsland nicht angemessen behandelt werden kann und dadurch drohen
    erhebliche gesundheitliche Gefahren.
    Aber auch lebensbedrohliche Mangelsituationen sind beachtlich, z. B. eine das
    gesamte Heimatland erfassende Hungersnot wegen extremer Dürrekatastrophe.
    Rechtsfolgen bei Anerkennung:
    - Aufenthaltserlaubnis für 1 Jahr (bei Fortbestehen der Gründe verlängerbar);
    - unbeschränkter Zugang zum Arbeitsmarkt,
    - Grundsicherungsleistungen und Integrationskurs sind möglich;
    - Nach 7 Jahren fortgesetztem Aufenthalt kann Niederlassungserlaubnis erteilt
    werden.
    Wichtig: Für die Prüfung, ob die Voraussetzungen für 1. bis 4. vorliegen, ist
    ausschließlich das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zuständig,
    nicht die lokalen Ausländerbehörden! Es handelt sich um das Asylverfahren im
    weiteren Sinne; Rechtsgrundlage ist das Asylverfahrensgesetz.

    5. Aufenthaltsgestattung gem. § 55 AsylVerfG (Verfahrensaufenthalt)

    Schwacher Schutzstatus während des Asylverfahrens.

    Er begründet kein
    eigenständiges Aufenthaltsrecht, sondern ist nur vom Fortbestehen des
    Asylverfahrens abhängig. Entfällt z. B. sofort, wenn der Flüchtling den Asylantrag
    zurücknimmt.
    Solange das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) das Vorliegen von 1. -
    4. im Asylverfahren prüft, befinden sich die Flüchtlinge im Status der
    Aufenthaltsgestattung. Dieser Status setzt sich auch fort, wenn das BAMF einen
    Schutzanspruch nach 1. bis 4. abgelehnt hat und der Ablehnungsbescheid vom
    Flüchtling durch ein Rechtsmittel (Klage oder auch Antrag auf Eilrechtsschutz) vor
    dem Verwaltungsgericht angegriffen wurde.
    Er hält an bis zum rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens. Dies kann unter
    Umständen mehrere Jahre dauern!
    Rechtsfolgen: diverse Pflichten zur Verfahrenssicherung (z. B. bis zu einer
    kommunalen Umverteilung in einer zentralen Aufnahmeeinrichtung oder
    Gemeinschaftsunterkunft zu wohnen; Residenzpflicht während der Unterbringung in
    der Erstaufnahmeienrichtung; ständige Erreichbarkeit muss gewährleistet sein,
    Reisepapiere müssen abgegeben werden):
    Arbeitsverbot für 9 Monate (soll nach dem Koalitionsvertrag der GroKo jetzt auf 3
    Monate verkürzt werden). Nach 9 Monaten zustimmungspflichtiger
    Arbeitsmarktzugang, nach 48 Monaten uneingeschränkter Arbeitsmarktzugang.
    Berufsausbildung nach 12 Monaten ohne Zustimmung möglich.
    Reduzierte Sozialleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (diese wurden
    durch eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts aus 2012 den SGB-IILeistungen
    weitgehend gleichgestellt. Davor um ca. 1/3 geringere Leistungen).

    6. Kontingentflüchtlinge bzw. Resettlementflüchtlinge gem. §§ 23 und 24
    AufenthG

    Relativ starker Schutzstatus, solange die Verhältnisse im Herkunftsland den
    Schutzstatus faktisch begründen.

    Voraussetzungen:

    Flüchtlinge dieser Kategorie müssen nicht durch die Mühlen des Asylverfahrens
    beim BAMF. Sie werden durch eine internationale Hilfsaktion (z. B.
    Resettlementabkommen) mit einem Visum oder durch eine Übernahmeerklärung des
    Innenministeriums (BMI) in Deutschland in einer definierten Größenordnung
    aufgenommen. Beispiel zurzeit: Aufnahme von 2 x 5.000 Flüchtlingen aus dem
    syrischen Bürgerkrieg.

