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Syrien, Irak - gibt es eine Zukunft?

Erstellt von strike, 08.08.2014, 20:22 Uhr · 450 Antworten · 16.135 Aufrufe

  1. #341
    Avatar von DisainaM

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    Staaten, wie Syrien oder Lybien haben keine homogene Staatsbevölkerung,
    da ihr Staatsgebiet sowie die Grenzen ihres Staatsgebietes seinerzeit durch westliche Kolonialmächte gezogen wurden,
    die damit bestimmten, welche Bevölkerungsgruppen zusammengewürfelt in diesem neuen Staatsgebilde zusammen leben müssen.

    Es liegt in der Natur der Sache, dass bei einer solchen Konstellation, ein Staat, der als solches gar nicht exsistent ist,
    nur durch einen Dikatator exsistieren kann, der als Erfüllungsgehilfe der kolonialen Staatskonstruktion, dieses Gebilde weiter aufrecht erhält, weil jede Form einer Demokratisierung sofort den Zerfall in die alten Stammesstrukturen zur Folge hat (Afgahnische Verhältnisse). So war die Idee des arabischen Frühlings, der die selbst vor langer Zeit installierten und auch geschützten Dikatatoren, wie Gadafi, zu enttrohnen, eine logische Destabilisierung der gesamten Region, und brachten zum Vorteil der weltgrössten Waffenhersteller, wie Deutschland, enorme Steuergewinne aus der Rüstungsindustrie in die Kassen.

    Wenn nun Flüchtlinge nach Deutschland kommen, die in ihrer heimat von deutschen Schnellfeuergewehren beschossen wurden,
    dann sollte man doch bitte darüber nachdenken, sie an den Orten, wo die Eigentümer und Hauptprofiteure der Waffenhersteller leben,
    unterzubringen, damit sich der Kreis am Ende für beide Seiten wieder schliesst.

    Was an den Ländern, wie Lybien, Syrien oder Irak typisch ist, in den zweitgrössten und drittgrössten Städten, befindet sich im Grunde ein Stammsitz einer zweiten oder dritten bevölkerungsgruppe, die durch die herrschende, meist durch die Kolonialmächte eingesetzte bevölkerungsgruppe in der Hauptstadt, unterdrückt wurde.
    Diese Gruppen sind es dann auch, die nicht nach Gleichberechtigung und Chancengleichheit in dem Staat streben - nein -,
    sie wollen ausschliesslich die Abspaltung und Schaffung eines eigenen Staates.

    Der Irak, der durch die Golfkriege auf jahrzehnte gegenüber den USA verschuldet ist, und diese Schulden durch die Öleinnahmen bezahlt, wird genau deswegen niemals eine Abspaltung des nördlichen Kurdenstaates bekommen,
    weil niemand im Westen Interesse hat,
    dass sich nun die Erdölreserven in dem Kurdengebiet, zum unkontrolliertem Reichtum im Kurdenstaat beitragen,
    wogegen der irakische Reststaat seine Schuldendienste nicht mehr übernehmen kann.

    Syrien mag zwar zur Zeit Kriegsschauplatz der Grossmächte sein,
    aber auch hier wollen die Grossmächte keine Aufspaltung des Landes,
    sodass die westliche Bevölkerung falsch informiert wird,
    als würde es der kämpfenden "Opposition", an einem Erhalt an dem Staatsgebilde gehen.
    Doch genau diese Aufspaltung in neues Staaten bringt zuviel Probleme,
    weil Staaten, ohne genügend eigene Einnahmen, nun mit ihren Botschaften, Diplomatenpässen, Immunitäten, mangelnde Auslieferungsverträge usw, weltweit Hausieren gehen kann, um sich eben "Konformität" bezahlen lassen kann,
    also ein weiterer Staatsverwaltungs-Parasit, der nur Kosten produziert.
    Also Erhalt des syrischen Staatsgebildes, was aber nur durch einen Diktator möglich ist.

    Die andere Variante ist die ägyptische Konstellation, einer homogenen Staatsbevölkerung,
    die aber unter demokratischen Verhältnissen falsch wählt, und die Muslim Bruderschaft hervor bringt,
    weshalb man den Staat von Demokratie wieder downgraden muss, auf "Militär-Demokratie".
    Was nun im Westen passiert, ist Heuchelei pur,
    es werden die Menschenrechtsverletzungen in Ägypten angemahnt, wobei dieselben Kommentatoren zu Zeiten der Muslim Bruderschaft auf den zunehmenden Druck auf Frauen berichteten, weil sie sich unislamisch verhielten.
    Wenn also ein arabischer Frühling in einen muslimischen Bruderschafts-Sommer mündet,
    dann lässt man die Rückkehr des Militärs "gewähren", "mahnt" aber die Mittel an, die das Militär nicht verwenden sollte
    (duscht sie, aber macht uns nicht nass, wir wollen doch nix von Folter hören)

    ALso, die Zukunft der Staaten,
    der Westen (nicht die westliche Bevölkerung !), will Frieden in der Region,
    und wenn dies nur durch Dikatoren zu bewerkstelligen ist, eben Rückkehr zu Diktatoren,
    die aber bitte eine demokratische Show spielen sollen - damit die westlichen "User" beruhigt schlafen gehen können,
    und das Thema aus der publizierten Öffentlichkeit verschwindet.

    Das Hauptproblem, neben der Beseitigung von Alt Diktatoren, sind eben die Ansprüche der westlichen Bevölkerung,
    --- nach der SHOW, das alles "gut" wird, ------------------ das ist das eigentliche Problem.

