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Rösler will Kassenpatienten zur Vorkasse bitten

Erstellt von Red_Mod_Ant, 29.09.2010, 19:48 Uhr · 14 Antworten · 1.431 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Red_Mod_Ant

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    Rösler will Kassenpatienten zur Vorkasse bitten

    Gesetzlich oder privat versichert - geht es nach Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP), ist das in Zukunft egal. Die Patienten sollen ihre Krankenversicherung und die dazugehörigen Konditionen selbst auswählen. Die Abschaffung der heutigen Versicherungspflicht ist zwar schon länger ein Ziel der FDP - doch die Umsetzung dürfte schwer werden. Deshalb will Rösler jetzt erst einmal das Prinzip der Vorkasse bei Krankenkassen attraktiver machen und damit die Grenzen zwischen privaten und gesetzlichen Kassen aufweichen. Dies kündigte Rösler im Interview der "Financial Times Deutschland" (FTD) an.

    Rösler will Kassenpatienten zur Vorkasse bitten

  2.  
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  3. #2
    Avatar von Yogi

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    Ich wette das Mutti Angela sich den Kleinen nicht zur Brust nimmt.

  4. #3
    Avatar von Red_Mod_Ant

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    Zitat Zitat von Yogi Beitrag anzeigen
    Ich wette das Mutti Angela sich den Kleinen nicht zur Brust nimmt.
    Da kannst Du Recht haben.

  5. #4
    Avatar von Pee Niko

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    Zitat Zitat von Red_Mod_Ant Beitrag anzeigen
    [...] Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) [...]
    Mit diesem Trottel hat der schwarz-gelbe Versagerhaufen sich selbst die Krone aufgesetzt.

    Frech, inkompetent und rückgratlos.

  6. #5
    Avatar von schimi

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    Das ist doch ein guter Schritt. Zum einen wird den Leuten mal verdeutlicht, wie teuer das Gesundheitssystem ist und zum anderen können Ärzte nicht mehr so gut bescheissen, weil die Behandelten die Rechnungen checken.
    Vorkasse ist ja auch bei privat Versicherten i.d.R. nicht notwendig, da man das Geld meist von der Versicherung hat, bevor das Zahlungsziel erreicht ist !

    Bin auf jeden Fall dafür, auch macht das einen grossen Teil der kässenärtzlichen Vereinigung - KV - auch kriminelle Vereinigung genannt - überflüssig!

  7. #6
    Avatar von Thaimax

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    Ich halte da gar nichts davon.

    Auf der einen Seite besteht die Pflicht sich krankenversichern zu lassen, aber auf der anderen Seite schliesst man dadurch Leute aus, die einfach immer pleite sind. Eventuell weil sie eine Scheidung hinter sich haben, oder sonst hoch verschuldet sind.

    Nein. Sowas darf in einem Land mit Zwangsversicherungsbeiträgen nicht passieren.

  8. #7
    Avatar von Conrad

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    Das alles korrekt abläuft, ist Sache der Krankenversicherung. Dass kann ein Laie doch gar nicht beurteilen, was da ärztlich indiziert ist und was nicht. Und wieviel ein Arzt für welche Leistung berechnen kann. Völliger Quatsch, der Vorschlag.

    Oder die schaffen die gesetzliche Krankenversicherung ganz ab, das ist wohl dass, was Rösler eigentlich will, kann er natürlich öffentlich nicht sagen.

  9. #8
    antibes
    Avatar von antibes
    Zitat Zitat von Conrad Beitrag anzeigen

    Oder die schaffen die gesetzliche Krankenversicherung ganz ab, das ist wohl dass, was Rösler eigentlich will, kann er natürlich öffentlich nicht sagen.
    Das ist der eigentliche Zweck dieses Vorhabens.

  10. #9
    Avatar von waanjai_2

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    Man muß wohl doch erst lesen, was man kritisieren möchte.
    Was soll überhaupt geändert werden?
    1. "Die Finanzierung der gesetzlichen Krankenkassen soll sich stärker am Vorbild privater Versicherungen ausrichten und das Prinzip der Vorkasse bei Krankenkassen attraktiver machen. Heute müssten sich gesetzlich Versicherte auf Jahre an einen Tarif mit Kostenerstattung binden und obendrein empfindliche Einbußen hinnehmen. "Das war eine bewusste politische Entscheidung, die unter SPD-Ägide getroffen wurde, um Erstattungstarife möglichst unattraktiv zu machen. Diese Nachteile wollen wir beseitigen", kündigte Rösler an. Konkret will Rösler die Bindungsfrist von drei Jahren abschaffen und den Wechsel zwischen den Tarifen flexibilisieren. Außerdem sollen die Kassen künftig nicht mehr nur 90 Prozent der Arztrechnung erstatten, sondern den vollen Betrag. Ob ein Versicherter aber überhaupt die Vorkasse wählt, soll ihm freigestellt bleiben. Die Änderungen sollten möglichst in die geplante Finanzreform für gesetzliche Kassen eingebaut werden"

    Soll das eine Verschlechterung sein, wenn zukünftig die Wahl der Kostenerstattung durch den Versicherten ihn nicht 3 Jahre bindet, sondern weniger lange? Und dass die KV ihm dann Hundert und nicht nur 90% erstattet?