    Rechtsfolgen:
    - Aufenthaltserlaubnis (befristet, aber verlängerbar),
    - freier Arbeitsmarktzugang,
    - Grundsicherungsleistungen und Integrationsleistungen wie Sprachkurse,
    - Aber keine freie Wohnsitznahme in der Bundesrepublik, sondern Verteilung
    auf die Bundesländer nach dem sog. Königsteiner Schlüssel, um eine
    gleichmäßige Lastenverteilung im Bundesgebiet zu gewährleisten.

    7. Flüchtlinge mit Abschiebungsschutz durch Anordnung der obersten
    Landesbehörde gem. § 23 Abs. 1 AufenthG

    Schutzstatus schwach, weil nach Gesetz zeitlich auf 6 Monate limitiert.

    Die oberste Landesbehörde ist in diesem Fall das Innenministerium des jeweiligen
    Bundeslandes, welches auch die Rechtsaufsicht über die über Ausländerbehörden
    der Kreise und kreisfreien Städte ausübt.
    Dieser Abschiebungsschutz betrifft besonders vulnerable (verletzliche, verwundbare)
    Flüchtlingsgruppen, die durch das Raster von 1. bis 6. fallen. Beispiel:
    Wintermoratorium für Roma aus Serbien und Mazedonien in Schleswig-Holstein,
    befristet bis zum 31.03.2014.
    Das Landesinnenministerium muss für eine entsprechende Regelung auch das
    Einvernehmen des Bundesinnenministeriums (BMI) einholen.
    Rechtsfolgen:
    - Befristete Duldung
    - Kein Arbeitsmarktzugang
    - Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz
    - Kein Anspruch auf Grundsicherung nach SGB II und Integrationsleistungen
    - Residenzpflicht

    8. Flüchtlinge, die keinen Status nach 1. bis 7. erreichen konnten, bei
    denen aber unverschuldete Abschiebungshindernisse bestehen
    (Duldung gem. § 60 a AufenthG)

    Schutzstatus sehr schlecht.

