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Systemjournalismus

Erstellt von strike, 26.10.2012, 05:49 Uhr · 15 Antworten · 1.280 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von strike

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    Systemjournalismus

    Das Geschrei ist akuell gross.
    Irgendein CSU-Yuppie hat - bislang unbewiesen, aber zurueckgetreten ist er schon - wohl versucht, einen Bericht ueber die fuer die gesamte Menschheit extrem wichtige und richtungsweisende Wahl eines Herrn Ude irgendwo zu beeinflussen.

    Soweit, so schlecht.

    Und in der Tat wird mir schlecht, wenn jetzt ueberall kolportiert wird, dass unsere Medien (ARD, ZDF, Printmedien) grundsaetzlich unbeeinflusst und politisch neutral berichten.
    Ich will den Vorfall bestimmt nicht klein reden, aber so zu tun, als ob dieser Vorfall - wenn es ihn denn genauso gab - der Suendenfall schlechthin war, erscheint mir schon infam.

    Meines Erachtens gaebe es andere Themen, in die man all die Energie stecken koennte:

    Es ist ziemlich genau 30 Jahre her, dass die Politik auf die Idee verfiel, dem Staatsfernsehen Konkurrenz zu machen. Das Experiment verlief aus Sicht der Politiker enttäuschend. Bei den Zuschauern erfreuten sich die neuen Privatsender bald großer Beliebtheit. Nur stellte man in den Staatskanzleien überrascht fest, dass bei einem Fernsehen, das auf Werbeeinnahmen angewiesen ist, Politiker keine besonders nachgefragte Gruppe von Programmgestaltern ist. Seitdem weiß man in der Politik, was man an den Öffentlich-Rechtlichen hat.

    Das Ärgerliche an dieser Art von Systemjournalismus ist die Geschäftsgrundlage, auf die sich die Nutznießer auf beiden Seiten der Kamera geeinigt haben. Rund 7,5 Milliarden Euro nehmen die öffentlichen Rundfunkanstalten im Jahr ein, was dieses Modell zum teuersten Fernsehen der Welt macht. Die BBC, nur zum Vergleich, kommt mit der Hälfte aus und liefert dafür sogar ein international wettbewerbsfähiges Programm.
    http://www.spiegel.de/politik/deutsc...-a-863313.html

  2.  
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  3. #2
    Avatar von DisainaM

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    Zitat Zitat von strike Beitrag anzeigen
    Rund 7,5 Milliarden Euro nehmen die öffentlichen Rundfunkanstalten im Jahr ein, was dieses Modell zum teuersten Fernsehen der Welt macht. Die BBC, nur zum Vergleich, kommt mit der Hälfte ausl
    gewissermassen einen Wink auf die GEZ Zwangsabgaben,
    mit denen eine Elite in den TV Anstalten der öffentlich-rechtlichen sich auf gut dotierten Stellen zurückgezogen haben,
    auch die TV Produktionen orientieren sich weniger an schauspielerischen Talenten,
    sondern mehr an Beziehungsnetzwerken,
    wodurch Töchterchen von Schuspielerin Y immer sicher in Rollen placiert wird,
    es bleibt alles in der Familie.

    Natürlich freue ich mich über den Mitschüler Steffen Seibert,
    Steffen Seibert
    der vom ZDF Nachrichtensprecher zum Regierungssprecher wechselte,
    ist doch schön, wenn Quereinstiege möglich sind,
    nicht immer verlaufen Karrieren so gradlinig, wie bei einem anderen Mitschüler,
    Giovanni di Lorenzo
    tja, die gute alte Telkampfschule,
    dank unseres Deutschlehrers Henning, (Alt 68) wurden wir früh auf die Schriften von Hans Magnus Enzensberger
    über die Funktionen der Bewusstseinsindustrie aufgeklärt.
    Ein anderer Mitschüler,
    Michael F. Huse
    ging ebenfalls in die Medienindustrie, -grins.

    ganz falsch lagen die 68 Revoluzzer-Lehrer der Telkampfschule nicht,
    uns über die Mechanismen und Möglichkeiten hinzuweisen,
    auch wenn die meisten doch einen angepassten Lebensweg, mit guter Versorgung wählten.