  2.  
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  3. #342
    KKC
    Avatar von KKC

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    Zitat Zitat von DisainaM Beitrag anzeigen
    .................................................. ........
    Wenn nun Flüchtlinge nach Deutschland kommen, die in ihrer heimat von deutschen Schnellfeuergewehren beschossen wurden,
    dann sollte man doch bitte darüber nachdenken, sie an den Orten, wo die Eigentümer und Hauptprofiteure der Waffenhersteller leben,
    unterzubringen, damit sich der Kreis am Ende für beide Seiten wieder schliesst.

    ..........................................
    Bin ich sehr dafür; nur sehe ich Deutschland dafür nicht an erster Stelle!!!

  4. #343
    Avatar von Conte

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    Ich habe den Eindruck, dass diese versagenden Staaten nicht nur keine einheitliche Staatsbevölkerung haben - damit wäre vielleicht sogar zurechtzukommen - sondern dass sie das Konzept "Nation" in gar nicht so sehr verinnerlicht haben, wie es uns selbstverständlich vorkommt.
    Wir sollten nicht vergessen, dass die Idee einer "Nation" als politisches Konzept im Wesentlichen eine Ideologie der bürgerlichen Revolutionen im späten 18. Jahrhundert ist.
    Vielleicht sollte die Verfasstheit einiger Weltteile noch ein Mal neu gedacht werden. Dabei denke ich insbesondere auch an Afrika.

  5. #344
    Avatar von Micha L

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    Dabei darf man nicht vergessen, daß der Westen angesichts der Erfolglosigkeit seiner Interventionen von mal zu mal mehr zögerte.
    In Libyen schlachtete Gaddafi zunächst ungehindert, bis dann die Franzosen eingriffen.

    In Syrien dauerte das noch länger. Schon vergessen, daß Obama wegen seiner Untätigkeit kritisiert wurde. Die selbst verkündete "rote Linie" bezüglich Kriegsverbrechen ließ ihn nicht handeln. Bis heute agiert der Westen halbherzig, ohne Bodentruppen.

    Assad wäre beinahe gefallen. Damaskus war in Bedrängnis und Minister sagten sich vom Diktator los. Doch er hielt sich, weil der Westen nichts unternahm.
    Also passt das Schema der Destabilisierung durch einen vom Westen gestützten Diktator hier nicht.

  6. #345
    KKC
    Avatar von KKC

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    Zitat Zitat von Micha L Beitrag anzeigen
    ................................. Bis heute agiert der Westen halbherzig, ohne Bodentruppen.
    Das ist auch gut so. Was glaubst Du wie sich alle Araber zusammenschliessen würden wenn es gegen die Ungläubigen geht.

    Disi hat recht, entweder diese Staaten zerfallen in Stammesgebiete (wie das ja schon z.T. der Fall ist) oder werden mit starker Hand als Diktatur geführt.

    Letzteres dürfte (trotz der Menschenrechtsveerletzungen) für die Masse der Leute besser sein. Ein in Stammesgebiete zerrissenes Land, da wird es untereinander kein Frieden geben.

    Wie im Mittelalter halt, nur jetzt mit modernen Waffen!

  7. #346
    Avatar von Conte

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    In Libyen hat der Tod des Diktators jedenfalls keinen Frieden gebracht. Würde das in Syrien anders sein?
    Das mit den Bodentruppen ist seit 1945 irgendwie kein rechtes Erfolgsmodell mehr.

  8. #347
    Avatar von Micha L

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    Ja.
    Aber ich bezog mich auf das Stürzen von Diktatoren durch den Westen und die folgende Stabilisierung.
    Dieses Schema trifft auf Syrien nicht zu.

    Wie man mit zusammengeschlossen Arabern fertig wird, das hat Israel seit dem Tag seiner Gründung immer wieder gezeigt.
    Deren Kampfkraft ist gering, nicht zu vergleichen mit den Afghanen.
    Westliche Mauschelei wegen der Erdölabhängigkeit und wiederum die geringe Kampfkraft verbündeter Armeen verursachten die westliche Erfolgslosigkeit.

    Die militärische Option muß deswegen nicht sein. Aber arabische Armeen muß man nicht fürchten, nur feige Terroristen. Das zeigt auch der Alltag in Israel.

  9. #348
    Avatar von Conte

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    Trotzdem sind weder Libyen noch der Iraq zum Frieden gekommen.
    Israel eigentlich auch nicht.

  10. #349
    Avatar von Micha L

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    Richtig.
    Israel aber wie gesagt, wegen der Terroranschläge.
    Militärisch können die vereinten Arabern nichts ausrichten.
    Klar wird Israel vom Westen massiv unterstützt. Aber es kämpft selbst gegen einen zahlenmäßig haushoch überlegenen Gegner, dessen Armeen stets innerhalb kürzester Zeit erledigt waren.

    Dieses arabische Unvermögen ist die Ursache terroristischer Aktionen.

  11. #350
    Avatar von Amsel

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    "Teflon Tony", wie eh und je, aalglatt...


    Briten im Irak-Krieg: Chilcot-Bericht spricht Blair schuldig

    Hunderttausende Iraker wurden umgebracht, die gesamte Region ist zerstört. Britische Soldaten gaben ihr Leben für eine Lüge. Obwohl der gestern vorgestellte Chilcot-Report den ehemaligen britischen Premier in allen Punkten „schuldig“ sprach, wird er sich nicht vor Gericht verantworten. Unterschiedliche Standards für die Bürger und die Herrschenden bespricht Murad Gazdiev.


    https://deutsch.rt.com/international...krieg-chilcot/




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