    Die Duldung ist kein legaler Aufenthalt, sondern bedeutet, dass diese Flüchtlinge
    grundsätzlich vollziehbar ausreisepflichtig sind (wichtiger Begriff!). Von einer
    Abschiebung wird aber abgesehen, weil rechtliche oder tatsächliche
    Abschiebungshindernisse bestehen.
    Unverschuldete tatsächliche Abschiebungshindernisse ergeben sich z. B. bei
    Passlosigkeit oder bei krankheitsbedingter Reiseunfähigkeit.
    Insbesondere die Passlosigkeit ist ein verbreitetes Abschiebungshindernis.
    Grundsätzlich ist jede/r AusländerIn gesetzlich verpflichtet, alles Zumutbare zu
    unternehmen, um sich einen gültigen Pass des Heimatlandes z. B. über die jeweilige
    Botschaft in der Bundesrepublik zu besorgen. Denn der Besitz eines Heimatpass ist
    in der Regel die Voraussetzung dafür, die nationale Identität gerade dem Staat
    gegenüber nachzuweisen, in den die Flüchtlinge abgeschoben werden sollen. Die
    meisten Schutzsuchenden in der Bundesrepublik haben aber keinen Pass (mehr),
    weil sie ihn z. B. an die Schleuser abgeben mussten, die ihn für weitere
    Schleusungen benutzen wollen. Oft haben Flüchtlinge aber auch in ihrer Heimat nie
    einen Pass besessen. Dies kann zu dauerhaften und unverschuldeten
    Abschiebungshindernissen führen. Denn sehr häufig weigern sich Botschaften
    bestimmter Staaten in der Bundesrepublik, Pässe auszustellen, wenn die nationale
    Identität der AntragstellerInnen nicht zweifelsfrei durch andere Dokumente
    nachgewiesen werden kann (durch Geburtsurkunden, Personalausweise etc.). Oft
    verweigern bestimmte Botschaften auch nur deswegen die Passausstellung, weil
    man die Flüchtlinge einfach nicht in den Heimatländern wieder aufnehmen will (z. B.
    Kurden in Syrien, Palästinenser im Libanon, Tamilen in Sri Lanka etc.).
    Unverschuldete rechtliche Abschiebungshindernisse: Oft ist die staatliche Identität
    der Geflohenen sehr streitig. Dies betrifft z. B. viele Flüchtlinge aus den ehemaligen
    kaukasischen Sowjetrepubliken (z. B. Aserbeidschan, Georgien oder Armenien).
    Diese haben durch bürgerkriegsbedingte Flucht in den 90er Jahren in andere
    Sowjetrepubliken, die jetzt zur Russischen Föderation gehören, die neue
    Staatsangehörigkeit ihrer Herkunftsländer nie erworben, aber auch die russische
    Staatsangehörigkeit nie erlangt.
    Faktisch sind diese Menschen staatenlos und haben Anspruch auf ein
    Reisedokument für Staatenlose sowie Anspruch auf Anerkennung eines
    Schutzstatus nach dem Staatenlosenübereinkommen. An den Beweis für die
    Staatenlosigkeit werden aber von den Ausländerbehörden schier unüberwindbare
    Anforderungen gestellt. Ich habe nach mehr als 25 Jahren Anwaltspraxis im Asylund
    Ausländerrecht nicht einen Fall der Anerkennung nach dem
    Staatenlosenübereinkommen erlebt. Stattdessen erhalten diese Menschen oft über
    Jahre nur eine Duldung (sog. Kettenduldung) und werden regelmäßig zu diverse
    Botschaften geschickt, um einen Pass zu beantragen.
    Rechtsfolge: die Ausländerbehörde ist Zuständig für die Ausstellung einer Duldung.
    Sie beinhaltet
    - Arbeitsverbot im ersten Jahr
    - nachrangigen, d. h. zustimmungspflichtigen (Bundesagentur für Arbeit)
    Zugang zum Arbeitsmarkt nach einem Jahr der Duldung
    - uneingeschränkte Arbeitserlaubnis nach 4 Jahren
    - zustimmungsfrei: Ausbildungsaufnahme nach 1 Jahr
    - Arbeitsverbote können jederzeit ausgesprochen werden
    - Anspruch auf Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz
    - Residenzpflicht kann durch die Ausländerbehörde ausgesprochen werden

    8 a. Aufenhaltserlaubnis gem. § 25 Abs. 5 AufenthG

    Hoffnungsschimmer: Erteilung einer befristeten Aufenthaltserlaubnis gem. § 25 Abs.
    5 AufenthG, wenn das Abschiebungshindernis von der zuständigen
    Ausländerbehörde tatsächlich als unverschuldet anerkannt wird und voraussichtlich
    länger bestehen bleibt. Nach 18 Monaten soll in diesen Fällen von der
    Ausländerbehörde eine befristete Aufenthaltserlaubnis erteilt werden. Es darf aber
    keine Identitätstäuschung vorliegen (z. B. falsche Angabe des Geburtsdatums) und
    es müssen auch alle zumutbaren Anstrengungen zur Passerlangung erfolglos
    geblieben sein (z. B. nachweisbare mehrfache und erfolglose Vorsprache bei der
    Botschaft).

