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Schicksalswahl für Europa und den Euro

Erstellt von Antares, 25.01.2015, 11:34 Uhr · 141 Antworten · 7.456 Aufrufe

  1. #41
    Avatar von socky7

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    Jan Fleischhauer ist für die Linken und den öffentlichen Dienst nicht unbedingt ein Sympathieträger. Aber seine Kolumne in Spiegel Online bringt es auf den Punkt :

    "Man muss nur zusammenrechnen, was Alexis Tsipras seinen Landsleuten für die nächsten Wochen in Aussicht gestellt hat, um eine Vorstellung davon zu bekommen, wie weit die Reinfantilisierung der griechischen Gesellschaft gediehen ist:
    zwei Milliarden für ein soziales Sofortprogramm, vier Milliarden für neue Investitionen, fünf Milliarden für einen "Beschäftigungsplan",
    der 300.000 neue Arbeitsplätze bringen soll. Dazu höhere Renten und Beamtengehälter, und der Mindestlohn soll selbstredend auch wieder steigen.
    Die Finanzierung ist dabei, so ist es versprochen, das geringste Problem, da die europäischen Steuerzahler den Griechen 190 Milliarden Euro an Schulden erlassen werden. Der Rest wird auf mehrere Jahrzehnte gestreckt, bis am Ende niemand mehr lebt, dem man etwas zurückzahlen muss."

    "
    Die Linkspartei in Berlin feiert den Wahlsieg von Syriza, als habe man selber gewonnen. So ganz falsch ist das ja nicht. In Griechenland sehen wir das Modell einer Gesellschaft, wie es die Funktionäre bei Ver.di und der Linken immer erträumt haben: Das größte Glück ist eine Anstellung beim Staat; nichts bewegt sich ohne das Einverständnis der Gewerkschaften, und wenn es finanziell mal irgendwo klemmt, werden eben neue Schulden gemacht."

    http://www.spiegel.de/politik/auslan...a-1015230.html

    An einem erneuten Schuldenerlass Griechenlands wird Deutschland nicht herum kommen. Der sollte jedoch nur gewährt werden, wenn Griechenland aus der Eurozone austritt. Das bleibt sonst ein Faß ohne Boden.

  2.  
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  3. #42
    Avatar von socky7

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    Zwischen 2001 und 2011 stiegen in Griechenland die Einkommen aus Lohn, Gehalt und Sozialleistungen um 68,80%, in Deutschland nur um 16,25%. Besonders stark gestiegen waren Sozialleistungen (109%) und die Bezüge im öffentlichen Dienst (71,7%).
    Die überproportionalen Steigerungen des Lebensstands in Griechenland waren nur durch die hohe Verschuldung des Landes möglich.
    Zwischen 2011 und 2014 wurde ein Teil wieder zurückgefahren. Das war dann auch sehr schmerzlich für die Griechen, die sich an den neuen Wohlstand gewöhnt hatten.
    Insofern kamen die Wahlversprechungen von Alexis Tsipras gut an (vgl. Beitrag #41).
    Der gerissene Fuchs Alexis Tsipras wird die Verbündeten in der Nato und in der EU vor die Wahl stellen : "Entweder kommt der Schuldenerlass oder wir treten aus der Nato aus !"
    Auf die Antworten aus Brüssel und aus Berlin bin ich gespannt.


  4. #43
    Avatar von strike

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    Was zählt schon gesunder Menschenverstand wenn es um die Rettung von Banken geht?
    Ausserdem ist es ja nur Volksvermögen.

    In einem offenen Brief an das "Handelsblatt" wendet sich A. Tsipras an die Deutschen - Radio Korfu

    .... Der griechische Staat ist seit 2010 nicht mehr dazu in der Lage, seine Schulden zurückzuzahlen. Unglücklicherweise beschloss man auf offizieller europäischer Seite, so zu tun, als könne man diesem Problem mittels des größten in der Menschheitsgeschichte je gewährten Kredites und der strikten Durchsetzung eines finanz- und strukturpolitischen Anpassungsprogramms Herr werden. Und das, obwohl dies mit mathematischer Gewissheit das Zusammenschrumpfen des Inlandseinkommens zur Folge haben musste, aus welchem die Abzahlung neuer wie alter Kredite finanziert wird.

    Man ging das Problem an, als handle es sich beim drohenden Staatsbankrott um einen Liquiditätsengpass. Anders ausgedrückt: Man machte sich die Logik eines Bankers zu eigen, der, statt sich einzugestehen, dass sein an eine bankrotte Firma ausgezahlter Kredit „geplatzt“ ist, dieser einfach weitere Geldsummen verleiht und sich vormacht, die Kredite würden abbezahlt, wenn man die unabwendbare Pleite nur immer weiter hinauszögere.

    Es hätte nicht mehr als gesunden Menschenverstand gebraucht, um zu erkennen, dass das konsequente Festhalten am „Extend and Pretend“-Dogma für mein Land in einer Tragödie enden würde. Es hätte nicht mehr als gesunden Menschenverstand gebraucht, um zu verstehen, dass man, statt Griechenland zu stabilisieren, nur Öl ins Feuer einer sich immer wieder aufs Neue selbst entfachenden Krise goss, die Europa bis in seine Grundfesten bedroht. Die im Mai 2010 verabschiedete Kreditvereinbarung wurde von meiner Partei und mir entschieden abgelehnt.