  4. #3
    Avatar von strike

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    Also ich werde am Wochenende auch mal beim ZDF anrufen.

    Wundert euch also nicht, wenn dann am Montag ueberall die Rede von mir ist.
    Ueber was ich mit den Verantwortlichen dort gesprochen habe, wird dann sicherlich in den verschiedensten Varianten in der BILD, im SPIEGEL und SZ zu lesen sein.
    Selbstredend werden auch ARD, RTL und SAT1 berichten.

    Mal sehen, ob ich einen Hinweis auf das Nittaya hinbekomme ........

  5. #4
    Avatar von clavigo

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    Strike, überziehst Du da nicht etwas? Du bist Moderator nicht Sprecher von uns! Wusste übrigens nicht dass Du Fan von Herrn Fleischhauer bist.

  6. #5
    Avatar von strike

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    Zitat Zitat von clavigo Beitrag anzeigen
    Strike, überziehst Du da nicht etwas? Du bist Moderator nicht Sprecher von uns! Wusste übrigens nicht dass Du Fan von Herrn Fleischhauer bist.
    Neee, @clavigo, das Nittaya sollte bei meinem Anruf nicht Hauptthema werden.
    Ich wollte nur ein wenig Schleichwerbung unterbringen.
    Und Fleischhauer - doch, dem kann ich oft in seiner Argumentation folgen.

  7. #6
    Avatar von clavigo

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    Gut so @Strike, denn Sprecher ist ein gefährlicher Job da er häufig als Bauernopfer leiden muss - angeblich kam der Auftrag ja von Dobrindt?

  8. #7
    Avatar von Chak

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    Zitat Zitat von clavigo Beitrag anzeigen
    Wusste übrigens nicht dass Du Fan von Herrn Fleischhauer bist.
    Findest du, dass er mit dem zitierten Unrecht hat und wenn ja, womit genau?

  9. #8
    Avatar von Chak

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    Der Vergleich ist gut:
    Genauso gut könnte man den Leuten jeden Morgen zwangsweise eine Zeitung zustellen und sie anschließend dafür von Staats wegen zur Kasse bitten.
    Im Grunde ist es doch in etwa das, was sich die Verleger vorstellen. Wenn die Leute zunehmend ihre Informationen im Internet beziehen, dann überlegt man sich nicht, wie man damit Geld verdienen kann, sondern wie man sein veraltetes Geschäftsmodell mit Hilfe der Politik schützen kann.

  10. #9
    Avatar von clavigo

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    @Chak, das Problem ist er vermischt zwei Sachen um vom eigentlichen Skandal abzulenken. Die CSU steht mit ihrer Aktion in direkter Nachfolge von Strauss und seinen Nachfolgern und der BR war - zusammenmit dem Bayernkurrier - das Pendant zum "Rotfunk" , nur in typisch bajuwarischer Manier erheblich grobschlächtiger. Insbesondere nach der Affäre Wullf gehört eine Menge Chuzpe (oder Blödheit??) dazu, sich überhaupt zu dieser Aktion hinreissen zu lassen.

  11. #10
    Avatar von strike

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    Nun, jeder der sich EU-kritisch zeigt ist per se nicht ganz koscher.
    So wird dann heute morgen beim HR die Auseinandersetzung mit der Haltung der Briten zur EU natuerlich mit "Königliche Schnäppchenjäger" anmoderiert bzw. auf der Internetseite der entsprechende Artikel dazu mit dieser Ueberschrift versehen.

    Von sachlichem und serioesem Journalismus ist dies fuer mich soweit entfernt wie der FC Bayern vom Gewinn der Schaempinjon Liege. ....

    Königliche Schnäppchenjäger : Die Briten und die europäische Union | hr-info

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