    8 b. Aufenhaltserlaubnis gem. § 25 a AufenhG

    Seit 2011 gibt es eine humanitäre Aufenthaltserlaubnis aus der Duldung heraus auch
    für „gut integrierte Jugendliche und Heranwachsende“ gem. § 25 a AufenthG.
    Voraussetzungen:
    - geduldeter Ausländer in Deutschland geboren oder vor dem 15. Geburtstag
    eingereist.
    - Antrag wird nach dem 16. Geburtstag und vor dem 22. Geburtstag gestellt,
    - Der junge Mensch hielt sich ununterbrochen erlaubt, geduldet oder mit
    Aufenthaltsgestattung im Bundesgebiet auf,
    - Er hat 6 Jahre erfolgreich im Bundesgebiet eine Schule besucht oder in
    Deutschland einen anerkannten Schul- oder Berufsabschluss erworben.
    Über diesen Schutzstatus ihrer Kinder können dann auch die Eltern eine
    Aufenthaltserlaubnis erhalten, wenn sie in Deutschland keine Sozialleistungen
    beziehen und ihre Abschiebungshindernisse unverschuldet waren.
    Schutzstatus für 8.a. und 8.b. gut.

    Rechtsfolgen:
    - befristete Aufenthaltserlaubnis / verlängerbar
    - Freizügigkeit
    - Bezug von Sozialleistungen für die Kinder unschädlich

    9. Duldung bei verschuldeten Abschiebungshindernissen gem. § 60
    Abs. 2 AufenthG

    Aufenthaltsstatus: Hoffnungslos.

    Die Betroffenen müssen jederzeit mit der Abschiebung rechnen, sobald bestehende
    Abschiebungshindernisse wegfallen. Dies ist z. B. der Fall, wenn die Bundesrepublik
    mit dem Herkunftsland ein sog. Rückführungsübereinkommen abschließt, in
    welchem geregelt ist, dass der Herkunftsstaat bezüglich der nationalen Identität auf
    die Passvorlage verzichtet und andere Herkunftsnachweise genügen lässt (z. B.
    Führerschein der Herkunftslandes). In diesen Konstellationen fällt das
    Abschiebungshindernis weg und die vollziehbare Ausreiseverpflichtung ermöglicht
    eine jederzeitige Abschiebung.
    Auch in diesen Fällen gilt nachrangiger Zugang zum Arbeitsmarkt nach einem Jahr
    Duldung, Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz, Residenzpflicht.
    Mit dem jederzeitigen Auftauchen der Polizei in den frühen Morgenstunden zum
    Zwecke des Transfers zum nächsten Flughafen ist zu rechnen.

    10. Illegalität

    Dieser Zustand tritt ein, wenn sich ein aus einem Drittstaat einreisende_r
    AusländerIn nie beim BAMF oder einer Ausländerbehörde meldet (dies sind meist
    Fälle organisiert eingeschleuster illegal Beschäftigter in der Gastronomie oder in der
    häuslichen Pflege = moderne Sklaverei) oder wenn Betroffene untertauchen,
    nachdem sie die unter 1. bis 9. beschriebenen Verfahren erfolglos durchlaufen
    haben. Weil sie für die Ausländerbehörden nicht mehr erreichbar sind, ihre Ausreise
    aus der Bundesrepublik aber auch nicht nachgewiesen haben (durch die sog.
    Grenzübertrittsbescheinigung), werden sie zur Fahndung ausgeschrieben.
    Der Zustand des illegalen Aufenthalts ist für die Betroffenen extrem schwierig. Sie
    sind äußerst vulnerabel in Hinblick auf Menschenhandel, soziale und 5exuelle
    Ausbeutung, weil sie sehr erpressbar sind.
    Nur äußerst unauffällige Schatten- und Nischenexistenz schützt die Betroffenen vor
    Entdeckung durch die Polizei oder andere Behörden mit der Folge der
    unverzüglichen Abschiebung. Es handelt sich daher um die denkbar unauffälligste
    Ausländergruppe in Hinblick auf abweichendes Verhalten.
    Auch Schulen, Sozialämter, Krankenhäuser und andere staatliche Einrichtungen
    kommen mit diesen Menschen so gut wie nie in Berührung.
    Es sind dennoch viele Menschen. Schätzungen gehen von einer Zahl zwischen
    200.000 bis 500.000 Menschen in der Bundesrepublik aus.