    Nicht weil wir glaubten, Deutschland und unsere anderen Partner hätten uns nicht genügend Geld zur Verfügung gestellt, sondern weil wir der Auffassung waren, dass sie uns weit größere Summen haben zukommen lassen als angemessen, weit mehr als anzunehmen wir berechtigt gewesen wären.

    Geldsummen, die weder der griechischen Bevölkerung zugute kommen würden, da sie nur dazu bestimmt waren, in ein Schuldenfass ohne Boden geworfen zu werden, noch das Anwachsen der Staatschulden, deren Last unsere Partner unweigerlich immer wieder auf Ihre Bürger abwälzen würden, würden verhindern können.

    Diese unleugbare Tatsache war auch der Bundesregierung bekannt und wurde dennoch verschwiegen.
    Aber ja: alle die das schon vor Jahren (voraus)sagten waren ja Doofe, Rechte, N_azis oder was weiss ich noch alles. Dann glaubt mal alle schön weiter Mutti und dem Gaukler, dass das alles alternativlos sei.

  5. #44
    Avatar von ChangLek

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    .............jajaaah, es ist doch schön das es pööse, pööse Naassies gibt - auf wen sollte man es dann schieben wenn dieses marode System endgültig und für jeden sichtbar zusammenkracht..................

  6. #45
    KKC
    Avatar von KKC

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    Der Tsipras wird mir ja richtig sympatisch. Endlich mal einer der sich dem Diktat der EU entgegenstellt und Klartext redet. Und das auch noch in einer deutschen Zeitung veröffentlicht.

    Im Klartext heisst das doch, die EU hat mit unserem Geld die Banken in Griechenland gerettet. Beim griechischen Bürger ist so gut wie nix angekommen. Zurückzahlen darf der griechische Michel und wenn das erwartungsgemäss nicht funktioniert tritt der deutsche Michel an dessen Stelle.

  7. #46
    Avatar von alder

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    Zitat Zitat von KKC Beitrag anzeigen
    Der Tsipras wird mir ja richtig sympatisch.
    Find ich auch. Er hat Recht und sagt es auch.

    Das wird ihm bzw. seinen Landsleuten aber leider nichts nutzen, das Ding ist im Eurosumpf stecken geblieben und wird absaufen.

  8. #47
    ffm
    Avatar von ffm

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    Zitat Zitat von KKC Beitrag anzeigen
    Im Klartext heisst das doch, die EU hat mit unserem Geld die Banken in Griechenland gerettet. Beim griechischen Bürger ist so gut wie nix angekommen.
    Gerettet wurden die mitteleuropäischen Bankbilanzen. Mindestens 50% dieser Institute sind völlig überflüssig und hätten am freien Markt keine Chance, aber diese Marktbereinigung verschiebt man lieber in eine möglichst ferne Zukunft indem man die Banken mit unbegrenzter Liquidität versorgt. Deswegen hat man die Banken aus der Haftung entlassen, deren Schulden übernommen und alle anderen Gläubiger im Regen stehen lassen, obwohl ein vollständiger Reset für Griechenland wohl die bessere Lösung gesesen wäre.

    So ganz abwegig ist Tsipras Argumentation nicht.

  9. #48
    Avatar von Hermann2

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    Zitat Zitat von KKC Beitrag anzeigen
    Im Klartext heisst das doch, die EU hat mit unserem Geld die Banken in Griechenland gerettet. Beim griechischen Bürger ist so gut wie nix angekommen. Zurückzahlen darf der griechische Michel und wenn das erwartungsgemäss nicht funktioniert tritt der deutsche Michel an dessen Stelle.
    Zur Wahrheit gehört aber auch, daß die Griechen alle ihre Einlagen bei diesen griechischen Banken verloren hätten, wären nicht diese dort mit diesen Krediten am Leben erhalten worden!
    Auch sind nicht nur Gelder direkt wieder zurück an die Kreditgeber geflossen, sondern auch div. Fördergelder (nicht zurückzuzahlen!) für versch. Projekte nach GR gegangen!
    Im TV konnten wir allerdings immer wieder verfolgen, wie Korruption und Schlendrian diese Gelder vernichtet hat!

  10. #49
    Avatar von funnygirlx

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    auf diese meldung reagiert der euro sft,nach unten

    griechen beeenden sparkurs
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  11. #50
    Avatar von Hermann2

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    Zitat Zitat von Hermann2 Beitrag anzeigen
    Auch sind nicht nur Gelder direkt wieder zurück an die Kreditgeber geflossen, sondern auch div. Fördergelder (nicht zurückzuzahlen!) für versch. Projekte nach GR gegangen!
    Nachtrag: Eben gelesen, daß Griechenland seit ihrem EU-Beitritt über 80 Mrd. € an Strukturhilfen und Subventionen erhalten hat!

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