    Als GKV-Versicherter habe ich in diesem Sommer hinsichtlich der Versorgung mit Arzneimitteln mich für die Kostenerstattung entschieden. An dieser Entscheidung bin ich bei meiner KV nur ein Jahr gebunden, könnte also, wenn ich wollte danach sofort wieder in die Sachleistung wechseln. Kosten für mich: Die Krankenkasse erstattet auch mir - dem Kostenerstattungs-Mitglied - a. nur die erstattungsfähigen Arzneimittel (Krankenkassen machen Verträge mit Pharmafirmen und sie erstatten dann nur die Kosten von äquivalenten Medikamenten zum niedrigsten Preis), erstatten nicht b. den gesetzlich vorgeschriebenen Eigenanteil und belasten mich c. mit einem Malus, den sie Verwaltungskostenzuschlag nennen. Denn in der Kostenerstattung sind die Krankenkassen nicht berechtigt, das Verordnungsverhalten der Ärzte ständig zu prüfen. Diese somit wegfallenden Ersparnisse muß ich als Verwaltungszuschlag zahlen.
    Dieser 3. Kostenfaktor soll also nun wegfallen, wenn es nach dem Minister ginge. Jeder frage sich selbst, ob es zu dieser finanziellen Besserstellung kommen wird.

    Dann heißt es an anderer Stelle:
    "Die reine Lehre der FDP sieht so aus, dass wir die heutige Versicherungspflicht abschaffen und jeden Menschen verpflichten, sich zu einem Basisschutz bei egal welchem Versicherungsunternehmen zu versichern."
    Das muß man sich ganz langsam auf der Zunge zergehen lassen. Da soll die heutige Versicherungspflicht durch eine andere Versicherungspflicht ersetzt werden. Was für eine Innovation. Das bedeutet in kleiner Münze gesprochen:

    Während derzeitig alle Menschen mit Verdiensten unterhalb der Bemessungsobergrenze in der GKV pflichtversichert sind, und die anderen sich freiwillig in der GKV versichern können oder in die PKV eintreten können, sollen zukünftig viel mehr Leute mit geringen Verdiensten auch in die PKV gehen können. So deren Tarife attraktiver sind als die der GKV. Da dies insbesondere für Leute, die noch jung sind (also wenig krank werden) der Fall ist, werden mehr Jugendliche sich von der GKV absetzen und somit zur ansteigenden Entsolidarisierung in der Sozialversicherung beitragen. Andererseits wissen auch die Jungen, dass sie später nicht mehr zurück in die GKV (mit z.B. kostenloser Familienversicherung, mit Solidarität zwischen arm und reich etc.) können und im Alter viel mehr für ihren KV-Schutz zu zahlen haben als ihre gleichaltrigen GKV-Alterskohorten. Ein wichtiger Grund, warum die reine Lehre der FDP sich nicht durchsetzen kann.

    Denn der clevere Mensch des 21. Jahrhundert will in der Jugend nach Möglichkeit kaum KV-Beitrage zahlen und wenn er älter und krank wird am liebsten in einer Solidargemeinschaft versichert sein, in die er nie oder kaum etwas eingezahlt hat.

  11. #10
    Avatar von Clemens

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    Zitat Zitat von antibes Beitrag anzeigen
    Das ist der eigentliche Zweck dieses Vorhabens.

    und die "Freiwilligkeit" ist auch nur vorläufig! Es soll doch nach dem Willen der F.D.P. darauf rauslaufen,dass der,der sich die Vorkasse nicht leisten kann im Zweifelsfall halt verrecken kann!!

    Das ist der eine Punkt! Und der andere ist der,dass die F.D.P. halt ihrer geliebten Pharmaindustrie (für "Industrie" liegt mir gerade was anderes auf der Zunge,was ich jetzt nicht schreibe) entgegenkommen!

    Zitat Zitat von Conrad Beitrag anzeigen
    Das alles korrekt abläuft, ist Sache der Krankenversicherung. Dass kann ein Laie doch gar nicht beurteilen, was da ärztlich indiziert ist und was nicht. Und wieviel ein Arzt für welche Leistung berechnen kann.
    ich bin ja nicht unbedingt häufig mit @Conrad einer Meinung,aber da nennt er in meinen Augen genau den springenden Punkt: Nachdem nicht jeder Bürger Medizin oder Pharmazie studiert hat,KANN (!!!) er das gar nicht beurteilen!! Selbst wenn er intelligent genug dazu wäre,aber sich in die Materie reinzuarbeiten würde seine ganze Arbeitskraft erfordern,die er aber z.B. für seinen Job benötigt!! Also ist er zum Abzocken freigegeben!! Die F.D.P. würde ja die Verdienste der Ärzte und der Pharmaindustrie am liebsten vervielfachen,aber da haben sie momentan noch einen mächtigen Gegner-die Krankenkassen! Die leisten genau das,wozu der einzelne Bürger gar nicht in der Lage sein KANN! Die Kassen haben halt ihre Experten,die ihrerseits Medizin oder Pharmazie studiert haben und die ihre Arbeitskraft genau in diese Materie investieren!! Und deshalb,weil die sich adäquat auskennen,können die momentan diesen Gierschlunden noch effektiv kontern! Und das ist doch das Ziel dieses Vorstoßes: Diese Kontermöglichkeit zumindest stark zu schwächen!!

    Sollte sich Rösler damit durchsetzen,dann wird es natürlich diese Experten bei den Kassen weiterhin geben! Es wird aber dann einen entscheidenden Unterschied geben: Momentan liegt es NOCH in vitalen Interesse der Krankenkassen selber,denen auf die Finger zu gucken! Es ist also genau DER Vorteil,dass die Interessen der Kassen und die der Patienten miteinander verknüpft sind! Und genau diese Verknüpfung will die F.D.P. aufweichen!! So dass die Abzocke seitens der F.D.P.-Günstlinge die Kassen auf gut deutsch "nicht mehr zu jucken" braucht!! Und dann steht der einzelne einsam und alleine da und muss sich ausnehmen lassen,wie eine alte Weihnachtsgans! Und genau das ist beabsichtigt!!

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