    http://www.nittaya.de/politik-und-wi...ml#post1352925

  2.  
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  3. #3592
    Avatar von peter1

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    habe auf aljazeera einen bericht gesehen ueber eritrea es kamen ca. 10 invasoren zu wort unisono alle wollten nach deutschland. der grund fuer ihre
    sogenannte flucht keinen wehrdienst in eritrea ableisten, aber besser sozial schmarotzen in d.

    mfgpeter1

  4. #3593
    Avatar von singto

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    Zitat Zitat von strike Beitrag anzeigen
    Nachfolgend werden diese zusammengefasst in der Reihenfolge des unterschiedlich hohen Schutzstandards.
    Bei diesen wenigen, äußerst einfachen, leicht durchschaubaren
    und übersichtlichen Aufenthaltsverordnungen

    weiss doch jeder Flüchtling oder Asylaspirant sofort und auf einen Blick,
    auf was er sich da in Deutschland einlässt.

  5. #3594
    Avatar von hueher

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    Ich mag schon keine Zeitung mehr aufschlagen, bzw. hier in TH das Internet mit den täglichen unsäglichen Berichten von der "Asyl/Flüchtlingsfront" !! Es ist zum Kotzen wie bescheuert die Ösi-Regierung reagiert und der Polizei sind die Hände gebunden. Kostprobe des täglichen Wahns auf der Ostautobahn: es werden immer mehr Flüchtlinge von den Schleppern mitten im Nirgendwo ausgesetzt, die herumirrenden gefärden den Verkehr und werden von Polizeistreifen eingefangen, von der Caritas und rotem Kreuz verköstigt.............und, so wie hier im Beispiel gezeigt, hauen die Typen heimlich wieder ab.........besteigen mehrere Taxen am Bahnhof und weg sind sie.....!
    Kein Asylantrag in Österreich: 70 Flüchtlinge machten sich mit Taxis aus dem Staub | www.heute.at Jetzt frage ich mich schon, wieviel Geld haben die? Erstmal mußten sie, angeblich(?) den Schleppern tausende bezahlen, dann ist noch Kohle für Taxis vorhanden?? Für wie blöde halten diese Ars.ch.löcher eigentlich uns? Die meisten versuchen nach D oder Skandinavien durchzukommen............... In einem TV-Interview sagte auf die Frage, warum er Eritrea verlassen möchte? Ich liebe den Fußball von BVB-Dortmund, und ich möchte in dieser schönen Stadt leben und Fußball dort spielen! Träume sind Schäume, spätestens im Flüchtlingslager! So wie demnächst am Flughafen in Wien, dort wird eine große Halle geräumt und Platz für ca. 250 Menschen gemacht, aber hinter einem Gitterzaun.

  6. #3595
    Avatar von hueher

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    Noch eine kuriose Meldung, die alle Autofahrer treffen kann! In der Steiermark fuhr ein Asylant mit einem geschenkten Fahrrad einen Berg hinunter, konnte nicht bremsen und direkt in einen fahrenden PKW, so weit so gut, der Mann liegt im Spital, am PKW ein Schaden von ca. € 2000,-, der von der Versicherung nicht übernommen wird!! Die Antwort der Versicherung: holen sie sich das Geld vom Asylanten!? Nun versucht die Frau das Innenministerium zu verklagen, da wünsche ich aber viel Glück damit..............
    Daher achtgeben wenn man autofährt und jeden der irgendwie nach Asylsuchenden aussieht, sofort ausweichen!!
    Ich denke, dies gilt auch für D und anderen Staaten.
    Kein Schadenersatz nach Unfall mit Flüchtling - 2000 Euro an Kosten - Österreich - krone.at

  7. #3596
    Avatar von x-pat

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    Zitat Zitat von siajai Beitrag anzeigen
    Genau genommen ist es Rassismus wenn im Radio den ganzen Tag nur Englische Musik läuft, wieso nicht gemischt mit Syrischen, Arabischen, Türkischen und zB Afghanischen Hits.
    Nein, das ist kein Rassismus. Sic.

    Zitat Zitat von strike Beitrag anzeigen
    Die Toleranz wächst mit dem Abstand zum Problem.
    Bei der Ausländerfeindlichkeit verhält es sich ja genau anders herum. Die ausländerfeindlichen Stimmen sind am lautesten in den Städten, Bezirken, und Bundesländern mit dem geringsten Ausländeranteil. Pegida ist das beste Besipiel. Vor allem manche neue Bundesländer gehen mit schlechtem Beispiel voran.

    Wir haben in NRW über 2 Millionen Ausländer. Vielen leben schon Jahrzehnte hier. Es gibt keine Revolten und Straßenumzüge. Man hat sich schon lange daran gewöhnt.

    Sachsen-Anhalt hat gerade mal 60.000 Ausländer. Brandenburg hat unwesentlich mehr.

    Cheers, X-pat

    Quelle

  8. #3597
    Avatar von singto

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    Zitat Zitat von x-pat Beitrag anzeigen
    Bei der Ausländerfeindlichkeit verhält es sich ja genau anders herum. Die ausländerfeindlichen Stimmen sind am lautesten in den Städten, Bezirken, und Bundesländern mit dem geringsten Ausländeranteil. Pegida ist das beste Besipiel.
    Und wiederum anders herum verhält es sich zum Beispiel in der Türkei, wenn's einfach zu viel wird.

    Jahrelang nahm die Türkei Flüchtlinge aus Syrien auf, knapp eineinhalb Millionen. Weltweit wurde das Land dafür gelobt. Doch immer öfter schlägt die Gastfreundschaft nun in Feindseligkeit um. (Spiegel, vom August 2014)

    Türkei: Syrien-Flüchtlinge erleben Hass und Feindseligkeit - SPIEGEL ONLINE

  9. #3598
    Avatar von singto

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    1.042
    Zitat Zitat von Kubo Beitrag anzeigen
    Und Saddam war damals noch ein mit den USA befreundeter Diktator, gehörte also zu den Guten..:
    Das mag ja alles so sein. Doch Saddam bleibt Saddam und Gadaffi bleibt Gadaffi - mit oder ohne die USA.
    Die ganzen Verschwörungstheorien, die schon jahrzehntelang durch die Presse geistern sind bestenfalls dazu geeignet, im Müll zu landen.

    USA als ständiger Sündenbock, das klingt in meinen Ohren etwas befremdlich.
    Was wäre Deutschland ohne die USA? Sind die Deutschen nicht auch ein Teil der USA (Einwanderer)?
    Wäre Deutschland ganz unter den Einfluß Stalins geraten,
    befänden wir uns heute bestenfalls auf dem Entwicklungsstand von Kasachstan.

  10. #3599
    Avatar von Berti Bert

    Registriert seit
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    801
    Zitat Zitat von x-pat Beitrag anzeigen

    Wir haben in NRW über 2 Millionen Ausländer. Vielen leben schon Jahrzehnte hier. Es gibt keine Revolten und Straßenumzüge. Man hat sich schon lange daran gewöhnt.
    Gewöhnt ? Kapituliert trifft wohl eher zu. Die Polizei und damit der Staat ja zunehmend auch.

    Und selbst Gewöhnung bedeutet bei weitem noch nicht Akzeptanz

    Und jeder Ostler der einmal in ein westlichen Großstadt war, weiß genau was und warum er genau diese Situation nicht haben will. Wehrt den Anfängen. Vollstes Verständnis.

  11. #3600
    Avatar von Uns Uwe

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    11.413
    Bei dieser Meldung sind mir die Tränen gekommen - allerdings vor Lachen.
    Warum macht sie das?: Ghanaische Asylbewerberin nennt ihr Kind ?Angela Merkel? | Politik & Wirtschaft.- Hamburger Morgenpost

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